Archiv | September 2008

Nachmittagstee

  • Der Schöpfer von WordPress Matt Mullenweg kommt zum WordCamp 2009 -  nach Jena ins Herz von Mitteldeutschland. Ein echter Scoop der Organisatoren des Camps. Gratuliere!
  • Die besten Pubs sind in Büchern: First stops on a literary pub crawl - Engländer müssen es wissen
  • Turi legt sich auf die Couch und fragt: Wie geht’s, Heiko Ernst? Interview über German Angst, Le Waldsterben, Winterdepression und die Psychologie in Wirtschafts-Krisen…
  • Wikinvest - a website that explains the deeper story behind a company, giving investors the context they need to understand what they are betting on when they purchase a particular stock or invest in a specific sector. More than 100,000 contributors. Cool. [via]
  • Junge Community-Managerin (20) sucht Aufgabe in Hamburg. Communities bitte bei mir melden! Per @Mail oder per Direct Message via @Dent oder @Tweet!

Paläste zu Sandburgen

In Zeiten turbulenter globaler Finanzmärkte, wo einst hochbegehrte Wertpapiere und ganze Marktindizes in Sekunden ihren Wert und ihre Daseinsberechtigung verlieren, wo machtstrotzende Paläste von Banken, Investmenthäusern und Versicherungskonzernen zu Sandburgen zerbröseln, fragen sich viele, was eigentlich der Wert oder der Preis von etwas noch ist. Das erinnert mich an eine Geschichte aus meiner Grundschulzeit, zweite Klasse am Turmweg in Hamburg.

Eddy, mein damals bester Freund, und ich sind sechs und sieben Jahre alt. Eddy, jüngster Sohn eines jüdischen Tuchhändlers aus dem Iran, wohnte damals mit seiner Familie in einer sehr grossen und sehr schönen Wohnung in einem der feinen Stadtteile von Hamburg, Wenn ich mich recht erinnere, 11 Zimmer. Alle mit wunderschönen sehr feinen orientalischen Teppichen ausgelegt. Ich hatte damals schon ein Auge dafür.

Eines Tages fragte ich ihn in meinem Übermut, was denn ein bestimmter Teppich, der bei ihnen im Wohnzimmer auslag, denn so kosten würde. Ich wollte einfach unhöflich und direkt den Preis wissen. Er schaute mich wissend an und sagte: “Was er dir Wert ist”. Seit fast 50 Jahren klingt diese Antwort mir immer noch in den Ohren. Natürlich hatte er recht.

Nichts Materielles hat einen Wert oder einen Preis für sich. Der Preis ergibt sich einfach aus dem Deal, den Käufer und Verkäufer schliessen. Er ist immer “gerecht” für beide. Sonst würde mindestens einer der Parteien den Abschluss nicht machen. So wie Fussballergebnisse auch immer gerecht sind, wie weiland Otto Rehhagel schon sagte. Schön spielen nutzt nichts. Tore zählen.

So gesehen sind die Entwicklungen an den Finanzmärkten “immer gerecht”. Sie spiegeln immer die Realität wieder. Gnadenlos.

Wie man meinen Namen ausspricht

Ich habe mein Profil etwas aufgefrischt. Und u.a. ein kleines Detail hinzugefügt:

How to pronouce my name? Listen: Cem.

In türkischer Phonologie laut englischer Wikipedia: dʒem.

Ich werde einfach zu oft danach gefragt. Zum Nachnamen habe ich leider keine adequate Audio-Datei gefunden. Im Deutschen würde man ihn “Baschmann” aussprechen. Geschrieben aber “Başman”. Mit einem ş und einem einzigen n. Ein leidiges Thema hierzulande. Das Häkchen unter dem s darf man ausserhalb des Türkischen dagegen aber gerne auch weglassen.

Btw, English speaking people pronounce my family name ”Bashman”, both vowels (“a”) like in “father”.

Paul Newman

1925-2008

Im Nachruf der New York Times:

“We are such spendthrifts with our lives,” Mr. Newman once told a reporter. “The trick of living is to slip on and off the planet with the least fuss you can muster. I’m not running for sainthood. I just happen to think that in life we need to be a little like the farmer, who puts back into the soil what he takes out.”

See you on the other side, Fast Eddie.

