Massgeschneidertes Müsli
Saucool. Endlich mal kein Contentklau. Kein Usernepp. Kein Social Media.
mymüsli – custom-made cerials: 70 Zutaten in 566 Billiarden veschiedenen Müslivariationen. [via Robert]
Orhan Pamuk in Hamburg
Heute morgen um zehn habe ich die allerletzte Karte bekommen und sitze nun am mittwochabend hoch oben im Olymp des Deutschen Schauspielhauses und höre Orhan Pamuk zu wie er aus seinem Buch Istanbul liest.
Ich bin im gleichen Viertel Istanbuls geboren wie er. Nur ein Jahr später. Für mich bedeutet diese Lesung sehr viel. Viele seiner Bücher habe ich schon gelesen. Die Familienverhältnisse und Freundschaften, die er beschreibt, aber auch den Verfall der Stadt, seine Zeit als Schüler, sind mir aus eigenem Erleben bestens bekannt. Ich würde ihn natürlich auch gerne persönlich kennenlernen, doch das wird wohl unter diesen Umständen wohl nichts, fürchte ich … Er ist aktueller denn je.
40 Mal, Erstes Mal
[Notiz vorweg: Das ist mittlerweile der zweite Repost. Ich kann mich von diesem Text nicht trennen. Es ist die eigentliche "About page" über mich. Und fast zeitlos. Ich habe ihn mit Hilfe der Waybackmachine aus den alten Internetarchiven wieder zurück geholt. Original-Eintrag vom 26. Mai 2003. Kopiert aus meinem alten Blog. Weil es mir wichtig war. Und weil ich nicht will, dass es versehentlich verschwindet. Stoff für einen Entwicklungsroman in einem einzigen Post. Wenn ich je eine Bloglesung machen würde - das wäre der einizige Text, den ich da lesen würde.]
Meine erste Erinnerung
Ein grosser halbdunkler Raum. Am Ende auf der rechten Seite ein blendend weisser Vorhang, der leicht in den Raum weht. Ich liege auf einem Bett. Richte mich kurz auf und beobachte den Vorhang. Ich sehe dieses Bild nur in schwarzweiss. Ich muss vielleicht zwei Jahre alt gewesen sein. Vielleicht jünger.
Mein erstes Tier
Ich hatte nie eins. Ich mag zwar Hunde, Katzen und Mäuse. Aber nicht bei mir zuhause. Die einzigen Tiere, die ich bei mir dulde, sind die, die abends auf dem Teller liegen.
Mein erster peinlicher Moment
Kann ich mich nicht wirklich erinnern. Obwohl ich doch viele peinliche Momente gehabt haben muss. Bin eben Weltmeister im Verdrängen. Oder heisst es Bewältigen? Naja, ist auch nicht das schlechteste.
Mein erster bester Freund
Edward. Ganz klar. Wir lernten uns in der zweiten Klasse kennen. Und haben uns fast jeden Tag gegenseitig besucht. Ed und ich waren für die damalige Zeit Exoten in Hamburg. Ed war persischer Jude und ich türkischer Muslim. Die anderen in der Klasse waren Söhne ehrenwerter Hamburger Bürger (es war eine reine Jungsklasse). Nach der vierten Klasse hatten wir uns aus den Augen verloren. Mit dreissig haben wir uns dann in New York City wiedergesehen. Wir hatten uns wenig zu sagen. Ich bin nicht der Typ, der gerne in Erinnerungen schwelgt. Weisst du noch, damals … Nein.
Meine erste Nacht weit weg von Zuhause
Mein ganzes Leben war ich immer weit weg. Zuhause war immer da, wo meine Eltern gerade waren. Das erste Mal allerdings, dass ich von meinen Eltern getrennt war, war die Zeit als ich ein halbes Jahr weg aus Hamburg allein mit meiner Grossmutter in Schweden war. Eine resolute strenge Dame. In einem weissen Häuschen tief im hintersten einsamen Schweden. Meine Dorfschulzeit. Ein Raum. Ein Lehrer (Herr Magnusson). Und etwa 12 Schüler aus drei Jahrgängen. War eine ziemlich besondere Erfahrung. Ich war unendlich einsam.
Meine erste Liebe
Ich war dreizehn. Sie war die Mutter des Nachbarjungen. Ich war ziemlich verknallt. Und sie muss es, glaube ich gemerkt haben. Ob sie geschmeichelt war, weiss ich nicht. Ich glaube nicht.
