Was zum Teufel ist Relaunchr?!?
Christian Scholz hat auf dem Nachhauseweg vom Barcamp Hamburg eine sehr witzige Idee ausgebrütet: Relaunchr. Durchaus sinnvoll bei allem Spass: Es gibt mehr gescheiterte Projekte als erfolgreiche! Siehe auch das Museum of Modern Betas. Ich habe auch immer solche Schnapsideen, wenn ich von der Bar heim komme…
Aber im Ernst, warum scheitern soviele Web 2.0 Vorhaben? Wäre durchaus sinnvoll, mal irgendwo die Fehler praktisch an konkreten geborstenen und zerschellten Projekten aufzulisten und zu diskutieren. Vielleicht ehrlicherweise von den Initiatoren und Entwicklern? Man lernt aus Fehlern.
Ein Beispiel aus der Steinzeit: Ein HTML Element aus frühen Tagen war das Blink element. Sein Erfinder, Lou_Montulli hatte mal damals eine sehr selbstkritische lange Rede zu seinem Scheitern veröffentlicht (“the blink tag to be the worst thing I’ve ever done for the Internet”)! Gab es da nicht auch so eine Website dafür???
Statt bei Relaunchr sollte man vielleicht gleich Crematry …
Schlagworte: barcamphamburg, Web 2.0
9 Antworten zu “Was zum Teufel ist Relaunchr?!?”
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Moin aus Hamburg,
viele Ideen, die es nicht zur Marktreife geschafft haben, sind eben an ihrer Unreife, also dem Faktor Zeit, gescheitert. Gute Ideen werden öfters “zu früh” auf Kommerz gepult, haben dann aber erst die “Avantgarde”, early adopters etc. als potenzielle Kunden. Die breitere Nutzergruppe braucht Zeit, sich an Angebotsentwicklungen im WEB zu “gewöhnen”. Insoweit volle Zustimmung: Es gibt garantiert Perlen, die auf dem Meeresboden schlummern und kluge Taucher verdient hätten, die ggf. das Schmuckstück polieren und ein zweites Mal ins Schaufenster stellen.
Roland, war das nicht die Sache mit Crossing the Chasm? Wo es darum geht wie man im Lebenszyklus von Dienstleistungen und Produkten den Abgrund am Markt zwischen den Innovatoren (Avantgarde) und der Early Majority überspringt? Ich habe vor vielen Jahren die Bücher von Geoffrey Moore gelesen. Ich fand sie damals inspirativ. Wer es noch nicht getan hat, lesen!
welche Web 2.0 Vorhaben würdest du denn als gescheitert bezeichen?
Ich denke mal, mindestens 85% davon.
versteh ich jetzt nicht, aber macht nix ;-)
Markus, ich wollte damit ausdrücken, dass die meisten WebZwoNull Angebote keine grossen Erfolge sind. Aus unternehmerischen, geschäftlichen, kaufmännischen, organisatorischen oder auch manchmal aus technischen gründen. Stellvertretend habe ich auf Michael Arrigtons TechCrunch Company Index verwiesen. Einzelne Namen und Blossstellungen werde ich hier natürlich aus Pietätsgründen nicht nennen. Das wäre höchst unfair. Es geht hier auch gar nicht um den Einzelfall, sondern darum aus den Fehlern zu lernen. Es sind ja häufig die gleichen Fehler und Unzulänglichkeiten.
Yep, die Frage nach den Gründen von Misserfolgen ist natürlich interessant (wobei ich im Web 2.0 Kontext glaube, dass die seltener technischer, organisatorischer, kaufmännischer, … Natur sind, sondern eher daran liegen, dass kein echter Wert für die User erzeugt wird, dass das Problem von jemand anderem schon besser gelöst ist, etc.) – ich hab so blöd gefragt, weil die Bekundung eines genuinen Misserfolgs von Web 2.0-igen Anwendungen doch irgendwie ein cheap shot ist, der einerseits statistisch nicht so ganz stimmt (weniger als 5% der 2.0 Seiten verschwinden völlig; ok, die Ausdünnung hat noch nicht wirklich begonnen und die operativen Kosten sind für viele Seiten so gering, dass man sie auch scheintot halt weiterführt), aber auch man damit irgendeine Definition von Erfolg (hunderttausende User? toller Exit? Marktführerschaft?) auf die Seiten mappt, die oft ganz andere Kriterien dafür definieren. Man kann glaub ich auch im kleineren Rahmen auf seine Art sehr erfolgreich sein. Scheitern ist sehr relativ.
ich bin bei dir insofern, Markus, dass Scheitern relativ ist. relativ zu den eigenen wie zu den geweckten Erwartungen. Und das organisatorische, kaufmännische usw. würde ich nicht ganz abtun. Gerade dort herrscht ziemliches Chaos…