Frühstückslektüre

  • Fraunhofer-Studie: Soziale Netzwerke mit enormen Datensicherheitslücken – Blogpiloten: “Die Forscher haben sich als normale Nutzer bei den Netzwerken LinkedIn, XING, MySpace, Facebook, StudiVZ, wer-kennt-wen und lokalisten angemeldet und anschließend versucht, über spezielle Suchmaschinen auch auf angeblich geschützte oder gar gelöschte Daten zuzugreifen.”
  • “USA erklärt” Das (nicht-)autorisieren von Interviews im Unterschied zwischen dem Angelsächsischen und Deutschland. Übrigens, ich lese Interviews grundsätzlich nie gegen und wundere mich gelegentlich über den Unsinn, den ich manchmal von mir gebe. Interviews sind der Job des Interviewers, nicht der des Interviewten, finde ich.
  • “Schwarzer Himmel, schwarzes Meer” – Die Lange Nacht der türkischen Literatur im Deutschlandradio, 11. Oktober, 00:05 Uhr und Deutschlandfunk, 11. Oktober, 23:05 Uhr, Moderation: Jochanan Shelliem. Teaser: “Die politischen Wirren in der Türkei Ende der 70er-Jahre, die mühsame Abkehr vom tradierten Frauenbild in der türkischen Gesellschaft oder die Geschichten vom schwierigen Miteinander unterschiedlicher Völker und Kulturen, von Griechen, Juden, Armeniern und Türken im heutigen Istanbul haben durch Fatih Akin in seinem Film “Auf der anderen Seite” eine unvergssliche Bildsprache gefunden. In diesem Spannungsfeld von gelebten und ungelebten Träumen, von erfüllten und unerfüllten Hoffnungen in einer sich rasant verändernden Gegenwart bewegt sich auch die aktuelle Literatur der Türkei, Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus und dem Kulturamt der Stadt Köln stellt die “Lange Nacht” der türkischen Literatur sechs herausragende türkische Autorinnen und Autoren vor und gibt Einblicke in die Bücher von Izzet Celasin, Asli Erdogan, Sebnem Isigüzel, Sema Kayguzus, Mario Levi und Murathan Mungan.” [Linktipp via Mail von FoodFreak, Danke!]
  • Google behauptet heute 10 Jahre alt geworden zu sein durch Einblendung einer entsprechenden Logo-Kreation. Es kursieren unterschiedliche Angaben über den Geburts-Tag. Sicher ist nur, es war irgendwann im September 1998. Die Testversion jedenfalls soll am 7. September online gegangen sein.
  • Heute und Morgen: BarCamp Stuttgart. All tags #bc0711.

Bye Bye Miss American Pie

Madonnas Cover (2000) von Don McLeans Klassiker (1971). Damals die Hymne der Zeit. Ein wunderschöner und rätselhafter Text. Madonnas Version ist aber deutlich kürzer. Es enthält nur den Anfang der ersten Strophe, die ganze zweite und sechste Strophe. Hier die Interpretation des kompletten Textes und die vermutliche Auflösung des Rätsels.

Die Aufnahmen von Madonnas Version enstanden in London(!). Regie führte der deutsche Philipp Stölzl, der auch einige andere ausgezeichnete Videos wie beispielsweise für Garbage, Faith No More, Luciano Pavarotti oder auch Evanescence drehte.

Manchmal steckt in einem scheinbar banalen Stück Pop doch einiges.

Schönes Wochende.

Freiheit hat ihren Preis

Nach den Erfahrungen von gestern vormittag plane ich mein Blog selber zu hosten.

Ich habe vor, nach dem MBC09 Ende Januar auf meine eigene Domain basman.xxx umzuziehen, eine Domäne, die ich bisher nur für meine berufliche Mail genutzt habe. Die Präsenz wird einfach “Basman” heissen.

Meine neue Heimat wird wahrscheinlich vier Bereiche haben:

  • .com: Commercial & Business – Meine berufliche Webpräsenz
  • .net: Networking & Messaging – Wie man mich erreicht und wo man mich findet
  • .org: Organizations & Non-Profit Activities – Meine gemeinnützigen Vorhaben
  • .de: Privates Blog in deutsch – Sprechblase 2.0

Die Toplevel-Domänen sind hier eher zunächst symbolisch zu verstehen, eher wie Labels oder Kategorien für Schubladen. Es hätte aber auch den Charme, sie wirklich als Toplevel-Domänen zu verwenden.