Mein erster Kuss
Sybille aus Kiel. Tochter eines Bankfilialleiters. Wir wussten beide nicht so richtig wie es weitergehen sollte. Und dabei blieb es dann auch. Ich war Spätentwickler. Habe aber „alles“ aufgeholt …
Meine erste Entdeckung der Sexualität
Nochmal dreizehn. Freund von mir hatte Pornos mitgebracht. Ich entdeckte den Spass an mir selbst …
Mein erstes Fahrrad
Rothenbaumchausse. Geburtstag. Mein erstes Herrenrad mit Mittelstange. Mein erstes Fahrrad überhaupt. War ziemlich stolz. Bin damit Richtung Dammtor gedüst (bergab). Mehr recht als schlecht. Bin natürlich abgerutscht und hab mir die Eier am Rahmen zerschlagen. So fühlte es sich wenigstens an. Hab dann doch noch die Kurve gekriegt.
Mein erstes Auto
Ein VW-Käfer. Hellblau. Uralt. An jeder dritten Kreuzung blieb es einfach stehen. Kupplung schleifte fürchterlich. Es roch drinnen. OK. Es stank! Es hatte 500 DM gekostet. Es war meins! Und ich hatte es zu meinem achtzehnten Geburtstag. Das zählte.
Mein erstes Mal auf dem Motorrad
Und das letzte Mal. Mein Cousin hatte mich mal auf dem Sozi mitgenommen. Das reichte mir. Bin einfach kein Motorradfreak. Sorry.
Mein erster Flug
Kann ich mich nur schwer eninnern. Muss etwa zweieinhalb gewesen sein. Erinnere mich nur irgendwie daran, dass ich meinen Plüschhasen verloren habe. Meine Mutter erzählte mir, dass es eine Superconstellation der SAS war.
Meine erste Auslandsreise
Ich war immer im Ausland. Selbst als ich „zuhause“ war. Für mich der Normalzustand.
Mein erster Job
Sechzehn. Sommerferien. Verkäufer in der Fotoabteilung bei Hertie in Altona. Gibts nicht mehr. heute steht da das Mercado.
Meine erste Wohnung
Wohngemeinschaft in der Strasse „Rutschbahn“. Drei Studentinnen (Freundinnen meiner Freunde) und ich. Drei Jahre lang. Eine hübscher als die andere. Seitdem achte ich auf „innere Werte“. Seitdem „sehe“ ich Schönheit bei Frauen nicht so.
Meine ersten neuen Möbel
Spät. Nach meiner Scheidung. Es gab schon IKEA. Und ich bin dafür dankbar. Die Erstausstattung Küchenutensilien werde ich meinen Söhnen auch in die Hand drücken, wenn sie flügge werden. Und ich bin sicher, der Kartoninhalt wird dann auch noch der selbe sein wie damals.
Mein erstes tiefes Schuldgefühl
Mein Streit mit meinem Vater. Ich bedaure das zutiefst. Und ich hoffe, dass ich es noch rechtzeitig ihm sagen konnte. Ich hoffe es sehr. Diese Sache hat mich sehr beschäftigt. Es hat mich aber auch toleranter gegenüber meinen Kindern gemacht. Darin bin ich vielleicht sogar wie mein Vater geworden. Er war ein sehr gütiger und milder Mann. Damals habe ich ihn für mich als zu „gütig“ empfunden. Damals wünschte ich mir einen energischeren Vater.
Mein erster Kampf
In der ersten Klasse. Faust aufs Auge. Auge kaputt. Seit dem kann ich links nicht so gut sehen.
Mein erster Knochenbruch
Toi. Toi. Toi. Bisher verschont geblieben.
Meine erste Narbe
Windpocken. Ein hauchfeiner Ratscher auf der rechten Backe. Kaum zu sehen.
Mein erster Krankenhausaufenthalt
Nierenstein. Das war das schmerzhafteste, was ich bisher erlebt hatte.
Mein erster Autounfall
Vor etwa zehn Jahren auf regennasser Autobahn auf dem Weg zur Hannovermesse in einen nagelneuen weissen Mercedes reingerauscht, der seinerseits hinten aufgefahren war. Seitdem fahre ich recht vorsichtig.
Meine erste Begegnung mit dem Tod
Das Sterben meines Vaters. Ich war bei ihm.
Meine erste übernatürliche Erfahrung
Und bisher auch die letzte. Was ist passiert? Ich kann es schwer erklären. Poste ich später als gesonderten Beitrag. Auf eine gewisse Art, hat es mein Leben gerettet. Es hat sich bei mir tief eingeprägt und irgendwie mich danach bis heute gewissermassen in meinem unbewussten Verhalten beeinflusst.
