Sprechblase

Andrée Putman

Veröffentlicht in Sprechblase von Cem Basman am 1. November 2009

Andree Putman 2009-11-01 08_35_36Fotografiert aus dem Buch Putman Style, Einblicke in das Leben und Schaffen von Andrée Putman, Innenarchitektin und Gestalterin seit mehr als 50 Jahren, hat den Stil des 20. Jahrhunderts geprägt. Ihr avantgardistischer Blick auf die Dinge und die natürliche Eleganz ihres unverwechselbaren Stils machten sie zu einer der erfolgreichsten Designerinnen, schreibt zurecht der Klappentext.

Das Buch liegt aktuell wieder neben meinem Bett. Und ein Glas Rotwein.

Putmans Credo gilt für alles, was wir sind, tun und fühlen. Für die Arbeit, die Leidenschaft, die Liebe und das ganze Leben. Es ist riskant. Ich weiss. Aber etwas anderes kann ich mir nicht vorstellen. Das ist es Wert. Nichts anderes.

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Initiative: Kids sicher im Web (Update2)

Veröffentlicht in Sprechblase von Cem Basman am 10. Oktober 2009

Kinder gehen heute früher und ungezwungener ins Web als noch vor wenigen Jahren. Mit dem Schulwechsel von der Grundschule in die weiterführenden Schulen, mit Start in die fünften Klassen, fangen sie an, gezielt im Internet zu surfen und aktiv zu werden. Das gehört zum Entdecken der Welt.

Einer der beliebtesten Anlaufpunkte ist schülerVZ. Ist einer aus der Klasse drin, folgen die anderen ziemlich sicher in wenigen Wochen nach. Laut AGB, die sich natürlich keiner der Schüler durchliest, darf schülerVZ nur von Schülerinnen und Schülern ab zwölf (12) Jahren genutzt werden. Das ist in der Praxis graue Theorie. Sie sind alle drin. Für viele der anderen Social Media Plattformen gilt Vergleichbares. Das besorgt viele Eltern ziemlich.

In den letzten Jahren bin ich deswegen häufig von Eltern von Mitschülern meiner zwei jüngeren Söhne angesprochen worden. Was sie teilweise über ihre Kinder erzählt haben, hat mich in einigen Aspekten doch beunruhígt. Meinen Jungs kläre ich ziemlich genau auf über Verhaltensregeln und die Gefahren des Internet für Minderjährige. Doch was teilweise die Eltern mir erzählen, da sträuben sich mir die Haare. Von Mobbing der Lehrer und Kinder bis hin zum Anbaggern durch Erwachsene ist alles drin. Aber auch viel Positives erleben sie. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Wie sollen aber Eltern ihren Kindern das Verhalten im Internet beibringen, wenn sie es selber nicht wissen? Kinder brauchen Regeln. Heute ganz besonders auch für den Umgang mit dem Web.

Deshalb wünsche ich mir, dass an den Schulen der sichere und richtige Umgang mit dem Web gelehrt, gelernt und gemeinsam trainiert wird. So wie Verkehrserziehung, Gewaltpräventions-Programme oder auch Sexualkunde-Unterricht. Die Lehrer und Schulen sind inhaltlich und zeitlich mit einem Internet-Training völlig überfordert. Sie werden es nicht leisten können. Die Schulbehörden sind ferner chronisch unterfinanziert und mit sich selber beschäftigt, sodass sie es ebenfalls nicht auf die Reihe bekommen werden. Das Thema ist wichtig und dringlich. Was also tun?

