Lehrlinge zu dumm?

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Hallo, Kai Diekmann, geht’s noch?? Hä? Das sind 16-jährige. Sollen die schon Excel, PowerPoint und Word beherrschen? Natürlich daddeln die eher. Was denn sonst? Den beruflichen Umgang mit dem Computer, Tabellenkalkulation einsetzen, Textverarbeitungsprogramme für Serienbriefe verwenden oder mal auch eine Präsentation entwerfen, das alles sollen die ja während ihrer beruflichen Ausbildung beim Lehrbetrieb und in der Berufsschule lernen. Dazu sind die ja da. Oder geht es Ihnen allen, um fertiggebackene, ausgebildete, billige, junge, genügsame Arbeitskräfte, die Sie nicht mehr ausbilden brauchen?

Ich finde die Lehrlinge nicht zu dumm. Ich finde Ihre Schlagzeile zu doof.

23 Kommentare zu „Lehrlinge zu dumm?

  1. Daddeln? Wenn sie überhaupt etwas mit Computer am Hut haben. Wenn man von der Computergeneration spricht, vergisst man schnell, um welche „Bildungsschicht“ es sich handelt. Bei Lehrlingen handelt es sich viel um Hauptschüler, welche in der Schule nicht an den Computer und das Internet herangeführt werden und in ihrer Freizeit häufig lieber mit der Konsole als einem Rechner daddeln. Mit Dummheit hat das natürlich absolut nichts zu tun – man könnte es einen andersliegenden „Bildungsschwerpunkt“ nennen.

    Aber selbst wir am Gymnasium wurden nicht wirklich durch die Schule in unseren IT-Kenntnissen gefördert und ich kenne genug, die tief zu schlucken hatten, als sie feststellten, dass man an der Uni heutzutage auf PC und Internet angewiesen ist.

  2. Bild im Sommerloch, hehe. Es gibt genügend 16-jährige, die ziemlich viel mit einem Rechner anstellen können.

  3. Also ich finde es eher unglaublich, wie die Schlagzeile durch den Dreck gezogen wird. Natürlich sollte sich ein 16-jähriger heute schon mit den grundlegenden Office-Anwendungen auskennen.
    Es ist natürlich korrekt, dass der Informatik-Unterricht in den Schulen leider recht kurz kommt. Auf der anderen Seite kann ein wenig Eigeninitiative auch nicht schaden.

  4. Nur der Vollständigkeit halber eine kleine Korrektur

    Nicht Kai Diekmann ist Chefredakteur der BamS, sondern Claus Strunz… die beiden Objekte haben organisaatorisch nichts miteinander zu tun.

    Und die bams ist auch nicht, wie manche meinen, die „Sonntagsausgabe“ der bild…

    Nur mal so…

    lg, kho

  5. Ich verbuche das auch unter „Sommerloch“ – wenn nix schlimmeres passiert ist seit gestern, ist es mir recht. :-) Ich bin im Übrigen der Meinung, dass sich Jugendliche bis zum 16. Jahr durchaus mal mit Office auseinandergesetzt haben sollten, wenn sie a) eine Ausbildung anstreben und b) dies in einem kaufmännischen Bereich anstreben. Als angehender KFZ-Mechaniker muß ich mit 16 Jahren keine Formeln in Excel hinterlegen können. :-)

    LG, Nils

  6. Jeder 16jährige, der am Rechner ‚daddelt‘ und sich dazu ständig mit Treibern, Hardware und diversen Netzwerk Dingen beschäftigt, hat damit bereits mehr Ahnung von Computern als der Durschnitts-User.

    Insofern ist die Headline völliger Quatsch.

    Ich hatte kurz überlegt, mir die BamS nur deswegen zu kaufen, aber diese unqualifizierte Sabbelei bezüglich Computerspielen hilten mich dann davon ab.

    Was soll in 16jähriger auch mit Excel machen? Völliger Stuss, zu erwarten, dass man das mit 16 Jahren bereits beherrscht.

    Einer der Nutzen von Computerspielen ist die unglaubliche Geschwindigkeit am Computer.
    Während der Durchschnittsuser noch nie im Leben ein Tastaturkürzel benutzt hat, kann sich ein Spieler die Arbeit am Rechner ohne gar nicht vorstellen.
    Und so weiter …

  7. Sagt mal, was ist denn das über der Schlagzeile? Erkenne ich da Claudia Roth die über die BAMS eine neue Liebe sucht? Ich habe gehört dass der Bäcker-Sohn Kamps bald wieder frei sein wird… ;-)

    Grüße aus Dublin

  8. Ergo: Künftig alle Kumpels per Serienbrief zum Daddeln einladen und nicht mehr per ICQ.

    ICQ? War das nicht dieses Spielzeug für Kids? Schade, dass man Chatten so gar nicht im Arbeitsalltag gebrauchen kann.

    Allerdings, es stimmt schon, was Martin Hiegl sagt. Ich erlebe es auch immer wieder, dass Studenten und Studentinnen auch 2007 noch recht überfordert sind, wenn sie plötzlich ernsthaft mit Computern arbeiten sollen. Da haben die allgemeinbildenden Schulen schon etwas Nachholbedarf. Seltsam, dass 2007 Computerkenntnisse noch nicht zur Allgemeinbildung zählen…

  9. @kho: Ich habe extra heute früh in das Impressum meiner BamS-Ausgabe (siehe Foto) reingeschaut. Da stand Herr Diekmann (als Herausgeber) und Herr Strunz (als Chefredakteur) drin.

