Partei 2.0

Die Wahlbeteiligung in Hamburg lag heute knapp über 60%. Das ist ein Armutszeugnis für die etablierten Parteien. Sicher lag das auch an dem aufwendigen und verquasten Wahlmodus, wo jeder Wähler insgesamt 12 Stimmen auf 4 Stimmzetteln zu vergeben hatte. Natürlich spielt Politikermüdigkeit (nicht Politikmüdigkeit) eine Rolle. Aber diese Parteien vermögen offensichtlich nicht mehr die Erstwähler und die Jüngeren mitzunehmen. Der Zug scheint abgefahren zu sein. Weder Kandidaten noch die Programme sprechen den Nachwuchs in der Demokratie mehr an. 

Zu recht.

Wir brauchen eine Partei 2.0. Vielleicht auch nur noch im Web. Oder als Game. Spass beseite, wir müssten eine Partei neu erfinden. denn die alten lassen sich erstmal nicht mehr modernisieren. Aber wieso Spass? Wir brauchen eine Partei 2.0.

Wer will kann hier beitreten:

http://partei20.mixxt.de/


17 thoughts on “Partei 2.0

  1. Mich würde nicht wundern, wenn viele schon vom Musterstimmzettel abgeschreckt wurden. Mit doppelt so vielen Kreuzen wie auf einem Lottoschein war es eher Glücksspiel, sie „gerecht“ zu verteilen. Da wurde in der Wahlkabine der Hobbymathematiker wach und rechnete den Parteisympathien anteilige Stimmen zu. Wer kennt eigentlich alle Kandidaten der Bezirks- und Landeslisten?
    Was wir brauchen, ist keine neue Partei 2.0, sondern eine zeitgerechte Darstellung von Kandidaten und deren Zielen. Weg mit dem Krieg der Plakate in Innenstädten und deren Geldverschwendung, her mit intelligenten Informationssystemen. Besser als der virale Versuch der FDP wird es allemal.

    Ronald

  2. Lass uns doch dann in der Partei 2.0 alle diese Fragen praktisch und modellhaft diskutieren und beantworten. Die Partei 2.0 ist 100% transparent und user generated.

    Die etablierten sind offensichtlich taub und blind. Vielleicht auf diese Weise nicht.

  3. Als Ergänzung zu Hanno:

    Der Stimmzettel bzw. das Wahlrecht ist Folge eines Bürgerbegehrens (Mehr Demokratie) im Jahre 1994.

    Somit kann ich den Hamburger Bürgern nur sagen: selber Schuld!!!

  4. @Hanno, was ist denn deiner Meinung nach die Ursache für diese exorbitant schlechte Wahlbeteiligung. Das Wetter war es ja wohl nicht… Es war ideales Wahlwetter. Kein Regen, keine Wind und kein Ausflugswettersonnenschein.

  5. Wenn man sich die Zahl der ungültigen Stimmen anschaut, so ist die im Vergleich zu 2004 gesunken (0,98% zu 1,3% 2004).
    Ich persönlich empfand das Kumulieren und panaschieren nicht als aufwendig und verquast.

    Ich vermute die größere Ursache eher in der Politik(er)verdrossenheit.

  6. Die Ursache? Die Menschen erkennen zunehmend, dass sie mit ihren Stimmzetteln nichts verändern können und nur in dem Zeitraum von vier Wochen bis zur Schliessung der Wahllokale überhaupt für die Parteien von Belang sind. Für die Zeitraume zwischen den Wahlen sind Umfrageergebnisse wichtiger.

  7. Es ist schön, dass man wenigstens in der Bloggerszene solche Dinge wahrnimmt. Bei diesem Kampf den die großen Parteien um die Mitte führen, muss man sich wirklich fragen, ob wirklich jeder Bürger vertreten wird.
    Zunehmend scheinen die Wähler sich auch bewußt zu werden, dass wählen keinen Wandel bringt, nur andere Schlagzeilen in den großen Medien. Vielleicht wäre es mal ganz angenehm, wenn man die Leute nicht nur wie die kleinen Kinder streiten sehen würde, sondern mal sie es in die Öffentlichkeit transportieren könnten, dass sie parlamentarisch auch durchaus gute Zusammenarbeit stattfindet.

