Rassismus heute (Update/3)

Rassismus am Freitag, den 28. Dezember 2007: Die Bild-Zeitung “zitiert” den CDU-Politiker Roland Koch, Ministerpräsident des Landes Hessen und Träger des Großen Verdienstkreuzes mit Stern und Schulterband (2007). Und noch einmal bestätigt auf seiner persönlichen Webseite. Du bist nicht Deutschland, Roland.

Update: Reader’s Edition Redakteur stellt Strafantrag gegen Koch und Bild-Redakteur wegen Volksverhetzung. Handakte WebLAWg hat Bedenken dagegen.

Update/2: Wachsende Kritik an Koch-Äußerungen, Koch hetzt gegen Ausländer (Steffen Jenter, BR, ARD-Hauptstadtstudio)

Update/3: Hessen-Wahlkampf: Hessens SPD-Spitzenkandidatin Ypsilanti wirft Koch Ausländer-Kampagne vor.

49 Gedanken zu „Rassismus heute (Update/3)

  1. > Ist doch längst verlinkt. Damit jeder es selber lesen kann.

    Der TV-Tipp ist oben verlinkt und nicht das Interview direkt. Deshalb der Hinweis.

  2. …und zusätzlich heute abend auch noch um 21.45 Uhr im HR Fernsehen sehen und hören kann. Ich weiss nicht was du willst.

    Der Rassismus besteht darin, dass (1) in dieser Aussage eine Pauschalisierung ist, die unterschwellig unterstellt, dass jugendliche Ausländer kriminell sind, und dass (2) die Bild-Zeitung zusätzlich die inhaltliche Aussage bestätigt durch die Schlagzeile “[...] spricht der erste Poltiker Klartext”.

    Damit wird nur weiterer Rassismus und weitere Ressentiments geschürt. Von einem hochrangigen und “hochdekorierten” Politiker, der mehr Verantwortung zeigen müsste.

    Dass die Tat, auf die diese Schlagzeile anspielt, zu tiefst zu verurteilen ist, ist natürlich klar. Die Täter sind dem Gesetz entsprechend zu bestrafen.

    Roland Koch ist in meinen Augen ein Rechtspopulist in der Tradition eines Haider (A) oder auch Sarkozy (F). Er fällt regelmässig durch ausländerfeindliche Äusserungen und Massnahmenvorschläge auf. Auch das sollte klar sein.

  3. In der Aussage steckt aber keine Pauschalisierung, Cem. Und dass die Bild-Zeitung daraus eine Schlagzeile macht, macht es auch nicht zum Rassismus. Ich bin übrigends der selben Meinung, dass wir zu viele junge ausländische Kriminelle oder zu viele kriminelle ausländische Jungen oder eben zu viele junge kriminelle Ausländer haben. Damit wird in keinster Weise behauptet, dass alle oder auch nur ein Großteil der Ausländer kriminell, der Jungen ausländisch oder der Kriminellen jung sind. Es wird lediglich dargestellt, dass wir zuviele Menschen haben, welche 1. jung, 2. kriminell und 3. ausländisch auf einmal sind.
    Dass dieses “ausländisch” hier eine Rolle spielt, dass zeigt uns ein Blick in die Kriminalstatistik und deren Entwicklung – das ist wirklich kein neues Thema, was RK da anspricht.

  4. Als kleine Ergänzung: es mag traurig sein, dass die Herkunft eine Rolle spielt und es mag vielerlei Gründe dafür geben, aber das ändert nichts am Sachverhalt und dass dieser weder “rassistisch” noch fremdenfeindlich ist, sondern schlichte Realität.

  5. Nein, aber ich stimme ihm zu, wenn er meint, dass die Banlieues von der Kriminalität befreit werden sollten. In New York war man mit “Zero Tolarance” dabei sehr erfolgeich.

  6. Bild ist doch dafuer bekannt, kontroverse Ueberschriften zu verwenden, damit man die Zeitung dann auch kauft, Marketing ist alles, da schreckt man auch vor rassitisch angehauchten Schlagworten nicht zurueck… Gruss aus den USA

  7. Ich finde, im Interview wird sehr deutlich, was der Redakteur gerne gehört hätte. Kochs antworten hingegen finde ich durchaus gerechtfertigt. Wir HABEN nunmal viele kriminelle Jugendliche mit Imigrationshintergrund und das zeugt nunmal von fehlgeschlagener Integration, ich schließe mich da Martin Hiegl an. Wo dabei der Rassismus von Kochs Seite sein soll bleibt für mich ziemlich unklar.

