Initiative: Kids sicher im Web (Update2)

Kinder gehen heute früher und ungezwungener ins Web als noch vor wenigen Jahren. Mit dem Schulwechsel von der Grundschule in die weiterführenden Schulen, mit Start in die fünften Klassen, fangen sie an, gezielt im Internet zu surfen und aktiv zu werden. Das gehört zum Entdecken der Welt.

Einer der beliebtesten Anlaufpunkte ist schülerVZ. Ist einer aus der Klasse drin, folgen die anderen ziemlich sicher in wenigen Wochen nach. Laut AGB, die sich natürlich keiner der Schüler durchliest, darf schülerVZ nur von Schülerinnen und Schülern ab zwölf (12) Jahren genutzt werden. Das ist in der Praxis graue Theorie. Sie sind alle drin. Für viele der anderen Social Media Plattformen gilt Vergleichbares. Das besorgt viele Eltern ziemlich.

In den letzten Jahren bin ich deswegen häufig von Eltern von Mitschülern meiner zwei jüngeren Söhne angesprochen worden. Was sie teilweise über ihre Kinder erzählt haben, hat mich in einigen Aspekten doch beunruhígt. Meinen Jungs kläre ich ziemlich genau auf über Verhaltensregeln und die Gefahren des Internet für Minderjährige. Doch was teilweise die Eltern mir erzählen, da sträuben sich mir die Haare. Von Mobbing der Lehrer und Kinder bis hin zum Anbaggern durch Erwachsene ist alles drin. Aber auch viel Positives erleben sie. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Wie sollen aber Eltern ihren Kindern das Verhalten im Internet beibringen, wenn sie es selber nicht wissen? Kinder brauchen Regeln. Heute ganz besonders auch für den Umgang mit dem Web.

Deshalb wünsche ich mir, dass an den Schulen der sichere und richtige Umgang mit dem Web gelehrt, gelernt und gemeinsam trainiert wird. So wie Verkehrserziehung, Gewaltpräventions-Programme oder auch Sexualkunde-Unterricht. Die Lehrer und Schulen sind inhaltlich und zeitlich mit einem Internet-Training völlig überfordert. Sie werden es nicht leisten können. Die Schulbehörden sind ferner chronisch unterfinanziert und mit sich selber beschäftigt, sodass sie es ebenfalls nicht auf die Reihe bekommen werden. Das Thema ist wichtig und dringlich. Was also tun?

Grundsätzlich müssen drei Aufgaben gelöst werden:

  1. Ein pädagogisches Programm muss zunächst dafür entwickelt werden. Ich denke, dass 2-3 Nachmittage á 2-3 Stunden für ein Training über “Richtiges Verhalten im Web für Kinder im Alter von 12-14″ ab der 5. oder 6. Klasse ausreichen sollte. Eventuell mit einer Nachbesprechung 8-12 Wochen nach dem Training.
  2. “Train the Trainer” Programme müssen durchgeführt werden. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das nicht nur engagierte Lehrer und Profis sind, sondern dass das auch ein Schülerprojekt der Oberstufen sein kann. Ältere Schüler trainieren junge Schüler. Warum eigentlich nicht? Das spart zudem auch eine Menge Geld.
  3. In dieses Programm müssen alle Interessenvertreter eingebunden werden: Schüler, Eltern, Lehrer, Schulen und die Schulbehörden.

Wer kann so etwas finanzieren? Bei aller Selbsthilfe und bei allen Engagement, Geld braucht man schon dafür etwas. Die Internetbranche sollte das finanzieren: Google, Amazon, Ebay & Co. Sie verdienen am Internet, also sollten sie der Gesellschaft auch ein gewisses Payback in Form solcher Programme leisten. Das ist nicht unrealistisch.