Grundsätzlich müssen drei Aufgaben gelöst werden:

  1. Ein pädagogisches Programm muss zunächst dafür entwickelt werden. Ich denke, dass 2-3 Nachmittage á 2-3 Stunden für ein Training über ”Richtiges Verhalten im Web für Kinder im Alter von 12-14″ ab der 5. oder 6. Klasse ausreichen sollte. Eventuell mit einer Nachbesprechung 8-12 Wochen nach dem Training.
  2. “Train the Trainer” Programme müssen durchgeführt werden. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das nicht nur engagierte Lehrer und Profis sind, sondern dass das auch ein Schülerprojekt der Oberstufen sein kann. Ältere Schüler trainieren junge Schüler. Warum eigentlich nicht? Das spart zudem auch eine Menge Geld.
  3. In dieses Programm müssen alle Interessenvertreter eingebunden werden: Schüler, Eltern, Lehrer, Schulen und die Schulbehörden.

Wer kann so etwas finanzieren? Bei aller Selbsthilfe und bei allen Engagement, Geld braucht man schon dafür etwas. Die Internetbranche sollte das finanzieren: Google, Amazon, Ebay & Co. Sie verdienen am Internet, also sollten sie der Gesellschaft auch ein gewisses Payback in Form solcher Programme leisten. Das ist nicht unrealistisch.

Ich halte ein systematisches Training für “Richtiges Verhalten im Web für Kinder im Alter von 12-14″ für absolut notwendig, sinnvoll und auch finanzierbar. Ich würde mir eine breite Initiative dafür wünschen. Kriegen wir das für den Schluanfang 2010/11 hin? Es ist machbar.

Das ist ein Beispiel für praktische Netzpolitik. Kids sicher im Web.

Update [2009-10-11 09:40]:

Gut wäre als konkrete Massnahme angepasst für Schüler, Eltern, Lehrer, Schulen und die Schulbehörden:

  1. Eine Website mit Verhaltensregeln und Tipps sowie Foren jeweils für Schüler, Eltern, Lehrer und Schulen, um offene Fragen zu diskutieren.
  2. Ein Satz Unterrichtsmaterial und zum Selbststudium zum Herunterladen für die verschiedenen Zielgruppen. Gerne mit Multimedia Material, Links und vielleicht einem kleinen Test oder Quiz.
  3. Verlinkungen auf diese Webseite von den gängingen Webseiten, die Kinder regelmässig besuchen.
  4. Eine Broschüre der Schulbehörden, die an alle Schüler, Eltern und Lehrer verteilt werden kann.
  5. Die Möglichkeit, dass Schüler, Klassen, Eltern und Lehrer an einem Training “Kids sicher im Web” teilnehmen können.

Finanziert von Staat und Industrie.

Update2 [2009-10-11 13:30]:

Den Schwerpunkt der Initiative “Kids sicher im Web” sehe ich hier:

  1. Schülern der 5. und 6. Klassen, ihren Eltern und Lehrern das Bewusstsein für Chancen und Risiken des Internet schaffen.
  2. Ihnen grundlegende sichere Verhaltensregeln aufzeigen und einüben.
  3. Den Kindern ein selbstbestimmtes sicheres Handeln im Web auf Basis von Vertrauen zu ermöglichen.

Berthas Brot

Veröffentlicht in Sprechblase von Cem Basman am 8. Oktober 2009

Genau in diesem Moment denke ich an das ofenwarme weiche weisse Fladenbrot meiner Grossmutter Bertha in Schweden. Bestrichen mit kühler gesalzener Butter aus dem Keller, die ganz langsam anfing, auf dem warmen Brot zu schmelzen. Darauf eine dünne Scheibe norwegischen Bergkäse. Ein Glas mit eiskalter Milch mit Kakao von O’boy dazu. Der Duft der warmen Brotlaiber auf den karierten Tüchern, ausgebreitet auf der Küchenbank, erfüllte den ganzen Raum. So sassen wir in der Küche zu zweit und blickten aus dem Fenster ins enge Tal. Selten fuhr ein Wagen vorbei. Meist ein alter Buckelvolvo. Ich war sechs Jahre alt. Herbst. Tausende Kilometer von meinen Eltern entfernt.

