Unternehmen sind ein Team Play

Robert Basic philosophiert über straff militärisch organisierte Unternehmen. Meine rhetorische Gegenfrage war, ob er sich „gute Diktaturen“ vorstellen könne…

Unternehmen sind in meinen Augen ein Team Play. Wie in jedem guten Team braucht man eine gute Mischung aus Talenten, Wasserträgern und Treibern. Jeder in einem erfogreichen Team nimmt auf Zeit eine bestimmte Rolle ein. Das Team wird durch eine gemeinsame Vision und Mission zusammengeschweisst. Jedes gute Team hat mindestens einen Kopf, der die Impulse gibt, das Team mit seiner Persönlichkeit zusammenhält und vorantreibt. Diese Person ist aber kein Diktator, sondern eher Leitfigur vielleicht.

Diese Person ist sehr gut beraten, auf sein Team zu hören, die unterschiedlichen Meinungen darin zu moderieren und jedem Mitglied auch seine Eigenverantwortung zu lassen. Wozu zahlt man denn gute Leute? Vollkommen falsch wäre es, jedem einzelnen diktatorisch vorzuschreiben, was jemand tun und lassen soll. Das wäre höchst ineffizient und auch auf Dauer gefährlich, weil die Führungsperson taub und blind wird für kreative Ideen und Anregungen von aussen. Ferner, bei dieser Vorgehensweise, besteht die Gefahr der Betriebsblindheit und dass dieser Mensch gehörig abhebt. Das führt unweigerlich in eine Katastrophe bzw zumindestens in eine Sackgasse.

Aber auch das Gegenteil, die „deutsche“ Angewohnheit alles in Arbeitsgruppen totzudiskutieren und als Führungskraft sich nicht zu einer Entscheidung durchzuringen oder sich tausendfach abzusichern ist natürlich genauso wenig effizient.

Nein, „militärisch organisierten Unternehmen“ gebe ich keine Zukunft.


7 thoughts on “Unternehmen sind ein Team Play

  1. d’accord. kadavergehorsam und kontrollsucht sind genauso schädlich wie rumeierei und mangelndes durchsetzungsvermögen. aber entscheiden muss jemand am ende. denn es muss hinterher auch einer die verantwortung dafür übernehmen. gruppen übernehmen selten verantwortung, darin lässts sich immer gut wegducken. deshalb wird es aber immer auch hierarchische strukturen geben – weil eben auch nicht jeder gerne verantwortung übernimmt, nicht jeder führen kann oder mag. das ist teil unserer arbeitsteiligen gesellschaft. und per se auch nichts schlimmes. schlimm sind nur schlechte manager.

  2. TEAM = toll ein anderer machts.

    Deiner Analyse über deutsche Führungspersonen kann ich nur zustimmen – Verantwortung trägt von denen fast keiner, ganz im Gegenteil…

  3. @Karrierebibel, in Gruppen nehmen entsprechend Gruppenleiter die letzte Entscheidung. Grosse Unternehmen arbeiten am effizientesten, wenn sie in kleinere Einheiten unterteilt werden und eigenverantwortlich und vernetzt in einem gemeinsamen Unternehmensprogramm miteinander arbeiten. Soviel zentrales Management wie nötig und soviel Eigenverantwortung wie möglich. der Schlüssel liegt u.a. dann in der richtigen Mitarbeiterauswahl. Schlechte manager gehören schnell wieder ins Glied. verantwortung muss auch flexibel wechseln können. Zäune um private Vor- und Kleingärten gehören abgerissen.

  4. Du hast vollkommen Recht.
    Bei der Teamzusammensetzung darf nicht nur die Sachebene betrachtet werden, sondern auch der individuelle Einfluss der Beteiligten (und der außen vorgelassenen Personen). Bei jedem Projekt und in jedem Unternehmen gibt es Gegner und Unterstützer. Um die Veränderungsbereitschaft im Unternehmen zu erhöhen müssen die einzelnen Personen individuell behandelt werden. Die Unterstützer sollten das Kernteam bilden, die Gegner müssen aber auch rechtzeitig eingebaut werden. Sollte dies nicht geschehen, besteht die Gefahr, dass sie durch den großen Einfluss innerhalb des Unternehmens durch ihre negative Haltung das Projekt zu einem späteren Zeitpunkt torpedieren.

  5. Solche Unternehmen gibt es nach wie vor leider viel zu oft, siehe LIDL Bericht im Stern.

    Mein Arbeitgeber kontrolliert zwar nicht, interessiert sich aber nicht die Bohne für den Arbeitsablauf – dieser wurde in der Sanierung des Betriebsgebäudes überhaupt nicht berücksichtigt. So haben wir jetzt viel zu lange Laufwege, dürfen nicht in das Produktionsgebäude – sonst wird das schöne Parkett dreckig.

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