Ich halte ein systematisches Training für “Richtiges Verhalten im Web für Kinder im Alter von 12-14″ für absolut notwendig, sinnvoll und auch finanzierbar. Ich würde mir eine breite Initiative dafür wünschen. Kriegen wir das für den Schluanfang 2010/11 hin? Es ist machbar.

Das ist ein Beispiel für praktische Netzpolitik. Kids sicher im Web.

Update [2009-10-11 09:40]:

Gut wäre als konkrete Massnahme angepasst für Schüler, Eltern, Lehrer, Schulen und die Schulbehörden:

  1. Eine Website mit Verhaltensregeln und Tipps sowie Foren jeweils für Schüler, Eltern, Lehrer und Schulen, um offene Fragen zu diskutieren.
  2. Ein Satz Unterrichtsmaterial und zum Selbststudium zum Herunterladen für die verschiedenen Zielgruppen. Gerne mit Multimedia Material, Links und vielleicht einem kleinen Test oder Quiz.
  3. Verlinkungen auf diese Webseite von den gängingen Webseiten, die Kinder regelmässig besuchen.
  4. Eine Broschüre der Schulbehörden, die an alle Schüler, Eltern und Lehrer verteilt werden kann.
  5. Die Möglichkeit, dass Schüler, Klassen, Eltern und Lehrer an einem Training “Kids sicher im Web” teilnehmen können.

Finanziert von Staat und Industrie.

Update2 [2009-10-11 13:30]:

Den Schwerpunkt der Initiative “Kids sicher im Web” sehe ich hier:

  1. Schülern der 5. und 6. Klassen, ihren Eltern und Lehrern das Bewusstsein für Chancen und Risiken des Internet schaffen.
  2. Ihnen grundlegende sichere Verhaltensregeln aufzeigen und einüben.
  3. Den Kindern ein selbstbestimmtes sicheres Handeln im Web auf Basis von Vertrauen zu ermöglichen.

38 Gedanken zu „Initiative: Kids sicher im Web (Update2)

  1. Klingt gut und sehr wichtig, Cem. Sollte in der Tat ganz oben auf den Prioritätenlisten in den Schulen stehen.
    Durch meine Freundin, die beruflich viel mit diesem Thema zu tun hat, weiß ich, dass die Kids die Gefahren im Netz wirklich oftmals unterschätzen und daher versucht sie, die Jungs und Mädels in AGs zu schulen. Sowas kann aber natürlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein. Du hast recht, wenn Du eine breite Initiative forderst!

  2. Stimme Dir volllommen zu, Cem. Aber es wäre doch auch sehr naheliegend, wenn sich auch die Netzwerke SchülerVZ, Facebook usw. an der Finanzierung beteiligen würden.

  3. @Jürgen, selbstverständlich. Alle genannten. Ich schliesse keinen aus. Ein Fond für die Initiative wäre gut. Und auch ein Pilotprojekt. Hamburg wäre für mich persönlich naheliegend.

  4. @Cem, ich hatte die Netzwerke angesprochen, weil Du sie später nicht mehr aufgeführt hattest, ich kann mir nämlich nicht vorstellen, daß “Google, Amazon, Ebay & Co” für so ein Projekt zahlen würden.

    Man müßte vor allem versuchen, für das Thema mehr Reichweite zu bekommen. Greife das Thema doch nächste Woche noch mal in Deinem Blog beim Freitag auf!

  5. Pingback: Jürgen Fenn (juergenfenn) 's status on Saturday, 10-Oct-09 22:20:38 UTC - Identi.ca

  6. Die Internetbranche soll das also finanzieren, weil sie “der Gesellschaft was schulden”. Dir ist aber schon bekannt dass die zumindest zum grossen Teil schon diverse Programme laufen haben?

    Die sind zwar in gewisser Weise eigennuetzig (da sie langfristig natuerlich indirekt den Firmen nutzen), aber das waeren Deine Programme ja auch. Intel hat seit bestimmt 10 Jahren die Lehrerfortbildung und aehnliches laufen. Google hat das Outreach programme. Cisco hat ein Global Education programme wo sie mit “educators” zusammenarbeiten. eBay hat die eBay Foundation, wo wahrscheinlich auch was mit Schulen laeuft.