    Als Wahlkampfthema taugt das allerdings absolut nicht, viel zu populistisch.

    Grüße

  8. @Abaris, der Rassismus liegt darin, dass Koch das Thema für seinen Landeswahlkampf in Hessen instrumentalisiert und auf billigen Stimmenfang im rechten Spektrum aus ist. Das ist unterste politische Schublade und gefährlich. Das macht Koch nicht zum ersten mal. Das macht er systematisch. Für mich ist er ein Rechtspopulist.

  9. Nachtrag – Vollkommen unabhängig von meiner politischen Präferenz und über sämtliche Parteigrenzen hinweg: Ein Typ wie Koch ist für ein hohes politisches Amt in Deutschland nicht tragbar. Er ist nur noch peinlich. Und gefährlich.

  10. Die Instrumentalisierung von Themen und (billiger) Stimmenfang bei Randgruppen kenne ich eigentlich nicht aus einer Definition von Rassissmus. Die ersten beiden Dinge kannst du ihm da sicher vorwerfen, von mir aus auch sich damit als Rechtspopulist zu positionieren – aber mit Rassissmus hat das weiter nichts zu tun. Wenn man Dinge wie die große Anzahl der Immigranten innerhalb der Gruppe der kriminellen Jugendlichen nicht mehr nennen darf, weil es ja Ressentiments schüren könnte, so handelt das sich um falsche, abstoßene Political Correctness. Prinzipiell habe ich auch nichts gegen eine Thematisierung im Wahlkampf – das wichtige ist, welche Schlüsse man daraus zieht und wie man diesem Problem begegnen will. Dass ihm begegnet werden muss, sollte wohl unstrittig sein.
    Wenn ich mich nicht alles irrt ist die Kriminalität insgesamt unter Jugendlichen rückläufig – das ist ein Weg der weiter beschritten werden muss.
    Die Strafanträge ist eine lächerliche ebenso populistische Geste völlig ohne Bezug zur Realität.

  11. Es kommt darauf an WIE es gesagt wird. Und auch mit welcher Motivation. Da ist seine Gesinnung pechschwarz. Nicht als parteipolitische Farbe gemeint, sondern moralisch. Ich halte seine Texte für übelste Stammtischparolen.

    Natürlich bin ich dafür, dass die Dinge ungeschönt auf den Tisch kommen. Political Correctness ist dabei nie mein Fall gewesen.

    Die Themen Fremdenfeindlichkeit, Volksverhetzung, Immigration berühren mich unmittelbar. Da reagiere ich entschieden. Dazu habe ich in meinem Leben zu viel gesehen und erlebt. In vielen Ländern.

  12. Und dass die Bild-Zeitung daraus eine Schlagzeile macht, macht es auch nicht zum Rassismus. Ich bin übrigends der selben Meinung, dass wir zu viele junge ausländische Kriminelle oder zu viele kriminelle ausländische Jungen oder eben zu viele junge kriminelle Ausländer haben.

    Darauf kann ich nur antworten: Ich hab’ noch nie gehört, dass sich ein Rassist zu seinem Rassismus bekennt. Das wäre ungefähr so, als würde sich mir ein Trottel als Trottel vorstellen.

    Das ist unterste politische Schublade und gefährlich.

    Seh’ ich auch so. Aber noch viel widerwärtiger und erchreckender finde ich, dass man mit sowas in Deutschland mittlerweile wieder viele Trottel Wählerstimmen fangen kann.

