Qype: „Brücke“ in Hamburg
24 Nov 2007 1 Kommentar
in Sprechblase Schlagwörter:Gastronomie, Geburtstag, Restaurant
Es gibt Lokale, die gewinnen im Laufe der Jahre. Die „Brücke“ in der Isestrasse ist so einer der wenigen. Vor genau zwanzig Jahren war ich auf der Eröffnung. Damals eine schöne aber einfache Szenekneipe ist sie schon seit längerer Zeit zu einem sehr guten Szenerestaurant geworden. Das Lokal ist klein, immer voll. Immer noch schlicht. Die Einrichtung hat sich kaum geändert. Nur wird heute weiss eingedeckt. Die Menu-Karte besteht aus nur einer Seite – aber mit Akzenten. Mein Seeteufel war vorzüglich in Frische, Biss und Geschmack. Mein Gast hatte ein Rinderfilet au point. Formidable. Wir hatten offenen Weiswein dazu. Franzosen aus der Gascogne. Kühl und fruchtig. War heute aber nicht ganz so mein Fall vielleicht. Mit geteiltem Nachtisch und weiteren ein oder zwei Gläsern ist man schnell bei einer ansehnlichen Rechnung für zwei. Kredit via Karte wird nicht gewährt.
Die kleinen Tische, der umlaufende Spiegel an den Wänden, die grosse Wanduhr erinnern schon entfernt an ein Bistro. Die lebhafte Stimmung, das Sehen und Gesehen werden, den Service, der routiniert alles im Griff und im Blick hat. Laden und Gäste haben sich eingespielt. Gut gemischtes Publikum, viele aus dem kreativen Bereich. Aber ohne flippig zu sein. Hamburger Publikum eben. Schöne und intelligente Frauen. Kultivierte Männer. Bei leicht ansteigender Geräuschkulisse im Laufe des Abends. Und es ist schön zu hören, dass der Gründer Branko immer noch der Wirt ist.
Gute Qualität ist manchmal unscheinbar und schlicht. Mit leichter Patina. Erschliesst sich vielen erst auf den zweiten Blick. Und wird mit den Jahren eigentlich immer besser. Ich war heute abend gern hier. So stelle ich mir ein ideales gutes solides Restaurant vor. Das ganze hätte ich gerne nochmal als „Bar“ irgendwo in der Nähe bitte.

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