    Vermutlich jede dieser Firmen hat irgendwelche “Community Involvement” Programme und aehnliches laufen. Teilweise (und gerade) auch in Schulen, mache ich selber bei meinem jetzigen Arbeitgeber.

    Da diese Firmen und ihre Mitarbeiter auch nur begrenzte Resourcen und Zeit haben bleibt jetzt die Frage wo da gekuerzt werden soll um die von die geforderten neuen Programme zu finanzieren.

  7. @Armin, das ist gut zu wissen. Und ich weiss das.

    Nur, ich merke davon in Hamburg nichts. Mir ist in der Hansestadt davon nichts bekannt. Es wächst schon die zweite Generation der “digital natives” heran und ich hätte gerne, dass sie ihren “Internet-Führerschein” macht.

    Es gibt rund 180.000 Schüler in Hamburg. Davon sind etwa nach eigener Schätzung jeweils ca 15.000 Fünft- und Sechstklässler. Unter den Bedingungen, die ich genannt hatte, würde so ein Programm vielleicht 300.000 Euro je Jahrgang und Jahr kosten. Wenn es nur eine Broschüre wäre, nur etwa 30-40.000 Euro. Das ist doch machbar. Oder?

  8. Cem, schöner Artikel! Ich bin damals ganz ohne Vorkenntnisse ins Internet gerutscht und weiß noch genau, dass ich auch im schmierigen Chats war, die ich heute auf zwanzig Meilen meiden würde. Doch ich glaube, ich habe etwas gelernt und meine eigenen Erfahrungen gemacht. Natürlich muss man immer abwiegen, inwieweit Erfahrungen helfen, Dinge zu lernen und welche zu weit gehen, aber die Erfahrungen von damals waren hilfreich.

    Ich denke, dein Vorschlag, Verhaltenskurse im Internet anzubieten, ergibt Sinn. Ich meine aber auch, dass es keinesfalls später als in der fünften Klasse sein darf. Danach sind Kinder schon viel zu versiert, als dass sie von den Lehrern Ratschläge im Umgang mit ihrer Technologie, dem Internet, annehmen würden. Das wäre dann wie Sexualkunde in der Oberstufe.

    Falls du da Unterstützung brauchst, vielleicht von jemandem, der noch gar nicht so lange aus diesem Alter raus ist, dann kannst du dich gerne melden.

  9. Update [2009-10-11 09:40]:

    Gut wäre als konkrete Massnahme angepasst für Schüler, Eltern, Lehrer, Schulen und die Schulbehörden:

    1. Eine Website mit Verhaltensregeln und Tipps sowie Foren jeweils für Schüler, Eltern, Lehrer und Schulen, um offene Fragen zu diskutieren.
    2. Ein Satz Unterrichtsmaterial und zum Selbststudium zum Herunterladen für die verschiedenen Zielgruppen. Gerne mit Multimedia Material, Links und vielleicht einem kleinen Test oder Quiz.
    3. Verlinkungen auf diese Webseite von den gägingen Webseiten, die Kinder regelmässig besuchen.
    4. Eine Broschüre der Schulbehörden, die an alle Schüler, Eltern und Lehrer verteilt werden kann.
    5. Die Möglichkeit, dass Schüler, Klassen, Eltern und Lehrer an einem Training “Kids sicher im Web” teilnehmen können.

    Finanziert von Staat und Industrie.

  10. Scoyo wäre sicher auch mit dabei, die haben vielleicht auch die erforderlichen Kontakte zu den Schulbehörden? Und außerdem könnte man mit denen das ganze spielerisch aufziehen, also eine der Lernübungen als kleines Online-Spiel etwa.

