Der andere kleine Junge im Spiegel.

Ich war ein stilles und einsames Kind. Manchmal habe ich mich vor den großen Spiegel im Flur hingestellt und mich stumm beobachtet.

Ein fremder Junge blickte mir ernst entgegen. Spiddelig und rothaarig. Fern und unwirklich im Spiegelbild. Ich hatte oft das Gefühl, als ob ich die Welt wie aus zwei Augenlöchern beobachte. Als ob jemand anderer in mir stecken würde. Ein anderer kleiner Junge..

Ich zog mich immer häufiger in mein Schneckenhaus zurück. Verstummte zunehmend.

Im Sommer legte ich mich rücklings auf den Rasen. Ich hatte dabei immer die Vorstellung an der Decke zu kleben und ins grenzenlose Himmelblau hinein zu fallen. Das war schön. Und etwas unheimlich. Ich stellte mir immer vor, unendlich durch das Weltall zu schweben.

Meine Eltern brachen alle paar Jahre alle ihre Zelte ab und zogen in die nächste Stadt oder ins nächste Land weiter. Das hatte sicher ihre Gründe. Für mich bedeutete es aber: Neue fremde Umgebung, neue fremde Kultur, neue fremde Sprache, neue fremde Schule, neue fremde „Freunde“. Oft genung auch für lange alleinZeit fremd geparkt bei fremden Verwandten. Für mich war zeitweise immer Murmeltiertag.

Ich glaube, sie hatten sich darüber keine Gedanken gemacht. Kinder waren damals keine Menschen. Nur Sachen.

Ich habe immer noch sehr genaue Erinnerungen daran. Manchmal stehe ich noch vor dem Spiegel und sehe den kleinen Jungen, der mich jetzt wieder anschaut. Jetzt erkenne ich ihn aber.

Am Ende. Aber doch.

Acid.

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Langsam jetzt im hohen Alter fange ich an, zum ersten mal die Siebziger Jahre zu schätzen. Abgesehen die Schlaghosen, die ich auch hatte.

Jimi Hendrix, The Doors, The Who, Procol Harum ..die Freiheit, die wir alle mittlerweile verloren haben, die Rebellion, die eingeschlafen ist, die naive Lebensfreude, die..

Die Musik bringt das ganze Lebensgefühl wieder zurück.

Komisch. Heute abend habe ich zum ersten mal verstanden, dass ich ein Kind der Siebziger bin. Spät. Am Ende. Aber doch.

Inside the Strawberry Dome.

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I Sing the Body Electric.

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PS: Naturalistische und realistische Bilder sind doch fürchterlich langweilig.