Meine erste Platte
Cleerance Clearwater Revival. Auch CCR genannt damals.
Mein erstes Konzert
JIMI HENDRIX live auf Fehmarn im September 1970. Vierzehn Tage später starb er in London. JIMI war unser Held. Sicher mal einen gesonderten Beitrag hier Wert. Auf jedenfall – wir standen knöcheltief im Schlamm bei strömendem Regen und waren tierisch gut drauf. Wir waren erwachsen! Es war das grösste überhaupt für uns. Am nächsten Tag musste meine Mutter meine Erkältung mit Tee und Saft behandeln …
Mein erstes Mal im Fernsehen
Ilja Richters Disco. Die Sendung mit Golden Earring und Gary Glitter. Sowie ein Stück namens „Butterfly“. Wie hiess bloss dieser Franzose? Danyel Gérard. Ich hab’s jetzt nachgeguckt. Ich war mit einem Freund Kulissenpublikum. Man sah mich kurz bei einem Kameraschwenk …
Mein erster Film, den ich mehrmals sah
Star Wars. 1977. Dreimal in einer Woche. In der Premierenwoche sogar. In Amerika. Kansas. Aus Versehen. Ehrlich. But that’s another story …
Meine erste Begegnung mit der Polizei
Schwarzfahren als Schüler. Die Anzeige lag fünfzehn Jahre später noch in meiner Akte bei der Einbürgerung. In Deutschland geht nichts verloren.
Meine erste Wahl
Willi Brandt. Willi muss bleiben. Seitdem war ich bei jeder Wahl dabei. Wählen können ist für mich nicht so selbstverständlich gewesen.
Mein erster Alkoholrausch
Achtzehn. Ouzo-Wette. Ich war dumm. Nie wieder habe ich später „zuviel“ getrunken. Beim Limit war dann immer „Stopp!“.
Mein erster illegaler Drogenkonsum
Shit. Zwanzig. Ein amerikanischer Freund in Hamburg bot es mir an. Es war gut. Aber es reichte mir. Ich musste ihn dann noch völlig bekifft am nächsten Morgen zum Flughafen fahren. Ich fuhr nicht. Ich flog schon selbst.
Mein erstes Begräbnis
Meine Lehrerin für türkische Literatur. Wir waren vierzehn.
Meine erste Hochzeit
In meiner ersten Schulwoche in Istanbul. Die Deutsche Schule war genau neben einem Standesamt. Jede Woche haben wir fast fünf Jahre lang Hochzeit gefeiert. Bei meinen eigenen viel später war ich dann gut in Übung.
Mein erstes Mal als Erwachsener
Führerscheinprüfung zum Achzehnten.
Das erste Mal, wo ich von mir selbst beeindruckt war
Als ich ein selbstgeschriebenes Fortran-Programm an ein Hamburger Marktforschungsinstitut verkauft hatte und dafür Geld bekam.
Mein erster schlechter Haarschnitt
Hatte ich gute Haarschnitte? Ich habe Wirbel im Haar. Und der Frisuer muss schon gut sein. Es hat als Erwachsener länger gedauert bis ich gute Friseurinnen kennengelernt habe. Eine habe ich dann geheiratet. Meine zweite Ehe.
Mein erstes Kleidungsstück, dass ich geliebt habe
Baggy Pants. Ich habe sie getragen bis sie auseinanderfielen. Der Stoff war es. Heute ist es eine schwarze Bermuda. Auch hier: Der Stoff. Leinen. Ich liebe guten und schönen Stoff. Gutes und interessantes Material. Ein guter Schnitt ohne guten Stoff nützt nichts. Bin auch ein Papierfreak. Ich liebte die Musterpapiere meines Vaters.
Das erste Mal, dass ich merkte, dass ich nicht so war wie die anderen
An der dänischen Grenze. Ich fuhr mit drei Freunden nach dem Abitur nach Dänemark. Ich sass hinten. An der Passkontrolle schaute mich der Däne schräg heimlich von der Seite an und fragte unseren Fahrer: „Wo haben sie denn den her?“. Ich schämte mich. Es war mir nie vorher aufgefallen bei allen Visa, die ich damals beantragen musste. Zum ersten Mal fühlte ich mich als Bürger zweiter Klasse. Als Ausländer. Das ist mir nie wieder passiert. An keiner Grenze der Welt.