  11. Hi Cem,

    klasse Gespräch das wir gerade hatten. Wir unterstützen diese Initative gern nach Kräften und würden uns sehr freuen, wenn wir hier die Internet Branche in diesem Themenkomplex nach vorne bringen.

    Es gibt zwar schon Bundesaktivitäten mit DsiN (Deutschland sicher im Netz (und der Site http://www.ein-netz-fuer-kinder.de) die aber meiner Ansicht nach leider zu kurz greifen, und nicht die Realität abbilden.

    Technische gehen eine ganze Menge an Dingen die gerade im Umfeld von AKTIVEM Jugendschutz auf und in Sozialen Netzwerken et al angewendet werden könnten. Leider sind die betreffenden Anbieter – sagen wir es mal diplomatisch – zurückhaltend was eine Umsetzung angeht.

    Let´s rock und ich bin sicher, dass Du hier neben uns noch viele andere begeistern kannst eine gute Initiative aufzubauen!

    Gruß

    Peter

  12. Hi Cem,

    super Idee, aber es gibt da schon eine ganze Menge Projekte für die auch Unmengen Geld ausgeben wurden und werden.

    u.a.

    https://www.klicksafe.de/

    http://schau-hin.info/ sehr teurer Spaß

    An der HAW Hamburg läuft folgendes Projekt:

    “In Zusammenarbeit mit einigen diesbezüglichen Einrichtungen in Hamburg nimmt sich dieses Projekt eine solches Ziel und Produkt vor: nämlich die Entwicklung und Evaluation eines Internettrainings (online und print voraussichtlich) für 12- bis 16jährige.”
    Die Seite ist zurzeit leider offline.
    Wenn du dazu mehr wissen magst, dann würde ich mich an Bernd Allenstein wenden.

    http://www.mediennetz-hamburg.de/index.php?ADR_ID=81

    Ansonsten ist vielleicht auch noch das Netzwerk “Seitenstark” ganz interessant.
    http://www.seitenstark.de/

    und zum Thema Geld:
    http://www.ein-netz-fuer-kinder.de/gemeinsame_initiative/index.php

    Gruß

    Jörg

  13. Die Lehrer an meiner Schule sind fast ausschließlich über 50 und kenen sich überhaupt nicht im internet aus… Ich glaube dieses Projekt kann man wirklich nur mit jüngeren Lehreren oder Oberstufenschülern, auch wenn ich denke das diese keine Lust haben, dieses Unternehemen kostenlos zu unterstützen, verwirklichen.

  14. @Jörg, danke für deine Hinweise und Links!

    „Kids sicher im Web“ ist keine Software oder ein Tool. Es ist kein Forschungsprojekt (wie dein Beispiel HAW Hamburg), das irgendwann ausläuft und offline geht.

    Es ist ein praktisches Programm, ein ganzes Massnahmenbündel, eine Bewegung, um Kinder zu befähigen, selbstbewusst und selbstbestimmt, aber mit wachen Augen, die Welt auch über das Internet zu entdecken.

    Zu dem Massnahmenbündel gehört natürlich auch ein Ort im Web, wo man Impulse dafür bekommt. Sicher auch das eine oder andere Tool. Entscheidend ist für mich aber die Haltung der Kinder zum Web zu formen. Der erste Schritt ist sicher, das Bewusstsein zu schärfen, wo die Risken und Chancen liegen.

    Vergleiche dazu auch die Updates 1 und 2 insbesondere.

    ***

    @Nico, Schülerprojekte sind Teil des Unterrichts und somit “kostenlos” für die Schule. Die Schüler der Oberstufen lernen ja dabei auch :-)

    Solche Massnahmen könnten höchstens Unterrichtsmaterial kosten. Das sollte für die Schulen kostenfrei überlassen werden.

