Twitter-Phänomene (Teil III)

Meine Sätze in den Blogposts enthalten selten mehr als Subjekt, Prädikat, Objekt. Häufig fehlen sogar zwei Bestandteile davon. Trotzdem, in 140 Zeichen der Welt etwas zu sagen, ist nicht immer ganz leicht. Und das fast kontextfrei. Die Begrenzung bei Twitter auf das Wesentliche schärft die Sprache. Georges Simenon, sagt man, reduzierte absichtlich seinen Wortschatz und seine Sprache mehr und mehr. Bis runter auf nur noch 500 Wörter und einfache Sätze. Weltliteratur. Man muss abwägen. Twitter ist nicht beliebig. Jedes Wort, jedes Zeichen kann schon zu viel sein. Manchmal hat das getwittere schon Haiku-Qualität. Manchmal sagt auch ein einziges Wort alles. Es sind Skizzen der Befindlichkeit. Momentaufnahmen. Stichwörter. Schlagworte. Und doch sagt es alles aus, was man sagen will. Das Spiel mit den #-Code im Tweet gibt dem zusätzlich eine pikante Note. Es gibt wahre Meister dadrin. Manche Tweets sind Perlen.

Twitter ist lakonisch. Cool.

[Letzter Teil aus der Reihe: ViW – Völkerkunde im Web, Lese auch Twitter ist eine WG. Moin. und Twitter ist Crowdfeeling. Piep.]


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