Twittnite hat eine Twitterwall: TwittniteWall
Ich habe für Twittnite eine Twitterwall eingerichtet. Die TwittniteWall!
Eine “Twitterwall” ist eine Wand voller “Tweets”. Eine Twitterwall beinhaltet immer Tweets zu einem bestimmten Schlagwort (Hashtag). Diese ”Hashtags” sind Worte mit einer Raute (#) davor, welche auf das Thema eines Tweets hinweisen. Alle Tweets mit dem Hashtag #twittnite werden auf der TwittniteWall angezeigt und können im Web von allen gesehen werden.
Also fleissig vor, während und nach der Twittnite mit dem Hashtag #twittnite vom Event berichten und tweeten!
Die TwittniteWall ist ganz einfach mit Twitterwallr (@twitterwallr) eingerichtet, einem schönen Tool von Dennis Morhardt (@GIGAlinux), der die Idee dazu beim ersten europäischen WordCamp im Januar 2008 in Hamburg hatte.
Waschmaschinen, die twittern
Ich wohne in einem Mehrparteienhaus, das auf dem Dachboden einen gemeinsamen Waschraum hat. Heute morgen dachte ich kurz, dass ich nix dagegen hätte, wenn Waschmaschine und Trockner mir einen Tweet senden, wenn sie durch sind, sodass ich nicht umsonst immer nach oben laufen müsste. Ey, cool, gibt’s schon! Danke für den Hinweis @sebschindler (1) und @assbach (2), die mir in gefühlter Lichtgeschwindigkeit geantwortet haben! Jetzt muss ich nur noch den Hausmeister dazu überreden…
Update: Hier ist der besagte Twitter-Account der Waschmaschine im Video: http://twitter.com/PiMPY3WASH
Update 2: Twitterliste der Dinge, die twittern: http://twitter.com/mathys/things-that-twitter
Identität im Web: Du sollst dir kein Bildnis machen.
Weder von dir. Noch von anderen.
Das ganze Social Web basiert im Grunde darauf, das Bild von sich, anderen zu vermitteln und in den anderen nur die Bilder zu sehen, die von ihnen vermittelt werden. “Wer bist du?”, ist die erste Standardfrage im Neuen Web. Die Frage nach der Identität. Leg ein Profil an und mach es allen anderen sichtbar. Verbinde dich mit ihnen und zeige das Netzwerk deiner Kontakte. Steigere dadurch deine Reputation und zeige allen, wie wichtig du bist. Lass sie dann darüber reden und berichten. Lass sie deine Worte verbreiten und dich zitieren. Jedes Zitat von dir, jeder Verweis auf dich ist bedeutend. Buchhalter im Web zählen und berechnen deine Reputation. Hitlisten der Ego-Shooter. Selbsternannte Berater helfen dir dabei.
Dein Stellenwert wird öffentlich bilanziert. Dein Kurs an der Börse der Eitelkeiten und am Olymp der Götter. An den fiebrigen Kurven kann jeder erkennen, wie deine Gunst steigt oder fällt. Langsam fängst du an, selber diesen Barometern und an die Bilder zu glauben, die du von dir gemacht hast. Ein fataler Mechanismus.
Das Social Web ist die Sandkiste und Spielwiese der Narzisten.
Es ist kein Zufall, dass sich in den sozialen Medien weit überdurchschnittlich PR- und Marketing-Leute tummeln. Selbstvermarktung und alles andere im Social Web basieren auf diesem Verhalten. Das war zwar früher auch schon so. Nur, jetzt ist daraus eine Riesenmaschinerie geworden. Es ist vollautomatisiert wie die Programme der Investmentbroker, die ihre Papiere ohne menschliches Zutun bei voreingestellten Schwellenwerten kaufen und abstossen.
Ich meine nicht die Sockenpuppenspieler, anonymen Heckenschützen und Trolle. Ich meine die Ich-Marken im Web. Uns alle.
