Archiv für April, 2008

artcamp Hamburg08

30. April 2008

Christian Rasch und Vivian Pein haben in Hamburg ein artcamp ins Leben gerufen, das im September stattfinden soll. Eine Unkonferenz mit dem Thema ” Kunst und web2.0 - Berührungspunkte und Unpunkte der Berührung”:

Das artcamp [...] verfolgt einen eher ungewöhnlichen Ansatz und richtet sich an Künstler jeglicher Disziplinen - vom Maler über Musiker und Filmemacher bis hin zu Webdesignern und virtual Artist - die grundlegende Frage ist wo sind Berührungspunkte und wo gibt es gravierende Unterschiede ?

Ich bin dabei und bin gespannt.

Crosstown Traffic

30. April 2008

Flammendes Inferno: Eine furiose Interpretation der Red Hot Chili Peppers bei einem Auftritt in Neuseeland 1992 des Jimi Hendrix Klassikers von 1968. Hier der satte Originaltrack in einer neueren Videoversion.

Der etwas andere Open Coffee Club…

30. April 2008

Apropos Salonkultur 2.0 und Geselligkeitskultur: Ich hatte mal vor vielen Jahren einen Fernsehbericht aus New York gesehen, wo eine ältere schwarze Dame jeden Sonntagvormittag ihre Wohnungstür aufmachte und jeder, der wollte, sie in ihrer kleinen Privatwohnung besuchen konnte. Sie spielte die ganze Zeit Klavier, Stücke von Gershwin, Blues u.ä., und um sie herum verteilt über die ganze Wohnung sassen und standen die Nachbarn, Freunde und Fremde, Alte und Junge, Weisse und Schwarze, Arme und Bürgerliche, und hatten einige schöne Stunden bis mittags. Alles sehr friedlich und entspannt. Um 12 Uhr gingen alle wieder und jeder, der wollte, gab am Eingang beim Rausgehen einen kleinen Betrag in eine Dose. denn Kaffee und Kuchen hatte sie spendiert. Was für eine schöne Idee. Ich finde so eine Geschichte rührend und grossartig. Übrigens, aus ihrer Wohnung soll nie etwas gestohlen worden sein. Und das mitten in New York.

Schön finde ich auch einen Rhythm & Blues Club. Vielleicht in Ottensen. In einem Hof, einer Fabrik, einer einfachen Bar. Nur Freunde und Fremde, die diese Musik mögen. Klassischen R&B oder zeitgenössischen. Tanz und Unterhaltung. Ausgewogene Mischung von Frauen und Männern aus allen Generationen.

Wir sollten zurückfinden zum Menschlichen. Das Digitale bringt uns zwar einerseits zusammen, aber entfernt uns auch von den wertvollen Dingen. Dem menschlichen Atem. Der Haut. Der Stimme, die nichts verkaufen muss. Am wenigsten sich selber. Dem Glanz der Haare. Dem Geruch. Der Berührung. Zusammen sein ohne Zweck. Einfach, weil man zusammen sein möchte und Freude an gemeinsamen Dingen hat. Einfach so.

Aber vielleicht bin ich auch nur ein romatischer Idealist. Eine aussterbende Gattung möglicherweise. Oder?

Salonkultur 2.0?

30. April 2008

Die ganze öffentliche Geselligkeits- Gesellschaftskultur heute mit BarCamps, Open Coffee Clubs und Lunch 2.0, Meetups, Bloglesungen oder auch ihren virtuellen Erweiterungen in Blogs, Twitter und vielen Social Networks erinnert mich entfernt an die bürgerlichen Salons im 18. bis 20. Jahrhundert, die regelmässige zumeist private gesellschaftliche Treffpunkte für Diskussionen, Lesungen oder musikalische Veranstaltungen waren. Treffen von Freunden und interessanten Menschen. Inspirierende Themen und Anlässe. Ein mehr oder weniger privater Zirkel in einem festen Zeitrahmen. Kultiviert. Teatime. Vielleicht 20-30 Freunde und Anhang. Im nicht-öffentlichen Raum. Nur auf Einladung. Ein Wohnzimmer. Eine grosse Wohnung. Ein Salon eben.

Übrigens, interessanterweise scheint die moderne Variante der öffentlichen Geselligkeitskultur, sich eher in Hamburg und Berlin abzuspielen. Beide Metropolen, knapp 2-ICE-Stunden voneinander entfernt, bilden langsam eine kulturelle Achse. Jede auf seine Weise. Aus den anderen deutschen Ballungsräumen höre ich eher weniger.