Zu kompliziert? Es sind ja noch einige Monate hin und ich werde in Ruhe die Idee noch optimieren können.

Ich werde dafür als Plattform wordpress.org nehmen. Mir ist bewusst, dass Eigengehostetes deutlich mehr Aufwand und Fummelkram bedeutet als ein fertig bereitgestelltes komplettes Bloghosting.

Freiheit hat ihren Preis.

Gerüchteküche: Gates + IBM = SAP?

Hat Bill Gates vor, gemeinsam mit IBM die deutsche SAP zu kaufen? [aufgeschnappt] …Zumindestens hätten beide damit einen lästigen Wettbewerber eingefangen, ein gutes Investment und neuen Zugang zu Kunden und Märkten, wo beide neue zusätzliche Produkte absetzen könnten. Aber wie gesagt, es ist ein augenblickliches Gerücht aus der Küche der brodelnden Finanzmärkte.

WordPress.com sperrte Sprechblase heute morgen

Die gehostete Variante von WordPress hatte mein Blog Sprechblase für das Posten von neuen Artikeln gesperrt. Ich hatte es heute morgen kurz nach 10 Uhr bemerkt, als ich diesen Artikel veröffentlichen wollte.

Im gelben Balken oberhalb der Texteingabebox erschien folgende Mitteilung vom Hoster:

Warning: We have a concern about some of the content on your blog. Please click here to contact us as soon as possible to resolve the issue and re-enable posting.

Ferner war der Button “Veröffentlichen” ersetzt durch “Zur Durchsicht einreichen”. Ebenfalls die entsprechende Dropdown-Box. Siehe Screenshot hier im Artikel (Klicken zum Vergrössern). Ich wurde aufgefordert den Support per Formular zu kontaktieren, was ich auch sofort gemacht habe.

Zunächst dachte ich, es hätte eben mit dem aktuellen Artikel zu tun. Doch die Ursache war anders. Ich erhielt diese Mail eben vom Support bei WordPress.com:

[WordPress #BWX-486974]: 493@sprechblase.wordpress.com

Alex – WordPress.com an cbasman
Details anzeigen 10:59

Hi,

Thanks for contacting us.  We’ve noticed a number of blogs posting many similar links to Qype.com from similar IP addresses.  We’re not quite sure why and we’re hoping you can tell us something about it.

I’ve removed the warning from your blog so you can post again.  Sorry for the inconvenience.
Kind regards,
Alex

Offensichtlich hat WordPress.com die Artikel, die ich von Qype per Knopfdruck in Sprechblase veröffentlicht hatte als Spam gewertet. Hier ist ein Beispiel für so einen Artikel. Wie ich während des heutigen Vorfalls auch diskret mitbekommen habe, hat Qype wohl auch bei WordPress.com interveniert. Ich war wohl auch nicht der einzige, der von dieser Massnahme betroffen war. Was folgt nun daraus?

  1. Artikel werden offensichtlich seitens WordPress.com moderiert. Das kann technische Ursachen haben, inhaltliche oder auch eine Mischung aus beiden wie im vorliegenden Fall. Dazu bedarf es nicht einer Meldung durch einen Nutzer, sondern passiert auch auf Betreiben des Hosters. Eigentlich keine grosse Überraschung.
  2. Ich werde zunächst hier bei WordPress.com mich nicht dem Risiko aussetzen, auf ähnliche Art und Weise zu posten, dh konkret im Einzellfall: Es werden keine Qype-Besprechungen mehr direkt aus Qype in der Sprechblase veröffentlicht. Das war aber auch schon länger nicht mehr der Fall. Ähnliches gilt auch für andere Websites. Die Funktion bei Qype.com finde ich aber grundsätzlich nicht verwerflich. Es ist ja schliesslich mein eigener Content.
  3. Mir zeigt es, dass WordPress durchaus in der Lage und Willens wäre, Zensur auch aus anderen Gründen auszuüben. Das beunruhigt mich. Mir zeigt es ebenfalls, dass sie dieses Recht ausüben werden, wenn sie aus welchen Gründen auch immer dazu aufgefordert werden würden.
  4. Ich werde kurz- bis mittelfristig mir eine neue Heimat suchen. Ich werde mein Blog selber hosten. Nach sieben Jahren gehostetem Geblogge ein grosser Schritt für mich. Doof. Aber notwendig. Ohne jede Diskussion. Beim Produkt WordPress möchte ich aber schon bleiben. WordPress.org natürlich dann.

