Archiv für Juni, 2007

Facebook: Ein eingezäunter Garten

29. Juni 2007

Alle sind bestrebt, für das schnellwachsende Facebook Schnittstellen zu schreiben. Aber Scott Heifermann, CEO/Co-Founder von Meetup, bemerkt zu recht:

While at Sony in 1994, I was sent to Virginia to learn how to build a Sony “app” on AOL (the #3 online service, behind Compuserve & Prodigy at the time) using AOL’s proprietary “rainman” platform.

Fast forward to Facebook 2007 and see similarities: If you want access to their big base of users, develop something in their proprietary language for their people who live in their walled garden.

Jason Kottke nennt Facebook aus gleichem Grund das AOL 2.0 - eine proprietäre Plattform mit proprietären Schnittstellen. Ich halte das tatsächlich für eine sehr gefährliche oder zumindestens unerfreuliche Entwicklung. Dafür Anbindungen zu entwickeln ist ein gewaltiger Rückschritt. Die Zukunft kann nur in den offenen Schnittstellen und anerkannten Standards liegen.

Update: Mittlerweile stehe ich nicht ganz alleine mit dieser Meinung da. Die kritischen Stimmen mehren sich:

Bubble Burst in 2008

28. Juni 2007

Das Web wird international und national mittlerweile überschwemmt von dümmlichen Webangeboten und den dazugehörigen Startups mit den lächerlichsten, hippsten und buntesten Namen, die auch den letzten Winkel in den hintersten Nischen des Longtail doppelt- und dreifachbesetzen wollen. Die Erwartungen und Spekulationen an diese Startups haben sich völlig von der realen Wirtschaftslogik abgenabelt. Ich halte mehr als 90% dieser Unternehmungen für reine Abzocke von Geldern von Dritten oder für grenzenlose Naivitäten und Selbstbetrug.

Der Film auf der Seifenblase wird immer dünner, ihre schillernde Oberfläche wird immer dunkler. Sie wird mit einiger Sicherheit demnächst zerplatzen. In den nächsten 6-9 Monaten schätze ich. Jedoch anders als 1999/2000 ist es diesmal keine Spekulationsblase, wo weltweit unerfahrene Kleinanleger in Scharen gewieften Riskokapitalgebern und Fondsmanagern blind wie in einem Goldrausch gefolgt sind und ihre gesamten Ersparnisse und teuer kreditfinanzierten Einlagen dabei verloren haben. Nein, diesmal überbieten sich die Riskokapitalgeber gegenseitig im Traum vom raschen und mühelosen Reichtum, habe ich den Eindruck. Die Kleinanleger halten sich vornehm zurück. Und ich denke, sie werden sich klug diesmal am Spiel nicht beteiligen. Es wird eine kleinere Implosion als damals also.

Ich halte diese internetlastige Euphorie für extrem kontraproduktiv mittlerweile. Zu viel Aufmerksamkeit, Kapital, Arbeit und Kreativität wird hineingesteckt. In Luftschlösser und hedonistische, kurzweilige und vollkommen überflüssige Webangebote des mittlerweile unerträglichen totgehypten WebZwoNull, in das Zweite Leben und in das Gezwitscher und seine Clone. Überall der Traum des schnellen und unverbindlichen Reichtums. Jeder, der scripten kann oder einen Scripter kennt, will mit 26 in Rente gehen. So gut wie keines der Geschäftsmodelle rechnet sich operativ für irgendeinen der Beteiligten. Weder für Gründer, Big Daddy noch den Nutzer. Einzig der Goldene Exit ist festeinkalkulierte Grösse und verspricht das ersehnte Glück.

Die Blase wird Anfang 2008 platzen und alle Hütchenspieler mit sich in den Orkus reissen. Ich rieche das förmlich. Nur ganz wenige werden überleben und weiter Bestand haben.

Kiekeberg

28. Juni 2007

Kiekeberg bei Hamburg. Weitere Fotos von Cem

Die doppelte Sprechblase…

28. Juni 2007

Ich habe einen Blognamensvetter wie ich gemerkt habe:

Ich bitte um freundliche Beachtung und Kenntnisnahme. Auf gute Nachbarschaft, Matthias.

dukudu.de: 3,2,1… Verkauft für Euro 43.208,00 !