Aber zurück zum Thema: Hätte heute ein Salon, wie beispielsweise ein Literarischer Salon, eine Chance? Ist es zeitgemäss sich privat und kultiviert in einem schönen Rahmen zu treffen? Zu einer Lesung, zum Bridge oder zu einer Diskussion? Zu einem Dinner?

Ich hätte durchaus das Bedürfnis auf eine non-digitale, altmodische, private Gesellschaft von Freunden und geistreichen Gästen. Intelligenten Frauen und Männern. Auf einen “Hamburger Salon”. Regelmässig unregelmässig im privaten Rahmen.

Wie würde ein Salon im 21. Jahrhundert aussehen?

The Qype Connection Hamburg: Neue Location ab nächstes mal?

30. April 2008

Es ist Frühling und der Sommer ist nicht mehr weit. Mit Glück wird es ein schöner Herbst…

Wie wäre es mit einer neuen Location für unseren monatlichen Treff in den wärmeren Jahreszeiten?

Ein Beach Club an der Elbe oder am Hafenrand? Ein Café an der Alster? Ein Biergarten am Kanal oder im Park?

Denkt daran: Es kann auch mal regnen. Also irgendeine Location ist gesucht, wo man gut ab 19h sowohl draussen wie auch drinnen sein kann…

Vorschläge??? Hierhin ins Forum (Gruppenmitgliedschaft erforderlich).

Tipp der Woche: Useless Account

30. April 2008

“Slightly more useful than Twitter.” - TechCrunch

Fatih Akin “Kickt mit Herz” (Update)

30. April 2008

Ich bin dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf persönlich zu grossem Dank verpflichtet. Deshalb unterstütze ich das Promi-Benefiz-Fussballspiel “Kicken mit Herz” mit grosser Freude. Ich würde mich ausserordentlich freuen, wenn alle zahlreich kommen und einen schönen Tag um das Spiel geniessen können.

“Kicken mit Herz“ für herzkranke Kinder – unter diesem Motto trifft am 04.05.2008 der Hamburger Regisseur Fatih Akin mit seiner hochkarätig besetzten und eigens gegründeten Fußball-Mannschaft „Fatih Akin & Allstars“ auf die „Placebo Kickers“ des UKE. Als Verstärkung für sein Team holte sich Fatih Akin Prominente aus Kino, Fernsehen und der Musikbranche dazu, unter anderem Schauspieler wie Til Schweiger, Peter Lohmeyer (mit Sohn Louis Klamroth) und Denis Moschitto („Chiko“), Komiker Olli Dittrich (”Dittsche”), Fernsehkoch Tim Mälzer, Fussballprofi André Trulsen (Trainer beim FC St.Pauli) sowie die Musiker Das BoSasha und Marc Tavassol („Wir sind Helden“) u.v.a.m.

Der Hauptpreis der großen Tombola ist ein Rundflug über unsere schöne Stadt - mit Smudo in seiner eigenen Cessna!

Anstoss ist am Sonntag 4. Mai 2008 um 15:00 im ehrwürdigen Traditionsstadion des SC Victoria an der Ecke Lokstedter Steindamm/Martinistrasse genau neben dem UKE.

Tickets zu 10 Euro bekommt ihr an der Tageskasse, unter Kartenhaus.de oder unter der Hotline: 01805-969 0001
 
Mit dem Erlös der Veranstaltung soll die ambulante und stationäre Betreuung von herzkranken Kindern verbessert werden. Veranstaltet wird das Event von Dr. Thomas Mir (Universitäres Herzzentrum), Initiatoren sind Fatih Akins Produktionsfirma Corazón International und die Agentur la gente.

Ich werde mit meinem ältesten Sohn dabei sein!

Update [2008/05/04 19:00]: Die Allstars um Fatih Akin haben in einem spannenden Spiel gegen die Placebo Kickers der UKE Doktores gewonnen. Hart umkämpft drehten sie das Spiel in der letzten Spielminute nach einem 0:2 noch in ein 4:3 durch einen umstrittenen Foulelfmeter von Tormann Til Schweiger um. Fleissigster Allstar war Peter Lohmeyer auf der rechten Seite und auch Akin als Mittelstürmer. Das ganze unter strahlendem fast früfsommerlichem Wetter, vollem Haus und einer Unmenge an Presseleuten. Ich habe am Spielfeldrand unzählige Freunde und Nachbarn wiedergetroffen. Ganz besonders habe ich mich gefreut über Herrn Paulsen in einem todschicken schwarzen(!) original FC Barça-Trikot.

