Im Fluss. Der Flow.
Menschen sind soziale Wesen. Eine Binsenwahrheit. Egal ob privat oder beruflich. Ja, selbst Vögel, Bienen oder gebildete Fliegen sind es. Spanier und Litauer, selbst Holländer im Alten Amsterdam, Finnen, Siamesen, auch Bohnen in Bosten, sagt man. Quallen sowieso. Eartha Kitt hat recht:
Sie verlieben sich. Sie schliessen Freundschaften. Oder sie sind Teil einer Community. Ein weiter Bogen. Gewagt. Ich weiss, ich weiss. Was hält sie zusammen? Jedes Buch, jedes Lied handelt davon. Die Liebe. Es ist eine grosse Sehnsucht, die offensichtlich alle haben. Egal, ob Schwärmer oder Tor, egal, ob Eigenbrödler oder Psychopath. Egal, ob Alpha-Tier oder Femme fatale. Egal, ob Doppelstern oder Solitaire. Menschen sind soziale Wesen.
Was hält sie zusammen? Viele, viele Faktoren. Aber ich bin überzeugt: Allen ist gemeinsam der Flow, der Fluss. Mihaly Csikszentmihalyi hat mal diesen Begriff geprägt. Das Aufgehen in dem Anderen oder in der Gemeinschaft. Das, was zusammenhält ist die emotionale Nähe. Haben wir etwas Gemeinsames mit dem oder den anderen? Gebe ich, ohne über das Nehmen nachzudenken? Das ist das, was zusammenhält. Der Flow.
Man muss es nur zulassen. Eintauchen in den Fluss. Mitfliessen. Dann ist alles möglich. Liebe, Freundschaft, Zusammengehörigkeit. Menschen sind soziale Wesen. Deshalb lieben wir. Deshalb schliessen wir Freundschaften. Deshalb sind wir Teil einer Gemeinschaft. Wir fühlen uns im Einklang und glücklich. Im Flow zu sein ist das höchsten Glück. Im richtigen Fluss.
PolitCamp ’11: Demokratie, Soziale Medien & Generationenwechsel.
Die jüngsten Landtagswahlen in 2011 haben bisher einen ganz deutlichen Trend in Richtung Rot/Grün ergeben. Auffallend dabei ist auch, dass je jünger die Wähler waren, dieser Trend deutlicher ausgefallen ist. Dieser Trend korreliert auch annähernd mit der Nutzung der Sozialen Medien wie Facebook, Twitter & Co. und den jüngeren Generationen, die sie als selbstverständlichen Teil ihres Lebens nutzen.
Mich würde interessieren, ob es wirklich in diesem Punkt einen Zusammenhang gibt. Dazu würde ich gerne auf dem PolitCamp ’11 eine Session machen und offen diskutieren mit Ralph Makolla, stellv. CDU-Kreisvorsitzender Oldenburg-Stadt und sehr engagierter Sozialer-Medien-Mensch, und Hansjörg Schmidt, Medien- & Netzpolitischer Sprecher der SPD in der Hamburger Bürgerschaft. Beide sind im Orgateam des Politcamp von Anfang an. Beide schätze ich persönlich sehr. Die oder der andere Berufene möge sich in die Runde dazu gesellen.
Die Fragen, die ich mir dabei stelle sind…
- Gibt es tatsächlich diese Korrelation zwischen dem Wahlverhalten, den Generationen sowie der Akzeptanz und Nutzung der Sozialen Medien? Oder ist es nur ein scheinbarer und oberflächlicher Zusammenhang?
- Wenn es diesen Zusammenhang gibt, woran liegt er? Ist es das generelle Lebensgefühl in den Generationen, die die Politik beeinflussen?
- Wie ist die Wechselwirkung zwischen dem Wahlverhalten, den Generationen sowie der Akzeptanz und Nutzung der Sozialen Medien?
- Welche Rolle spielen dabei Personen, Programme und Aktivitäten in den Sozialen Medien für das Politikverständnis der Bürger und ihr Wahlverhalten?
- Lassen sich diese Effekte für die etablierten Parteien nutzen? Für die außerparlamentarische Opposition?
