Plötzlich ist das Meer voller Joghurt…
12 Okt 2009 1 Kommentar
in Sprechblase Schlagwörter:Harry, Interview, Rowohlt, taz
Ein herrlich skurriles und amüsantes taz-Interview mit Harry Rowohlt. Stichwortgeber ist sein alter Bekannter Ralf Sotscheck. Kostprobe:
Urlaub in Griechenland, wie immer?
Ja, aber es wird wieder mal kein Urlaub sein. Ich nehme mir Arbeit mit. Ich frage, was ist das für ein Urlaub? Zwölf Tage ist man da und kommt mit achtzig übersetzten Gedichten von Shel Silverstein zurück. Mein Freund und Genosse Laiki merkte immer, wenn ich so was Dichterisches bekam, und fragte dann lauernd, ganz Altstalinist: „Soll ich für Ruhe sorgen?“ Und das in der Kneipe! Ich hab da immer auf dem Papiertischtuch gedichtet. Unser damaliger, inzwischen verstorbener Gemeindehirte Barba Christos – Onkel Christus – kletterte bei unserem inzwischen auch verstorbenen Nachbarn Iórgos aufs Dach, wo sich zwei deutsche Touristinnen oben ohne bräunten, und der Hirte fragte, ob er vielleicht mal deren Brüste berühren dürfe. Ja ja, dürfe er. Ganz vorsichtig mit seinen „hornigen Händen“, wie es bei Ringelnatz heißt, erst die erste, dann die zweite, dann die dritte, dann die vierte, und dann sagte er: „Plötzlich ist das Meer voller Joghurt, und ich habe keinen Löffel.“
Harry Rowohlt auch über das Uebel & Gefährlich in Hamburg: „Ich dachte, es hätte was mit Tina Uebel zu tun, das ist eine Hamburger Autorin und auch Waldorfschülerin – eine absolute Traumfrau: schön, klug, schmutzig redend und trinkfest wie ein Hafenlotse.“ – Was will mann mehr?
Eine seiner ersten Übersetzungen aus dem Irischen habe ich im Regal: Flann O’Brien: Der dritte Polizist, 1975. Ein Geburttagsgeschenk an mich damals™. Ich erinnere mich nicht mehr, ob er eine Widmung reingeschrieben hatte. Beim Umzug demnächst werde ich es wissen.
Mein Radio-Interview bei Fritz RBB
28 Jul 2009 3 Kommentare
in Sprechblase Schlagwörter:Fritz, Holgi, hzulla, Interview, Live, Radio, RBB
Gestern abend hatte mich Holger Klein angetwittert und angemailt, ob ich Lust hätte dass ich dringend bei ihm 20 Minuten später um Punkt 22:00 am Telefon bei Fritz Radio vom RBB auf der Matte stehen und ihm „live on air“ ein Radio-Interview geben möge. Er hätte sein nächtliches Programm Blue Moon komplett umgeschmissen, nachdem er diesen Artikel bei mir gelesen hätte. Ich bin dieser dreisten späten Nötigung doch gerne nachgekommen und hier das Ergebnis als Podcast für alle, die zu früh ins Bett gegangen sind oder nicht in Berlin wohnen oder den Link nicht auf Anhieb zum Livestream im Web gefunden haben:
- Cem Basman bei Holger Klein, Fritz Radio beim RBB am 27.Juli 2009 (Podcast, mp3)
- Ich bin der erste Interviewpartner in den ersten 18 Minuten
- Bitte um freundliche Beachtung ebenfalls für den Interview-Beitrag von dem von mir hochgeschätzten Hanno Zulla (@hzulla), Hamburg, der für die Piraten Partei plädierte und der eher gegen Ende des Podcasts zu hören ist
Hanno und ich wollen in den nächsten Tagen unsere Gedankengänge bei einer Tass’ Kaff’ oder auch mehr in Hamburg vertiefen. Übrigens, Holger twittert unter @holgi und bloggt wunderbares Zeuch bei stachenblochen. Und ich mochte seine provokative und frische Art zu fragen sehr. Danke, Holgi.
