Facebook: Ein eingezäunter Garten

Alle sind bestrebt, für das schnellwachsende Facebook Schnittstellen zu schreiben. Aber Scott Heifermann, CEO/Co-Founder von Meetup, bemerkt zu recht:

While at Sony in 1994, I was sent to Virginia to learn how to build a Sony „app“ on AOL (the #3 online service, behind Compuserve & Prodigy at the time) using AOL’s proprietary „rainman“ platform.

Fast forward to Facebook 2007 and see similarities: If you want access to their big base of users, develop something in their proprietary language for their people who live in their walled garden.

Jason Kottke nennt Facebook aus gleichem Grund das AOL 2.0 – eine proprietäre Plattform mit proprietären Schnittstellen. Ich halte das tatsächlich für eine sehr gefährliche oder zumindestens unerfreuliche Entwicklung. Dafür Anbindungen zu entwickeln ist ein gewaltiger Rückschritt. Die Zukunft kann nur in den offenen Schnittstellen und anerkannten Standards liegen.

Update: Mittlerweile stehe ich nicht ganz alleine mit dieser Meinung da. Die kritischen Stimmen mehren sich:

5 Kommentare zu „Facebook: Ein eingezäunter Garten

  1. Ich frage mich, woher die Standards kommen werden. Offene Schnittstellen a la SOAP/WSDL oder REST sind ja ganz nett und funktionieren auch, aber aus meiner Sicht sind die damit transportierten Daten der eigentliche Knackpunkt.

    Und selbst wenn man so einen Standard hätte — wer garantiert, dass alle den dann einhalten? Es ist ja z.B. sogar bei APIs für Weblogs so, dass es propritäre Erweiterungen gibt.

  2. Ich denke, dass es tatsächlich ja nur um die Austauschformate von Daten und Protokollen zwischen den vielen verschiedenen Webdiensten verschiedener Anbieter geht. Woraus der einzelne Dienst dann codiert ist oder auf welcher Technologie er basiert, ist letzendlich egal.

    Austauschformate von Daten sind beispielsweise Microformats… um nur eines zu nennen. Mit Operator Firefox Extension kann man solche Informationen denn aus Webseiten auslesen. Bei Qype bespielsweise. Soweit ich informiert bin.

  3. Ich kann nicht ganz nachvollziehen was daran ein gewaltiger Rückschritt ist, wenn man eine Webanwendung hat, die man mit einem gewissen Aufwand gebaut hat und die eigenständig im Web existiert, wenn man dann jedenfalls für diese ohnehin bestehende Anwendung mit einem *Bruchteil das Aufwands* (oft in ein paar Tagen) einen Wrapper für Facebook entwickelt und dadurch ins facebooksche Ökosystem andockt, um die dort bestehenden Vernetzungsstrukturen für sich selbst ausnützen zu können. Rein pragmatisch jetzt: was kümmert es einen ob das eine proprietäre Schnittstelle ist oder nicht. Auch wenn Facebook selbst ein Garten ist, alles was innerhalb von Facebook mit der Anwendung getrieben wird aus den Garten raus in die Datenbank der jeweiligen Anwendung gespült und ist dort dann auch ohne Facebook also ausserhalb des Gartens sichtbar. Man kann natürlich alles proprietäre grundsätzlich ablehnen, aber damit scheinen mir massivste Opportunitätskosten verbunden.

  4. Ein Wrapper ist schnell geschrieben. Nur… wieviele willst du schreiben? Für jede Anbindung muss du eine schreiben und die immer nachpflegen. Du bist immer abhängig vom anderen, der jederzeit ohne Ankündigung, seine Zugriffsstrukturen ändern kann und wird. Häufig ist er dabei gar nicht bis schlecht oder sogar falsch dokumentiert.

    Deshalb finde ich offene Strukturen besser. Aber, das Leben ist nicht ideal und die Wahrheit wird wohl immer eine Mischung der Lösungen bleiben.

  5. Vor allem ist man bei einem Wrapper womöglich von zwei Stück Software abhängig … wer will das schon? Außerdem hat man bei einer standardisierten Schnittstelle eine größere Chance, auf einer anderen Plattform eine passende Bibliothek zu finden.

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