    ***

    @alle,

    es heisst “Warum nicht?” und nicht “Ja, aber!” :-)))

  15. @ring2, ich möchte keinen “geschützen Surfraum” für Kids. Ich möchte, dass die Schüler Eigenverantworung lernen und sich im Netz richtig verhalten. Das ist ein Lernprozess.

    “Geschütze Surfräume” sind langweilig und doof für Kinder. Und sie lassen sich jederzeit leicht umgehen. In “Geschützen Surfräumen” lernen Kinder nicht wie sie sich verhalten sollen, worauf sie achten sollen. Ein Fisch aus einem Aquarium ist die leichteste Beute, wenn er ins offene Meer kommt. Ausserdem lassen sich 11-12-jährige nicht einsperren in einen luftleeren raum. Das ist wie pädagogisch wertvolles Spielzeug.

    “frag Finn” ist für mich keine Alternative.

  16. Der Vergleich zwischen den Punkten “Verkehrserziehung” und “Gebrauch des Internets” mag auf den ersten Blick schlüssig sein. Er hält aber einer genaueren Betrachtung nicht stand. Der wesentliche Unterschied ist halt der, dass es sich bei dem ersten “pädagogischen Betätigungsfeld” um einen öffentlichen Raum handelt und bei dem zweiten eben nicht. These: das Internet ist nur sehr bedingt ein öffentlicher Raum. Ein Auto ist real, eine Facebook-ID nicht.

  17. Hallo anderer Peter,

    was Du sagst – realer öffentlich Raum > Facebook ID ist das nicht – stimmt in gewisser Weise.

    Warum aber sollen sich Eltern mit Ihren Kindern (sprechen wir jetzt mal von den 6-12 jährigen) nicht genauso intensiv beim betreten dieses – indirekt öffentlichen – Raumes beschäftigen, wie Sie es z.B. bei der Verkehrserziehung oder im Schwimmbad tun? Keiner schickt sein Kind am ersten Schultag alleine zu Fuß auf den Weg. Keiner lässt sein Kind ins Schwimmerbekcne ohne ihm vorher das Schwimmen beigebracht zu haben.

    Was das Internet angeht ist das anders. Gerade weil hier keiner erst mal körperlich ertrinken oder angefahren werden kann denkt man “was soll da schon passieren?!”. Die Folgen von den durchaus vorhandenen Gefahren im Netz können aber durchaus auch sehr körperlich sein!

    Versteh mich nicht falsch – ich will hier gar nicht auf die Moralapostelschiene gehen. Es geht mir im Kern einfach nur darum, dass sich Kinder UND Eltern GEMEINSAM über das gute Potential, aber auch die Tretminen im Netz bewusst werden.

    Ein “sicherer Surfraum” der nur von Sozialpädagogen definiert wird hilft leider nur bedingt weiter. Relevant ist doch wo die Zielgruppe hin gehen will.

    Auch kann es nicht die Lösung sein das Eltern eine von irgendeiner Firma erstellte Liste nutzen, das wäre ja so als würde man Erziehung “outsourcen”.

    Es kann nur eine Gemeinschaftsaktion von Anbietern, Eltern, Kindern, Organisationen letztendlich leisten die Sicherheit zu erhöhen und das Bewußtsein zu schärfen. Gerade letzteres ist derzeit viel zu wenig ausgeprägt!

    Ich hoffe sehr, das Cem hier erfolgt hat eine gute Truppe zusamen zu bringen. Denn leider sind derzeit gerade die Anbieter von Diensten noch zu sehr darauf bedacht den Status Quo zu erhalten, statt technisch machbare Sicherungen einzubauen.

    Denn eines ist auch klar: die öffentlich-rechtlichen Aktionen haben durchaus einen Sinn. Leider kann man hier aber manchmal auch nicht so, wie man vielleicht wollte, da es Rahmenbedingungen des Auftraggebers gibt die eben nicht der Realität entsprechen (Das Netz ist nun mal international!).