  13. Moin Cem,
    ich finde es gut, dass Du ohne political correctness diese Schlagzeile thematisierst. Leider bedienst Du Dich der selben Methode wie das Boulevardblatt: Du verkürzt, entfernst den Zusammenhang und verwendest Buzzwords.
    In meinen Augen ist R.K. kein Rassist. Er ist ein Politiker und Wahlkämpfer, der durch polarisierende Themen versucht, auf sich aufmerksam zu machen. Laut SPON (‘CDU-Länderfürsten droht Machtverlust‘) hat er ja vielleicht Grund dazu.
    Die Schlagzeile selbst ist nicht rassistisch, eher ausländerfeindlich (ok, das mag Wortklauberei sein, ist mir aber wichtig). Wohlwollend interpretiert geht es um Ausländer, die jung UND kriminell UND zu viel an der Zahl sind.
    Dass die Schlagzeile populistisch ist, liegt an ihrem Aufbau. Sie ist der folgenden Behauptung ähnlich: “Wir haben zu viele… Ausländer”. Ich habe die Befürchtung, dass viele Leser das so interpretieren (sollen).
    Denn die Schlagzeile (= Zitat von R.K.) ist aus dem Zusammenhang gerissen. R.K. antwortet damit auf die Frage: “Was sagt es über den Stand der Integration, wenn der Anteil jugendlicher Ausländer an Gewaltkriminalität laut Statistiken sichtbar höher ist als ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung?”
    Im weiteren Verlauf seiner Antwort geht er auf Fehler in der Integrationspolitik ein, die seiner Meinung nach gemacht wurden.
    Allein aufgrund des Interviews kann ich R.K. keine Ausländerfeindlichkeit unterstellen. Eher der Schlagzeilenredaktion des Boulevardblattes.

    Nebenbei: sehr viel kritikwürdiger finde ich die Maßnahmen, die R.K. einsetzen will, um künftig der Jugendkriminalität zu begegnen. Aber das ist ein anderes Thema….

  14. @Iris

    Ich hab’ noch nie gehört, dass sich ein Rassist zu seinem Rassismus bekennt. Das wäre ungefähr so, als würde sich mir ein Trottel als Trottel vorstellen.

    Mit Verlaub, das ist ein selten dämlicher Versuch, jemandem das Wort im Munde umzudrehen:
    Nehmen wir mal an, ich behaupte, Du seist verrückt.
    Daraufhin würdest Du sagen: “Ich bin nicht verrückt!”
    Und dann würde ich mit triumphierendem Unterton sagen: “Ich hab’ noch nie gehört, dass sich eine Verrückte zu ihrem Wahnsinn bekennt…”

    Solche “Argumente” werden leider von Leuten genutzt, die hetzen wollen. Ich kenne Dich nicht, Iris, aber ich kann mir schwer vorstellen, dass Du das gleiche Vokabular wie Hetzer nutzen möchtest.
    Wenn Du Rassisten überführen möchtest, dann argumentiere bitte richtig und weise Belege nach. Danke.

  15. @Peter Claus Lamprecht:

    Wenn Du Rassisten überführen möchtest, dann argumentiere bitte richtig und weise Belege nach. Danke.

    Erstens möchte ich hier keine Rassisten ‘überführen’, zweitens wüsste ich nicht, wieso ich Dir irgendwas belegen oder beweisen sollte; Und was richtige Argumentation ist und was nicht, lasse ich mir bestimmt nicht von Dir vorschreiben. Bevor Du derartige Forderungen an mich stellen kannst, müsstest Du mir zumindest erst mal Deine diesbzgl. Beurteilungskompetenz belegen.

  16. @Iris
    Bitte entschuldige. Ich wusste nicht, dass man vorher einen Antrag stellen muss, bevor man Dich kritisiert darf.
    Ersetze bitte “richtig” durch “schlüssig”. Dann wird vielleicht deutlicher, was ich mit “richtiger Argumentation” meine.

  17. Rassismus teilt die Menschheit in Gruppen oder Rassen ein, die als homogen betrachtet werden, und unterstellt diesen eine kollektive Identität sowie unveränderliche Merkmale und Charakterzüge. Anhand dieser Einteilung bewertet der Rassismus die Menschen, hierarchisiert sie oder stellt sie als miteinander unvereinbar und konkurrierend dar. Die Menschen werden nicht oder nur nachrangig als Individuen beurteilt und behandelt, sondern als Stellvertreter pseudoverwandtschaftlicher Gruppen. Dabei werden die der jeweiligen Gruppe zugeschriebenen kollektiven Eigenschaften, sogenannte Stereotype, auf sie projiziert. Rassistische Theorien und Argumentationsmuster dienen der Rechtfertigung von Diskriminierung und Feindseligkeiten, der Kanalisierung negativer Emotionen und fördern das Überlegenheitsgefühl von Mitgliedern einer Gruppe.
    Quelle: Wikipedia

    Auszug aus dem umstrittenen BILD-Interview:

    BILD: Was sagt es über den Stand der Integration, wenn der Anteil jugendlicher Ausländer an Gewaltkriminalität laut Statistiken sichtbar höher ist als ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung?