Was ist eine Identität im Web wert? Was hat diese Identität mit der Realität im wirklichen Leben zu tun? In welcher Wechselwirkung stehen die virtuellen Identitäten mit den realen? Wie beinflussen sie sich gegenseitig? Was sind die Chancen und Risiken dabei? Was ist mit denen, die ihre Identität nicht preisgeben? Die vielleicht nur beobachten und zuhören? Existieren sie nicht in der schönen neuen Welt? Jeder kennt die Situationen, wenn wir virtuellen Identitäten im realen Leben begegnen. Selten stimmen sie überein.
Das Leben ist nicht digital. Das Leben ist ein brennender Dornbusch.
Bild: Caravaggios „Narziss“ aus Wikipedia.
Annie Leibovitz in Wien: “A Photographer’s Life”
Berühmt wurde die als Anna-Lou Leibovitz 1949 in Connecticut geborene ehemalige Chef-Fotografin der Magazine “Rolling Stone” und “Vanity Fair” vor allem durch ihre Porträts der US-Prominenz. Ihre Aufnahmen von Bette Midler, den Rolling Stones und von Whoopi Goldberg gingen um die Welt. Berühmt wurde Leibovitz durch ihre Fotos von John Lennon und Yoko Ono , wenige Stunden vor Lennons Ermordung.
Dass sich in der Schau im Kunst Haus Aufnahmen von Bill Clinton im Oval Office, von George W. Bush und seinem Stab, von Nelson Mandela in Soweto, von der hochschwangeren Demi Moore und von Jack Nicholson am Mulholland Drive finden, ist deshalb nicht weiter verwunderlich. Außergewöhnlich sind da schon die vielen privaten, ja manchmal intimen Fotos aus dem Familienalltag der Fotografin. Gezeigt werden Familienfeste, Ausflüge ans Meer, bewegende Bilder vom Tod des Vaters und Aufnahmen von der Geburt der drei Töchter, dazu Bilder von Reisen nach Sarajewo, Venedig, Berlin, Kyoto und Kairo.
Die Fotos fügen sich nahtlos zu einer Chronik der Ereignisse der offiziellen Aufträge und privaten Geschichten aus den Jahren 1990 bis 2005. Die Ausstellung im Kunst Haus Wien umfasst rund 200 teils großflächige, monochrome Landschaftsaufnahmen sowie kleinformatige Schwarz-Weiß-Porträts und ist Familienalbum, Werkschau und persönliches Tagebuch in einem.
[Quelle]
Eine bemerkenswerte Ausstellung in Wien. Das Video, das in der Retrospektive gezeigt wird, ist ein echtes Zeitdokument. Es lohnt sich.
Die Familienbilder und die Fotos vom langen Sterben ihrer Lebensgefährtin Susan Sontag haben mich am meisten berührt.
Ein tragischer Held
In wenigen Minuten fängt in Hannover die Trauerfeier für Nationaltorwart Robert Enke an. 100.000 werden im und vor dem Stadion erwartet. 35.000 waren schon bei der Trauerandacht am Tage nach seinem Tod dabei. Die Anteilnahme nicht nur in Hannover und Deutschland, sondern im ganzen Weltfussball übersteigt jedes Mass an Vorstellung. In Deutschland ist die Rede von der grössten Trauerfeier seit Adenauers Tod. Sein Verein Hannover 96 hat beschlossen, niemals wieder seine Trikotnummer #1 wiederzuvergeben, die traditionelle Nummer des Stammtorwarts. Meines Wissens ist ähnliches bisher nur Michael Jordan (#23, Basketballer) und Wayne Gretzky (#99, Eishockeyspieler) nach dem Ende ihrer aktiven Karriere zu Ehren geworden. Posthum ist es mir nicht bekannt.
Die Trauer und die Anteilnahme um den Tod von Robert Enke ist ein Phänomen, nicht nur in den Medien, die diese Geschichte dankbar aufgenommen und in den Schlagzeilen verwertet haben. Es hat Robert Enke zum Mythos erhoben. Grösser als zu Lebzeiten. Die Pressekonferenz mit seiner Frau, 18 Stunden nach seinem Tod, hat alle berührt. Sie war offen und ehrlich und hat alle Spekulationen beiseite geräumt. Das war gut so und sehr mutig von ihr. Enke litt an starken Depressionen und hat für sich keinen anderen Ausweg gesehen. Die angebotene Hilfe hat er nicht annehmen können und wollen.