Interview für turi2
14 Apr 2009 2 Kommentare
in Sprechblase Schlagwörter:Interview, Microblogging, turi2
Peter Schwierz hatte mit mir in Berlin auf der re:publica’09 für den meistgelesenen deutschsprachigen Medien-Online-Branchendienst turi2 ein Interview gemacht. Es war gut 20 Minuten vor meiner Session im Friedrichstadtpalast, es war heiss und ich war ziemlich abgekämpft. Man sieht es. Viel Spass beim zusehen!
Spam Annual Report 2007
21 Okt 2008 Hinterlasse einen Kommentar
in Sprechblase Schlagwörter:2007, Annual, Buch, Diplomarbeit, Interview, Report, Spam
Daniel Bürger, 28 Jahre, hat im Juli an der FH Düsseldorf sein Kommunikationsdesign-Studium mit einer sehenswerten Arbeit abgeschlossen: Spam Annual Report 2007.
Der Report enthält nicht nur viele Fakten und anschauliche Grafiken sondern ist auch wunderschön anzusehen wie die Fotostrecke zum Interview auch zeigt. Übersichtliche Bilder zeigen die Zusammenhänge auf diesem dubiosen Markt.
Im Interview schätzt Daniel die aktuelle Lage dramatisch ein:
Zeitweise sind bis zu 98% der täglich weltweit versendeten E-Mails reiner Datenmüll. {…] „Two years from now, spam will be solved. I promise a spam-free world by 2006.” Davon war Bill Gates 2004 überzeugt. 2007 konnten die Spammer diese Ankündigung eindrucksvoll widerlegen: Durchschnittlich 79 Mrd. Spams pro Tag wurden versendet.
Frühstückslektüre
27 Sep 2008 Hinterlasse einen Kommentar
in Sprechblase Schlagwörter:bc0711, Datensicherheit, Deutschland, Frühstückslektüre, Interview, Linkliste, Literatur, Soziale Netzwerke, Türkei, usa
- Fraunhofer-Studie: Soziale Netzwerke mit enormen Datensicherheitslücken – Blogpiloten: „Die Forscher haben sich als normale Nutzer bei den Netzwerken LinkedIn, XING, MySpace, Facebook, StudiVZ, wer-kennt-wen und lokalisten angemeldet und anschließend versucht, über spezielle Suchmaschinen auch auf angeblich geschützte oder gar gelöschte Daten zuzugreifen.“
- „USA erklärt“ Das (nicht-)autorisieren von Interviews im Unterschied zwischen dem Angelsächsischen und Deutschland. Übrigens, ich lese Interviews grundsätzlich nie gegen und wundere mich gelegentlich über den Unsinn, den ich manchmal von mir gebe. Interviews sind der Job des Interviewers, nicht der des Interviewten, finde ich.
- „Schwarzer Himmel, schwarzes Meer“ – Die Lange Nacht der türkischen Literatur im Deutschlandradio, 11. Oktober, 00:05 Uhr und Deutschlandfunk, 11. Oktober, 23:05 Uhr, Moderation: Jochanan Shelliem. Teaser: „Die politischen Wirren in der Türkei Ende der 70er-Jahre, die mühsame Abkehr vom tradierten Frauenbild in der türkischen Gesellschaft oder die Geschichten vom schwierigen Miteinander unterschiedlicher Völker und Kulturen, von Griechen, Juden, Armeniern und Türken im heutigen Istanbul haben durch Fatih Akin in seinem Film „Auf der anderen Seite“ eine unvergssliche Bildsprache gefunden. In diesem Spannungsfeld von gelebten und ungelebten Träumen, von erfüllten und unerfüllten Hoffnungen in einer sich rasant verändernden Gegenwart bewegt sich auch die aktuelle Literatur der Türkei, Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus und dem Kulturamt der Stadt Köln stellt die „Lange Nacht“ der türkischen Literatur sechs herausragende türkische Autorinnen und Autoren vor und gibt Einblicke in die Bücher von Izzet Celasin, Asli Erdogan, Sebnem Isigüzel, Sema Kayguzus, Mario Levi und Murathan Mungan.“ [Linktipp via Mail von FoodFreak, Danke!]