Meine erste Begegnung mit einem Computer
Im Informatikstudium. Wir mussten unsere mit Lochkarten gestanzten Programme durch eine kleine Klappe ins Rechenzentrum schieben und einen Tag warten bis wir unser Ergebis an einer Art Zeitungständer in einem anderen Raum abholen konnten, Mein erstes Programm verursachte eine Endlosschleife mit einem Endlosdruck. Der Operator schrie in den Raum, wer das denn sei und haute mir den riesen Papierstapel um die Ohren. Ich hatte für mindestens vier Semester Schmierpapier.
[PS: Übrigens, dies ist kein Stöckchen. Aber wer es bis hierher geschafft hat, kann natürlich diese Liste mit den 40 Punkten wie eines auffassen. Aber bitte, dann meine Creative Commons Lizenz respektieren. Danke ...]
Neue Flickr Group: „Marathon Hamburg“
Ich habe heute morgen eine flickr Group zum Marathon Hamburg eingerichtet.
Bitte alle eingestellten Fotos mit „MarathonHamburg“ und der Jahresangabe taggen! Jeder kann mitmachen.
Alles rund um das Marathon Hamburg: das Rennen, die Läufer, die Streckenposten, die Weirdos, der Kommerz, der Fun, die Zuschauer, Essen, Fressen, Saufen … aber auch die Vorbereitung, die Messe, der Zehntelmarathon der Kinder … alles rund um das Marathon Hamburg! Viel Spass auf der Strecke und an der Strecke heute!
Zehntelmarathon
Heute früh waren die hamburger Grundschüler dran. 4.000 haben teilgenommen. Ein Riesenspass und ein grosser Wettkampf.
Und morgen vormittag, am Sonntag, über die volle Distanz von 42,195 km, ziehen unter unserem Balkon bei km 37,5 rund 18.000 Läufer vorbei. Unsere ganze Nachbarschaft wird mit Kind und Kegel auf der Strasse stehen.
Schwanzvergleiche bei Xing mit den Dritten
Seit zwei Wochen zeigt Xing jedem seiner rund 2 Mio Mitglieder nicht nur die Anzahl der eigenen Kontakte und die Kontakte der Kontakte sondern auch die Kontakte dritten Grades an. In meinem Fall entspricht das etwa der doppelten Bevölkerungsanzahl von Luxemburg sowie Grönland als kostenlose Zugabe. Siehe Foto. Tolle Wurst. Etwas beklemmend mit sovielen Leuten buchstäblich um drei Ecken herum bekannt zu sein. Soweitsobeängstigend.
Jetzt kommt’s aber. Volker Weber, mein ehemaliger Blogherbergsvater, hat hier seine Dritten rausgezogen und offengelegt. In den Kommentaren gibt es weitere Schwanzvergleiche. Jetzt fiel mir folgendes dabei auf: Soweit ich sehe, resultieren zusätzliche Erstkontakte nicht automatisch in einem proportionalen Wachstum in den Kontakten dritten Grades. Diese sind übrigens von Mehrfachnennungen bereinigt.
Es scheint irgendwo einen natürlichen oberen Grenzwert in der Anzahl der Drittkontakte zu geben. Das persönliche „Social Network Universum“ scheint möglicherweise endlich zu sein. Es gibt also vielleicht eine Crowd mit rund 1 Million Menschen, die alle … ja was eigentlich? Interessant wäre, mal das zu untersuchen. Nicht nur in Xing sondern auch beispielsweise auch in LinkedIn (10 Mio Mitglieder). Übrigens, ein elitäres Netzwerk wie aSmallWorld mit ihren überschauberen 130.000 Mitgliedern ist viel dichter gepackt. Da würden sich wahrscheinlich alle sogar im zweiten Grad kennen. Die In-Crowd eben. Die Schönen, Reichen, Berühmten und Schlauen … in den Hotspots und den Ballungscentren der kreativen Klasse dieser Welt
Soziale Netzwerke sind für mich ungeheuer spannend. Es wäre sehr aufregend, mehr darüber zu erfahren. Nicht im Sinne von, wie mache ich ein Geschäft daraus, sondern Soziale Netzwerke als Teilaspekte und Modelle der menschlichen Gesellschaft. Als soziologische Feldstudien am lebenden Abbild der Realität. Wer ist überhaupt im Netzwerk? Warum? Wie hängen die verschiedenen Gruppen darin zusammen? Wie agieren und interagieren sie untereinander und mit der Aussenwelt? Welche Auswirkungen haben solche Social Networking Software Lösungen auf die reale Gesellschaft und umgekehrt.
