Archiv für Mai, 2007

Warum funktioniert Corporate Blogging so selten bis gar nicht?

31. Mai 2007

Je grösser und etablierter das Unternehmen desto schlechter das Alibiblog.

Guru Seth Godin positioniert Blogs clever und beispielhaft in den Marketing-Mix, abhängig davon, ob man einen, einige, viele oder alle überzeugen möchte:


Here’s a quick list of how the four differ:

ONE: You’re a needle, the market is a haystack. Make your needle as sharp as you can, put it in as many haystacks as you can afford. Alternatively, you’ve already decided on your one (the date for the prom or the perfect job). In that case, throw the haystack out and engage in a custom, one-on-one patient effort to tell your story to the person who needs to hear it.

A FEW: Being exceptional matters most. Stand out, don’t fit in. Shun the non-believers.

MOST: Amplify the excitement of the few and make it easy for them to spread the story to the caring majority.

ALL: Compromise. You need to be many things to many people, embraced by the passionate but not offensive to the masses. Sooner or later, the issue for the reluctant part of the buyer community is that it becomes more expensive/risky to stand in the way of the group than it is to go along.

Blogs, for now, are almost always about the few. Google and Starbucks and the iPod are exciting stories because they’ve moved from the few to the most. The most important industry trade shows make huge profits because they’ve transitioned to the all.

Choose wisely, and realize that as you succeed, the game will change.

Einprägsam dargestellt. Demnach würden Blogs von Unternehmen nur funktionieren können, wenn sie sich an “wenige” richten. Mit Spezial und Nischenthemen beispielsweise. Für Freiberufler und Selbstständige ist das natürlich kein Problem. Ihr Wirkungskreis ist in der Regel nicht so gross. Doch für ein grosses Unternehmen rentiert sich dieser grosse Aufwand ein Blog zu führen für so wenige Interessenten gar nicht. Es sei denn, es gibt dort ein kleines Biotop mit Themen und das Engagement eines wackeren Bloggers im Unternehmen … Der bloggt dann aber sowieso und nicht wegen seinem Arbeitgeber.

Das Blog eines Spezialackierers für Custom Cars könnte funktionieren. Ein allgemeines Blog von DaimlerBenz und wie toll das Unternehmen ist wohl nicht. Aber vielleicht das Blog einer kleinen Spezialabteilung von Daimler Benz.

ScheinHeiligendamm

31. Mai 2007

Wie allgemein bekannt bin ich ja ein grosser Fan der Ostseeküsten von MäcPomm. Ich liebe die sanften grünen Hügel von Pommern, die endlosen weissen Strände von Usedom, die hellen Wälder von Rügen, die flachen Buchten, die wunderschöne original restaurierten Bäderarchitekturen der wilhelminischen Gründerzeit. Ja, ich bin gerne dort im Urlaub und fühle mich da sehr wohl.

Aber … Heiligendamm hat nie dazu gehört. Letzten Sommer war ich dort kurz auf der Durchreise und habe mich ziemlich erschrocken. Dieser ganze riesige Komplex um das neue klassizistische blendend schneeweisse Kempinski Hotel, dem Tagungsort der G8, ist damals schon so das unfreundlichste und kälteste, was ich in diesen Breiten gesehen habe. Leblos und totsaniniert. Ein sehr unfreundlicher Ort. Räumlich abgeschottet. Auch damals ohne den neuen G8-Zaun. Ich glaube, der ist auch nur dazu da, damit die armen Politiker nicht abhauen vor Grauen und lauter Langeweile. Freiwillig hält sich dort keiner auf. Keine Sorge.

Die Kernfrage

31. Mai 2007


human?, originally uploaded by hebig.

Zwonuller wieder mal unter sich und stellen sich wieder mal die ewiggleichen Fragen bei der reboot 9.0 in Kopenhagen … [Hey, das reimt sich sogar]

Sind Communities einfach Commodities?

31. Mai 2007

Anlässlich des Verkaufs von last.fm an CBS schreibt der Don:

Die Gründer solcher Startups machen im Prinzip folgendes: Sie fangen die User wieder ein, die den Medienkonzernen ins Internet entschlüpft sind, sammmeln sie in neuen Tätigkeiten an und führen sie dann über den Verkauf wieder den Medien zu.

