Xing Breaking News: Keine Werbung mehr auf den Profilseiten der Premium-Mitglieder (Update)

Xing vermeldet eben offiziell partiellen Rückzug:

Seit Samstag, den 05. Januar 2008, sind die Profilseiten von Premium-Mitgliedern generell frei von Werbung. Wir reagieren damit auf das anhaltende Feedback, wonach die Mehrheit unserer Premium-Mitglieder keine Werbung auf ihren Profilseiten für Basis-Mitglieder wünscht. Wir bedauern es sehr, dass wir die Situation falsch eingeschätzt haben. Dafür möchten wir uns bei Ihnen entschuldigen.

Das ist eine richtige Entscheidung. Gut ist erstmal. Sag ich doch. Lessons learned.

Olaf Kolbrück kommentiert den Rückzug von Xing:

Zudem hat Xing nicht einkalkuliert, dass die Identifikation mit einem Business-Netzwerk so hoch ist, dass Änderungen und Kommunikationswirrwarr persönlich genommen und als Einbruch in das Private verstanden werden, und damit zu einer intensiveren Auseinandersetzungen und einem aktiveren Protest führen, als wenn in einer x-beliebigen Marken-Community eine Funktion geändert wird.

Die Community Manager müssen engen, persönlichen und sichtbaren Kontakt zu ihrer Community halten, damit sie rechtzeitig die Stimmungen und Strömungen verstehen und interpretieren. Community Manager müssen beispielsweise regelmässig auf alle Events gehen, wo die Community sich trifft. Müssen auch mal Sessions dort halten können, nicht notwendigerweise im Auftrag ihres Arbeitgebers. Im Gegenteil. Sie müssen ein eigenständiges Mitglied der Community werden. Noch besser: Das Unternehmen holt sich die Community Manager aus der Community und nicht von einer Agentur. Einfach. Oder?

Ein Social-Network-Anbieter ist nicht nur einfach technische Plattform, sondern ist selber auch ein wesentlicher Teil des Social Networks. Die Regeln eines Social Networks gelten genauso auch für den Anbieter, mit allen Do’s und Don’ts. Wie in den letzten Wochen für einige Anbieter schmerzhaft erlebt.

Update: Lars Hinrichs bei Turi2 „Die Kritik war berechtigt.“

12 Kommentare zu „Xing Breaking News: Keine Werbung mehr auf den Profilseiten der Premium-Mitglieder (Update)

  1. Dein Vertrauen in allen Ehren, aber Hinrichs ist der Hinrichs der Böttcher Hinrichs AG. ich würde da nicht von Lernfähigkeit sprechen wollen. Das ist was anderes, als auf Prügel zu reagieren.

  2. Ich schaue erstmal auf diesen Fall. Wichtig ist mir, dass der aktuelle Konflikt voraussichtlich gelöst ist. Der Bewegungsmelder stört mich zwar noch. Das liesse sich aber auch vernüftig lösen.

    Dass im Thema Soziale Netzwerke (SN) viel Sprengstoff liegt ist klar. Darüber haben wir hier in aller Breite gesprochen. Ich bin auch etwas hinundher gerissen zwischen den Chancen aber auch Risiken dieser Gebilde.

    Ich bin neulich gefragt worden, ob ich einem spezialisierten (und sehr schnell wachsenden) SN mit einigen tausenden aktiven Mitgliedern beitreten möchte. Ein SN für Muslime. Ich habe dankend abgelehnt. Nicht wegen der Betreiber. Im Gegenteil. Aber ich möchte auf keiner Liste stehen, die für die falschen Leute begehrlich werden könnte. Wie ’33.

    Das Thema SN ist brisant und extrem sensibel. Wir sollten ständig höchst wachsam bleiben.