27. Juni 2007

So, nun aber: Deckel zu, Affe tot. Der nächste, bitte!

dukudu.de: Benchmarkpreis für Projektentwicklung

27. Juni 2007

Heute Mittag geht die ebay-Auktion um den Mikroblogging-Dienst dukudu.de, ein Twitter-Derivat, zu Ende.

So kann man es auch interpretieren: Was immer heute als Preis dafür erzielt wird, es ist der Preis, der es dem Käufer wert war. Die Alternative wäre für ihn gewesen, ähnliches selber zu entwickeln. Das kostet Zeit und Geld. Es ist somit auch ein Benchmarkpreis für initiale Projektentwicklung, Rampup und erfolgreiches Launching eines kleinen Webprojekts dieser Kategorie. Die Verkäufer erhoffen sich mindestens einen Preis um die 25.000 Euro, wenn man zwischen den Zeilen lesen will.

Wenn diese Auktion kein hochgepokerter Fake oder ein Marketing-Gag ist, ist es ein interessantes Experiment und auf jeden Fall ein interessanter Exit für dukudu.de. Die Aufmerksamkeit des Markts und der VC’s ist ihm jedenfalls sicher. Ich selber hatte zum ersten Mal von dukudu.de vor genau einem Monat hier davon gehört.

Wird das Schule machen? Als Resteverwertung von Businessplänen? Recycling, Retrofit oder SecondhandShop für Startups, die nicht so richtig in die Gänge kommen. Wäre doch mal einen eigenen Marktplatz im Web wert… Businessplan dafür?

It’s The Movies, Stupid!

26. Juni 2007

weitere Fotos von Cem

Für Salman Rushdie

26. Juni 2007

Navid Kermani ruft auf:

Erklärung deutschsprachiger Schriftsteller und Schriftstellerinnen zu den neuerlichen Drohungen gegen Salman Rushdie

Das ist so seit 1989, und das bleibt so: Wenn Salman Rushdie gedroht wird, wird jedem Schriftsteller gedroht. Wenn Rushdie mundtot gemacht werden soll, geht das jeden Schriftsteller an, der die Menschenrechte und die Literatur verteidigt, und für den die Freiheit der Kunst ein nicht verhandelbares Gut ist. Wir müssen nicht gut finden, was ein anderer sagt, schreibt, denkt – aber um unserer eigenen Freiheit willen müssen wir es ertragen. Und gerade als Schriftsteller müssen wir denen zur Seite stehen, denen das Wort verboten werden soll, gleich welcher Literatur, welcher Kultur sie angehören. Deshalb verurteilen wir die Drohungen, die anläßlich der Verleihung der britischen Ritterwürde an Rushdie von offiziellen und nichtoffiziellen Stellen im Iran und in Pakistan gegen ihn laut geworden sind.

[via und hier und lese dazu hier]

Xing: Nice to haves…

26. Juni 2007

Die wichtigste Dimension, die mir bei einer Plattform wie Xing fehlt, ist die Dimension “Kollaboration”. Liegt es nicht nahe, mehr zwei Millionen talentierten Mitgliedern, die Möglichkeit zur Zusammenarbeit zu schaffen??… Thomas Gigold wünscht sich heute morgen auch ein Xing 3.0. Wir beide finden auch das Toolset und die Funktionalitäten von den 37Signal Produkten wie Basecamp, Highrise, Backpack u.ä. ganz gut. Zur Voice-Kommunikation gibt es ja Skype

Es wäre im Zusammenhang mit dem Thema “Kollaboration” sehr interessant, wenn es die Möglichkeit gäbe, in Xing “Teams” zu bilden. Damit liessen sich zeitlich begrenzte Projekte, Arbeitsgemeinschaften oder auch virtuelle Unternehmen gut abbilden. Was meint ihr dazu, Xing? Anregung für die strategische Produktentwicklung…

Social Networks: Du willst hier net rein!