  10. @alle: Ich bleibe dabei, man kann von 16-jährigen in unserem drei-klassigen und völlig antiquierten Bildungssystem nicht erwarten, dass sie mit den im Berufsleben üblichen professionellen Softwaresystemen umgehen können. Das ist völliger Quatsch.

    Die ganze Geschichte spielt auf Ressentiments der „Lehrherren“ gegenüber der vermeintlichen „Jugend von heute“, die „nichts im Kopf hat“. Das ist reine Demagogie unterster Schublade.

    Übrigens, in der gleichen BamS-Ausgabe wird auch wieder die alte Barschel-Geschichte aufgetischt und ein fast ganzseitiges bisher unveröffentlichtes detailliertes Brustbild in Farbe und frontal von Barschel aus dem Leichenschauhaus veröffentlicht. Mein Sechsjähriger fragt mich am Frühstückstisch, wer das sei. Ich glaube, die sind nicht ganz dicht.

  11. @Valentin: Ja, es ist Claudia Roth, die sich aufgebrezelt hat und in einer Istanbul/Bosphorus Reportage laut BamS erzählt, dass sie gerne wieder einen Mann hätte.

    Das einzige an dieser Bams-Ausgabe, was vielleicht Substanz hat und wahrscheinlich stimmt, ist die aktuelle Bundesligatabelle. Denk ich doch mal. Oder?

  12. @ Cem: Der „gute“ Sportteil gilt ja auch als Standard-Ausrede der meisten Bild-Leser ;-). Wollen wir ihnen den doch wenigstens zugestehen.

  13. Bild dir deine Meinung … Ha Ha … olles Käseblatt. Die haben so viel Ahnung wie der Papst von Verhütung *fg*

    Aber jetzt mal im Ernst, 16 jährige lernen in ihrem Alter ein wenig Computersprache, dass war es auch. Auf Excel, Word und Co werden die doch nicht geschult. Die bekommen doch keinen vernünftigen Einstieg. Das lernt man erst am Arbeitsplatz oder Berufsfördernden Schulen. Keine Ahnung was Bild sich da wieder hat einfallen lassen. Hauptsache es gibt genug Dumme die den Schund lesen :P

  14. Vielleicht noch ein Nachsatz zum Thema Wissensvermittlung und Uni, auch wenn es hier primär um Lehrlinge ging: ich habe an der Uni einen hohen Prozentsatz von Leuten erlebt, die völlig entgeistert waren, dass man an einer deutschen Uni von ihnen erwartete für ein Studium (notabene, in diesem Fall Geographie, wer da nicht auf Englisch veröffentlicht existiert quasi nicht) Englisch zu beherrschen und regelmässig englischsprachige Fachliteratur zu lesen, und es wird wohl keiner behaupten dass in deutsche Gymnasien kein Englisch gelehrt wird.

    Meine Erfahrung mit Lehrbetrieben ist ausserdem, dass es gar nicht mal von Vorteil ist wenn man bestimmte Dinge beherrscht, weil man sie im Idealfall nämlich genau _so_ erlernen sollte wie es der Lehrherr und Berufsschullehrer gern hätten, nicht wie man es sich selbst beigebracht hat, und da gibt es bisweilen gewisse Kollisionen…

    Die WILDaS Schlagzeile ist naturgemäss Dummfug, aber das ist bei dem Blatt eh default.

  15. damals, als ich 16 war, dar war mir alles wichtiger als eine anständige textverarbeitung. das hat sich bis heute nicht geändert. :)

  16. Alles nicht so schlimm!

    Die „Textverarbeitung“ der Zukunft heißt Facebook oder iGoogle. :)

    Und damit kennen sich die 16-jährigen aus.

  17. Es gibt „die 16jährigen“ nicht. Es gibt 16jährige mit absolut verblüffender Computerkompetenz, es gibt aber auch 16-20jährige, wo man tatsächlich die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, was deren Computerkenntnisse anbelangt. Ich leite gerade ein Qualifizierungsprojekt für arbeitslose Jugendliche in Berlin, und bei einem erschütternd großen Anteil der Jugendlichen müssen wir tatsächlich bei Null anfangen, was den Umgang mit Computern und Internet anbelangt. Man darf in der Tat Computerkompetenz – insbesondere bei sozial benachteiligten Jugendlichen – nicht grundsätzlich voraussetzen. Statt populistisch zu verallgemeinern und zu lamentieren, wie die BamS es tut, sollte man allerdings beginnen, diesen Jugendlichen ohne Computer- und Internetkenntnisse die Möglichkeit zu geben, das aufzuholen. Bevor sie auch in dieser Hinsicht den Anschluss verloren haben.

  18. Ist nur eine Frage der Präferenzen. Mit 16 fand ich es interessanter, meine Games mit einem Hexeditor zu manipulieren (mehr Startkohle bei der Wirtschaftssimulation, mehr Speed bei Int. Karate etc.), als die blöde Reisekostenabrechnung meines Vaters zu machen.

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