Robert Enke ist zum universellen Helden geworden. Zum tragischen Helden. Zur Projektion der Massen. Ihrer Ängste, Hoffnungen, Sehnsüchte. Wie kommt das?
Enke war bei seinen Fans beliebt und bewundert. Ein Idol zum Anfassen, der gerne auch die Nähe seiner Anhänger nicht scheute. Er war ein Sympathieträger. Ein sensibler Mensch auch wie es nachgesagt wird. Das Volk liebt solche Helden. Keiner ahnte, dass er an seiner Krankheit litt. Mehr ausgehalten hatte, als er verdiente. Ein Guter, der leidet und der wiederholt ein schlechtes “Schicksal” erfährt, dem er nicht entkommen konnte. Tod seiner Tochter, sportliche Misserfolge oder Rückschläge kurz vor den ganz grossen Erfolgen und Zielen. Einer, der seine Schwäche nicht zugestehen konnte. Einer aus gutem Elternhaus, sein Vater war Psychologe, der sich aber unter das Volk gemischt hatte. Der Angst hatte, aber auch Einfühlungsvermögen. Ein intelligenter Sportler, der aber aus dem Gefängnis seiner Seele nicht ausbrechen konnte. Ein Einsamer. Ein Zerrissener.
Ein tragischer Held. Der gewaltsame Tod in jungen Jahren. Die gebrochene Ehefrau. Die entsetzten Fussballfürsten. Das trauernde Volk. Aus diesem Stoff sind die grossen Heldensagen und Archetypen in den Mythen und in den Dramen der Antike und der Klassik. Siegfried, Macbeth, Hamlet sind solche tragischen Helden. Es ist eine der Ur-Geschichten der Menschheit. Und immer noch gültig. Die Medien haben das nur aufgegriffen und sicher auch verstärkt. Die Anteilnahme und das Mitgefühl des Volkes ist aber echt.
Bleibt nur zu hoffen, dass Robert Enke nicht zum Kult wird, sondern Mahnung und Nachdenken über die Schattenseiten des Leistungssports und allen anderen Lebensbereichen, wo Menschen verzweifeln und einsam sind, weil sie Angst vor Versagen haben, Angst davor, andere zu enttäuschen, zuzugestehen, dass sie Hilfe brauchen, wo sie glauben, die Erwartungen nicht erfüllen zu können, die in sie gesetzt worden sind, wo sie einfach innerlich nicht dem Menschen entsprechen, dessen Bild wir uns von ihnen gemacht haben. Für Robert Enke war es zu spät.
Ruhe in Frieden.
Miuccia Prada
Die Frau hinter der Marke.
Twittnite: Standups & Büffet (Finale Liste)
Das Büffet steht schon fest, Vorschläge zu den Fünf-Minuten-Standups können aufgerufen werden!
Ulli Marsau von der Rösterei (@besteBohne, @isekai1) hat mit seinem Chefkoch das Büffet saisonal passend zur späten Jahreszeit zusammengestellt: Herbstliche Salatvariationen, Kürbissuppe, Rübenmus mit Holsteiner Schnippel-Mettenden, Erntefrischer Petersilie und Senf, Wintergrütze mit Vanillesauce und Minzaroma. Vorweihnachtliche Stimmung kommt mit reichlich Punsch auf. Dazu reichlich Weine, Biere und natürlich auch Softdrinks. Das Büffet und die Getränke verdankt die hamburger Twittnite Community unserem Sponsor T-Mobile (@t_mobile_trend)! Danke! Ein guter Rahmen, um interessante Standups zu erleben, neue Kontakte zu knüpfen und um einen schönen inspirativen Abend zu erleben.
Traditionell startet die Twittnite um 19 Uhr. Ab 20 Uhr gibt es die Möglichkeit für jeden spontan bis maximal 21 Uhr kurze 5-Minuten-Vorträge zu machen, sogenannte Standups. Dabei werden Mikrofon, Beamer (diesmal drei grosse LCD-Bildschirme), Notebook und WLAN von der Veranstaltung gestellt. Das Event klingt gegen 23:00 aus.