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Video: Jeff Bezos zur Übernahme von Zappos.com

Veröffentlicht in Sprechblase von Cem Basman am 23. Juli 2009

Heute morgen hat Amazon angekündigt, den Kult-Online-Schuhhändler Zappos für $847  Millionen in bar und in Aktien zu übernehmen. Der grösste Deal in der 14-jährigen Geschichte des grössten Online-Einzelhändlers der Welt. Beide Unternehmen sind höcht intelligent und innovativ in der absoluten Kundenorientierung und bei der Mitarbeitermotivation und -führung.

Mir hat kurz der Atem gestockt. Zappos CEO Tony Hsieh (hier neulich in einem Video-Interview mit Loic le Meur im Badezimmer) hat sich in einem offenen Brief an seine Mitarbeiter gewandt. Jeff Bezos, Gründer von Amazon, hat das mit einem Video getoppt:

Jeff Bezos, erzählt dabei auch recht unterhaltsam einiges aus der Gründungszeit von Amazon. Drei (eigentlich vier) Geschäftsweisheiten gibt’s gratis dazu: “Obsess over customers”, “Invent”, “Think long term” und zum Schluss, “It’s always day #1″. Der letzte Punkt ist grossartig. Das alles hat er sicher auch in Zappos gesehen, auch wenn es dort natürlich in einer anderen Weise umgesetzt und gelebt wird. Das hat ihn begeistert.

Nico Lumma sieht Gefahrenpotential für den europäischen Branchenprimus Otto Group aus Hamburg, und weitere grosse Versandhäuser. Er meint, “dies dürfte sehr weh tun, denn mit Amazon dürfte sicher sein, daß demnächst auch der europäische Markt in den Fokus rückt”.

Ich glaube nicht, dass das Otto & Co kurz- oder mittelfristig weh tut, wenn Amazon eines nicht fernen Tages auch Schuhe und passende Klamotten auch in Europa online anbietet. Aber es ist ein Zeichen, wohin die Reise geht. Otto unternimmt ja seit einigen Jahren grosse Anstrengungen im Online-Geschäft Fuss zu fassen. Kann sein, dass der Amazon/Zappos Deal einiges in der taktischen Vorgehensweise ändert. An der Strategie von Otto ändert sich glaube ich nicht so viel. Tempo und Intensität werden aber zugelegt werden müssen. Und auch einige neue Wege ausgetestet. (Eigenzitate aus meinen Kommentaren dort bei Nico)

Wer aber bei Innovation, Kundenorientierung und langfristiger Denke nachlässt, den erwarten härteste Zeiten. Karstadt und Quelle haben es zu spät gemerkt. Wenn überhaupt.

Nie vergessen: Es ist immer Tag Eins.

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Binnurs türkisches Online-Kochbuch

Veröffentlicht in Sprechblase von Cem Basman am 24. Mai 2009

Das was wir in Deutschland und Mitteleuropa als türkische Küche kennen, ist in der Türkei grösstenteils unbekannt. Die echte türkische Küche, die zuhause zubereitet wird, ist anders. Anders als auch das, was wir im Urlaub in den Restaurants am Bosporus, an den Ufern der Ägäis oder am Mittelmeer in den Touristenghettos kennen lernen. Dort begegnen wir fast ausschliesslich hastig Gegrilltem, den Kebabs, etwas was in der normalen türkischen Hausmannskost recht selten vorkommt. Höchstens im Hochsommer an der häuslichen Holzkohlengrillschale, dem Mangal aus Messing oder aus Bronze, auf der Terrasse. Denn Fleisch - Lamm, Kalb oder Rind - ist auch in der Türkei teuer.