25. Juni 2007

Groucho Marx: “Wieso sollte ich in einem Verein Mitglied werden, der Leute wie mich akzeptiert?”

Guggst du hier: Sind die MySpace User etwas geekiger, nerdiger oder queerer (und prolliger) gestrickt als die angepassten karrieregeilen Facebook Nutzer? Die BBC News International berichtet, dass eine sechsmonatige umfangreiche Untersuchung ergeben hätte, dass Soziale Netzwerke auch im Web sehr eng an Bildung, Herkunft, Orte und Religionszugehörigkeit der Nutzer gebunden seien. Also von einer “Klasse” oder “Schichtzugehörigkeit” abhängen würden… Leuchtet mir natürlich zunächst irgendwie ein. Facebook ist ja in seinem Ursprung auch ein studentisches Netzwerk. Gleich und Gleich gesellt sich ja auch gerne. Bei Xing (nicht Teil der Untersuchung) würde man sicher sagen, es sind die angestellten, freiberuflichen und selbständigen jungen Berufstätigen. Und was ist mit LinkedIn? Bei aSmallWorld ist es wieder ganz klar: Die Reichen, Schönen, Berühmten, Wenigen einer kleinen Welt.

Die Schlussfolgerung wäre ja demnach, dass Soziale Netzwerke im Web in einer bestimmten Schicht “gefangen” wären. Somit wäre ihr jeweiliges maximal mögliches Wachstumspotential und ihre Vermarktungsstrategien vorherbestimmt. Das würde auch den Kreis der möglichen denkbaren Mergers & Aquisitions deutlich einschränken. Ich denke, dass der Markt das deutlich bestätigt. Siehe aktuell beispielsweise auch hier und hier. Solche Spekulationen machen dagegen dann auf den ersten Blick wohl keinen grossen Sinn. Und solche Absichten bleiben spannend, da sie einerseits zwar ungeheure Chancen bieten, aber auch möglicherweise die angestammte Klientel irritieren könnten. Das hiesse letztendlich auch, es gäbe keine (schicht-)neutralen Social Networks im Web. Wie im richtigen Leben…

Im Gegenzug lässt sich aber auch sagen: Es gibt Clubs, da kommst du nicht rein, und es gibt Clubs, da willst du nicht rein… Oder siehe oben Groucho Marx.

PS: Ich wusste nicht, dass Groucho Marx’ Mutter aus Ostfriesland kam. Kein Witz.

Deutliche Spekulationen und Übernahmefantasien zu Yahoo!

22. Juni 2007

Yahoo! ist zum Spielball von wilden Übernahmefantasien geworden. Der einstige Suchmaschinen-Primus schwächelt reichlich: Die Branchenführung hat er schon vor längerer Zeit an Google abgegeben, die in Reichweite, Akzeptanz, Image und Umsatz Yahoo! mittlerweile um Faktoren überflügelt haben. Die schöne und erfolgreiche Tochter flickr stolperte letzte Woche bei einem selbstverschuldeten Kommunikationsdesaster mit ihrer deutschen Community und ritt sich zum Schluss eigenhändig komplett in die Grütze. Mit dem Effekt, dass scharenweise deutsche flickr Nutzer in alle Winde zu anderen Fotodienstleistern abwanderten. Zum Überfluss wurde Tage später der ungeliebte und glücklose CEO Terry Semel gefeuert und der Gründer Yang wieder kurzfristig kommissarisch ans Ruder gerufen.

Yahoo! kopflos und ohne Fortune ist damit zur Beute geworden. Die Wölfe haben schon angefangen in Rudeln zu jagen. Wenn schon derart darüber überall geredet wird, tritt es auch ein, d.h. der Markt will, dass es eintritt. Ich denke, dass es Yahoo! in dieser Form bis Ende des Jahres womöglich nicht mehr geben wird. Ob nun eBay sie frisst, Microsoft sie einverleibt, der gute Zeitungskönig Murdoch sie gegen 25%-30% seiner Aktien von MySpace eintauscht oder Heuschrecken sie überfallen… Gerüchte gibt es allerorten.