- Google behauptet heute 10 Jahre alt geworden zu sein durch Einblendung einer entsprechenden Logo-Kreation. Es kursieren unterschiedliche Angaben über den Geburts-Tag. Sicher ist nur, es war irgendwann im September 1998. Die Testversion jedenfalls soll am 7. September online gegangen sein.
- Heute und Morgen: BarCamp Stuttgart. All tags #bc0711.
Interview mit Evan Prodromou, Gründer von identi.ca
16 Aug 2008 3 Kommentare
in Sprechblase Schlagwörter:Evan, identi.ca, Interview, Prodromou
Sehr sehenswertes Video-Interview mit Evan Prodromou, Gründer von identi.ca auf der OSCON 2008. Ein charismatischer und sympatischer Typ. Gefällt mir. Schlusssatz im Interview:
„Beeing the one that shakes up the markets, is a business opportunity, that I don’t think a lot of people cannot afford to miss.“
Evan bloggt gelegentlich auch hier. Da ist auch eine kurze Bio über ihn.
5 Fragen in 5 Minuten
06 Aug 2008 1 Kommentar
in Sprechblase Schlagwörter:Interview
Gerald Angerer, der lokalreporter aus Berlin, hat mir gestern fünf ungewöhnliche Fragen aus der gastronomischen Welt gestellt. Ich habe sie in fünf Minuten beantwortet, Er hat mir freundlicherweise einige Ehrentitel verpasst, neben „Urgestein“ (stimmt wohl), wie „Gründervater der deutschen Bloggerszene“, die glaube ich anderen verdienten Mitgliedern der Community eher zustehen. Auch wenn ich schon ganz lange dabei bin. Auch sehe ich mich ebenfalls eher als Unternehmer als ein Unternehmensberater. Tat statt Rat ist mir lieber.
Die Fragen fand ich aber erfrischend anders als das übliche. Danke für die Gelegenheit, Gerald.
Twitter-Interview: CemB
24 Apr 2008 1 Kommentar
in Sprechblase Schlagwörter:Interview, Persönliches, Selbstreferentiell, Twitter
Auf vielfachen Wunsch und auf Anfrage von Steffen Büffel habe ich bei den Blogpiloten.de meinen eigenen Fragebogen der Twitter-Interviews. Ausgleichende Gerechtigkeit! Bitte um die geschätze Aufmerksamkeit.
Twitter-Interview (7): Rednix
14 Apr 2008 1 Kommentar
in Sprechblase Schlagwörter:Deutschland, Interview, TwitterInterviews
rednix, Nico Lumma, twittert seit Januar 2007. Bio: Ich möchte alle grüssen, die ich kenne und die jetzt mitlesen. Location: Hamburg, Germany, Web: Lumma.de, Following 542, Followers 636, Updates 6,289
CemB: Was ist eigentlich der Spass an Twitter für dich?
rednix: Ich kommuniziere recht gern, aber eben auch am liebsten kurz und knapp. Da passt Twitter sehr gut ins Konzept.
CemB: Worüber twitterst du? Was twitterst du? Zu welchen Zeiten twitterst du?
rednix: Ich twitter ständig und von überall, mal Links, mal irgendwelche Status-Meldungen, mal schnacke ich kurz mit ein paar Leuten, je nachdem, wozu ich gerade Lust habe.
CemB: Hat Twitter deine Kommunikationsgewohnheiten verändert? Dein Leben bereichert?
rednix: Sicherlich. Als ich das erste Mal twitterte, war das ziemlich langweilig, eben so ganz ohne Follower. Mittlerweile habe ich eine Handvoll Follower und ich folge auch ein paar Leuten, so dass es leicht fällt, mal eben zu gucken, was die anderen so treiben. Sicher, es ist immer nur ein Snapshot, aber ich mag diesen kurzen Blick auf das bunte Treiben der anderen.