Alle registrierten Teilnehmer sind nun aufgerufen, sich für inspirative und unterhaltsame Standups zu melden. Erfahrungsgemäss haben wir bisher 7-8 Kurzvorträge in einer Stunde geschafft. Folgende Standups (kontinuierliche Aktualisierung der Liste) sind schon sind geplant:
- Christian Rieger (@crieger), „Twitter als zentrales Kommunikationstool der Web 2.0 Gemeinde“ – n’uff said :-)
- Moritz Schott (@moedahoe). Key Acount Manager Greece & Turkey bei Navigon AG, „Twitter Lists – one months, what happend?“ – Einsatz und Nutzen von Twitterlisten?
- Alexander Schilling (@raumfuer), Designer, „Twitter at work? Ausblick auf neue Formen der Zusammenarbeit.“ – Über die Gemeinsamkeiten der Kommunikations-Kultur von Twitter, Barcamps und Openspace und der Möglichkeit, diese für neue Workflow-Modelle zu nutzen.
- Michael Kneissler, Journalist, Buchautor und ehemals Chefredakteur bei der Bauer Media Group, zeigt am Beispiel seines Celeb-Twitter-Streams @kneissler mit über 2.000 Followern , wie Twitter funktioniert (und wie nicht) und warum Messages und Direct Messages so wichtig sind
- Kathrin Stieler (@morala_postel), „Wieviel muss ein Corporate Twitter-Account menscheln?“, Entstehungsgeschichte und Ziele des deutschen Tribal DDB-Accounts (@tribalddb_de)
- Stephan Pirsch, Chefredakteur von prinz.de (@OnlinePrisch) stellt cityfragen.de vor…
- Update: Mark Heising (@zeitnehmer) designierter Head of Digital Germany von Edelman, Dr. Markus Jodl (@jodl), Pressesprecher Region und Service Deutsche Telekom AG, “Vorstellung und Diskussion einer Twitteraktion zur IAAF Leichtathletik WM 2009″
- Late Twittnite Special Guest: Einer der frühen deutschen Webpioniere, Peter Kabel (@pkabel), spricht erstmals öffentlich über die “Initiative I-15″
Weitere Standup-Beiträge bitte als Kommentar hier vorschlagen. Ich aktualisiere fortlaufend die Liste oben. Die Standup-Liste ist jetzt mit acht Beiträgen komplett und ist geschlossen!
Vodafone Telefonaussetzer: “Problem behoben!”
Dirk Ellenbeck, Pressesprecher von Vodafone, hat heute hier im Blog mit einer Erfolgsmeldung kommentiert:
Problem behoben!
Danke an alle, die konstruktiv mitgeholfen habe, die geschilderten Probleme einzugrenzen. So konnten die Spezialisten von Vodafone gemeinsam mit Systemlieferanten und Herstellern an der Verbesserung arbeiten. Als Ursache wurden mehrfache parallele Datenübertragungen mit hohen Datenmengen und eine ungünstige Verteilung der Ressourcen im UMTS/HSDPA-Netz ermittelt. Durch eine Optimierung der Ressourcenbehandlung wurde das Problem nachhaltig beseitigt.
In jüngster Zeit habe ich auch eine deutliche Verbesserung im UMTS-Netz der Vodafone bemerkt. Es kam zu fast keinen Telefonaussetzern mehr. Dank an Dirk für sein Engagement und dem technischen Support von Vodafone für die Fehlersuche und -beseitigung. Social Media funktioniert! Gut zu wissen.
deutsche-startups.de – Meine Wahl zum Start-up des Jahres 2009
Auch dieses Jahr freue ich mich, auf Einladung von Alexander Huesing in der Jury zum Start-up des Jahres 2009 zu sein. Ins Rennen gehen zwölf frische Unternehmen, ausgewählt von deutsche-startups.de. Ich habe mich spontan für eines entschieden. Aus meiner Begründung heute:
Mein Favorit ist Stepmap (www.stepmap.de) – der interaktive Landkartendienst im Web. Er ist genial einfach, schnell und nützlich. Ich mag Karten. Damit lassen sich anschaulich Informationen darstellen, die einen geografischen Bezug haben. Für Stepmap würde ich mir wünschen, dass es in Zukunft auch besondere Karten und Symbole zu geopolitischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und weiteren Spezialthemen bietet. Stepmap liesse sich also von seinen Möglichkeiten grundsätzlich gut skalieren. Vorbei die Zeiten, wo man Clip-arts in Archiven durchsuchen und mit Copy-paste mühselig seine Karten basteln musste. Feine Sache das.