    Koch: Wir haben zu viele kriminelle junge Ausländer. Niemand darf sich hinter seinem „Migrations-Status“ verschanzen. Null Toleranz gegen Gewalt muss ganz früh beginnen und Bestandteil unserer Integrationspolitik sein. Bis vor Kurzem wurden in multi-kultureller Verblendung Verhaltensweisen toleriert, die inzwischen zu hochexplosiven Gruppen-Aggressionen führen können. Wir müssen Schluss machen mit bestimmten Lebenslügen. Die deutsche Position in der Integrationspolitik war lange leider nicht klar genug.

    Eine nicht rassistische Antwort auf die Frage des BILD-Reporters hätte z.B. so lauten können: Man müsste untersuchen, welche Gemeinsamkeiten in den sozialen Hintergründen der jugendlicher Gewalttäter zu finden sind. Dann würde man u.U. feststellen, dass sich bestimmte soziale Rahmenbedingungen, für die Politik und Mehrheitsgesellschaft (mit)verantwortlich sind, ebenfalls überdurchschnittlich häufig bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund finden (z.B. schlechte Schulbildung, Arbeitslosigkeit, unterdurchschnittliche Einkommen, wohnhaft in Problembezirken…). Dann käme man nämlich zu dem (m.E. logischen) Schluss, dass nicht der Migrationshintergrund, sondern der soziale Rahmen Gewaltbereitschaft fördert.

    Das Merkmal Gewalttätigkeit ausschließlich mit dem Merkmal Migrationshintergrund zu verknüpfen – in dem Sinne, dass Letzteres ursächlich für Ersteres sei – zeugt jedoch m.E. ganz deutlich von einer rassistischen Denkart (auch im Sinne der eingangs erwähnten Wikipedia-Erklärung von Rassismus). Genau genommen ist bereits die besondere Herausstellung des Migrationshintergrundes in den von BILD in der Frage erwähnten Statistiken rassistisch.

  18. @Peter Claus Lamprecht:

    Bitte entschuldige. Ich wusste nicht, dass man vorher einen Antrag stellen muss, bevor man Dich kritisiert darf.

    Das hab’ ich von niemandem verlangt. Kritisieren darf mich jeder. Auch Du darfst es gern mal versuchen ;o). Aber Vorschriften lass’ ich mir nicht von jedem machen.

    btw: ‘schlüssig’ ist imo fast so beliebig interpretierbar wie ‘richtig': Man kann imo bei sozialen Themen nie absolut sicher sein, dass jemand aus den vorliegenden Fakten und Argumenten die ‘richtigen Schlüsse’ zieht. Denn auch Fakten und Argumente lassen mehr oder weniger große Interpretationsspielräume.

  19. Ich kann vor Typen wie Koch nur warnen. Wer aus Machtgier und aus Kalkül absichtlich oder auch nur fahrlässig mit dem Feuer spielt, ist ein Brandstifter und gehört nicht in die Verantwortung. der hätte vor Jahren schon aus dem Amt und Würden gemusst.

  20. Ich glaube es ist wichtig Farbe zu bekennen: Ich stehe hinter Cem und seiner Warnung vor Koch. Vielleicht ist die Schlagzeile der Bild (auch der in Berlin) nicht rassistisch sondern “nur” ausländerfeindlich gefärbt, aber in den Köpfen vieler Leute findet eine (vor)verurteilung anhand des Aussehens statt: “dunklere” Menschen werden automatisch als nicht deutschsprechend klassifiziert und dementsprechend angesprochen/behandelt: Aus dem Nahen Osten kommend? Woher kommen deine Eltern? Bist Du Moslem? = schlechte Karten! Mittlerweile werden wieder offen Statements abgeben wie “erstmal Deutsch sprechen in Deutschland” oder “Du benimmst dich nicht? Abschieben!” …

    Musste mir etwas Luft verschaffen, weil ich das ganze nicht mehr hören kann, demnach: Cem, du kannst mich ruhig kürzen oder streichen …

  21. “Rassismus” ist genauso wie “Fremdenfeindlichkeit” ein ideologischer Kampfbegriff. Wer jemandem Rassismus vorwirft will damit eigentlich nur, daß der andere seinen Selbstschutz vernachlässigt und dem, was er aus meist sehr berechtigten Gründen ablehnt, Tür und Tor öffnet.