CemB: Nutzt du es für dein Networking? Wie drückt sich das für dich aus?
rednix: Noch habe ich weniger Follower als Kontakte bei Xing, aber das dürfte sich bald geändert haben… ich nutze Twitter sehr zum Networking, einfach weil es kurz und schnell geht, aber eben im Gegensatz zu IM und der allgegenwärtigen Presence-Anzeige etwas Unverbindliches hat.
CemB: Hast du durch Twitter neue Themen und Leute kennengelernt? Neue Impulse und Anregungen bekommen?
rednix: Klar, jeden Tag kommen da Links langgeflogen, die ich so nie entdeckt hätte.
CemB: Nutzt du Twitter auch beruflich?
rednix: Klaro.
CemB: Wie gehst du mit Followern um?
rednix: Recht passabel, denke ich mal. Den meisten followe ich, spätestens dann, wenn sie mich auf der re:publica deswegen anfrotzeln.
CemB: Welche Twitter-Clients nutzt du? Twitterst du auch mobil?
rednix: Ich nutze Twitterific und mobile entweder http://twitstat.com/m/ oder http://m.twitter.com
CemB: Siehst du Wechselwirkungen zwischen Blogs und Twitter? Oder mit anderen Plattformen?
rednix: Naja, der alte Klassiker „soll ich das wirklich bloggen? da fehlt die Substanz irgendwie…“ wird kurz auf 140 Zeichen erschlagen. Aber irgendwie komme ich derzeit eh nicht mehr zum Bloggen, dafür nutze ich aber Twitter als annotierten RSS-Feed.
CemB: Was kommt nach Twitter?
rednix: Twitter entwickelt sich gerade zu einer Art Messaging-Infrastruktur, auf der verschiedenste Dienste laufen werden, das ist sehr spannend und sorgt dafür, dass Twitter weiter unterschiedlichst genutzt werden kann und sich dabei fröhlich weiterentwickelt.
Aus der Reihe: Interviews mit Twitterern. Geführt von CemB (Cem Basman). Das siebte und letzte von sieben geplanten Interviews höchst unterschiedlicher Twitterer.
Twitter-Interview (Special): Ankegroener
14 Apr 2008 1 Kommentar
in Sprechblase Schlagwörter:Deutschland, Interview, TwitterInterviews
ankegroener, Anke Gröner, twittert seit Oktober 2007, Bio: besser als Chemie, Location: Hamburg, Web: Anke Gröner, Following 96, Followers 294, Updates 1.061
Danke, Anke! Lesebefehl: Sehr cool!
Aus der Reihe: Interviews mit Twitterern. Geführt von CemB (Cem Basman). Das Special ausserhalb der geplanten Reihe von sieben geplanten Interviews höchst unterschiedlicher Twitterer. Das siebte kommt aber noch. Der Herr weilt noch unterwegs…
Twitter-Interview (5): Mspro
14 Apr 2008 7 Kommentare
in Sprechblase Schlagwörter:Deutschland, Interview, TwitterInterviews
mspro, twittert seit Mai 2007. Bio: hier liegt mspro – lebenskünstler. er konnte sein werk nicht vollenden. er ruhe in frieden. Location: geht dich n dings an, Web: Tief, Following 132, Followers 380, Updates 4,156
CemB: Was ist eigentlich der Spass an Twitter für dich?
Twitter besteht für mich nicht aus Spaß, sondern aus vielen Späßen:
1. Das tolle Gefühl eine Echtzeitaudience jederzeit um sich herum zu haben. Fragen stellen, lästern, Albernheiten raushauen. Und darauf direktes Feedback bekommen.
