Social Networks: Du willst hier net rein!

Groucho Marx: „Wieso sollte ich in einem Verein Mitglied werden, der Leute wie mich akzeptiert?“

Guggst du hier: Sind die MySpace User etwas geekiger, nerdiger oder queerer (und prolliger) gestrickt als die angepassten karrieregeilen Facebook Nutzer? Die BBC News International berichtet, dass eine sechsmonatige umfangreiche Untersuchung ergeben hätte, dass Soziale Netzwerke auch im Web sehr eng an Bildung, Herkunft, Orte und Religionszugehörigkeit der Nutzer gebunden seien. Also von einer „Klasse“ oder „Schichtzugehörigkeit“ abhängen würden… Leuchtet mir natürlich zunächst irgendwie ein. Facebook ist ja in seinem Ursprung auch ein studentisches Netzwerk. Gleich und Gleich gesellt sich ja auch gerne. Bei Xing (nicht Teil der Untersuchung) würde man sicher sagen, es sind die angestellten, freiberuflichen und selbständigen jungen Berufstätigen. Und was ist mit LinkedIn? Bei aSmallWorld ist es wieder ganz klar: Die Reichen, Schönen, Berühmten, Wenigen einer kleinen Welt.

Die Schlussfolgerung wäre ja demnach, dass Soziale Netzwerke im Web in einer bestimmten Schicht „gefangen“ wären. Somit wäre ihr jeweiliges maximal mögliches Wachstumspotential und ihre Vermarktungsstrategien vorherbestimmt. Das würde auch den Kreis der möglichen denkbaren Mergers & Aquisitions deutlich einschränken. Ich denke, dass der Markt das deutlich bestätigt. Siehe aktuell beispielsweise auch hier und hier. Solche Spekulationen machen dagegen dann auf den ersten Blick wohl keinen grossen Sinn. Und solche Absichten bleiben spannend, da sie einerseits zwar ungeheure Chancen bieten, aber auch möglicherweise die angestammte Klientel irritieren könnten. Das hiesse letztendlich auch, es gäbe keine (schicht-)neutralen Social Networks im Web. Wie im richtigen Leben…

Im Gegenzug lässt sich aber auch sagen: Es gibt Clubs, da kommst du nicht rein, und es gibt Clubs, da willst du nicht rein… Oder siehe oben Groucho Marx.

PS: Ich wusste nicht, dass Groucho Marx‘ Mutter aus Ostfriesland kam. Kein Witz.

10 Kommentare zu „Social Networks: Du willst hier net rein!

  1. Interessante Gedanken! Kann man so einfach Menschen kategorisieren?

    Ich bin auf mindestens 5 Netzwerken aktiv…*hüst*…angemeldet, die alle unterschiedlicher nicht sein können. Schön wäre doch jetzt, die Dame aus dem Off zu hören, die die ganzen Vorteile meiner Netzwerke – inklusive der Beschreibung meiner Person – in einen 30-Sekünder packt.

  2. *Huch*

    Ich bin auf Myspace, linkedin, ryze, asmallworld…und natürlich XING. Also: welcher Religion bin ich angehörig, welches Instrument spiele ich und wo kaufe ich ein ;-)

  3. Ich bin ja auch in mehr als einem Netzwerk, wenn auch nicht aktiv, so doch zumindest angemeldet. XING wohl eher für die seriöseren Kontakte und Myspace ist doch eher so ein Musikding, wo man plötzlich mit Morrissey befreundet ist. Viele Musiker veröffentlichen dort vorab ihre Platten und der Musikliebhaber hört schonmal rein. Als Community nutze ich das dort tatsächlich weniger. Dann sind da natürlich noch die Phtoplattformen (flickr, von mir aus jetzt auch 23hq), auf denen man man guckt, was die Freunde und Bekannten so knippsen. Drei unterschiedliche Netzwerke, drei unterschiedliche Verwendungszwecke. M. E. ließe sich hieraus noch kein Rückschluss auf Person oder Schicht ableiten.

    Was richtig ist: in StudiVZ will ich nicht und in SmallWorld komm‘ ich nicht. Damit kann ich leben.

  4. Ich für meinen Teil bin bin Xing recht zufrieden. Für andere generelle Netzwerke habe ich keine Zeit und auch keinen echten Bedarf. Ausnahme, wenn sie extra für einen sehr sehr speziellen Zweck sind, den ich sonst nirgends finden würde. Eine Community mit einem Special Interest vielleicht. Oder wenn sie natürlich von Haus aus eingebettet sind in eine Anwendung, die ich recht häufig nutze.

    Trotzdem, seien wir ehrlich, die bisher genannten Generalisten haben schon jeweils eine etwas andere Klientel bzw haben eine recht spezielle Kultur mit und für ihre Klientel entwickelt. Sie ziehen jeweils etwas andere Arten von Leuten an.

    Mann hat nur eine Stammkneipe!

  5. @Cem: Wir bräuchten etwas wie XING, wo wir nicht nur unsere Geschäftskontakte pflegen können, sondern gleichzeitig neue tolle Bands entdecken können, unsere Photos hochladen und mit anderen teilen können und gleichzeitig die heißesten Plätze der Stadt bewerten können. Bookmarks tauschen wäre auch nicht schlecht und ein Videoportal würde das ganze abrunden. Wie wär’s? http://www.openwollmilchsau.net

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