    Daher verspreche ich mir wirklich sehr viel davon mal eine Initiative zu starten, die ausserhalb der bisherigen Aktionen läuft!

    Let´s rock it!

    Gruß

    Peter

  18. Mit Deiner Analyse und Deinen Forderungen erkennst Du ein ganz gravierendes Problem. Das sehen auch wir bei scoyo sehr häufig, wenn wir uns mit Schülern, Eltern und Lehrern unterhalten: Die Kompetenz ist oft bei allen drei Gruppen nicht vorhanden. Nicht alle Kinder haben das Glück, einen Vater wie Dich zu haben, der sich nicht nur die Zeit nimmt, um seinen Kindern die Verhaltensweisen im Netz näher zu bringen, sondern auch das Know How mitbringt.

    Grundsätzlich befürworten wir bei scoyo eine solche Initiative, wobei man auch feststellen muss, es dass es diverse Gruppen gibt, die sich dieser Angelegenheit bereits angenommen haben.

    Einem Punkt muss ich widersprechen: So eine Schulung sollte meiner Meinung nach ein Schulfach werden. Wenn Du das Ganze in den Nachmittag verlagerst, bekommt das schnell AG-Charakter und wird dann nur von einer weniger großen Gruppe angenommen. Wir leben in Zeiten, in denen Medien unser Leben, auch schon im frühen Schulalter, bestimmen. Daher sollten wir uns nicht nur über einen Internet-Kodex sondern über ein Schulfach “Medienkompetenz” unterhalten.

  19. @sachar, ich gebe dir vollkommen recht, dass “Medienkompetenz” ein Schulfach werden sollte. Das Repertoire der Schulfächer scheint mir allerdings in Deutschland seit gefühlten 120 Jahren mit wenigen Ausbahmen festbetoniert zu sein und geprägt durch das Bidungsbürgertum. Weniger von den realen Anforderungen des Lebens.

  20. Pingback: Internet-Lerntipps für Kinder | ABACUS Nachhilfe Hamburg

  21. Das Anliegen ist wichtig!

    Besonders reizvoll finde ich hierbei den von Cem Basman angedachten Ansatz, dass ältere Kinder / jugendliche Jüngere beraten. Hier wird der Netzwerkgedanke des Webs aufgegriffen, mit dem jeder Einzelne in gewisser Art und Weise kompetent sein kann und diese Kompetenz wiederum weitervermittelt.

    Allerdings muss man auch in diesem „Kreisel“ einen Anfang finden. Wer sagt denn, dass ältere Kinder (auch wenn sie „digital habitants (Peter Kruse) genannt werden) tatsächlich über diese Kompetenz verfügen?

    fragFINN ist für mich eine Ausdrucksmöglichkeit der Suche nach einem geeigneten Umgang mit den heutigen Gefahren. Scoyo und „Ein Netz für Kinder“, wie all die anderen Projekte hier benannten Projekte ebenfalls. Wichtig ist, dass gesucht wird! Von daher kann ich es nur begrüßen, wenn Du Dich auf Deine eigene Suche nach einem geeignetem Umgang begibst.

  22. Pingback: Die Kommentarkultur im Social Web oder: Schiri, wir wissen wo dein Auto steht… | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Die Kommentarkultur im Social Web oder: Schiri, wir wissen wo dein Auto steht

  23. @Jana Hochberg, danke für die guten Worte.

    Wenn ich sagte, dass ältere Kinder (Oberstufe) jüngeren das richtige Internetverhalten beibringen, dann meine ich, dass sie das im Rahmen eines Schulprojekts machen. Also sich das zunächst erarbeiten. Beispielsweise durch Anleitung eines Lehrers und von Materialien.

    Das hat mehrere Effekte neben der Kostenersparnis: Auch die älteren Schüler lernen so ein sinnvolles Internetverhalten. Eine Klappe, zwei Fliegen :-)

    @Jören, herzlichen Dank für deine guten Linkhinweise!!