    Das Konstrukt “Rassismus und Fremdenfeindlichkeit” ist eine Waffe der psychologischen Kriegsführung.

    Natürlich ist klar daß der Rassismus-Vorwurf von solchen kommt, die ein Interesse daran haben: Ausländer und Deutschenhasser, die immer noch meinen Rache an Hitler üben zu müssen.

    Ausländer waren in Deutschland noch nie ein Problem. Ein Problem ist aber die Masseneinwanderung mit dem ganz offensichtlichen Ziel die alteingesessene Gesellschaft zu zerstören. Abwehrreaktionen dagegen als “Rassismus” zu betiteln ist eine Dreistigkeit.

    Und noch etwas: Wer Überlegenheit bestrafen will sollte mal seine persönliche Einstellung zum Thema “Neid” überprüfen.

  22. Wer Überlegenheit bestrafen will sollte mal seine persönliche Einstellung zum Thema “Neid” überprüfen.

    ‘Überlegenheit’? Wessen? Worüber? Der Rasse? ‘Rache an Hitler’? ‘Neid’? ‘Dreistigkeit’? Ich brauche hier nicht weiter kommentieren…

  23. Ich sage nur Koch entlassen,Bildzeitung verbieten! Es kann nicht sein, das ein Politiker seine Meinung sagen darf und Eva Hermann nicht.

  24. Bei den jüngsten Kommentaren hier, kann man sehr schön lesen, wen und was Herr Koch hier mit seinen Äusserungen ermutigt. Bestätigt nur das, was ich bisher gesagt habe.

  25. @ Iris. Ich habe durchaus Rassisten kennengelern, die sich zu ihrem “Rassismus” bekennen. Sie haben dafür Ihre Begründungen (ob die stimmen oder nicht, steht hier mal nicht zur debatte) und sie vertreten diese Meinung genauso wie eine jede andere Gruppe auch.

    Ansich Cem, kenne ich den Herrn Koch nicht und erlaube mir daher kein so direktes Urteil über ihn. Mein Groß-Onkel war Jahrelang in der Hessischen Landesregierung, kennt ihn daher persönlich und hält große Stücke auf Herrn Koch. Also ist es wohl immernoch ansichtssache. Dass es sich bei der Aussage trotzdem um ziemlichen populismus handelt, besonders als Wahlkampfthema, muss ich ja nicht wiederholen.

    Solche Kollegen wie Silberstreif habe ich auch schon persönlich kennenlernen dürfen und ich rate dir Sie einfach zu ignorieren, da kommt man am Ende nie gut bei rum, ist leider so. Du kannst Frodo aus dem HdR auch nicht erzählen das er nur ein Phantasiegebilde ist, glaub mir.

  26. Rassismus gibt es in jedem Land dieser Erde, das sich selbst als zivilisiert bezeichnet. Gerade in Europa scheint er gegenüber Nichteuropäern immer mehr zuzunehmen und es schlägt sich seit einiger Zeit in einer wieder stärker wahrnehmbaren Diskriminierung nieder.

    Aber darum geht es bei Koch gar nicht. Da geht es nur um persönliche Macht und die wird mit allen, aber auch wirklich allen denkbaren und undenkbaren Mitteln verteidigt. Wenn man dazu die niederen Instinkte bedienen muss, bitte dann werden die halt bedient. Irgendwas, mit dem man die Lufthoheit über den Stammtischen gewinnen kann und damit vielleicht ein paar Stimmen, findet sich immer. Diesmal waren es halt zwei jugendliche Straftäter und dazu noch keine Deutschen.

    Für einen machtorientierten Parteipolitiker eine Gelegenheit, die man nicht auslässt. Das ist dann diesmal eben kein jüdisches Vermächtnis, sondern ein ausländisch jugendliches, das brutalstmöglich ausgenutzt werden muss zum eigenen Vorteil.

    Widerlich.

  27. @Abaris:

    Ich habe durchaus Rassisten kennengelern, die sich zu ihrem “Rassismus” bekennen.

