Xing: Hut ab, Lars!

Lars Hinrichs, Chairman of the Executive Board, CEO, Founder of Xing, hat sehr schnell reagiert und hat zu den jüngsten heftigen Diskussionen um die fragwürdige Version der Werbeeinblendungen und die plakative Anzeige des „Bewegungsmelders“ eben ein umfassendes Statement abgegeben, das mit folgenden Worten endet:

There is always room for improvement, and we’re always looking for solutions and improvements to the way we work. And in future we want to work even more closely with you, the XING members, to ensure that our new feature releases continue to please as many of our members as possible. We have started to launch beta groups on the live site. We are also further staffing up our quality & testing team.

We are always pleased to receive, listen and react to feedback from members. Not only that: We depend on it. Because ultimately we only succeed as a business in the long run if we ensure that we satisfy our members. And that’s why you matter to us.

Das ist ein positives Zeichen. Er hat sofort reagiert. Er hat Stellung bezogen. Er hat sich den Vorwürfen und der Diskussion gestellt. Er hat keine Stellvertreter ins Gefecht geschickt. Er hat sofort erste Massnahmen eingeleitet. Er hat gezeigt, das er offen ist, um zu lernen. Meine Hochachtung, à la bonheur. Das ist heute nicht selbstverständlich. Das macht den Unterschied aus zwischen einem Unternehmer und einem Manager.

Jetzt sollte die gesamte komplexe Situation der Wechselwirkungen bei Xing gut und genau analysiert werden. Das Vertrauen der Nutzer in die Plattform ist das wichtigste Asset eines Social Networks. Es ist Zeit, sich wieder an die bewährten Grundsätze und das Produktversprechen von Xing zu besinnen und die Balance zur notwendigen Kommerzialität neu auszutarieren. Ich denke, da wird man bei Xing dazu nochmal in Klausur gehen.

Mein Vertrauen hat Lars Hinrichs.

11 Kommentare zu „Xing: Hut ab, Lars!

  1. „wirklich richtig“ wäre eine Vorab-Ankündigung, bzw. Vorab-Nachdenken und ein Opt-In, kein Opt-Out gewesen… aber dazu ist andernorts alles gesagt.

  2. Ich stimme Dir in fast allem zu, nur den Unterschied zwischen Unternehmer und Manager würde ich so nicht ziehen.
    Was Lars Hinriuchs gezeigt hat, ist, wie ein guter Unternehmer/Manager auf Kritik reagiert. Das macht eben den Unterschied zwischen erfolgreichen und erfolglosen Unternehmern/Managern aus…

  3. Puh, hier ist alles andere als ein Lob auszusprechen! Nach dem kommunikativen Debakel rund um den XING Website Relaunch (der auch mit Metadesign ohne Einbindung der User geschah und unliebsame Kommentare & User teilweise entfernt wurden) ist das hier der zweite fatale Fehlgriff.
    Gerade ein Unternehmen, dass so im Rampenlicht der Öffentlichkeit steht und seine Kernkompetenz als „social networking & kommunikation“ sieht, _muß_ anderst agieren.

    Unter http://www.werbeblogger.de/2008/01/03/xing-rudert-ins-kommunikative-bermuda-dreieck/ und http://www.werbeblogger.de/2008/01/05/wenn-xing-nicht-kommuniziert/ sind weitere gute Zusammenfassung zu lesen. Sowei auch zu den Kommentaren zu Lars Hinrichs Statement unter http://blog.openbc.com/2008/01/statement.html?cid=95932074

    Immer im nachhinein, wenn bereits tausende User im Rahmen ihrer Möglichkeiten (Blogs, Mails, Foren etc.) aufschreien, die Krisenkommunikation anwerfen ist sehr schädlich für die Marke. Noch dazu auch noch die Art und Weise dieses Kommentars. Eine eingeschleusten Werbeaktion in diesem Ausmaß als „Oops“ zu bezeichnen sowie der Seitenhieb auf die User ist nicht der Dialog der hier angebracht ist.

  4. Markus, keine Frage, in der Kommunikation sind viele schwerwiegende Fehler gemacht worden. Ich halte sowohl den „Bewegungsmelder“ wie auch die „Werbeeinblendung“ für falsch (und schädlich) hinsichtlich der Art der Ausführung wie auch die Einführung und die begleitende Kommunikation. Da bin ich voll und ganz bei dir. Die Auswirkungen dieser Massnahmen waren offensichtlich den Verantwortlichen nicht bewusst. Zu kurz gesprungen. Nicht zu Ende gedacht. Naiv? Im Rausch des Erfolgs? Kann sein. Ich weiss nicht, warum das passiert ist.

    Aber, die haben verstanden, dass etwas falsch gelaufen ist. Und Lars hat sich der Herausfordrung gestellt. Und ist zum Dialog (und auch Optimierung) bereit. Lesson#1 learned. So verstehe ich das Statement heute von Lars Hinrichs. Darauf bezog sich mein Lob. Da vertraue ich dem Weitblick und der reife, nun auch das richtige zu tun und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

  5. Hallo Cem, das mit der „lesson learned“ dachte ich schon nach dem kommunikativ auch verpatzten Website Relaunch von OpenBC/XING. Lars mußte erkennen, dass es um User & Community mitglieder geht die sich mit dieser Plattform identifizieren, die auch entsprechende Gegenleistungen für den Einwurf von barer Münze erwarten usw.
    Umso unverständlicher ist für mich die alles andere als dialogorientierte Vorgehensweise bei diesem markanten Schritt. Dass auch andere Konzerne wie Apple die vor neuen Herausforderungen im digitalen Zeitalter stehen sieht man an einem kürzlichen Interview dass Pressetext AT/DE kürzlich mit mir führte: http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=071220014

    Doch Lars & Co. haben doch schon Erfahrungen aus dem digitalen Leben sammeln können. Noch viel mehr weitere Chancen wird es nicht mehr geben, dann ist a) die ohnehin schon angeschlagene Marke XING noch weiter auf Talfahrt und / oder b) springen weiter beträchtlich viele zahlende Premium-Kunden ab, was dann schlußendlich dem gesamten Business-Modell Probleme bereiten dürfte.

    Und leider scheinen Lars & Co. wohl im Irrtum über ihre Kompetenz zu sein, denn es wäre nichts einfacher als einen oder mehrere der zahlreichen Experten (die ohnedies auch in XING zu finden sind) hier zu Rate zu ziehen.
    Sicherlich ist Markenführung im digitalen Zeitalter eine vielschichtige Aufgabe, doch gerade für ein börsennotiertes Unternehmen in diesem(!) Business ist die Zeit von Trial & Error und Spielwiese vorbei.

  6. Gleichfalls auch meinen Respekt für die umgehende Reaktion und der offenen Bereitschaft zu lernen. Warum jedoch die Flächenvermarktung nicht gleich ausschliesslich auf Basisprofilen geschah, um auch dadurch Premium-Accounts besser zu positionieren, wird wahrscheinlich ein Rätsel bleiben.

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