  24. Die Idee, dass ältere Schüler jüngeren Schülern das ganze beibringen, finde ich super. Davor haben die jüngeren Schüler mehr Respekt als vor den Lehrern.

    Und ja, das ganze als AG zu machen ist falsch, denke ich. Eher im Rahmen eines anderen Faches.

  25. Nur soviel von mir: Warum machen wir das nicht wirklich selber? Warum die Verantwortung an ältere Schüler oder Lehrer übertragen. Warum statt abendlicher TechTalks nicht mal Nachmittagskurse anbieten? Warum statt BarCamps nicht einfach KidsNetEduCamps? Bzw im Rahmen des BarCamps auch Workshops anbieten.

    Wir brauchen definitiv mehr bzw eine einheitliche Strategie die zukünftigen Generationen von Digital Natives vernünftig zu schulen. Wenn wir ehrenamtlich Zeit als Helfer fürs BarCamp und Co investieren können wir doch auch Zeit umschichten.

    Oder?

  26. meld dich doch mal beim CCC in Hamburg, die machen seit Jahren ein Projekt “Chaos macht Schule” und haben da sicher schon viele Erfahrungen sammeln können. Leider haben die betreffenden das mit der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit nicht so richtig drauf. Bei Bedarf kann ich auch gerne den Kontakt herstellen, Mail genügt.

  27. Pingback: Medienkompetenz: Ich bin ein “Digital Dad” » 50hz - Werkstatt für Netzkommunikation

  28. @Peter K. Skanner (späte Antwort zu Deinem Kommentar vom 12.10.2009))
    Einen “sicheren Surfraum” gibt es wohl genauso wenig wie einen sichern “öffentlichen Raum”. Im Grunde stimme ich Deinen Aussagen zu. Ich wollte nur andeuten, dass ein sogenannter “Surfraum” kein öffentlicher Raum ist, sondern eine private Domäne, die noch viel weniger als zum Beispiel der Strassenverkehr vom Staat kontrolliert werden kann. (Andere Beispiele gibt es zu Hauf: wer nicht in der Öffentlichkeit saufen oder rauchen darf, macht das eben zu Hause, und so weiter …) Nicht nur, weil sich ersteres in den eigenen vier Wänden abspielt, sondern weil es im Grunde auch jene Form von “Interaktion” mit Unbekannten nicht gibt, die man “persönlich trifft, zum Beispiel beim Überqueren einer Strasse. (“Unbekannten” im Netz zu begegnen ist nicht gleichzusetzen mit einer persönlichen Begegnung – ich vermute, wir sind uns da einig).
    Im Grunde geht es in beiden Fällen (Missbrauch von Drogen und des Internets) zum Einen um den direkten Einfluss positiver Vorbilder, zum anderen aber auch (aus der Sicht des Gesetzgebers) um Schadensbegrenzung.
    Was das erste angeht, so geht es um die Initiative Einzelner (das sind sie nämlich immer) in ihrer “Funktion” als Familienangehörige, Verwandte, Freunde und Professionelle wie Lehrer und Sozialarbeiter.
    Was das zweite (den Staat) betrifft, so kann er nur Eines tun: Schadenbegrenzung betreiben anstatt zu stigmatisieren und mit Kanonen auf Spatzen zu schiessen.
    Das mag nüchtern klingen, ist aber so. Es ist die Realität.
    Gruss von Peter
    Was das Zweite angeht, so handelt

  29. Na, die letzte angenagte Zeile kann man wohl löschen. Kommt davon, wenn man zu schnell tippt.
    Wie dem auch sei:
    Im Grunde kònnen solche Probleme nur mit der Empathie, (dem Handeln Einzelner) und dem nüchternen Realismus staatlicher Organe gelöst werden.

  30. Pingback: Zensursula deluxe!? | bertdesign.de

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