Das Ganze ist einfach nur ein Spiel über Macht und Ohnmacht, über Communities und Marktanteile. Ja, Blogs spielen hier nur eine untergeordnete Rolle als Meinungsmacher und Kanonenfutter. Wirklich wirtschaftlich relevant sind sie in diesem Spiel nicht wirklich. Höchstens in der Masse als Commodity Asset wie mySpace oder ähnliches. So wie Murdoch sie gekauft hatte beispielsweise.

Das ist eine ganz nüchterne Betrachtung der Dinge. Nichts gegen Geschäfte. Nichts gegen smarte Leute. Was ich mich dabei gelegentlich allerdings frage ist, lassen sich so fragile und flüchtige Gebilde wie Communities überhaupt wirklich verkaufen? Sind Communities einfach nur Commodities (geworden)? Handelsware? Wahrscheinlich lässt es sich am ehesten vergleichen mit den mitveräusserten Kundenbeziehungen und -verträgen bei Firmenverkäufen. Oder Abonnenten, Stammlesern und Gelegenheitskäufern von Zeitungen bei Verlags- und Titelveräufen. Und die “Marke” als Vehikel für das Ganze natürlich.

Und was hat das Ehrenwerte Community Mitglied davon? Der Nutzer, der einen nicht unwesentlichen Teil der Wertschöpfung beigesteuert hat und der bei diesen Megadeals regelmässig leer ausgeht? Diejenigen, die 99,8% des Inhalts auf der verkauften Plattform geliefert haben? Diejenigen, die den Rohstoff und die Ware für diese Infofabriken geliefert haben? Das Gold für die Digger? Diejenigen, die neue Nutzer geworben, die Werbung für die Plattform gemacht und die der eigentliche Grund für eine lukrative Übernahme waren??

Geronimooo!

30. Mai 2007


Zicatela #17, originally uploaded by konaboy.

Wow! Was für eine Welle. Frühmorgens an der Zicatela Beach in Puerto Escondido, Mexico. Aufnahme leider nicht von mir …

Vorurteile und Intoleranz, Hass und Kriminalität

30. Mai 2007

Der grosse Sir Peter Ustinov, Weltbürger, Humanist und Schauspieler, schrieb in Wien dem von ihm gegründeten Institut zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen ins Buch:

Vorurteile sind der Ausgangspunkt für viele und immer häufigere Katastrophen auf dieser Welt. Ähnlich unauffällig wie Landminen, werden sie erst tödlich, wenn Kinder damit spielen. Jeder Mensch hat das Bedürfnis, Meinungen auszudrücken. Aber diese müssen neu sein; sie sollen frei und wohlüberlegt geäußert werden. Man hüte sich vor dumpfen, verbrauchten und gedankenlos übernommenen Meinungen! Wenn diese ansteckend wirken, können sie ganze Völker erniedrigen. Tod allein überlebt. Erniedrigungen wirken Jahrhunderte nach. Palästina ist ein eklatantes Beispiel.

An dieser Stelle verweise ich auf einen sehr klugen Blogpost von heute. Malte hat in Spreeblick einen hervorragenden Artikel zum Thema “Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit” geschrieben:

Prügelnde Skinheads und prügelnde Araber verbindet mehr als ihnen lieb sein kann.

und ferner …

Wer zum Opfer wird, nur weil er ist, was er ist, muss unter besonderem Schutz stehen. Ob Asylbewerber oder deutsche Schülerin, Homosexueller oder Rollstuhlfahrer.

Und auch Robert Basic nimmt sich des Themas an. Wie weitere hier, hier, hier und hier. Deshalb.

Alfatier

29. Mai 2007


italians do it better (?), originally uploaded by GodMadeMeFunky.

Italians do it better. Alfa Romeo.

DAS

29. Mai 2007

DAS Buch.
DAS Logbuch.
DAS Weblogbuch.
DAS Weblog.
DAS Blog.

DAS. Nicht Der. Die schon gar nicht.

Ein für alle mal.
Darf das nicht vergessen.
Will nicht nachsitzen.

Kümmeltürke

29. Mai 2007

Ich bin überwältigt, isabo! Sie haben mich zum Wortpaten über alle Kümmeltürken gemacht. Vielen lieben herzlichen Dank! Die Überraschung ist wahrlich gelungen. Ich werde dieses Wort immer beschützen und Sie immer in Ehren halten. Danke.