Wer sich für Karten interessiert, dem sei auch der Dauerbrenner die Sendung “Mit offenen Karten” bei arte von und mit Jean-Christophe Victor empfohlen. Einer meiner Lieblingssendungen im deutschen Fernsehen. In fünf Minuten kurz und knackig ein geopolitisches Thema erklärt. Schön ist übrigens auch die Webseite Strange Maps zum Entdecken, Erstaunen und Erfreuen.
Mir fallen neben Stepmap aber auch zwei weitere Wettbewerbsbeiträge postiv auf: Linguee.de, die Übersetzungssuchmaschine und Miki, Magazingestaltung im Web.
Drücke allen zwölf Kombattanten die Daumen. Bin gespannt, wer später auf dem Siegertreppchen steht.
Wo warst du am 9. November 1989?
Ich war spät abends gegen zehn Uhr aus dem Büro nach Hause gekommen. Müde und abgespannt hatte ich noch vor, ein Angebot für einen Kunden zu schreiben. Ein kleines lokales Netz für die Hamburger Filmförderung. Die Zeit drängte und ich musste es am nächsten Morgen, Freitag früh, abgeben.
Um meinen Kopf etwas frei zu machen, schaltete ich den Fernseher ein. Das erste Bild, was ich sah, war ein schlecht ausgeleuchtetes Studio mit einigen aufgeregten berliner Journalisten, die konfus über etwas redeten. Offenbar eine improviserte Sendung. Zwischendurch hektische Schaltungen zum SFB-Reporter Robin Lautenbach, der draussen in der kalten Nacht vor einer Handkamera stand, und immer wieder den Satz wiederholte: “Also hier ist nichts los”. Ich verstand gar nichts. Auch einige andere Sender der dritten Programme zeigten die gleiche Sendung. Ich hatte die Sache mit Schabowski und der legendären Pressekonferenz einige Stunden vorher gar nicht mitbekommen.
Ich blieb fasziniert und gespannt an der Sendung kleben. Irgend etwas war passiert. Das verstand ich. Ich hatte aber immer noch keine Vorstellung, was es sein könnte. Es gärte in der damaligen DDR. Montagsdemonstrationen, Sprechchöre mit “Wir sind das Volk!”, schwarz-rot-goldene Fahnen aus denen Hammer und Sichel ausgeschnitten waren, sogar die bundesdeutsche Nationalhymne wurde dabei gesungen. Das Undenkbare war eingetreten. Die Stimmung in diesen Tagen schwankte zwischen Euphorie – und Angst vor einer Eskalation und einem militärischen Eingreifen der Sicherheitskräfte der DDR.
Plötzlich während einer Aussenschalte auf den frierenden und völlig einsam vor der Mauer stehenden Lautenbach huschte ein junger Mann hinten durchs Bild, um wieder zurückzukommen. Lautenbach griff sich den Mann und fragte ihn, woher er komme. Von drüben? Nee, grinsend, er sei aus Westen. Minuten später jedoch kamen immer mehr Menschen ins Bild. Aus Berlin Mitte. Aus Treptow. Aus Pankow, Lichtenberg, Marzahn. Heftig in die Kamera winkend, lachend, singend und schreiend. Der Rest ist Geschichte. Lautenbachs Kamerateam rückte immer näher an den Grenzübergang, drang in die Sperrzone ein, filmte live die glücklichen Gesichter und verdutzten Grenzer, die sichtbar bemüht waren, ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten.
Tagelang danach hing auch über Hamburg noch der Geruch der Zweitakter aus Schwerin, Zarrentin und den anderen grenznahen Orten, die am nächsten Morgen in die Hansestadt strömten. Es war der bisher grösste Moment der deutschen Geschichte.
Ein winziger historischer persönlicher Nachtrag noch: In dieser Nacht habe ich mein Angebot fertiggeschrieben. Noch vor dem Mauerfall kurz vor Mitternacht. Und ich habe den Auftrag am Folgetag erhalten.