Xing in der Türkei

29. April 2008

Xing wächst weiterhin stetig durch Übernahmen in Europa und hatte im Januar 2008 cember.net übernommen - das mit jetzt über 320.000 Mitgliedern größte Businessnetzwerk in der Türkei. Heute schon sind auf der Xing-Plattform rund 30.000 türkischsprachige Mitglieder registriert.

Cember.net ist eine eingeführte profitable Marke in der Türkei und ähnlich wie Xing aufgebaut. Mit einem Kaufpreis von 4,36 Millionen Euro ist Cember.net die grösste Erwerbung von Xing nach den beiden spanischen Social Networks, die es im Vorjahr erworben hatte. Beide Netzwerke hatten aber zum Zeitpunkt des Erwerbs deutlich mehr Mitglieder.

Mit diesen drei Käufen deutet sich schon die Expansionstrategie von Xing an: In Richtung Lateinamerika und in Richtung Islamische Welt und Asien. In China ist Xing schon gut präsent.

Xing-Gründer Lars Hinrichs stellte heute in Hamburg in der Xing-Zentrale der türkischen Presse in Deutschland Cember.net und seine Gründer, das Ehepaar Çağlar Erol und Nihan Erol vor. Ich durfte an dieser Pressekonferenz mit babylonischem Sprachgewirr in deutsch, türkisch und englisch teilnehmen.

Die Türkei ist mit rund 70 Millionen Einwohnern einer der am stärksten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Mehr als 16 Millionen Bürger (Weltrangliste #18 in 2005) nutzen das Internet. Die digitale Wirtschaft wächst dort weit überdurchschnittlich. Die Türkei gehört zu den Top 20 in der Rangliste der Weltwirtschaften.

Derzeit baut die Türk-Telekom ein flächendeckendes DSL-Netz. Laut der neuesten Erhebung des türkischen Statistikinstituts vom 16. November 2005 besitzen 12,75% der Bevölkerung einen PC oder einen Laptop und 8,66 % der Haushalte besitzen einen Internetanschluss (2004 waren es 7,02 %) [Quelle Wikipedia]. Die aktuellen Zahlen dürften heute deutlich höher liegen.

Çağlar Erol wies daraufhin, das nicht nur der private Sektor, sondern auch der Staat in das Web investiere und es immer stärker nutze. Er sagte allerdings auch, dass die Universitäten einen zu geringen Anteil an technischen Akademikern produzierten, gemessen an der grossen Gesamtanzahl von Absolventen. Er wünschte sich auch mehr grosse und innovative Webvorhaben und mehr Risikokapitalgeber für das Land.

Lars Hinrichs betonte, für Social Networks könne die Türkei eine der wichtigsten Brücken zur islamischen und zur asiatischen Welt mit rund einer Milliarde Menschen sein. Schon heute existieren in Xing zahlreiche starke Gruppen mit kulturellem Hintergrund aus der Türkei.

Ich denke ebenfalls schon seit langem, dass die Türkei ein grosses Potential für weborientierte Dienste und Produkte bietet. Ich halte den Kauf und die Integration von Cember.net für eine kluge Investion in die Zukunft.

Es ist geplant, die technische Migration der Mitglieder von Cember.net voraussichtlich im dritten Quartal dieses Jahres abzuschliessen, sodass Xing weiterhin nur mit einer einzigen einheitlichen Plattform arbeitet. Da die Strukturen beider Netztwerk recht ähnlich sind, Çağlar Erol hatte Cember.net nach Xing-Vorbild entwickelt, sollte die Migration deutlich einfacher durchzuführen sein als bei den früheren Übernahmen in Spanien. Nach der vollzogenen vollständigen Übernahme wird sich Erol neuen eigenen Projekten widmen.

Ich bin überzeugt, dass Xing in der Türkei rasch ein starkes Wachstum hinlegen wird. Lars Hinrichs hat schon angefangen, türkisch zu lernen. Hoş geldiniz, Lars bey!

Päckchen-Aktion eindeutig aufgelöst

29. April 2008

Jens Schröder von Popkulturjunkie hat einen Brief erhalten. Tina Pickhardt hat das Logo auf deren Website entdeckt und wiedererkannt. Die Aktion ist hiermit endgültig aufgelöst. Wie banal.

Nachtrag: Den Brief, von dem Popkulturjunkie erzählt, habe ich nun auch mit der Briefpost erhalten.