Samstag: Blitzbesuch in München

22. Juni 2007

Am Samstag den 23.6. (morgen!) bin ich zu einem Blitzbesuch in München. Abends habe ich einen Termin. Aber da ich aus flugtechnischen Gründen dummerweise schon frühmorgens einfliege und anschliessend den ganzen lieben Tag Zeit habe… Was lohnt sich zu machen in der Stadt? Hat irgendjemand Lust zum Lunch? Im Biergarten oder so? Ich habe natürlich vor Ort kein Auto… Wem was einfällt, kommentiert hier kurz, schickt mir eine Mail (bin aber wohl morgen früh so ab 05:00(!) aus dem Haus raus). Ich kann nichts versprechen.

23HQ…

21. Juni 2007

weitere Fotos von mygdal (Team 23)

…Haupteingang des Hauptquartiers in Kopenhagen. Erinnert ihr euch noch an früher? Die Möbel aus den Designerbüros des Bubble 1.0 sind alle schon längst über ebay verkauft. Oder zieren jetzt die Home Offices der einstigen Manager als Trophäen und Reminiszenzen längst vergangener Erfolge und einer untergegangener Epoche. Heute braucht man diese Selbstdarstellungen gar nicht mehr. Die Mausoleen der Seele. Machtapparate. Egozentren. Wozu auch? Die Kunden besuchen einen ja nicht - man kommuniziert über das Web. Oder an angenehmeren Orten. Sie honorieren es, wenn man ihr Geld nicht in Büroeinrichtungen, Sportwagen oder Golfturniere steckt. Der Browser ist das Schaufenster, die Manege, die Spielwiese. Alles ist kleiner, einfacher, ärmer auch. Lean heisst das. Das Geld steckt man lieber in leichte und mobile Technologien, in helle und motivierte Köpfe, in Barcamps, ins Social Networking. Arbeiten kann man an vielen Orten. Treffen auch. Bewegung. Transparenz. Effizienz. Flexibilität. Konfiguration. Kombination. Vermischung. Clustering. Auflösung. Neukonfiguration. Im Fluss. Das ist das neue. Keine Herden, sondern Schwärme. Statt Dummschwätzer. Powerpointer und Konzeptioner - Leute, die wissen was sie tun und machen. Fast wie höhere Organismen. Nichtreguläre Kombattanten. Guerilla.

Blogs in die Nationalbibliothek? Höherer Unsinn!

20. Juni 2007

Die Bundesregierung hat entschieden, dass auch u.a. Blogs in der Deutsche Nationalbibliothek archiviert werden sollen. Robert frohlockt ob des Ruhms, Thomas Knüwer hatte schon vorher leicht die Nase gerümpft. Und die Nationalbibliothek hat ein schönes Arbeitsbeschaffungsprogramm für 115 Millionen Euro geschaffen, um ihrem Auftrag als die zentrale Archivbibliothek und der nationalbibliografische Nabel Deutschlands weiter zu festigen:

Sie hat die für Deutschland einzigartige Aufgabe, lückenlos alle deutschen und deutschsprachigen Publikationen ab 1913 zu sammeln, dauerhaft zu archivieren, umfassend zu dokumentieren und bibliografisch zu verzeichnen sowie der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Für Papierpublikationen mag das gut gehen. Elektronische Veröffentlchungen, speziell Online-Werke wie Blogs stehen dabei vor einer so gut wie unlösbaren Problematik. Sie sind hochliquide, d.h. ihr Inhalt verändert sich ständig, insbesondere durch die Mitbeteiligung der Leser und Nutzer, durch Kommentare und Trackbacks, sowie höchstgradig durch die Vernetzung der Bloginhalte durch Links zu anderen Blogs und Online-Inhalten.

Selbst wenn jemand eine Momentaufnahme eines Blogs archivieren würde, wäre diese Aufnahme wertlos, da die Inhalte auf die verlinkt werden, sich natürlich ständig verändern und somit sich der Kontext der archivierten Inhalte dadurch ebenfalls relativiert. Blogs zentral zu archivieren, stellt damit für mich verfahrenstechnisch einen “höheren Unsinn” dar. Wer das vorgeschlagen und entschieden hat, hat keinerlei Ahnung vom Internet, dem Web und seinen Mechanismen. Der lebt noch in der Papierwelt!