2. Der durchgängige Lebensstream setzt mir die Leute direkt auf den Schoß. Ihre Erlebnisse, ihre Probleme, ihre Geschmäcker, ihr Denken, ihren Humor. Das alles ist mir nicht mehr fremd, wenn sie mir irgendwann leibhaftig gegenüberstehen. Und das passiert genau deshalb sehr häufig.
3. @frank93
4. Die soziale Geräuschkulisse, die man genauso gut ignorieren, wie genießen kann. Man ist nie allein, es sei denn man will es so.
5. 140 Zeichen halten mich ab, ausufernd rumzulabern. So wie ich es z.B. in diesem Interview getan haben werde.
CemB: Worüber twitterst du? Was twitterst du? Zu welchen Zeiten twitterst du?
Ich destilliere tweetbare Dinge aus meinem Leben. D.h. ich klopfe Gedanken, Erlebnisse und Ideen und Thesen in einer in meinem Hirn eigens installierten Formulierungsmaschine auf ihren Tweetgehalt ab und haue sie gegebenenfalls raus. Die Grundfrage: “ Lässt sich das, was ich sagen will, in 140 Zeichen so sagen, dass in ihnen alle Informationen und gegebenenfalls die Pointe zur Geltung komm“ (blöder Twitterwitz) Etwas in zwei Tweets sagen zu müssen, ist ein unentschuldbarer Gesichtsverlust.
Inhaltlich ist das aber sehr divers: gerne steile Thesen, Ausgehgeschichten und Flames gegen @Katti.
Ach ja: Ich twitter eigentlich zu keinen festen Zeiten. Klar, es gibt so was wie den Morgentweet, der mir noch im Bett einfällt. Aber dann kommt es eher so, wie es kommt.
CemB: Hat Twitter deine Kommunikationsgewohnheiten verändert? Dein Leben bereichert?
Ja, ich kommuniziere sehr viel per Twitter. Das hat sicher alle anderen Kommunikationsarten weiter in den Hintergrund gestellt. Besonders Instantmessanger leidet darunter. (Telefonieren hat schon lange seinen Reiz verloren.) Es ist eben so, dass die Leute im Twitter einfach präsenter, sichtbarer sind. Nach und nach rutschen aber wiederum viele Twitterbekanntschaften in mein Skype hinein.
CemB: Nutzt du es für dein Networking? Wie drückt sich das für dich aus?
Nein. Ich interessiere mich nicht für solche Sachen. Ich finde viele Leute per Twitter sympathisch und will sie kennenlernen. Aber dann steht allein die Person im Vordergrund. Obwohl diese Konnektivität natürlich praktische Vorteile generiert. (Ich schreibe diese Zeilen aus Berlin, genauer in der Wohnung von @tobetop den ich per Twitter kenne und der mich freundlicherweise bei sich aufgenommen hat)
CemB: Hast du durch Twitter neue Themen und Leute kennengelernt? Neue Impulse und Anregungen bekommen?
Eine tolle Sache sind natürlich die eintrudelnden Links. Man ist immer über viele Dinge sofort informiert. Und mit anderen Personen in seinem kommunikativen Umfeld kommt man natürlich auch mit anderen Themen in Berührung. Beispiel: dem @plomlompom sein Futurismus. Ansonsten: Ja, ich habe verdammt viele nette Leute kennengelernt durch Twitter. Der absolute Sozialisationsreaktor.
CemB: Nutzt du Twitter auch beruflich?
Nein.
CemB: Wie gehst du mit Followern um?
Ich versuche mir jeden anzuschauen. Aber ich follow derzeit sehr selten zurück, weil ich bereits jetzt mit meinen 130 Friends nicht mehr wirklich zurande komme. Ich habe aber auch eine recht hohe Fluktuation in meiner Friendslist. Ich probiere manchmal Twitterer einfach aus.
CemB: Welche Twitter-Clients nutzt du? Twitterst du auch mobil?