Die original türkische Küche besteht hauptsächlich aus viel Gemüse, Reis, Hülsenfrüchten und relativ wenig Fleisch und je nach geografischer Lage auch Fisch. Viel Eintöpfe. Wie bekannt, kommt Schweinefleisch nicht vor. Ihre historischen Ursprünge sind im wesentlichen einerseits die einfache ländliche Küche mit Anklängen an die Nomadenzeit der Turkvölker und andererseits aus der osmanischen Hof- und Hochküche. Erstaunlicherweise erfüllt die türkische Küche eine Reihe Anforderungen aus der Nouvelle Cuisine, frische Produkte, lokale Produkte, viel Gemüse, eher leichte Kost, wenn auch aus völlig anderen (historischen) Gründen als die französische Küche.

Beispiele und Leibgerichte aus meiner Kindheit und bei Muttern: Babyspinat (einschliesslich den Spinatwurzeln) mit Beef-Hack, Rote Linsensuppe, Bohnen in Öl, alles mit Kichererbsen,  Muhallebi als rein zufällige Auswahl aus der langen Liste und viele viele weitere.

Ich verfolge Binnurs türkisches Online-Kochbuch, in englisch und türkisch, seit Jahren. Es ist eine grossartige Sammlung aus Original-Rezepten, die ich fast alle auch von zuhause kenne. Alles Rezepte, die ausserhalb der Türkei wenig bekannt sind und die so gut wie nie in einem “türkischen Restaurant” zu finden sind. Die Zutaten gibt es aber bei fast jedem türkischen Kaufmannsladen, dem Bakkal, auch in unseren Breiten. Die Gerichte sind deshalb nicht in Restaurants zu finden, da sie für sie zu aufwendig sind und der deutsche Gast sie nicht kennt.

Binnur Tomay ist eine türkischstämmige Hausfrau in Kanada. Ihre Rezepte gibt es auch mittlerweile gedruckt als Broschüre. Binnur’s Turkish Cookbook ist ein sehr schönes Beispiel, wie jemand aus seinem Interesse, seiner Leidenschaft und seiner Erfahrung etwas im Web machen kann. Da kann ich nur noch sagen: “Afiyet olsun!” – Guten Appetit!

PS: Ihr Vorname “Binnur”, “bin nur”, heisst übersetzt auf deutsch: “Tausend Lichter” oder auch im übertragenen Sinn “Tausend Freuden”. Wie wahr. Wie schön.

Stevan Paul: “Monsieur, der Hummer und ich”

Veröffentlicht in Sprechblase von Cem Basman am 21. Mai 2009

So hatte ich den Küchenchef noch nie gesehen. Seltsam verändert. Blass sah er aus. Um Jahre gealtert. Er musste Schreckliches erlebt haben. Da draußen. Hinter der Schwingtür.

Koch, Foodstylist, DJ, Kaffeesatzleser, Blogger, Literat, Kosmopolit und angenehmster Zeitgenosse Stevan Paul in seinem neuen Buch, das im September 2009 im mairisch Verlag erscheint. Eben bei amazon vorbestellt. Dringende Kauf- und Leseempfehlung! PS: Seine Kultur-, Musik- und Videoposts sind immer exquisit und sehr ausgesucht. Einer meiner liebsten Autoren im Web.

Nachtrag vom 14. August 2009: Herrn Paulsen (@nutriculinary) sein Buch ist gerade druckfrisch angekommen. Wunderschön! http://twitgoo.com/28c3p Freue mich sehr darüber. Ob er es noch signiert für mich?

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Anmerkungen zu Cloud Computing

Veröffentlicht in Sprechblase von Cem Basman am 18. März 2009

Cloud Computing ist ein Konzept, das Betrieb, Bereitstellung, Support, Management, Sourcing, Architektur und Verwendung von IT grundsätzlich verändern kann und wahrscheinlich auch wird, laut deutschsprachigem Wikipedia-Eintrag. Das ist sicher richtig. Cloud Computing wird im Web 2.0 massiv vorangetrieben von Unternehmen wie Google und Amazon. Sie stellen ihre enormen IT Ressourcen für jeden Interessenten zu äusserst guten Preisen zur Verfügung. Das schafft Visonen und erweckt Erwartungen.

