WordCamp08: Denken wir das Unmögliche!

Ein zweitägiges WordCamp ist ja nicht nur etwas für den Kopf, sondern auch etwas für’s Herz und den Bauch und das Trommelfell. Deswegen sollte es auch ein nettes Rahmenprogramm geben. Beispielsweise auch eine Bloglesung von Autoren, die auf WordPress schreiben. Da gibt es ja einige ganz illustre. Wir werden sie ansprechen und nach Hamburg einladen. Gibt es eigentlich bloggende Rockbands? Vielleicht sollten wir samstagabend ein Rockkonzert geben. Weiterlesen…

Free Burma!

Free Burma! 

In support of our incedibily brave friends in Burma!

International Bloggers‘ Day for Burma on the 4th of October!

Join our list of participants!

About „Free Burma!“: International bloggers are preparing an action to support the peaceful revolution in Burma. We want to set a sign for freedom and show our sympathy for these people who are fighting their cruel regime without weapons. These Bloggers are planning to refrain from posting to their blogs on October 4 and just put up one Banner then, underlined with the words „Free Burma!“.

Aktion im Web: Free Burma!

Flag of Buddhism

Am 4. Oktober sollen alle Blogger mit nur einem einzigen Post unter dem Titel „Free Burma!“ die Aufmerksamkeit auf dieses fast unbekannte Land lenken. Der Post soll eine rote Grafik beinhalten. Rot ist die Farbe der Roben der protestierenden buddistischen Mönche. Alternativ kann auch die Internationale Buddhistische Flagge (Abbildung) gezeigt werden, die die Mönche in Burma bei ihren Protestmärschen mitführen.

Burma Rot

Robert Basic hat gestern abend in wenigen Stunden bis in die Nacht eine internationale Aktion initiiert und ins Rollen gebracht, die den Kampf der Mönche in Burma gegen die Militärjunta unterstützt. Er hat noch einige offene Punkte für die Abrundung des Bloggerprotests aufgeführt und braucht noch weitere aktive Unterstützung für die Vorbereitung der Aktion. Ich kümmere mich seit gestern nacht darum, dass wir einige bekannte aussereuropäische Blogger als Zugpferde für die Aktion gewinnen können. Ich hoffe, dass sie trotz Wochenende und Zeitunterschied erreichbar sind. 

Wer Robert und die Vorbereitung dieser Aktion unterstützen möchte, sollte sich im PlanungsWiki orientieren und sich bei ihm in den Kommentaren im Blog anbieten.

Liest Du gerne?

Valentin wirft mir ein Stöckchen aus Dublin zu. Ich konnte nicht ausweichen…

Liest Du gerne?

Ja. Aber leider immer weniger Belletristik auf Papier als immer mehr elektronische Sach- und Zwecktexte. Mittlerweile immer mehr im Internet. Viel in Blogs. Das Lesen vom Bildschirm hat mir vor einigen Jahren, als es noch keine ergonomischen Flatscreens gab, auch die Augen ruiniert.

Wenn ja, welches Genre?

Recht unterschiedlich. Als Kind und Jugendlicher viel Weltliteratur und Klassiker. Mit 18-20 Jahren politische Bücher. Revolutionäre. Guerilla. Anarchistische Bücher. Bizarre Bücher. Aber auch hardboiled Sex’n Crime. Pulp. Später moderne Romane aus der ganzen Welt. Eine längere Zeit las ich viel aus der dritten Welt. Karibik. Lateinamerika. Nahost. Im Laufe der Zeit wurde der Trend zu Biographien und auch zur orientalischen Literatur immer stärker. Vielleicht eine Besinnung auf die Wurzeln. Ja, auch Liebesromane. Grosse Gefühle. Auch Bücher mit geistigem Inhalt werden wichtiger. Glaube und Spiritualität. Aber keine Ratgeberbücher. Mag ich nicht. Ausser Kochbücher natürlich. Ich lese auch viel in Englisch. Wenige Menschen dürfen mir Bücher schenken. Ich empfinde Bücher und Lesen als eine sehr private Sache. Meine Vorlieben zu treffen ist schwierig. Sie wechseln auch. Gerne auch Bildbände über Architektur, Kunst, Fotografie, Mode, Kultur. Auch Geschichte. Und das illustrierte Buch.

Mit Musik ist es ähnlich. Wer meinen Geschmack trifft, der hat einen Freund für’s Leben. Das ist ziemlich selten. Da lasse ich mich aber auch gerne überraschen mit neuer guter Musik.

Dein letztes Buch hieß wie?

Eines der letzten war „Der Blick aus meinem Fenster“ von Orhan Pamuk, dem aktuellen Nobelpreisträger aus der Türkei.

Würdest Du es weiter empfehlen?

Es ist nicht jedermanns Geschmack.

Warum hast Du Dir genau dieses Buch zugelegt?

Pamuk ist genau meine Generation und stammt aus einer bürgerlichen Schicht Istanbuls zu der ich auch gehört habe. Zudem stammt er auch noch aus meinem Stadtviertel. Deshalb interessiert er mich besonders. Stimmung und Strömungen in seinen Erzählungen kenne ich zu genau. Ich hatte das grosse Glück, ihn dieses Jahr in Hamburg bei einer Lesung zu erleben. Erstaunlicherweise hat mir sein Dolmetscher sogar besser gefallen, als er selbst.