Frank Zappa interview from The Cutting Edge

28. April 2008

“The young guys are more conservative and more dangerous to the art form than the old guys with the cigars ever were.” -Zappa im Interview

Das ist der Unterschied zwischen den 68′ern und heute, Tristessedeluxe.

Und das ist Zappa live, Babyboomers.

Deutsch (Beta)

28. April 2008

Frank Helmschrott fragt: Die deutsche Rechtschreibung auf Abwegen?

Das sind keine Fehler, Frank. Das ist die “User Generated Rechtschreibereform”, die UGR! Nur echt mit den Zusatzfeatures 2.0 und in Deutsch (Beta)! Keine Panik!

Twitterdings, Twitkrit,…

27. April 2008

Twitter, Twitter, all over. Buchstäblich übernacht sind entstanden:

  1. Twitterdings ist ein Blogprojekt von Nico Lumma. Nachrichten, Meinungen und Kostproben aus der Twitterwelt. Nico ist @rednix bei Twitter.
  2. Bei Twitkrit soll jeden Tag ein Tweet besprochen werden. Witziges, Erhebendes, Emotionales, Lakonisches. Ein Projekt von @bosch, @mspro, @PickiHH, @LorettaLametta und @BjoernGrau. Wie es zu dieser Idee kam, schildert mspro in seinem Blog.

Bar 4.0: Bloglesung unter Freunden (Fotos!)

27. April 2008

Gestern abend war die Bar 4.0 Bloglesung im Javahouse in Hamburg. Es lasen Lu, Isa, Mek und Merlix.  Ich habe Premiere mit meiner ersten Moderation habt. Im dunklen Anzug und mit roten Manschettenknöpfen, die ich nur alle zwei Jahre zu besonderen Anlässen trage.

Lu las eine Geschichte über ihre Begegnung der Dritten Art mit Ziegenkäse und eine weitere über die Ode an den Frühling. Merlix eine seiner wunderbaren Geschichten aus Travemünder Jugendzeiten: Das Riesenschaf. Sowie Ratschläge zum Umgang mit Minderjährigen. Nach der Pause gab Mek einige skurile Kostproben seiner literarischen Interpretationen aus seinem Leben. Isabo setzte den Schlusspunkt mit ihrer Geschichte aus einem türkischen Bad: Hamam sowie über ihr ganz persönliches Verhältnis zum Frottee-Schlafanzug ihres Mannes. Originell und sehr schön war ihre Idee, einige Kommentare aus einem ihrer Blogposts abwechselnd von den Akteuren des Abends vorlesen zu lassen.

Der Abend war heiter und gelöst und sehr abwechslungsreich. Im Publikum wurden gesichtet u.a. die Merlix’ Herzdame mit Mini-Merlix, Herr Paulsen, Herr Ix mit der Schwadroneuse, Kid37, Percanta, MSpro, Malte Diedrich und Pia, Lars Immisch (im Schäublone-T-Shirt!) und viele viele andere mehr. Der Laden war brechend voll. Übrigens ein sehr gelungener Rahmen für eine Bloglesung. Es war wie in einem grossen indonesischen Wohnzimmer mit guten Getränken, javanischen Speisen und ausgesuchter Gastfreundschaft! Dank an den Hausherrn Irfan Nazir Arifin und seinem Team. Gerne wieder dort!

Der Abend war lang und wir sassen noch lange in der warmen Frühlingsnacht draussen an den Tischen im Freien und erzählten uns viele noch ungebloggte wunderschöne Geschichten und Schwänke aus unserem Leben! Eine neue Projektidee zu Bloglesungen ist dabei auch noch herausgekommen. Demnächst vielleicht mehr dazu.

Fotos verlinke ich hier als Updates, sobald sie irgendwo online gehen. Ich bitte um Nachricht!

  • Sehr schöne Fotostrecke von Alexander.
  • Ein wunderbarer Bericht von Isa
  • …und wie Percanta den Abend erlebt hat!
  • Das Resumée von Merlix.
  • Und ein sehr persönlicher Rückblick vom grossen Mek!
  • Lu versucht ihren Ausflug nach Hamburg zusammenzufassen (Fotos!)

MSpro hat übrigens gleich im Anschluss in den frühen Morgenstunden noch sein interessantes Gemeinschafts-Twitter-Projekt Twitkrit fertiggestellt und gelauncht! Mit der Bitte um freundliche Aufmerksamkeit.