Cloud Computing via Web ist allerdings sehr langsam gemessen an den Leistungen einer eigenen lokalen IT bzw. eines Rechenzentrums. Für Kernanwendungen und für grosse bis mittlere Unternehmen kommt das deshalb aktuell kaum in Frage. Deren herrschende Software-Architektur ist dafür auch nicht besonders gut geeignet. Aber für sehr kleine Unternehmen oder auch Einzelunternehmer kann es eine preiswerte und hinreichende Alternative sein. Ganz besonders, wenn der geforderte Datendurchsatz nicht allzu hoch ist. Ferner, wenn das Budget höher priorisiert ist als der Datendurchsatz.

Ein weiter wichtiger Punkt ist die Datensicherheit. Personal und Finanzdaten oder auch Daten der Unternehmensplanung in die “öffentliche Wolke” zu stellen, dürfte den meisten Unternehmen nicht behagen. Zumal in Deutschland. In einigen Fällen ist das hierzulande gesetzlich auch nicht zulässig. Das gilt insbesondere für Unternehmen und Organisationen, die besondere Auflagen bezüglich ihrer Datensicherheit und ihren Datenschutzverpflichtungen haben wie beispielsweise Versicherungen, Krankenkassen, Banken aber auch staatsnahe Organisationen, die viel mit personenbezogenen Daten zu tun haben.

Ich glaube vielmehr, dass Cloud Computing innerhalb von Konzernen, Konzerngruppen und anderen Unternehmenskonglomeraten und -verbunden eine grössere Rolle spielen wird: Private Cloud Computing nenne ich es mal. Ist ein Unternehmen hinreichend gross, kann es seine eigene Cloud hochziehen. Das wird teilweise sogar schon so gemacht bzw geplant. Beispiele dafür sind die Shared Services von grossen Rechenzentren von Banken-, Versicherungs- und Krankenkassenverbunden. Diese gilt es, auf den Stand des Cloud Computing zu bringen. Dabei gerne auch die Ressourcen des Public Cloud Computing zu nutzen. Die Riesenmaschine namens Internet.

Dabei wird das alte Konzept “EDV aus der Steckdose” wiederbelebt. Die Nutzer, besser: Mitarbeiter, Abteilung oder Partner des Unternehmens, sollen sich nicht um die Details der IT Architektur kümmern müssen, sondern sollen sie einfach nutzen. So wie wir uns im Alltag auch keine Gedanken machen, woher der Strom aus der Steckdose kommt, mit der bei uns das Licht angeht. Was uns nebenbei natürlich nicht enthebt, von Zeit zu Zeit grundsätzlich uns darüber Gedanken zu machen.

Cloud Computing ist also kein Allheilmittel. Ich habe mal die Diskussion im Wikipedia-Eintrag neu angeregt. Den englischsprachigen Eintrag finde ich übrigens recht ansprechend, auch wenn die Punkte oben nicht direkt angesprochen werden.

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CeBIT Rahmenprogramm: Global Conference 2009

Veröffentlicht in Sprechblase von Cem Basman am 19. Februar 2009

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Die CeBIT steht wieder an. Wie vergangenes Jahr haben die Veranstalter auch diesmal ein Begleitprogramm zusammengestellt und parallel zur Messe internationale IT Kapitäne und Prominenz zu einer umfangreichen Konferenz auf das Gelände eingeladen.

Die Global Conference findet im Konferenzzentrum der CeBIT statt und zwar vom 3.-6. März 2009. Jeder Tag steht dabei unter einem anderen Motto. An vier Tagen nehmen hochkarätige Sprecher an Panels teil oder referieren ihre Sicht zum unternehmerischen und gesellschaftlichen Nutzen innovativer Technologien. Darunter illustre Köpfe wie Scott A. Durchslag, COO von Skype, Stewart Butterfield, Co-Founder von Flickr.com oder beispielsweise auch Werner Vogels, VP & CTO von Amazon, der zu Cloud Computing sprechen wird.