Das war der Schreck in der Morgenstunde. Und eine Lehre. Ich mag nicht auf diese Art gegängelt werden.

Deutsche Banken tiefer im US-Finanzstrudel als gedacht

Kai Brenner in Brokerz vor wenigen Minuten:

Der Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers belastet die deutschen Kreditinstitute höher als bisher bekannt. Auch die Genossenschaftsbanken besitzen Lehman-Papiere in einem Volumen von bis zu einer Milliarde Euro. Überschaubar sind offenbar die Probleme der Sparkassen, härter trifft es die Landesbanken. Und auch die Postbank rechnet mit neuen Lasten.

Es scheint nur die Spitze des Eisbergs zu sein…

Wettbewerb: Webfuture Award in Hamburg

Nach der erfolgreichen Premiere des E-Commerce-Wettbewerbs im vergangenen Jahr ruft Hamburg@work, das größte Branchennetzwerk für die Medien-, IT- und Telekommunikationsbranche, auch in diesem Jahr erneut zum Webfuture Award auf. Gesucht werden innovative Projektvorschläge und Konzepte aus den Bereichen E-Commerce, Web 2.0 und Social Communities. Auch in diesem Jahr erhalten die Gewinner Geldpreise im Gesamtwert von 25.000 Euro, Sachpreise und Sponsorleistungen der Initiative Hamburg@work und ihrer Mitgliedsunternehmen sowie eine anschließende Betreuung durch ausgewählte Vertreter großer Hamburger E-Commerce- und Online-Unternehmen.

Am Wettbewerb teilnehmen können in Hamburg und der Metropolregion Hamburg ansässige Gründer sowie kleine und mittelständische Unternehmen. Anmeldeschluss ist der 30. September 2008. Die Teilnahme ist kostenfrei und pro Einsender auf ein Konzept beschränkt.

Hamburg@work ist die Hamburger Initiative für Medien, IT und Telekommunikation. Sie wird getragen von der Freien und Hansestadt Hamburg sowie Hamburger Unternehmen, die sich im Hamburg@work e.V. zusammengeschlossen haben.

Content-Klau und Plagiate aufdecken

Perun stellt in webwork-tools zwei Programme vor, mit dem man Langfingern im Web auf die Spur kommen kann:

Valentinstag ist WordCamp 2009

Das WordCamp 2009 findet am Samstag den 14. Februar 2009 im JenTower in Jena statt. Der Initiator des Treffens ist Frank Bueltge, einer der tragenden Säulen der deutschsprachigen WordPress Community. Ferner gehören zu dem Kreis der Organisatoren aus dem WordPress Deutschland Team Robert Pfotenhauer und Olaf Schmitz dazu.

Das WordCamp wird zusammen mit dem Barcamp Mitteldeutschland stattfinden. Mit dabei wieder die Organisatoren des ersten Barcamps aus 2008, Lars Zapf und Holger Weser, das ich noch in sehr angenehmer Erinnerung habe.

Ich bin dabei. Und hier alle anderen.

[Update: Bekomme aus den "off" die Regieanweisung, den Valentinstag anders zu verbringen. Ich gebe zu, es ist mir die liebere Variante. Sorry, Jena.]

2008 hatte ich das grosse Vergnügen zusammen mit Valentin Tomaschek in Hamburg das erste WordCamp in Europa zu organisieren. Valentin ist der Herausgeber vom WordPress Magazin und der Gründer der WordPress Gruppe in Xing.

Schiefes Layout… (Updates)

…Wordpress.com scheint mein gehostetes Theme “The Journalist” verändert zu haben und hat mein Layout dadurch verissen. War die Änderung Absicht oder nicht? Ich habe eine Support-Anfrage geschickt.

Update: Das neue Theme von WP heisst The Journalist – revised. Werde ich wohl jetzt mit leben müssen…
Update 2: Das alte Theme ist als “The Journalist v1.3″ wieder im Angebot. Ich habe es wieder in den alten Stand zurücksetzen können! (danke für den Hinweis, Armin!)

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