  3. Die nächste Killerapplikation hat der, der das Tool schafft, um aus den SNs die Beziehungen zu ziehen und gleichzeitig dafür sorgt, dass das eigene draussen und unzugreifbar ist. Der eine Basis bietet, sich in einem SN zu bewegen, und dennoch nicht Teil davon zu sein, sondern die eigenen Daten zu kontrollieren.

    Um das mal zu erklären: Man hat irgendwo im Netz für 5 Euro/Monat seine Seite. Mit der Anmeldung kann die eigene Person in allen SNs angemeldet werden, mit einem Knopfdruck. Und alles, was drinnen passiert, wird auf die zentrale Seite geleitet. Je nach herkunft des Besuchers stehen links die Communityfunktionen, und rechts das eigene Ding.

    Warum das der Killer wird: Weil wir gelernt haben, nicht nur eine Parson zu sein, sondern viele. Wir haben viele Personen um einen Kern herum, und wir wollen nicht, dass diese Individualität in der Gesellschaft plattgemacht wird. Wir wollen mehr. Wir wollen drin und draussen gleichermassen sein. Und das alles auf einer Seite, werbefrei, skalierbar, dauerhaft, mit Inclusions- und Exclusionsfunktionen.

  4. Hej Cem,

    du schreibst „Das Unternehmen holt sich die Community Manager aus der Community und nicht von einer Agentur.“

    Genau dies tut XING, in dem sie das Ambassador-Programm betreiben und Menschen aus der Community holen und ihnen eine Art Ehrenamt anvertrauen.

    Diese Menschen haben ihre Gruppen auf XING bereits aus eigenem Antrieb aufgebaut und genießen so bereits sowohl beim Betreiber der SNS als auch bei ihren Mitgliedern eine besondere Vertrauensstellung.

    Interessant finde ich auch, was Don Alphonso zum Thema „nächste Killerapplikation schreibt. Hierzu möchte ich mich gerne in naher Zukunft äußern und eine Idee vorstellen, die in diese Richtung geht und derzeit in der Entwicklung ist.

  5. Oliver, vielleicht kannst du in deinem Blog ja berichten, was die Aufgaben so eines Ambassadors tatsächlich sind. Ein bischen Hintergrundberichte. Weil verstanden habe ich das Ganze noch nicht so richtig.

    Die Lage im Verhältnis zur Commmunity wurde ja offensichtlich vom Xing Management nicht richtig eingeschätzt. Das Bindeglied sind die Community Manager (hauptamtlich oder ehrenamtlich). Entweder stimmt deren Kommunikation zum Management nicht oder zur Community nicht. Ich kenne auch Aufbau und Ablauf dieser Kommunikation nicht. Wer macht was? Wie? Dazu kann ich keine Aussage treffen. Es hat aber nicht funktioniert.

  6. Hej,

    da gebe ich dir recht, auch ohne dass ich auf die aktuelle Diskussion verweisen muss.

    Ich wollte nur den Aspekt einmal herausstellen, dass sie ja versuchen, ihren Mitgliedern nahe zu sein.
    In keinem Fall wollte ich hier, falls ich das nun richtig herausgelesen habe, dich mit Werbung o.ä. für XING oder das Amb-Programm empören – sorry.
    Ich wollte lediglich meiner Meinung Ausdruck verleihen und dies durch einen Link belegen.

  7. Oliver, so hatte ich deinen Kommentar auch nicht verstanden :-)… nein, ganz ehrlich. Wie sieht es denn überhaupt aus mit der Community-Betreuung dort?

  8. Ob Community Manager, Ambassadors, Agenturen & Co.
    Schlußendlich ist entscheident ob das Unternehmen einen zeitgemäßen Dialog mit seinen Kunden lebt. Dies geschah in der Vergangenheit kaum bzw. erst zu spät. Dabei wäre es gerade bei einer SN Plattform das einfachste die engagierten Mitglieder (wie die aktuellen Beispiele zeigen) in die Weiterenticklung und den Dialog zu integrieren.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s