Die Veranstaltungsreihe auf der CeBIT richtet sich gleichermaßen an Entscheidungsträger aus der ITK-Wirtschaft und aus Anwenderunternehmen wie auch an alle interessierten Quer- und Nachdenker, wie es heisst.

Die Karten für die Global Conference sind gleichzeitig auch Karten für die CeBIT! Der Deal funktioniert jedoch auch anders herum, sprich: Jeder Inhaber einer CeBIT Karte hat freien Zugang zur Global Conference.
 
Sofern man sich zur Global Conference anmeldet, worum der Veranstalter aus Planungsgründen bittet, kann man auch noch ein paar Goodies absahnen, siehe die CGC Community. Die CGC bietet ihren Teilnehmern zu verschiedenen Themenschwerpunkten auf dem Messegelände übrigens auch kostenfreie Guided Tours an.

Die CeBIT Global Conference hat mir für diese Veranstaltung fünf Karten zur Verfügung gestellt, die gleichzeitig auch vollwertige Eintrittskarten für die CeBIT Messe sind und die ich hier gerne verlosen möchte. Einfach Vor- und Zunamen hier in die Kommentare schreiben. Die ersten fünf gewinnen und ich leite sie an die CGC weiter!

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Lektion No° 17

Veröffentlicht in Sprechblase von Cem Basman am 18. Februar 2009

“Glück ist, wenn man an das Glück der Leute denkt, die man liebt”

Lektion No° 17 aus Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück.

Björn hat mich noch einmal daran erinnert. Danke.

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Wachablösung: Web 2.0 Unternehmen sind erwachsen geworden

Veröffentlicht in Sprechblase von Cem Basman am 11. Januar 2009

Einige zumindestens. Die erfolgreichen. Diejenigen, die die erste Startup-Phase gut überstanden haben und auf Wachstumskurs sind. Deren Geschäftsmodell sich in den Grundzügen bewährt hat, die nun skalieren und skalieren müssen. Die Web 2.0 Unternehmen, die die Anfangsinvestionen ihrer Kapitalgeber zügig wieder reinholen müssen, diejenigen die zeigen müssen, dass ihre Geschäftsmodelle auch mit deutlich höheren Nutzerzahlen und auch in anderen geografischen Gebieten und Ländern gut funktionieren. Vorallem auch diejenigen, die nun zeigen wollen, dass sie auch ausserhalb des harten Kerns der Web 2.0 Communities mit ihren Visionären und Early Adoptern ihre treuen Nutzer finden. Den Sprung finden müssen zu den grossen Märkten mit Otto und Ottilie Normalverbraucher.

Das ist ein anderes Spiel, als das Spiel, dass diese Unternehmen und Unternehmer bisher gespielt haben. In so einem Moment sind idealerweise andere Persönlichkeiten und Erfahrungen gefragt. Dieses Jahr werden in Deutschland sicher einige weitere innovative Unternehmer 2.0 der ersten Stunde die Schlüssel im operativen Geschäft an erfahrene unternehmerische Manager übergeben. Ein ganz natürlicher Vorgang in der Kunst des Loslassens.

Lars Hinrichs, der Gründer und ehemalige CEO von Xing, hat das Ende letzten Jahres als erster Unternehmer 2.0 in Deutschland vorgemacht und ist in seinen eigenen Aufsichtsrat gewechselt. Er hat für die operative Führung einen sehr erfahrenen Manager aus der digitalen Branche geholt, der diese ganzen Herausforderungen schon kannte. Lars Hinrichs hat dabei klugerweise vermieden, selber den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden zu übernehmen und ist stattdessen nur einfaches Mitglied des Aufsichtsrats. Dazu gehört eine gute Portion Selbsteinschätzung und Selbsterkenntnis und einiges an Mut des Unternehmers. Vorbild waren da die Gründer von Google, ebay, amazon, Apple und fast alle anderen grossen und globalen Webunternehmen, die heute etabliert sind. Dass ihre neuen Manager ihre eigene Handschrift haben, neuen frischen Wind und neue Impulse einbringen, ist klar und auch gewünscht. Ebenso klar ist auch, dass diejenigen Unternehmer 2.0, die diesen Sprung nicht wagen, auf lange Sicht verlieren.