Hier die Ereignisse der Nacht in der journalistischen Sicht und chronologischen Reihenfolge.
Twittnite Hamburg am 2.12.2009 in der “Rösterei”
Nach der grossartigen Premiere von Twittnite im Oktober setzen wir die Reihe fort: Am 2. Dezember 2009 gibt es schon die nächste! Diesmal gehen wir in vorweihnachtlicher Stimmung in die Rösterei im ersten Stock des Levantehaus an der Mönckebergstrasse.
Mit grosszügiger Unterstützung unseres Sponsors T-Mobile kosten wir Weihnachtspunsch, Weine und Bier und stärken uns am warmen Büffet mit Chili con Carne und weiteren Speisen – solange die Getränkekasse und der Vorrat reichen!
Ganz herzlichen Dank an T-Mobile!!
Aktuelle Trends und Nachrichten über T-Mobile lassen sich hier (Link klicken) gut via Twitter verfolgen übrigens.
Chefröster & Gastronom Ulli Marsau gehört auch der “Goldfisch” am Isekai 1 in Hamburg-Eppendorf. Er ist ein engagierter Twitterer und zwitschert unter @isekai1. Ich habe gehört, dass er demnächst möglicherweise auch ein Twittagessen organisiert in der “Rösterei”…
Beim „Twittnite Hamburg“ treffen sich alle 6-8 Wochen mehr als 200 einflussreiche Twitterer aus der Metropolregion Hamburg für einen Abend an wechselnden inspirierenden Orten, um sich in geselliger Runde über Erfahrungen mit Twitter auszutauschen und von einander zu lernen.
„Twittnite Hamburg“ ist entspannt, locker und unkompliziert: Engagierte Microblogger, Blogger, Web 2.0 und Social Media Experten, Medienmenschen, Unternehmer, Startups, Kreative, Entscheider aus der Unternehmenskommunikation, die Twitter professionell oder semi-professionell nutzen. Eine sehr virale und kommunikative Runde.
Traditionell startet das Treffen ab 19 Uhr. Ab 20 Uhr gibt es die Möglichkeit für jeden spontan bis maximal 21 Uhr kurze 5-Minuten-Vorträge zu machen, sogenannte Standups. Dabei werden Mikrofon, Beamer bzw. LCD-Bildschirme, Notebook und WLAN von der Veranstaltung gestellt. Das Event klingt gegen 23:00 aus.
Getränke und Speisen werden ebenfalls von der Veranstaltung gestellt, solange die gesponserte Kasse reicht. Ist die Kasse aufgebraucht, zahlt jeder seine Bestellungen selber.
Twittnite Hamburg ist ein Non-Profit-Event, finanziert sich durch Sponsoren und ist grundsätzlich kostenlos für die Teilnehmer! Das Twittnite-Logo darf nichtkommerziell mit Verweis auf diesen Blogartikel oder auf die Veranstaltung frei verwendet werden.
Anmeldungen zur kostenlosen Teilnahme an der Twittnite Hamburg am 2.12.2009 in der “Rösterei” bitte hier via Xing Event! Kein Einlass ohne Anmeldung!
Weitere Fragen zur Twittnite? Gerne hier mal auch reinschauen…
Andrée Putman
Fotografiert aus dem Buch Putman Style, Einblicke in das Leben und Schaffen von Andrée Putman, Innenarchitektin und Gestalterin seit mehr als 50 Jahren, hat den Stil des 20. Jahrhunderts geprägt. Ihr avantgardistischer Blick auf die Dinge und die natürliche Eleganz ihres unverwechselbaren Stils machten sie zu einer der erfolgreichsten Designerinnen, schreibt zurecht der Klappentext.
Das Buch liegt aktuell wieder neben meinem Bett. Und ein Glas Rotwein.
Putmans Credo gilt für alles, was wir sind, tun und fühlen. Für die Arbeit, die Leidenschaft, die Liebe und das ganze Leben. Es ist riskant. Ich weiss. Aber etwas anderes kann ich mir nicht vorstellen. Das ist es Wert. Nichts anderes.




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