- Welchen Einfluss haben diese Wechselwirkungen auf die Programme und Personen in den Parteien? Was sind die Konsequenzen? Was sind die Konsequenzen für die parteipolitische Arbeit in den unterschiedlichen Gruppierungen?
- Ergeben sich daraus neue Muster für die Arbeit in den unterschiedlichen Parteien und Initiativen?
- Wenn diese Trends wirklich existieren, wie wird sich die Parteienlandschaft und das politische Engagement ändern?
Letztendlich…
- Wie stark ist der Einfluss der Soziale Medien auf die Politik in Deutschland?
- Wie stark ist der Wille in den politischen Institutionen Soziale Medien einzusetzen, um die Politik zu beeinflussen?
- Was bringt das?
Smalltalk ist das Social Media des Real Life.
Vergangene Nacht hatte ich zum Thema “Smalltalk” ein kleines Wortscharmützel in Twitter mit Jochen Mai vom allseits (auch von mir) sehr geschätzten Blog Karrierebibel. Leichtsinnigerweise hatte ich ihm einen Blogpost als Replik zugesagt. Hier ist er:
Smalltalk ist die Kleinkunst, leicht und entspannt miteinander ins Gespräch zu kommen. Leicht und entspannt heisst hier: Beide Gesprächspartner sollen sich wohlfühlen und sich gut unterhalten. Smalltalk ist das Social Media des Real Life.
Das kleine Gespräch ist das beste Mittel, um schnell und viele Fremde bei einer Versammlung kennenzulernen, sich und sie mit anderen bekannt zu machen und damit in die Gemeinschaft einzuführen oder bestehende Kontakte und Bekanntschaften wieder aufzufrischen. Smalltalk ist das beste Mittel, um Kontakthemmnisse abzubauen oder die Kontaktängste des anderen abzubauen.
Ich sehe einige gute Einstiegspunkte und einfache Regeln für einen Smalltalk, wenn man jemanden, der/die einen interessiert, ansprechen möchte oder selber angesprochen wird:
- Stell dich vor und gib die Hand nach einigen Sätzen. Wenn der andere vergisst sich vorzustellen, frag kurz nach einigen Gesprächsfetzen ohne zu Drängen nach.
- Ein Smalltalk sollte kurz sein. Kleb nicht an jemandem. Wenn es interessant war, komm nach einer Pause wieder. Wenn er oder sie mag.
- Wenn du den Smalltalk verlassen möchtest, stell dem anderen einen Bekannten vor und überlass ihn nicht allein in der Ecke.
- Für den Gastgeber sind die ersten drei Punkte eine eiserne Regel. Punkt drei ist deine Kernaufgabe, Leute miteinander zu kontakten.
- Der Smalltalk hat nur das Ziel, dass beide Gesprächspartner sich wohlfühlen und eine Chance haben, sich besser kennenzulernen – nicht etwas zu verkaufen oder sich selber als grossartig darzustellen.
- Fast alles, was man über das Flirten sagen kann, gilt auch hier: Leicht, entspannt, den anderen nicht bedrängen, im Bedarfsfall den Notausgang für die Flucht im Auge behalten. Für beide.
- Smalltalk besteht grössententeils aus Zuhören und sich selber zurückzunehmen. Andy Warhol war der World Champion darin. Schaff die Bühne für den anderen.
- Vergiss nicht zu lächeln, sei charmant, sei positiv. Sowohl beim Einstieg, während des Gesprächs wie auch insbesondere beim Abgang.
- Kernpunkt beim Smalltalk ist, schnell einen gemeinsamen Nenner, ein gemeinsames nicht strittiges Thema zu finden, der/das beide interessiert. Es gibt immer einen. Gemeinsame Bekannte, ein gemeinsames Interesse im Fachthema, Leben, Sport oder etwas anderes. Vermeide zunächst Strittiges. Das schafft Unwohlsein. Ziel ist es ja, das der andere sich gerne mit dir unterhält und wohlfühlt.
Wie steige ich als Geek, Nerd oder Nitehawk in einen Smalltalk ein? Und wieder aus?