Mit dem Erfolg eines Unternehmens und seinem Wachstum stellen sich automatisch ganz andere Herausforderungen als bei seinem Start. Diese Unternehmen wachsen mit zunehmender Grösse und Verantwortung immer mehr in die Richtung klassischer Wirtschaftsunternehmen. Mit zunehmender Grösse an Mitarbeitern und Nutzern treten die betriebswirtschaftlichen Aspekte immer mehr in den Vordergrund. Eine effiziente Personalführung, Organisation und Finanzwirtschaft in Aufbau und Ablauf werden immer wichtiger. Die Kunst dabei ist allerdings, die ursprüngliche Inspiration, Innovation, Kreativität, Spontanität und auch die Authenzität im Unternehmen nicht zu verlieren. Kein einfacher Balanceakt.

Einige Web 2.0 Unternehmen sind erwachsen geworden. Ihre Gründer und Unternehmer auch. Wachablösung.

Die Vergänglichkeit wider der Routine

Veröffentlicht in Sprechblase von Cem Basman am 1. Januar 2009

In einem Gespräch des Modeschöpfers Karl Lagerfeld mit dem Starkoch Alain Ducasse im Buch Die Revolutionen des Ferran Adrià sagt “Karl der Grosse”:

Aber ich liebe das Vergängliche. Nur das Vergängliche überlebt. Sonst heisst es “Routine”, und man sollte am besten aufhören. Die Perfektion ist ein trügerischer Freund. Wenn etwas perfekt ist, muss man etwas anderes machen, weil die Perfektion nicht von Dauer sein kann. Man muss vermeiden, selbst mit der eigenen Perfektion verglichen zu werden. Reissaus nehmen vor dem Erfolg und vor dem automatisch folgenden Zweifel. Nichts, was man erreicht hat, ist einem sicher. Solche Sicherheit ist geradezu gefährlich. Ich blicke nie zurück, die Vergangenheit interessiert mich nicht.

An dieser Stelle, nochmals der Dank an den Blogleser Oliver Steffens, der mir die grosse Freude gemacht hat, das Buch zu schenken. Ich habe die Lektüre sehr genossen und sehr viel mehr über das Kochen, die “Haute Cuisine”, die “Nouvelle Cuisine”, “Molekularküche” und seine kulturellen Zusammenhänge verstanden, als ich das mir je vorgestellt hatte.

Ich lerne gerne und viel aus der Kunst, der Erfahrung und der Sicht der anderen und auch gerade von anderen Berufen. Man lernt immer nur von den besten ihres Könnens. Cross-Culture- und Cross-Profession-Erfahrungen inspirieren mich in meinem eigenen Weg in der IT und im Web. Das Mittelmass und die Routine sind uninteressant. Expeditionen ins Unbekannte, Unerforschte und Ungesehene sind spannend, bringen einen weiter und machen die eigene Arbeit und das Leben lebenswert.

Es sind immer besondere Menschen, privat wie beruflich, die Wendepunkte in meinem Leben und Quantensprünge in der Arbeit bedeutet haben. So gesehen, hoffe ich, dass auch 2009 es weiterhin spannend bleibt. Privat wie beruflich.

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Jeff Jarvis: Googlize it! (Update)

Veröffentlicht in Sprechblase von Cem Basman am 26. Dezember 2008

Jeff Jarvis, Journalist und einer der bekanntesten Blogger in den USA, bringt Ende Januar 2009 ein Buch heraus: What Would Google Do? Darin versucht er, die Erkenntnisse und Erfahrungen von Google, der erfolgreichsten Firma im Web, auf viele andere Branchen und Unternehmen anzuwenden. Was würde Google tun an Stelle beispielsweise eines Automobilherstellers, eines Buchhändlers, eines Restaurants? Hier zeigt er eine kleine Kostprobe seiner Fragestellung im Video.

