Generäle in den Schützengräben

Nico, Hamburger, Sozialdemokrat und Blogger, hat mein Post Scriptum gewurmt. Bloggen ist ja wie wir alle wissen eine Grassrootsbewegung. Bloggen ist basisdemokratisch. Also würde ich doch jetzt folgern, alle, die in der Stadt etwas ändern wollen, ob sie nun Parteimitglied sind oder nicht, starten zum Wahlkampf einen persönlichen Blog zu einem Thema, das sie interssiert und wo sie eine gewisse Kompetenz darin haben und ihre Meinung kundtun. Ich würde es vielleicht für die Schulpolitik tun. Es gibt in Hamburg einige hundert Tausend Eltern von schulpflichtigen Kindern. Die wissen, wovon ich rede. Meine Kompetenz sind drei eigene schulpflichtige Kinder.

Funktionäre müssen auf die Parteiraison Rücksicht nehmen, sagen sie. Möglich. Andere müssen das nicht. Gibt es genügend Leute, die im Parkett laut mit den Füssen scharren, werden die Diven auf der Bühne ebenfalls laut werden. Sagt mir mein Common Sense. Aber ich begrüsse trotzdem jeden bis dahin, der sich als General jetzt schon mit in die Schützengräben stellt.

7 Kommentare zu „Generäle in den Schützengräben

  1. Ich stimme dir zu und habe in den letzten beiden Wahlkämpfen (HH und Bund) gute Erfahrungen mit politischen Bloggen im eigenen Blog gemacht. Darüber bin ich mit Leuten ins Gespräch gekommen beispielsweise, habe sogar den einen oder die andere für die Themen, die mir wichtig waren, sensibilisiert – zumal mich ja eher Leute mit ähnlichen Interessen oder eine ähnlichen Lebenssituation lesen…

    Allerdings bin ich ja auch in einer Partei nicht aktiv, die zum einen einige Generäle weniger hat und zum anderen einige Blogger mehr.

  2. Ja ne. Es ist ja schon, dass Bloggen was für alle ist, in diesem Sinne ist es „basis“. Aber „demokratisch“ bedeutet ja im ersten Wortsinne mal, dass es um „Abstimmen nach dem Mehrheitsprinzip“ geht. Das kann man Bloggen ja wohl kaum zuschreiben.

    Legt man demokratisch weiter aus, im Sinne eines liberalen Rechtstaates oder noch weiter im Sinne eines Sozialstaates, dann kann man Bloggen als Form der politischen Partizipation verstehen. Tragische Betonung liegt auf „kann“. Denn der Impetus aus dem heraus jede Partizipation als politische verstanden wird, ist mir zutiefst suspekt. Es werte die politische Partizipation auf, ja macht sie zur „eigentlichen“ und übergeordneten Partizipationsform. „Alles ist politisch.“ ist ein Fehler, den imho die 68er noch aus der Zeit des zweiten Weltkrieges, aus der Zeit der übermächtigen Nationalstaaten übernommen haben.

    Sich dem Politischen zu entziehen – auch und gerade im Netz und in Blogs – ist ein Recht eine Freiheit von der man Gebrauch machn kann, und (wie ich finde) ohne gescholten zu werden. Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Privates sind in vielen Bereichen von gleicher gesellschaftlicher Relevanz wie Poltik ohne automatisch politisch zu sein.

  3. Naja, Nico und ich haben ja zur Bundestagswahl mit einigen anderen Bloggern genau das schon mal versucht – also im Prinzip ja. Andererseits ist mein Blog ja auch schon ein politisches an sich.

    Ich glaube an den Long Tail :-) Und bin mehr als skeptisch, damit die Burg zu stürmen. Aber ich glaube eben auhc daran, dass Wahlkampf und politische Diskussionen im „Nahbereich“ wichtig sind. Meine Nahbereiche sind Stadtteil, Sportverein, Firma und eben mein Blog….

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