    Das mag sein. Ich jedoch hatte bisher nur mit solchen zu tun, die es so in der Art formulieren: “Ich bin zwar kein Rassist, aber…”

    Sie haben dafür Ihre Begründungen (ob die stimmen oder nicht, steht hier mal nicht zur debatte) und sie vertreten diese Meinung genauso wie eine jede andere Gruppe auch.

    Rassismus ist m.E. keine Meinung, sondern Symptom einer dissozialen Persönlichkeitsstörung. Rassismus ist in meinen Augen nichts anderes ein krankhaft verzerrtes Menschenbild. Deshalb ist der Ausdruck und die Vertretung rassistischer Positionen für mich auch nicht von der Meinungs- und Redefreiheit gedeckt. Rassismus ist kriminell – und zwar nicht nur meiner Ansicht nach, sondern auch lt. Artikel 3 der obersten deutschen Rechtsnorm, dem Grundgesetz. Oder kurz gesagt: Diese Denke ist imo nicht druckreif sondern behandlungsbedürftig.

    Mein Groß-Onkel war Jahrelang in der Hessischen Landesregierung, kennt ihn daher persönlich und hält große Stücke auf Herrn Koch.

    Nun, das allein sagt aber m.E. nichts über Herrn Kochs Rassismus aus. Rassisten können durchaus ja umgängliche Menschen sein, sofern sie in ihrem Gegenüber einen gleichwertigen Menschen erkennen. Darf man erfahren, ob Dein Großonkel einen Migrationshintergrund hat?

  28. Das Problem ist doch: Es wurde nicht genau hingesehen. Richtiger hätte es heißen müssen: Wir haben zu viele junge kriminelle Raucher!

    Denn eins ist doch klar: Wenn wir die Verbrecher und Schwerverbrecher mal auf das Merkmal “Raucher” durchforsten würden, wäre der Republik ganz Angst und Bange! Nicht umsonst ist “die Kippe” die Knast-Währung Nr. 1.

    Kommt dann natürlich noch Macho-Ehrenkultur, Suff, Leseschwäche, kleiner Penis und gesperrte EC-Karte hinzu ist es meistens zu spät (“ist Polen offen”).

  29. Ansonsten möchte ich anmerken, dass ich auf Herrn Koch (den Landesvater meiner Heimat) auch große Stücke halte, denn:

    – Er ist ein harter Hund,
    – redet Klartext,
    – mag Chile und die Anden gern,
    – hat trotz schlechter Haut eine liebe Frau gefunden,
    – und kennt den Dalai-Lama (mit der Brille) persönlich und hält große Stücke auf ihn

  30. Große Worte: Volksverhetzung! Roland Koch hat in einer für seine Umfragewerte eher kritischen Pahse mal wieder ein Thema ausgepackt, welches eigentlich zu wichtig ist um nur als Wahlkampfthema mißbraucht zu werden.

    Der Umgang mit jungen Ausländern, die teilweise aufgrund von falscher Integrationspolitik, auf die schiefe Bahn geraten sind muss von der Politik ernsthaft angepackt werden, sonst entsteht nämlich eine wirklich negative Stimmung gegen junge Ausländer.

    Wer sich die Realität in manchen Großstädten ansieht wird feststellen müssen, das es sehr oft ausländische Jugendliche sind, die sich grüppchenweise durch die Innenstädte bewegen und dabei nicht immer positiv auffallen, durch solche Dinge entsteht der Eindruck es würde nur ausländische Jugendbanden geben, was sicherlich nicht so ist.

    Koch rüttelt auf, wenn auch mit den falschen Worten, aber es ist nun einmal Realität in unserem Land, wir haben zu lange unter dem Deckmantel des Verständnis zu wenig gegen echte Straftäter in jugendlichem Altergetan, egal ob aus Deutschland oder aus anderen Ländern.

  31. @silberstreif, als Blogbetreiber habe ich die Pflicht Kommentare zu moderieren. Ihre Äusserungen sind strafbar und schwer beleidigend. Sie haben Menschenwürde anderer dadurch angegriffen, dass Sie Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich gemacht und verleumdet haben.

    Ich schliesse Sie ab jetzt endgültig von der Diskussion aus.

    Ich hätte nicht gedacht, dass ich das hier je machen muss. Schade.

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