Interessante und legitime Fragestellung: Was würde Google tun? Aber führt es nicht zu einer Googlefizierung der Welt? Ist alles und jedes aus der Brille von Google zu sehen? Ist der Googlismus die kommende Wirtschaftsdoktrin? Ich weiss nicht. Deshalb habe ich sein Buch bei mir auf die Wunschliste gesetzt und freue mich, ihn wahrscheinlich auf der DLD in München wiederzusehen.

Update: Eben gerade ist “What Would Google Do?” vom Wirtschaftsmagazin Fortune als einer der drei besten Webbücher aus 2008 gewählt worden. Erscheint es aber nicht erst 2009??

PS: Ganz besonders habe ich mich gefreut, pünktlich zu Heiligabend mit der Post einen Wunsch erfüllt zu bekommen: Die Revolutionen des Ferran Adrià: Wie ein Katalane das Kochen zur Kunst machte. Ganz herzlichen Dank, Oliver! Ich habe schon angefangen es zu lesen und demnächst werde ich sicher etwas dazu posten.

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Obama Superstar (Updates)

Veröffentlicht in Sprechblase von Cem Basman am 8. November 2008

Die Amerikaner hätten zu diesem Zeitpunkt keinen anderen wählen können als Barack Obama. In einem beispiellosen Wahlkampf, der alle Massstäbe sprengte, hat er einen grandiosen Sieg errungen. Er hat durch die Mehrheiten im Senat und im Repräsentantenhaus alle Macht in seinem Land, die Verhältnisse entscheidend zum Besseren zu ändern. Den grossen Turn-around zu schaffen. Das amerikanische Volk liebt und verehrt ihn. Er ist Superstar in allen Medien rund um den Globus. Die Lage in den USA und in der restlichen Welt ist so schlecht wie seit über 50 Jahren nicht mehr, er kann nicht verlieren. Obama wird jetzt schon mit den drei Grossen der amerikanischen Geschichte verglichen: George Washington, Abraham Lincoln, Franklin D. Roosevelt. Von JFK und den anderen Kennedys keine Rede mehr. Er ist eine Popikone, ein Messias und eine Lichtgestalt. Kann er dem gerecht werden?

Macht korrumpiert. Unweigerlich. Früher oder später. Jeden. Wird er den grossen Verführungen und Versprechungen widerstehen können? Die Probleme, die es zu lösen gilt, sind unmenschlich gross. Enttäuschungen werden sein. Er ist ein Mensch. Ich erwarte keine Wunder. Ich hoffe aber darauf.

Post-election depression blues. Here too. But different.

Zugabe: Obama grabs headlines [via Chris]

Update: Judith Butler über Barack Obama: Nicht zu überschwänglich werden

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Links zum Lunch

Veröffentlicht in Sprechblase von Cem Basman am 15. Oktober 2008
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Nicole Simon: Das Twitter-Buch

Veröffentlicht in Sprechblase von Cem Basman am 12. Oktober 2008

Nicole Simon arbeitet noch an ihrem Buch zu Twitter: Mit 140 Zeichen zum Web 2.0. Man kann es aber jetzt schon vorbestellen. Und in ihrem “Blog zum Buch” Mit 140 Zeichen kann man mit ihr in den Dialog eintreten und Material & Gedanken dazu beisteuern. So wie mit der Aktion “Twitter ist…”. Die einfachste und schönste Definition von Twitter (vulgo Microblogging) finde ich ist die von Nico Lumma: Twitter sind kurze Gespräche. Echt Beta!

PS: Nicole ist natürlich beim MBC09 dabei!

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