Eine gute Stimme und eine gute Schreibe muss reifen

Ich sehe mich vollkommen ausserstande für die bloggende und nicht-bloggende Menschheit zu beurteilen, was für sie relevant ist oder nicht. Genausowenig wie mich das einen trockenen Furz interessiert, welche Webperson oder Webpersönlichkeit, welches Blog-, Traffic- und Linkranking hat oder in welchen Charts und Vergleichen an welcher Stelle zu finden wäre. Ich brauche keine Wichsvorlage.

Gute Stimmen höre ich schon raus in der Kakophonie. Ich empfehle sie meist indirekt weiter durch den Kontext, in dem ich schreibe. Auf dem gleichen Weg wie ich sie häufig auch selber als Empfehlung erhalten habe. Gute Stimmen sind wertvoll. Sie müssen reifen. Beim Bloggen kann das auch schon dauern. Selten schreibt jemand vom ersten Moment an gut. Es ist aber schön zu beobachten und zu lesen wie sich eine gute Schreibe im Laufe der Zeit entwickelt. Eine gute Schreibe braucht Zeit um Volumen, Bandbreite, Farbe und Tiefe zu bekommen. Sie muss reifen, um durch treffende Bilder und passende Wortwahl auf das wesentliche zu kommen und sich nicht in Ausschweifungen und Gelaber zu verlieren und zu langweilen. Eine gute Stimme und eine gute Schreibe müssen reifen. Und das geht nicht, wenn sie sich auf der Jagd nach Rankings selber verheizt.

Viel und oft Schreiben übt aber ungemein. Und auch mal den Mut haben zu löschen. Nicht nur einen Satz, Absatz, sondern auch mal einen Post. Oder auch ein ganzes Blog. Ich habe schon mindestens drei oder vier Blogs gelöscht. Das befreit. Das befreit von irrelevantem Müll. Das befreit die Seele. Das meiste, was im Blog produziert wird, ist im Detail geistiger Müll. Aber in der Summe, im Gesamtbild, vermittelt es schon etwas über den Autor. Ob man will oder nicht. Und von Zeit zu Zeit muss man sich eben reinigen und löschen nach dem Schreiben.

Und mal muss man auch mal schweigen und zuhören. Eine Pause machen. Bis wieder die Lust zu schreiben wiederkommt.

6 Kommentare zu „Eine gute Stimme und eine gute Schreibe muss reifen

  1. Da bin ich ja beruhigt.

    Und schoen beschrieben das mit dem Schreiben und der Uebung. Einer der Gruende warum ich mit dem im Web publizieren und spaeter mit dem Bloggen angefangen habe war es um mein Schreiben zu verbessern.

    Auch wenn ich Englisch ja taeglich spreche und mir immer wieder bescheinigt wird wie gut mein Englisch doch waere moechte ich es weiter verbessern. Das schreiben hilft mir dabei ungemein, Wortschatz, Ausdrucksweise oder auch generell ein Thema aufzubereiten und hoffentlich interessant zu beschreiben.

    Und geloescht wird ab und zu auch mal was.

  2. Ich finde es ja bedauerlich, dass man darueber eine (wollen wir es mal) diskussion (nennen) fuehren muss. Die deutsche Blogosphaere ist die Einzige, in der regelmaessig nur uebers Bloggen geschrieben wird, anstatt selbst zu bloggen.

    Ich ignoriere sowas. Ich mag etwas nicht – also schreib ich nicht drueber. Fertig. Mit inzwischen 50% Eintraegen ueber Listen und dass Listen ja soooo doof sind wird die Blogbar auch nicht besser und aendern wird sie schon gar nichts damit, weil es einfach nur noch suess ist, wie der kleine Kater da in seinem Katzenklo rumschurrt und knurrt und auf den Kopf getatscht bekommen will.

    Schreib lieber ueber deine Kindheit. Ueber deine Ideen. Ueber andere Ideen die du interessant findest. Kuck ein Jahr lang nicht auf Zahlen, Listen, Statistiken. Und nach einem Jahr wirst du feststellen, dass du (Cem) ueberall ziemlich gut da stehst. Ohne drueber geschrieben zu haben.

    Welch ein Wunder.

  3. Cem, da gebe ich Dir recht, Schreibe/Stimme muss ansprechend sein.
    Aber, was ist für wen ansprechend und lesenswert?

    Bevor der einzelne Leser das beurteilt/bewertet, muss der Blog erst einmal ein wenig bekannt sein. Oder?

    Besuche machen Stimmen.
    Stimmen leiten die Veränderung ein.
    Veränderung hat die Chance den richtigen Punkt zu finden.

    Viele Grüße aus Bielefeld
    M.E.

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