Warten auf Murat
bosch und Cem warten im Café Casero auf Murat. Vergeblich.
Cem: Komm, wir gehen!
bosch: Wir können nicht.
Cem: Warum nicht?
bosch: Wir warten auf Murat.
Cem: Ach ja.
Volle Kanne, Hoschi!
Nach dem Plädoyer von Moe habe ich bis auf weiteres nun auf Volltext-Feeds umgestellt. Viel Spass!
User Generated Company Value (3)
Nach der Diskussion der Problematik (Teil 1) und der Vision (Teil 2) nun die Mission im dritten Teil:
Nutzer haben in der Internetökonomie ganz bestimmte Kernkompetenzen auf denen alle diese neuen kommerziellen Social-Media-orientierten Webangebote ganz wesentlich basieren. Ohne den von den Anbietern fest einkalkulierten stetigen Zufluss der honorarfreien Beiträge und weiteren aktiven Leistungen der Nutzer gäbe es diese Angebote überhaupt nicht. Bestehende Angebote würden sich ohne diese auch gar nicht rechnen. Sie sind gar nicht darauf angelegt. Nachträgliches Verbiegen der bestehenden Modelle wie bei YouTube dürfte nicht ganz einfach sein bzw. nicht ganz konsistent.
Im wesentlichen handelt es bei diesen Leistungen einerseits um Community-orientierte Aktivitäten und andererseits um redaktionell-inhaltliche. Das Anwerben von neuen Mitgliedern für eine Community ist beispielsweise eine ganz bekannte Leistung aus dem Zusammenspiel von Public Relations, Marketing und Vertrieb. Das kann durch das Anschalten von Buttons auf der eigenen Webseite sein, durch Links und Besprechungen in Artikeln in eigenen Blogs oder schlicht durch Empfehlungen und Mundpropaganda im Freundes- und Bekanntenkreis. Früher Systemvertrieb, Schneeball- oder Pyramidensystem genannt, heute etwas eleganter und nebulöser Virales Marketing. Dabei geht der Nutzer heute monitär aber weitgehend leer aus, im Gegensatz zu früheren Versprechungen.
Erstellen von Inhalten sind im weitesten Sinne redaktionelle Arbeiten. Dazu gehört nicht nur das Erstellen und Veröffentlichen von Inhalten wie Texte, Bilder und Töne sondern hier auch das kommentieren und redigieren von Inhalten, was keinen geringen Teil des kommerziellen Webangebots ausmacht.
Aktive und engagierte Nutzer tragen also einen ganz wesentlichen Teil zum Erfolg von kommerziellen Webangeboten bei. Mit einer ganz wesentlichen operativen Rolle in PR, Marketing, Vertrieb und Redaktion. Wie kann ein innovatives Geschäftsmodell nun aussehen, das dem Rechnung trägt?
Mission 1: Beteiligt die Nutzer am Unternehmenserfolg durch Honorierung mit Anteilen bzw. Aktien. Erstellt einen Katalog von Leistungen, die ihr von den Nutzern konkret erwartet und sagt uns was die „Karmapunkte“ Wert sind in Anteilen!
Beispielsweise 10 Karmapunkte sind 1 Aktie wert. Einen werblichen Link-Button auf die eigene Webseite einbauen könnte beispielsweise 1 Punkt bringen, ein neues Community-Mitglied anwerben bringt vielleicht 3 Punkte, einen Beitrag liefern 2-5 Punkte je nach Güte oder Inhaltstyp. Eigentlich genauso wie es bisher auch häufig gemacht wird, nur mit dem Untzerschied, dass es sich hierbei nicht um Monopolygeld oder Lindendollars handelt, sondern um freikonvertierbare Währungen.
Mission 2: Schafft offiziell einen Topf aus dem diese Anteile bezahlt werden sollen!
Die Frage, die sich dann nur noch stellt ist, wie gross soll denn der Topf sein, aus dem die Nutzer bezahlt werden? Im Prinzip ist das eine freie Entscheidung der Anbieter. Ich denke aber auf Grund der Bedeutung der Rolle der Nutzer sprechen wir hier von einer Bandbreite von 25%-50% der Anteile. Bei Unternehmenswerten von einigen Millionen und Milliarden ergibt das immerhin einige Tausend für viele Nutzer, die aktiv Beiträge liefern und Arbeit leisten.