Das erinnert mich an ein Vorhaben, hatte ich schon beim Thomas Knüwer in die Kommentare geschrieben:

[...] dass ich vor zwei Jahren verantworten durfte: Der Textcontext eines sehr sehr grossen Intranets mit Gesetzestexten und Durchführungsverordnungen, die täglich zu ungeplanten Zeitpunkten im Gesamtbestand verändert wurden, musste aus gesetzlichen und aus revisionsgründen im KONTEXT archiviert werden. Das stellte uns mitten im Projekt vor fast unlösbare Herausforderungen. Die Anforderung kam recht spät im Projekt. Ich halte die Archivierung von Weblogs, die untereinander und mit anderen online Contentpartikeln dynamisch verlinkt sind, für fast aussichtslos. Höchstens exemplarisch aus historischen Gründen bzw. Anschauungsgründen.

Also Robert, auch wenn ich es dir von ganzem Herzen gönne, aber dat sieht irgendwie nich so gut aus…

Das Netzwerk der Abhängigkeiten

20. Juni 2007

Der Fall Flickr zeigt die massiven Wechselwirkungen zwischen einer an sich banalen Webanwendung und dem darin entstandenen und eingebetteten Sozialen Netzwerk. Es zeigt eben auch, dass es kommerziellen Anbietern eigentlich um dieses Netzwerk geht und gar nicht mehr um die Anwendung. Till Westermayer schreibt heute morgen treffend in Telepolis:

Das Beispiel Flickr hat deutlich gemacht, dass soziale Netzwerke kein Unternehmenskapital wie jedes anderes darstellen. Die Geschäftsgrundlage von Web-2.0-Angeboten weist einige Besonderheiten auf. Die üblichen Marktgesetze kommen hier nur bedingt zum Zuge. Die Stärke wie die Schwäche dieser Angebote ist die hohe Bedeutung von zwischenmenschlichen Kontakten, Beziehungen und sozialen Netzwerken verbunden, die – was erfolgreiche Anbieter freuen und deren Konkurrenten ärgern dürfte – nicht einfach transportiert werden können. Aus Verbrauchersicht erweist sich diese Kopplung an soziale Netzwerke dann als Ärgernis, wenn das Angebot nicht mehr zufrieden stellt, und sehr hohe Hürden bestehen, zu einem Konkurrenzangebot zu wechseln.

Kann man die Komponenten Webanwendung und die Community mit dem Sozialen Netzwerk überhaupt voneinander trennen? Bedingt nicht das erstere das zweite? Würden sich Plattformen wie Xing oder LinkedIn als neutrale oder offene Soziale Netzwerke für Webanwendungen eignen? Durchaus, wenn sie einfache Schnittstellen für diese Webanwendungen schaffen und sich selber deutlich aus dem Anwendungsgeschäft heraushalten. Wie würden darauf die Webanwendungen reagieren? Sie würden einen grossen Teil der Kundenbindung an die (kommerziellen) Social Network Plattformen abgeben und damit potentielle Kundenwechsel vereinfachen bzw. für sich die Gefahr der Wechsel und des Verlusts erhöhen. Der Kunde wäre König.

Offene Frage: Hat beispielsweise Xing strategisch u.a. auch die Absicht Webangeboten von Dritten als neutrale (oder offene) Social Network Plattform zu dienen? Über offene Schnittstellen (API’s)?

Ich denke, dass neue und hungrige Guerilla-Anwendungen sich auf dieses Spiel einlassen werden, aber 350-Kilo-Gorillas wie die Marktführer nicht. Langfristig glaube ich, dass die Guerilla siegen wird. Das hat die bisherige Geschichte immer gezeigt.

Nachtrag: Interessante alternative Sichtweise auf den gleichen telepolis-Artikel von Oliver Wagner in agenturblog.de, der die gleiche Problematik im Lichte von Open ID sieht: “Die Souveränität der Beziehungen”.