Abseits des Boulevards der Eitelkeiten

Eigentlich ist es ganz angenehm, unterhalb von allen Blogcharts und Hitlisten zu sein. Ausserhalb der Sichtweite der Meute. Man kann schreiben, was man will. Nicht jedes Wort und jeder Satz wird auf die Goldwaage gelegt und zitierend durch die Blogosphäre geschleift, verhunzt, gevierteilt und verbrannt. Man kann in Ruhe seinen Smalltalk in seinem Eckcafé abhalten, die Schlagzeilen seiner Tageszeitung lesen, mal an einem Essay oder an einer Glosse hängenbleiben, angenehme Musik hören, Freunde grüssen, ohne dass man dabei von der Masse überrollt und erdrückt wird. Oder von den Paparazzi und professionellen Denunzianten genötigt wird. Man muss nicht mit dem grossen Strom schwimmen und auch nicht demonstrativ dagegen. Man kann in seinem eigenen Rhythmus seine Kreise drehen und auch mal Ausflüge zu exotischen Gegenden unternehmen.

Es ist wie in einem idyllischen nachbarschaftlichen Hof, der über eine schmale Gasse mit dem Hauptstrom auf dem Boulevard der Eitelkeiten verbunden ist. Es ist schön, seinen Unsinn hier zu verzapfen, zu träumen und gelegentlich doch mal auf der Hauptstrasse die Dandys, Beaus und die grossen Zampanos kurz zu besuchen, die erschöpft vom Radschlagen auch mal ihre privaten Momente haben und es sich doch noch ein sinnvolles Gespräch mit ihnen ergibt.

Es ist schön, dass nicht alle Blogs die gleiche Wertigkeit haben.

12 Kommentare zu „Abseits des Boulevards der Eitelkeiten

  1. Hey, psst. Guck doch mal aus dem Fenster. Du, sach mal, wer ist denn der Typ da drueben, da auf der anderen Strassenseite? Nein, nicht der, der andere, der in dem Lieferwagen? Warum haelt der denn so ein langes Rohr vor sein Gesicht? Kennst Du den? Ist das ein Freund von Dir?

    ;-)

  2. Ich glaube nicht das es eine Frage der Wichtigkeit ist. Es ist eher eine Frage deines Aufenthaltsortes. Bist du gerade im Brennpunkt liegst du mit unter Feuer.

  3. @bosch, ich möchte mich an diesen Wettbewerben nicht unbedingt aktiv beteiligen. Ausserdem ist dieses Blog hier keine 5 Monate alt. Diese Charts und Listen stimmen hinten und vorallem auch vorne überhaupt nicht. Das sind reine Zahlenspielereien. Hokuspokus.

    Mich interessiert eher der Dialog hier vor Ort im Blog und in den anderen Blogs. Und wie sich diese Gespräche weitere Kreise ziehen. Mich interessiert eher wie die Leute vernetzt sind. Wer was wem sagt und wie diese gespräche weiterverlaufen. Der Inhalt der Gespräche interessiert mich. Aber nicht die Anzahl und die Menge. Und ob jemand der König oder die Königin der Blogger ist. Diese Hofstaatlerei interessiert mich nicht. genausowenig wie die Schwanzlängenvergleiche in der B’Sphäre. Ich habe ausreichend Länge.

  4. Genau-so-ist-es. Die Herausforderung beim Bloggen ist nicht, zu wachsen, bis man unbeweglich wird, sondern schön schlank und wendig zu bleiben. Aber hej … ist das nicht auch ein Ziel in deinem ‚real life‘? ;-)

  5. @alp, ich mochte die Ästhetik deines Blogs schon immer. Jetzt habe ich den ganzen Firlefanz auch weggeworfen. White as Milk. Berlin’e bol selamlar!

  6. Wunderbar träumerischer Text, der die Quintessenz des „bloggen im Verborgenen“ einfängt.
    Man schreibt nicht fürs Publikum sondern für sich selbst – eben genau so wie es sein soll.

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