Auf dem Mac nutze ich Twitterriffic und Mobil meist die Website (m.twitter.com). Ich finde beim Mobiltwittern fängt der Spass erst so richtig an. Die spannensten Sachen passieren ja häufig außerhalb der eignen vier Wände. Vor allem in Kombination mit Twitpic ist mobiles twittern das ganz neue große Kino. Allerdings komm ich mobil meist kaum zum lesen, sondern „sende“ fast nur.
Ein toller Mobiltwitterer ist übrigens @svensonsan. Sogar ohne Twitpic.
CemB: Siehst du Wechselwirkungen zwischen Blogs und Twitter? Oder mit anderen Plattformen?
Mein Blog wird seit Twitter leider seltener bestückt, was ich schade finde. Aber es setzt sich langsam eine Arbeitsteilung durch. Im Blog werden eigentlich nur noch komplexere Sachverhalte abgebildet. Gedanken, ausformulierte steile Thesen. Und Twitter ist für alles andere da. Blog und Twitter ist bei mir eigentlich aber sehr unterschiedlich. Denn die beiden Personen mymspro und mspro haben wenig miteinander gemein. Meine Blogleser erkennen mich im Twitter nicht wieder und meine Follower lesen kaum meinen Blog. Ich lass die gegenseitige Verlinkung eigentlich nur aus Promotionzwecken bestehen. ;)
Tatsächlich ist es interessant wie die Bloggeria ihre Reputation aus dem Bloguniversum so unbeschadet in die Twitterwelt importieren kann. @niggi und @mrsbunz haben noch so gut wie gar nix getwittert aber haben trotzdem beachtlich viele Follower. Auch ich followte am Anfang vor allem Leuten, deren Blogs ich schon vorher mochte. Klar, woran soll man sich auch sonst orientieren? Tatsächlich lassen sich anscheinend aber weder die Faszination noch das Können eins zu eins vom Bloggen ins Twittern transferieren. Meistens sind zwar gute Blogger auch gute Twitterer, manche sind aber auch erbärmlich. Und viele behalten erstmal Abstand.
Allerdings glaube ich aber an einen Zusammenhang des Erfolges von Twitter und des von Blogs im allgemeinen. Beide sind durch ihre Einfachheit und gleichzeitige Universalität die Killerapplikationen des Webs geworden. (Ich würde sagen, die einzigen Killerapplikationen. Meiner Meinung nach, kann man den ganzen Rest des Web2.0 auch einfach als höchstens „ganz nett“ etikettieren)
CemB: Was kommt nach Twitter?
Ich glaube, das Twitterprinzip ist dermaßen universell, dass wir noch lange nicht das Ende der Fahnenstange dessen erleben durften, was noch alles allein mit Twitter gehen kann. Twitter hat derzeit eine Echtzeitaudience geschaffen, die so Dinge wie Qik oder Mogulus erst wirklich attraktiv machen. Hashtags, Bots und andere Aggregatoren werden aus Twitter noch sehr viel mehr herausholen, als wir heute glauben.
Als Zukunft kann ich mir nur eine Opensourcevariante vorstellen, die sich dezentral über standardisierten Schnittstellen austauscht. So ne Art WordPress für Twitter.
Zugefügt: Was stört dich an Twitter?
Dass öffentlich einsehbar ist, wem ich followe. Da gibt es schon ab und an Eifersüchteleien und einen Rechtfertigungsdruck, den ich nicht sehr schön finde. Viele nehmen das persönlich wenn man sie entfolllowt, was ich auch verstehen kann. Geht mir auch so, wenn ich entfollowt werde, von Leuten, die ich mag. Aber im Grunde ist das Schwachsinn, denn es hat viel weniger mit Sympathien zu tun, als der reinen Aufmerksamkeitsgrenze. Ich twittere halt gerne und viel, manchen eben zu viel. Da muss ich mit leben, dass das sich das einige nicht antun wollen. Andere scheinen aber größere Probleme damit zu haben und können damit nicht umgehen. Deswegen bin ich dafür, nicht mehr anzuzeigen, wer wem followt.