- Bekannte: “Na, hallo, wie geht’s?”, dann Anreissen der Themen aus den letzten Tweets, Facebook Nachrichten, Blogposts des anderen, gemeinsamer vergangener oder des aktuellen Events: Ich interessiere mich für dich, heisst das.
- Fremde: ”Hallo, wie findest du diese Veranstaltung”, “Wie kommst du hierher”, “Kennst du den Verantalter/Gastgeber?”, Warst du schon mal auf hier?”, “Wie fand’s du den letzten Vortrag?”
- In beiden Fällen: Möglichst offene Fragen. Lass Raum für die Meinung des anderen. Drück ihm nicht deine Meinung auf.
- Sei beim Einstieg nicht zu gekünstelt oder originell. Bleib immer du selbst. Sei natürlich.
- Nach den ersten Sätzen: “Ich bin übrigens [Name] und mache [Aktivität] oder Interessiere mich für [Interesse]“.
- Beim Abgang: ” Darf ich dir [Name] vorstellen? Das ist jemand, der [Aktivität/Interesse]” – Niemals niemals niemals jemanden nach einem Smalltalk alleine im Regen stehen lassen!
- Der letzte Punkt gilt übrigens ganz besonders auch, wenn man mit jemandem zusammen gekommen ist. Immer den anderen vorstellen und/oder mit Gesprächspartner zusammenbringen. Immer mit einbinden. Eiserne Regel.
- Smalltalk ist der Kitt und das Gleitmittel einer zivilisierten sozialen Gemeinschaft. Für social-media-gestärkte und twittnite-gadgetnite-barcamp-gestählte Geeks, Nerds und Nitehawks kein Problem. Sollte man denken. Das ist übrigens auch der Hauptgrund, weshalb Digital Citizens auf Real Life Events gehen. Wie gut Leute miteinander ins Gespräch kommen, ist das Erfolgsgeheimnis einer guten Veranstaltung. Smalltalk ist auch etwas wie Flirten. Smalltalk ist ein Spiel. Florett statt Schwert. Wie ein bisschen geistiges und soziales Anschnuppern. Ein Smalltalk ist dabei meist kurz. Ohne in ein Speed Dating auzuarten.
Dem Smalltalk haftet in Deutschland etwas das Vorurteil an, es sei oberflächlich und unverbindlich. Das sehe ich nicht ganz so. Ein Smalltalk, der offen ist und ein echtes Interesse an dem anderen zeigt, ist nicht oberflächlich und unverbindlich.
Beim Smalltalk sollten anfangs strittige Themen möglichst vermieden werden. Was strittig ist, hängt vom Gespächspartner ab: Deutsche sprechen höchst ungern über Einkommen und Status, bei Amerikanern auf Partys im Valley dagegen ist das sogar oft der Einstieg. Gläubige Muslime könnten irritiert über Fragen nach dem Ehepartner reagieren. Gründer könnten sich in der Vor-Alphaphase ihres Startups unwohl fühlen, wenn die Unterhaltung gleich mit Fragen nach Idee und Investoren daherkommt.
Zum Schluss: Ich habe viele viele viele Events gemacht. Habe viele Menschen zusammengebracht. Aber ich war in meiner Jugend ein sehr schüchterner Mensch. Bin es eigentlich irgendwo heute noch. Ich mag aber Menschen. Und ich bin neugierig und wissbegierig. Immer mit Respekt für den anderen. Eine gute Voraussetzung für Smalltalk. Gelernt habe ich es als Nitehawk in den Bars und Kneipen während des Studiums. Und später auf Events und im Beruf. Die Menschen mögen es, wenn man auf sie respektvoll zugeht. Keine Scheu. Viele warten darauf, dass sie angesprochen werden. Deshalb sind sie gekommen. Sie sind alle positiv eingestellt. Und freuen sich auf euch. Probiert es aus.
Ich freue mich auf die nächste Begegnung mit euch.
Credits: – Grafik: Josh Elligson. Nighthawks 2.0, Foto: Stefan Grönveld. Gadget Nite Hamburg 2011.


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