  8. „was ist denn deiner Meinung nach die Ursache für diese exorbitant schlechte Wahlbeteiligung“

    Das weiß ich nicht, aber das Wahlrecht, das Du als ersten Grund nennst, war es nach meiner Beobachtung nicht. (Und ich hielt das Wahlrecht /vor/ der Wahl auch für zu kompliziert.)

  9. Hi Cem,

    meinst Du das wirklich ernst? Was passiert wenn sich hier mehr entwickelt?

    Ich persönlich finde die Idee gut. Überlege schon seit langem mich politisch zu engagieren. Bisher haben mich aber die Parteien davon abgehalten…

    Hatte bisher einfach keine Lust gegen diese verstaubten Parteigedanken anzureden…

  10. Ja, meine ich.

    Ich habe eben dort eine Intro geschrieben:

    „Partei 2.0 ist eine Plattform, um die Möglichkeiten der Politikgestaltung in Zeiten der Mitbestimmung und Mitgestaltung sowie die Zukunft der Parteien modellhaft zu diskutieren. Die bestehenden Parteien vermögen offensichtlich nicht mehr die Erstwähler und die Jüngeren mitzunehmen. Der Zug scheint abgefahren zu sein. Weder Kandidaten noch die Programme sprechen den Nachwuchs in der Demokratie mehr an. Wir wollen 100% transparent und Wähler bestimmt praktische Politik machen.. Wir wollen ein Programm aufstellen, das wählernah ist. Wir wollen Wege aufweisen und beschreiten, die zukunftsweisend sind. Wir wollen dafür das neue Web einsetzen. Wir wollen die politische Landschaft verändern. Interaktiv im Dialog, basisdemokratisch, 100% transparent und mit wählerbestimmten Inhalten.“

  11. Also als Hamburger kann ich nur bestätigen, dass es nicht die vermeintlich kompliziertere Wahl mit x Stimmen ist die zu Politikignoration führt. Für mich sind es eher andere Punkte die ich z. T. in Hamburg oder auf Bundesebene beobachte und die das Interesse und die Glaubwürdigkeit sinken lassen. Einige sind für mich besonders wichtig: u. a.

    – Ignorieren der CDU von Volksentscheiden, bzw. Nicht bindene Wirkung solcher….

    – Entscheidungen und Aussagen werden kurz nach der Wahl als nicht bindend angesehen (ob Koalitionsaussagen oder Parteipunkte)

    – Wahlkampf nicht mehr über Sachthemen sondern der politische Gegner wird mit Dreck beworfen (Die LInke ist nicht = dem Kommunismus oder der Stasi zu setzen, FDP versucht linksrutsch zu vermeiden anstatt mal zu sagen was sie wollen und wofür sie eintreten….

    – SPD verteufelt erst die Linken komplett, obwohl sie zum Teil gleich lautende Parteiprogrammpunkte und Ziele haben….dann nur noch zum Teil….und irgendwann koalieren sie ja doch…..dazu kann ich nur sagen, ja und….wenn die Wähler das so wollen dann ist das halt so!

    – Der Wähler wird einfach nicht mehr ernst genommen, es traut sich keiner mehr die Wahrheit zu sagen, er wird natürlich mit einer Rentenkürzung erster Güte verarscht….aber keiner traut sich es zu sagen….

    – oft sind es auch Missverständnisse der Wähler , Unwissen…ich bin nun mal Unternehmer und der Wahl-O-Mat hat doch tatsächlich mit meinen Wünschen und Vorstellungen SPD und Linke als Favoriten rauskommen lassen…..dann FDP und zuletzt ! CDU…..das Gerücht , dass die CDU eine Unternehmerpartei ist halte ich auch für überholt…

    Ach ja, hab vor einiger Zeit über ein Projekt in Australien gelesen, die eine partei 2.0 haben….leider ist die webseite gerade off wg. zu hoher zugriffe / bandbreite…hier war der Ansatz dass vor jeder Abstimmung im Parlament die Parteibasis zur Abstimmung gebeten wird um das Votum der Parlamentsvertreter der partei2.0 zu bestimmen….ein guter Ansatz wie ich finde….damit würde der Volksentscheidgedanke dann zum Tragen kommen….wäre doch für Hamburg eine feine Sache….4 Jahre Vorbereitung bleibt…und besser als die PogoPartei hier in Hamburg (Freibier für alle, oder Harburg raus aus Hamburg) würden wir auch abschneiden.

    Ich wäre bei einem vernünftigen Ansatz sofort dabei und würde mich engagieren.

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