(Überhaupt geht mir das ganze Followergewichse mittlerweile ziemlich auf Nerven. vielleicht sollte man die Zahl auch nicht anzeigen)
Aus der Reihe: Interviews mit Twitterern. Geführt von CemB (Cem Basman). Das fünfte von sieben geplanten Interviews höchst unterschiedlicher Twitterer.
Twitter-Interview (3): Isabo_
14 Apr 2008 3 Kommentare
in Sprechblase Schlagwörter:Deutschland, Interview, TwitterInterviews
isabo_, twittert seit Oktober 2007. Web: is a blog, Following 77, Followers 171, Updates 3,788
CemB: Was ist eigentlich der Spass an Twitter für dich?
isabo_: Meine Arbeit besteht im Wesentlichen darin, alleine am Schreibtisch zu sitzen. Bei Twitter habe ich das Gefühl, Kollegen zu haben, etwas Privates nebenher, einen Kontakt zur Außenwelt. Im Unterschied zu Bürokollegen kann ich mir aber aussuchen, wem ich zuhöre und wem nicht. Es twittern viele kluge und witzige Leute, deren Geplauder ich gern lese. Und wenn es nur ein „hallo ich bin noch da“ ist.
CemB: Worüber twitterst du? Was twitterst du? Zu welchen Zeiten twitterst du?
isabo_: Über das, was ich gerade tue oder was ich gerade denke. Privates. Ich halte Schwätzchen, was manche Twitterer nervt (zu Recht, vielleicht). Manchmal versuche ich, witzig zu sein. Manchmal rege ich mich über etwas auf oder freue mich und will es einfach kurz loswerden. Oft reagiere ich auf andere Twitterer.
Zeiten: Immer, wenn ich am Schreibtisch sitze. Also meistens irgendwann vormittags bis irgendwann nachts.
CemB: Hat Twitter deine Kommunikationsgewohnheiten verändert? Dein Leben bereichert?
isabo_: „Mein Leben bereichert“ klingt mir eine Nummer zu groß, dazu ist Twitter zu oberflächlich. Okay, es hat mein Leben um eine Sucht bereichert, denn natürlich frisst das unglaublich viel Zeit. Spaß macht es; und ich lerne dort Leute kennen, wenn auch zunächst oberflächlich und unverbindlich, die mir sonst entgangen wären. In wieweit die irgendwann mein Leben bereichern werden, wird sich weisen.
Bisher waren es die Blogs, die tatsächlich mein Leben bereichert haben, und zwar sehr. Erst durchs Lesen, dann durchs Selberschreiben, dann durch die Menschen, die ich darüber kennen gelernt habe. Großartige Sache.
Ach ja: Plappern war schon immer eine meiner Kommunikationsgewohnheiten.
CemB: Nutzt du es für dein Networking? Wie drückt sich das für dich aus?
isabo_: Mein berufliches Networking spielt sich anderswo ab, meine Kollegen sind zum größten Teil erstaunlich wenig computer- und internetaffin. Obwohl sie den ganzen Tag dransitzen.
Zur privaten Kontaktpflege benutze ich es, klar, denn es ist ein Kontaktinstrument. Eins von vielen. Über das nur ein bestimmter Kreis meiner Freunde und Bekannten erreichbar ist.
CemB: Hast du durch Twitter neue Themen und Leute kennengelernt? Neue Impulse und Anregungen bekommen?
isabo_: Jajajaja.
CemB: Nutzt du Twitter auch beruflich?
isabo_: Jein. Manchmal lasse ich Frust ab. Und ich weiß es nicht mehr genau (schlechtestes Gedächtnis der nördlichen Hemisphäre), aber ich würde fast wetten, dass ich dort schon Fragen gestellt habe, die irgendwas mit meinen Übersetzungen zu tun hatten.