Eine Alternative ist natürlich auch, die Nutzer nur an den Einnahmen (wie an den Werbeinnahmen) zu beteiligen. Das halte ich für WischiWaschi und für das Weichei-Modell. An den eigentlichen Gewinnen wie am Unternehemnsverkauf wären die Nutzer ja nicht beteiligt.
Da mich dieses Thema gepackt hat, werde ich noch einen vierten Teil schreiben. Darin will ich einen non-profit WebService für die Lizensierung von Nutzerleistungen beschreiben und initiiern. Jetzt lehne ich mich aber ganz weit aus dem Fenster. Und bitte steinigt mich nicht dafür …
Nutzer, die fair honoriert werden, sind ganz besonders aktive und loyale Nutzer.
Also in Teil (4) die konkrete Planung des Vorhabens, nachdem wir in Teil 1 die Problematik diskutiert und Teil 2 die Vision und in hier im dritten Teil die Mission gezeigt und definiert haben. Ein straffes Rekap folgt auch noch. Die Bibel des Vorhabens.
Ich wäre sehr daran interessiert eure Meinungen dazu zu hören.
Radieren im Internet?
Ich habe festgestellt, dass wenn man eine Weile nicht mehr gebloggt hat, wie ich zwei Jahre lang, verschwinden doch eine recht grosse Menge der Informationen aus den Suchmaschinen wieder bzw. rutschen ganz ganz tief in die hintersten Suchränge, ins Fast-Nirvana. Natürlich könnte ich oder jemand anderer den Scheiss per Waybackmachine irgendwie wieder zurück holen.
Gut wäre ja im Gegenzug auch ein Art von Bleacher-Eraser-Washer-Cleaner-Shredder-Service für’s Internet, ein „Rub-and-Out“ aus den Annalen des Web! Muss nur noch erfunden werden. Start your companies, entrepreneurs! … Für diese Idee bitte 2% der Aktien an mich, denn 98% sind Blut, Schweiss und Tränen!
Etikett erstellt mit dem Warning Label Generator.
XING – Das Buch zum Netzwerkeln
Xing, die Plattform im Web, um Geschäftskontakte zu pflegen und das persönliche Netzwerk zu erweitern, ist gerade für neue und unerfahrene Nutzer nicht immer ganz leicht zu bedienen. Oft kennen sogar erfahrene Nutzer nicht alle Funktionen und Möglichkeiten. Man nutzt zunächst nur, das was man unbedingt braucht.
Deshalb ist es nicht schlecht, dass jetzt am kommenden Freitag in überarbeiteter und aktualisierter Neuauflage die kommentierte und erläuterte Bedienungsanleitung zu Xing bei heise als Buch in deutscher Sprache erscheint wie das openBlog bekannt gibt. Autor des Buchs ist Stephan Lamprecht aus Ahrensburg bei Hamburg. Seine Schwerpunkte bilden die Themen Social Software, Blogs und Linux. Eine 16-seitige Leseprobe und die komplette Inhaltangabe gibt es hier als PDF.
Ich hätte mir gewünscht, das Buch gäbe es auch in englischer Sprache und als elektronisches Buch zum runterladen. Zudem wäre es gut, nicht nur die Bedienung zu erklären, sondern auch den vernünftigen Umgang damit. Beispielsweise in Szenarien und Fallbeipielen. Aber vielleicht sind das ja Ansätze für weitere Literatur, Events, Podcasts, Webacademies, F2F-, 101-Coachings, Parties, Gatherings …
Nachtrag: Übrigens, wie die Sache mit den Büchern zum Lesen und Herunterladen erfolgreich angeboten wird zeigt beispielsweise 37signals hier.
Wie demontiere ich die Demokratie in 10 einfachen Schritten
Volker Weber verweist auf einen exzellenten Artikel in der renommierten britischen The Guardian:
From Hitler to Pinochet and beyond, history shows there are certain steps that any would-be dictator must take to destroy constitutional freedoms. And, argues Naomi Wolf, George Bush and his administration seem to be taking them all
Besorgniserregend wie die USA sich langsam von den demokratischen Grundfesten entfernen. Mein Eindruck ist zudem, dass diese Entwicklung von grossen Teilen ihrer Bevölkerung getragen werden. Das erinnert mich in manchen Details an unselige Zeiten hierzulande, die ich längst vergangen geglaubt hatte.
Das erschreckende ist für mich, dass solche politischen Entwicklungen in jedem Land stattfinden können, wenn wir es zulassen. Auch im Deutschland von heute.









