Königsblau

istanbul 1966-2

In Istanbul mit dreizehn (2.v.l.) 

Manchmal bin ich der virtuellen Welt wirklich müde. Diese Jagd nach dem neuesten Hype. Nach der Profilierungssucht. Nach diesem unsäglichen zweitem Leben, als ob das erste nicht reichen würde. Dann hole ich mir meinen guten alten Montblanc heraus, ein Stoß Papier oder mein Notizbuch und schreibe langsam ein bischen oder zeichne mit der Feder königsblaue Meander. Das genügt mir meistens.

In der Schule gehörte ich zu denen, die im Unterricht pausenlos mit dem Füller gemalt haben. Ich habe Hefte, Bücher, später ganze Tischplatten akurat mit königsblauer Tinte tätowiert. Gesichter, Gestalten, Gebäude, Frauen, Männer und fantastische Maschinen und Fahrzeuge. Ineinander übergehend. Metamorphosen bildend. Alles immer in königsblau. Ich habe mich in der Schule fast immer schrecklich gelangweilt.

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  1. Trackback: PapaScott — Cem’s Back

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