Welches war das miserabelste Buch, dass Du je in der Hand hattest?

Hunderte. So etwas merke ich mir nicht. Langweilt mich etwas, lege ich es weg. Und etwas was mich nicht interessiert, langweilt mich. Entweder die Sprache, die Geschichte, das Sujet oder ganz einfach die Figuren.

Bist Du ein Bücherquäler? Entsorgst Du z.B. die Schutzumschläge, machst Eselsohren oder besudelst die Seiten?

Nein. Bücher sind mir heilig. Sogar miserable. Es tut mir in der Seele weh, auch am Körper, wenn ich Leute sehe, die Bücher schlecht behandeln.

Was machst Du mit den Büchern, wenn Du sie gelesen hast?

Ich bewahre sie auf. Und schleppe sie von Umzug zu Umzug mit. Sie sind alle ordentlich aufgereiht. Die Systematik ist im Laufe der Zeit verloren gegangen. Und so in Zehnjahresabständen entsorge ich immer wieder mal einen grossen Teil an Büchersammlungen. Nur meine liebsten bleiben dann über. Das sind dann die Sedimente meines früheren Lesehungers. Ein regelmässiger mittlerer Bestand von vielleicht 700-800. Ich mag auch gute Buchhandlungen und Büchereien.

Weitergereicht an… isabo, Übersetzerin; Merlix, Autor, gelernter Buchhändler, Astrologe, Manager, Vater; Oliver, Leser.

Gedanken über Social Networks anlässlich der Xing Profilumstellung (Update)

Am kommenden Wochenende wird Xing die Profile seiner Nutzer auf ein neues Xing Format umstellen:

  • Ein einfacheres Design und mehr Platz für weitere Informationen.
  • Weitere Personalisierung durch detailliertere Informationen zu beruflichem Werdegang und zu Ausbildung.
  • Eine neue Infobox, um die Gründe und die Motivation für das Networking bei Xing aufzuzeigen und somit die Erwartungshaltung deutlicher zu signalisieren.

Und vielleicht einer der interessantesten Aspekte hinsichtlich der Diskussionen um Konnektivität und Portabilität von Profilen in der Welt der Social Networks:

Xing möchte der Hauptstartpunkt der Reise in die facettenreiche Welt der Web 2.0 Identitäten werden. Am diesem Wochenende soll der erste Schritt in diese Richtung gemacht werden. Ich halte das für einen sehr bedeutsamen Schritt, da es zeigt, dass Xing die Herausforderung am Markt im Kampf um das Recht, die Identität der Nutzer (treuhänderisch) zu managen, angenommen hat. Xing möchte ein Hub für Webservices 2.0 werden.

Die Identität der Nutzer im Web 2.0 ist ein kostbares Asset. Es gehört dem Nutzer. Aber er muss es irgendwo in ein Netzwerk einbringen, damit es ihm nutzt. Entweder sind das Basic Social Networks wie Xing, LinkedIn oder das momentan völlig overhypte Facebook.

Oder es sind möglicherweise sogenannte Portable Social Networks wie NoseRub. In beiden Fällen geht es nicht einfach nur um die Identität – das wäre fast trivial möglich mit offenen Formaten wie Microformats – sondern es geht insbesondere um die Verwaltung der Beziehungen, die ein Nutzer hat zu anderen Nutzern und Dingen. XFN ist so ein offenes Format, um Beziehungen in Netzwerken darzustellen [Update 2007-09-28 9:00].

Die Impliziten Social Networks sind als dritte Gruppe, spezialisierte Webservices wie amazon, eBay, Flickr, Qype in denen jeweils de facto ein Social Network eingebettet ist.

Die Herausforderung liegt darin, dass die Objekte der Netzwerke in der Regel global verteilt sind. Die Portable Social Networks wollen sie auch verteilt managen und die Basic Social Networks claimen sie zentral. Und die Impliziten Social Networks haben völlig propriätere Formate, die sie streng hüten, denn diese Formate schaffen für Nutzer Abhängigkeiten vom Plattformanbieter.

Es gibt übrigens im Prinzip neben den Basic, Portable und Impliziten Social Networks noch eine vierte Variante: Ich nenne es den Glue, den Kleber. Anbieter, die als Social Network Gateway oder Connector zwischen den Social Network Inseln fungieren. Wäre es nicht schön, die Möglichkeit zu haben, sich als Xing User beispielweise mit einem LinkedIn User oder einem Qype Profil zu verbinden? Und zwar ohne Xing zu verlassen? Technisch gesehen sind solche Gateways sogenannte Mapper, die allerdings mit grossem Aufwand immer nachgepflegt werden müssen, da die Platzhirsche des Networking ständig ihre Formate ändern.

Das feinste wäre natürlich, alle Social Networks würden sich auf einen noch auszuarbeitenden International Standards of Social Networking hinsichtlich der Austauschformate und Protokolle einigen. Doch das ist wohl die fernste Utopie.

Ich schätze, dass in den kommenden 24 Monaten der Kampf um die Identitäten im Web 2.0 entschieden ist. Xing wird dabei ein Player sein. Zumindestens in Europa. Ich bin gespannt.