Lounge & Bar 20up in Hamburg

26. April 2008

Eine der schönsten Aussichten nachts auf das Lichtermeer der Stadt und den Hamburger Hafen. Ein weiter Blick bis über Bergedorf und die Boberger Dünen im Osten, bis hinten zu den Harburger Bergen im Süden und im Norden weit über Altona hinweg. Tief unten die Elbe, die Docks, die Hafenbecken, Kreuzfahrtschiffe und Barkassen, die Dächer und Strassenschluchten des Amüsierviertels in St.Pauli. Sogar einen Blick auf die roten Lichter der Herbertstrasse kann man von oben riskieren. Ein nächtliches Panorama in Vogelperspektive aus dem 20’sten Stock des Empire Riverside Hotels. Beeindruckend die Lage des Lounge & Bar 20up. Am besten zu geniessen von einem Platz ganz vorne an der Stirnseite des langen schlauchförmigen Raums parallel zum überlangen Bartresen. Einmalig. Damit enden auch schon leider die Superlativen. Sehr schade.

Es fängt an mit dem Empfang. Zwei herrische “Türsteher” fragen barsch nach einer Reservierung. Dann fordern sie einen auf, die Garderobe abzugeben (Sie “bitten” nicht). Anschliessend wird man durch die gut gefüllte Lounge zum Platz geleitet. Die Stehtische mit Hocker etwas lieblos. Der Service ist nicht allzu freundlich. Die Cocktails empfand ich als etwas dünn und wässerig. Die Musik ist nicht schlecht. Die Gäste durchwachsen und viel aus dem hamburger Umland. Das 20up verspricht nach Lage und Auftritt exklusiv und hochwertig zu sein, erfüllt dieses Versprechen aber mit Ausnahme der grandiosen Aussicht nicht.

20up und das neue Viertel auf dem ehemaligen Gelände der St.Pauli Bavaria Brauerei stehen für das neue St.Pauli. Nach dem Tod vom ungekrönten Kiezkönig Willi Bartels in 2007 ist das Grosskapital der Immobilienfonds und der Grossinvestoren eingezogen. Das Viertel ändert sich rapide. Der Hafenrand ist begehrt. Die dritte Nachkriegsgeneration bestimmt nun das Spiel: Vom Rotlicht des Paten Bartels (Eroscenter, Herbertstrasse, zahlreiche Stripclubs) nach dem Krieg, über die kreative alternative Szene in der Renaissance von St.Pauli der 80er und 90er Jahre (Schmidts Tivoli, Szenelokale) wandelt es sich immer mehr in Richtung Bauspekulation und schicke internationale Langeweile. Das St.Pauli, für das es mal bekannt war, existiert kaum noch.

Aus dem 20up kann man aber noch einen letzten wehmütigen Blick darauf werfen.

Mein Beitrag zu Lounge & Bar 20up - Ich bin CemB - auf Qype

Café Miller in Hamburg

26. April 2008

Das “Miller” ist ein kleines buntes Biotop. Ein kleiner Lebensraum, abseits der Touristenströme auf der Reeperbahn, für Geeks, Nerds und die digitale Bohéme. Ein freundliches Ecklokal, genau am Schnittpunkt zwischen Detlev-Bremer- und Clemens-Schultz-Strasse. Im Herzen von St.Pauli. Da wo die jungen St.Paulianer zuhause sind. In Hörweite des Stadions der Braunen.

Ein kleiner beschaulicher Ort, wo sich Rugbyspieler von der Insel mit Webworkern, die nette Bedienung teilen. Wo freies WLAN - für Kurzweil sorgen. Für den notebooklosen steht ein Internetterminal versteckt links hinter dem Eingang. Von hier lässt sich trefflich via Skype auf lau mit der Freundin in Australien der Trennungsschmerz lindern. Mails checken, Musik hören, oder auch Twittern. Eine Auswahl aktueller Druckerzeugnisse von taz bis Gala versüsst den Nachmittag der Stillen und Intellektuellen. Biertische auf der Strasse den passionierten Raucher. Nur die Karte kann man getrost in die Ecke stellen und dort lassen. Frühstück, Sandwich und Pasta sind eher auf englischem Niveau. Das Lächeln hinter dem Tresen entschädigt das aber mehr als genug.

Ja, ein “Miller”-Bier gibt es natürlich auch. Und ein irisches Kilkenny, rotblondes Duck und das Nationalbier St.Paulis, das ASTRA. Das Bier mit dem Herzen und dem Anker. Was dagegen?

Ich fühle mich wohl hier. Was will man mehr.

Mein Beitrag zu Café Miller - Ich bin CemB - auf Qype