Basics Bloggerbörse

Robert Basic hat empirisch den Marktwert von Bloggern bestimmt. Ein gute Orientierung für PR- und Marketing-Leute. Spindoctors, start your engines!… Ja, Blogger sind zu über 90% käuflich. Laut seiner Umfrage wären rund 60% der Blogger bereit, für einen Betrag zwischen 500-5.000 Euro einen Artikel über ein Produkt oder eine Dienstleistung zu veröffentlichen ohne bekannt zu geben, dass sie dafür Geld genommen haben.

In dieser Deutlichkeit hätte ich ehrlicherweise das nun so nicht erwartet. Das erstaunt mich ziemlich. Ist das die schweigende Mehrheit der Blogger von der neulich häufiger die Rede war? Erschreckend.

Oder machen wir die Gegenrechnung: Was kostet eine kleine bis mittlere Marketingkampagne so üblicherweise mit Printmedienunterstützung? Ich weiss es nicht, aber ich sage mal vielleicht € 250.000,-. Für das Geld würde ich 50-500 Blogger bekommen. Nicht schlecht. Aber welche Wirkung hätten diese bezahlten Blogger, die über mein Produkt schreiben? Beispielsweise über Pickelentferner, coole Turnschuhe, Zeitschriften, Games, Versicherungen,… Würde ich mehr dadurch verkaufen oder eine höhere „Awareness“ dafür erhalten als mit der klassischen Kampagne?

An Robert mag ich, dass er nicht herum theoretisiert wie manche andere, sondern ganz praktisch und konkret die Dinge hinterfragt und die zugehörigen Daten erhebt. Das macht ihn zum MVB („most valuable blogger“) dieser Saison.

5 Kommentare zu „Basics Bloggerbörse

  1. Erst mal vorweg: Dies hier scheint ein schönes lesenswertes Blog zu werden. Kompliment!

    Roberts konkrete Frage verlangte gestern ja nach einer klassischen Tugend eines (Kommerz-) Bloggers, nämlich das ständige Hütchen-Wechsel-Spiel zu vollführen.

    Also Frage gelesen, Hut des korrupten Bloggers gebaut, Newsscan-Hut abgesetzt, Korrupter-Blogger-Hut aufgesetzt und über die vorher nicht dagewesene konkrete Frage nachgedacht. Im devils advocat Modus dann unbekümmert die Zahl 2.500 € gewählt und Hut wieder abgesetzt und im Tagesgeschehen weitergemacht.

    Eine Nacht drüber geschlafen und heute Roberts Auswertung und Meinung gelesen. Von mir aus kann der Korrupter-Blogger-Hut jetzt auf immer und ewig im Keller verschimmeln. Blogbar geschult sollte es keine offenen Fragen mehr geben…

    Von mir kriegt Robert keinen MvB Award verpasst, aber diese eine unbekümmerte Frage war mal wieder wichtig – mit allen Unter- und Zwischentönen.

  2. Danke für’s Kompliment, Markus!

    Die Blogbar ist ein von mir ausserordentlich geschätztes Blog. Es gab sogar eine Zeit vor zwei jahren, da habe ich ein Jahr lang nur zwei Blogs gelesen. Eines davon war Blogbar. Die meisten werden es nicht glauben. ich halte viele der Themen dort für sehr zentrale und wichtige Themen. Und der Don legt seinen Finger auch immer in die Wunde, streut Salz und tröpfelt Zitrone rein. Recht hat er ja oft genug. Brot und Spiele! Das Colosseum ist die Arena der Gladiatoren und Löwen.

    Aber …

    Ich gehe lösungsorientiert vor. Und mein Tonfall und meine Haltung ist sicher eine völlig andere. Für mich ist das Internet ein riesiger Sandkasten für alle möglichen Ideen und Modelle. Ein Ort an dem du alles ausprobieren kannst und sofort die Quittung dafür erhälst. Positiv oder Negativ. Manchmal auch Gleichgültigkeit.

    Ich respektiere Leute, die neues ausprobieren und ein Wagnis eingehen. Sicher machen sie dabei auch Fehler. Neues auf die Beine zu stellen ist sehr sehr schwierig. Das durch alle Unwegbarkeiten als Kapitän zum Erfolg zu steuern ist sehr schwierig. Deshalb respektiere ich alle, die kreative Ideen und Geschäftsmodelle entwickeln und darauf ihre Unternehmen gründen. Egal wen. Es gibt einen Unterschied zwischen Gründer, Unternehmer und angestellten Manager. Ich bin sicher geprägt durch meine eigene Geschichte und komme nicht aus meiner Haut.

    Ich bin Praktiker. Deshalb der MVB an Robert ;-)

  3. Mich überrascht das Ergebnis wenig: lieber den Fisch der schwimmt, als den Vogel der fliegt. ;o) was man kriegen kann, das nimmt man anscheinend mit.

    Und Cem, ich freue mich auf weitere lesenswerte Blogperlen!

  4. Die Statistik zeigt nicht, dass 90% der Blogger käuflich sind.
    Sie zeigt, dass 90% der an der Umfrage teinehmenden Menschen gegen Geld Schleichwerbung machen würden. (Leser von Robert Basics Weblog).

    Cem, Ihre vorgerechnete Marketingkampagne läuft zwei Tage gut, dann kriegen wir’s raus. 500 Blogger bloggen rein zufällig über dasselbe Produkt?

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