CemB: Wie gehst du mit Followern um?
isabo_: Meine Tweets sind nicht abgeschlossen, das heißt, mir kann followen wer will. Ich gucke mir die Leute kurz an, manchen folge ich dann auch. Nach keinem bestimmten Schema. Umgekehrt hatte ich mir mal vorgenommen, nie mehr als 50 Leuten zu folgen, aber das klappt nicht. Es werden immer mehr, und gelegentlich fliegen dann wieder welche raus. Und kommen irgendwann wieder rein. Vielleicht.
Wenn feststelle, dass jemand mir nicht mehr folgt, an dem mir etwas liegt, bin ich ein bisschen enttäuscht. Dabei entfollowe ich ebenfalls Leute, ohne dass ich irgendwas gegen sie hätte.
CemB: Welche Twitter-Clients nutzt du? Twitterst du auch mobil?
isabo_: Ich weiß nicht mal, was ein Twitter-Client ist. Und mobil ins Internet kann ich auch noch nicht. Ich weiß, dass das auch per SMS geht, aber so schlimm ist die Sucht noch nicht. Muss auch nicht sein.
Ach so, ist das sowas wie Twitteriffic? Das benutze ich auf dem Laptop; der große Rechner kann das nicht, weil da noch 10.3.9 drauf ist. Egal, also jein. Ich mag das Zwitschern bei Twitteriffic, und dass man nicht dauernd auf Reload drücken muss.
CemB: Siehst du Wechselwirkungen zwischen Blogs und Twitter? Oder mit anderen Plattformen?
isabo_: Na klar. Ich lese jetzt Blogs, die ich vorher nicht gelesen habe, weil die Leute mir über Twitter ans Herz gewachsen sind.
Für mich selbst: manchmal überlege ich, ob ich einen Witz bei Twitter vergeude oder ihn fürs Blog aufbewahre. Blog kommt mir eher bewahrend vor, während Twitter flüchtiger ist. Und ich merke leider, dass ich mein Blog manchmal vernachlässige, und dass ich weniger Blogs lese, weil ich zu viel Zeit bei Twitter verplempere. Das ist schade, denn eigentlich sind mir die Blogs viel wichtiger.
CemB: Was kommt nach Twitter?
isabo_: Die Kohlenstoffwelt. Irgendwann. Für ausschließlich Virtuelles sind mir die Leute, die mir im Internet wichtig werden, zu schade.
Aus der Reihe: Interviews mit Twitterern. Geführt von CemB (Cem Basman). Das dritte von sieben geplanten Interviews höchst unterschiedlicher Twitterer.
Kurzinterview: „Grassrooted Ventures“
02 Apr 2008 Hinterlasse einen Kommentar
in Allgemein Schlagwörter:Grassrouted Ventures, Interview
Bjoern Negelmann hat mir anlässlich des Social Web Breakfasts zum Thema „Grassrooted Ventures“ am 4.4.2008 in Hamburg vorab einige Fragen gestellt, die ich ihm per Mail beantwortet habe. Wir sehen uns beim Frühstück!
Interview mit der WirtschaftsWoche
04 Mrz 2008 Hinterlasse einen Kommentar
in Allgemein Schlagwörter:GTD, Internet, Interview, Narzissmus, Persönliches, Tagebucheintrag, Web 2.0, Wirtschaft, Wirtschaftwoche
Ein entspanntes Telefoninterview gestern nachmittag mit Christian Schlesiger von der WirtschaftsWoche geführt. Es ging um Kommunikation und persönliche Produktivität im Zeitalter des Neuen Web. Und ob sich mein berufliches und privates Sozialverhalten durch das Bloggen und das Web verändert hätte. Die Frage kam mir irgendwie bekannt vor. Ich bin gespannt. Ich habe dabei allerdings vergessen zu fragen, ob es für die Print- oder Online-Ausgabe ist. Schaunmermal, was rauskommt. Anlass zum Interview war dieser Blogpost.
Und ja, es ist nicht nur ein Tagebucheintrag sondern auch schamlose Eigenwerbung…
Nachtrag: WiWo plant das Interview mit Foto in der Print-Ausgabe Nr.13/2008 zu veröffentlichen.





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