Schreiben mit Tastatur und Rücklöschtaste

29. Mai 2007

Haben Sie schonmal einen Roman geschrieben? Mich würde mal tatsächlich interessieren, ob sich das Schreiben im Zeitalter der Onlinetexte verändert hat. Ich könnte mir vorstellen, dass Schreiben mit Tinte oder Bleistift auf Papier oder mit einer mechanischen Reiseschreibmaschine ein anderer Vorgang ist, als Schreiben mit Tastatur und Rücklöschtaste. Mit Markieren, Kopieren oder Verschieben von Textblöcken.

Vielleicht ist das der Unterschied zwischen Lithographie oder Kupferstechen und Kneten mit Ton, Zeichnen mit Kohle, Malen in Öl. Beim ersten muss jedes Wort sitzen, jeder Satz schon durchdacht sein bevor er niedergeschrieben wird. Beim letzteren ist das vielleicht ein Ringen um den Text, ein permanentes Modellieren der Sätze, ein Schleifen und Hobeln an den Formulierungen.

Entstehen heute dadurch andere Arten von Texte als früher? Wer weiss.

Die schöne Isabella

25. Mai 2007


Borgward, originally uploaded by nasebaer.

Vielleicht eines der schönsten Autos der deutschen Nachkriegszeit in den 50er Jahren: Eine Borgward Isabella von dem bremer Ingenieur und Autokonstrukteur Carl F. W. Borgward. Ein wahres Kultauto. Mit vielen Fans und mit dedizierten Sammlungen. Ein Stück deutsche Wirtschaftsgeschichte.

Ende 2006 wurde wieder mal über die Wiederaufstehung der Marke spekuliert. Christian Borgward, der Enkel des alten Borgward, möchte zusammen mit erfahrenen Partnern die Marke Borgward wiederbeleben. Das Design, die Produktion und das Marketing sind bereits in Planung, lauteten Pressemeldungen.

Nicht vergessen!

25. Mai 2007

Kleine Erinnerung …

PS: Ich habe mittlerweile ganz überraschend eine Zuneigung zu Wasserflugzeugen und Super Constellations entwickelt. Und zu runden antiquierten Stempelvorlagen.

Werden Sie Wortpate!

24. Mai 2007

isabo ist Wortpatin für “Anderthalb”. Sopran für “Überzwerch”. Die Bertelsmann AG für “Verantwortung” und Nina Ruge für “Alles wird gut”. Werden Sie Wortpate:

Beschützen Sie ein deutsches Wort und übernehmen Sie dafür die Verantwortung: Entwickeln Sie das Wort weiter, pflegen Sie es, hüten Sie es vor Mißbrauch oder Verdrängung! Schreiben Sie Gedichte mit Ihrem Wort, tauschen Sie sich aus mit anderen Wortpaten und schaffen Sie Wörterbiotope oder -museen, ertüfteln Sie Wortspielereien. Und helfen Sie gleichzeitig der deutschen Sprache. Ihr Einsatz für die Gemeinschaft!

Aber jeder kann nur ein Wort betreuen. Jedes Wort wird nur einmal vergeben. Und eine Patenschaft kostet Geld. Wie im richtigen Leben. Mindestbetrag ist 10 Euro. Ich wollte Kümmeltürke haben, aber irgendwie habe ich das nicht hinbekommen …

VolxBlogging

24. Mai 2007

ProBlogger. Die sind doch alle gedopt. Das ist alles so 2006. VolxBlogging ist jetzt angesagt.

Doğum gününü tebrik ederim, Bob Dylan!

24. Mai 2007

Bob Dylan hat seine Wurzeln in der Türkei. Die englischsprachige Wikipedia schreibt über seinen familiären Ursprung:

His grandparents were Jewish immigrants from present-day Turkey and Russia. In his 2004 autobiography, Chronicles, he wrote that his paternal grandmother’s maiden name was Kirghiz and her family originated from Istanbul, although she grew up in the Kağızman district of Kars in Eastern Turkey. His paternal grandfather was from Trabzon on the Black Sea coast of Turkey. His paternal grandparents sailed from Trabzon to the Black Sea port of Odessa in Ukraine from where they took off to emigrate to America.

Alter Türke! Wer hätte das gedacht? Mein Vater und seine Familie stammten übrigens auch aus Trabzon am östlichen Ende des Schwarzen Meeres in grenznähe zu Georgien. Dein Türkisch ist sicher etwas eingerostet, Bob. Ich übersetze mal die Titelzeile: “Ich gratuliere dir zum Geburtstag!”.