Bodos Bootssteg
16 Jun 2007 5 Kommentare
in Sprechblase Schlagwörter:Deutschland, Geschichte, Persönliches
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Das ist vielleicht erste Lokal, das ich in meinem Leben je besucht habe. Hier hat meine Mutter vor über 50 Jahren(!) mir ein Eis spendiert. Es war ein rosa Erdbeer-Eis am Stil, viereckig und länglich, in Alupapier eingewickelt. Ausser Erdbeer- gab es damals nur Vanille-Eis. Sonst gar nichts. Und schick wie heute war der Steg beim Fähranleger „Rabenstrasse“ bestimmt auch nicht. Heute kommen Werber und Jungunternehmer auf Mittagspause hierher. Der Bootsverleiher in seinem Kabuff unter dem Steg verkaufte damals eben halt auch Eis, um seinen Lebensunterhalt damit aufzubessern. Weiss-rote Tretboote haben wir uns gelegentlich hier auch ausgeliehen. Ob er damals tatsächlich Bodo hiess, weiss ich nicht mehr… Aber die Bootsverleiherin heute könnte auch seine Tochter sein.
Heute? Gestern mittag bin ich dort wieder seit sehr langer Zeit gewesen. Der Himmel und die Alster waren in hellgraues Licht eingetaucht. Es hat leicht geregnet. Schön nach all den sehr heissen Tagen. Ich weiss, der Anleger ist mittlerweile SchickiMicki. Mich stört es aber mal nicht. Dafür waren gestern wenig Gäste. Wahrscheinlich wegen dem Wetter. Erdbeer-Eis am Stil werden sie wohl nicht mehr haben. Die schwarze Tafel führt ganz bieder Frikadelle, Würstchen, Kartoffelsalat und Rucolasalat auf. Die hübsche Bedienung kannte ich aus einem anderen Lokal.
Der Blick über die Alster ist aber von hier immer noch wunderschön. Ich habe es sehr genossen. Es ist schön, einfach auf dem Wasser zu sitzen und an nichts besonderes zu denken. Auf dem Wasser ist es immer ruhig. Es herrscht übrigens totales Handyverbot auf dem Anleger. Sehr gut. So geht’s.
[Auch erschienen in Qype]
Anmerkung: So. Ich bin nun probehalber bei 23, einem Fotodienst aus Dänemark. „Bodos Bootssteg“ ist das erste Foto, das ich gespeichert und hochgeladen habe. Händisch allerdings. Naja, der Dienst ist ja noch jung. Dreiundzwanzig. Wird noch alles, hoffe ich. Alles ist gut. Ich hab’s jetzt automatisch. Perfekt. Besser als vorher.
Nachtrag zu Bodo: Ja, es gibt Bodo tatsächlich. Ich habe recherchiert: Der Steg ist mein Leben. Ich muss einer seiner ersten Kunden gewesen sein demnach…


Markus
Jun 16, 2007 @ 13:34:49
Auf Bodos Bootssteg war ich vor ein paar Tagen auch mal wieder und hab mir mit ‘nem Freund ein Treetboot ausgeliehen. Als ich im Voraus bezahlen wollte und gefragt hatte „Was macht das?“, hat der Bootsleiher nur gemeint: „Spaß!“ ;-).
Cem Basman
Jun 16, 2007 @ 13:36:00
Haha, Markus, sehr schön. Das machte meinen Tag heute! Danke.
bosch
Jun 16, 2007 @ 16:27:39
Wunderbar, ach ich war auch schon lange nicht mehr dort, aber früher mal eine zeitlang fast jeden Tag (als ich noch ein Büro in der Alten Rabenstraße hatte). Dass das Handyverbot strikt eingehalten wird, bekam einst auch Michael Stich zu spüren. Freundlich aber bestimmt wurde er einst von der Bedienung gebeten, auf dem Steg nicht zu telefonieren. Kein Promibonus also.
Ein weiteres sehr schönes Erlebnis: Ich wollte mit einem Freund ein Segelboot leihen. Ich habe ja keine Ahnung davon, aber mein Begleiter ist ein sehr erfahrener Segler. Bodo, der sehr um seine historischen hölzernen Jollen besorgt ist, frug ihn, ob er segeln könne. Mein Begleiter sagte: „Ja, hier ist mein Segelschein“ und zückte das Papier, daraufhin Bodo: „Ich habe nicht gefragt, ob Du einen Segelschein hast, sondern ob Du segeln kannst.“. Herrlich.
Cem Basman
Jun 17, 2007 @ 08:39:02
Nachtrag: Ja, es gibt Bodo tatsächlich. Ich habe recherchiert: Der Steg ist mein Leben. Ich muss einer seiner ersten Kunden gewesen sein demnach…
Traian
Jun 18, 2007 @ 10:16:08
Das Foto ist extrem gelungen …