Anzeichen von Hass und Hetze in Europa mehren sich

Canan Topçu fühlt sich in die Ecke gedrängt:

Ich ertrage diese Beleidigungen nicht mehr; die platten Verallgemeinerungen und Äußerungen über den Islam kränken mich. Als Mensch – und als Muslima.

Mit dem Islam verbinde ich vor allem meine Herkunft. Ich bin Tochter türkischer Einwanderer.

Ich kann sie verstehen und fühle mich manchmal ebenso. Ich bin als liberaler Muslim und intergrierter, ja assimilierter, Immigrant halbtürkischer Abstammung genauso erstaunt über meine eigene Reaktionen auf den Hass und die Ignoranz gegenüber Moslems in der europäischen Gesellschaft. 

Ich bin entsetzt über die ständigen Anfeindungen, leichtfertigen Äusserungen und gezielten Provokationen gegenüber einem nicht geringen Teil der eigenen Bevölkerung, den Moslems. Ich bin entsetzt aber auch von den beschwichtigenden Worten europäischer Politiker, die das Thema klein reden.

In Deutschland ist Volksverhetzung eine Straftat, aus gutem Grund. Für ein deutsches Gericht sogar, wenn diese Straftaten im Ausland von Nichtdeutschen begangen werden:

Vergehen, die gemäß § 130 StGB im Ausland begangen werden, gleich ob von deutschen Staatsangehörigen oder von Ausländern, können wie eine Inlandsstraftat verfolgt werden, wenn sie so wirken, als seien sie im Inland begangen worden, also den öffentlichen Frieden in Deutschland beeinträchtigen und die Menschenwürde von deutschen Bürgern verletzen. So reicht es z.B. aus, dass ein strafbarer Inhalt über das Internet, z.B. in Form einer HTML-Seite, von Deutschland aus abrufbar ist.

Der islamfeindliche Internetfilm des niederländischen Politikers Geert Wilders wäre eine Straftat nach deutschem Recht und müsste geahndet werden, wenn die Niederlande selber nicht dagegen vorgehen. Die Wischiwaschi-Erklärungen des niederländischen Ministerpräsidenten Balkenende gestern zu der Sache sind beschämend. Gut, dass wenigstens der Internetprovider den Film von sich aus dem Web genommen hat. Sicher nicht wegen ethischer Bedenken, sondern eher wegen Befürchtungen.

Es geht nicht darum, dass Moslems „beleidigt“ werden. Es geht darum, dass der Hass gegen die eigene muslimische Bevölkerung aufstachelt und damit der Gewalt und Willkür gegen sie Tür und Tor geöffnet werden. Wie schnell ein Progrom selbst in „westlichen zivilisierten Ländern“ und auch selbst in jüngster Zeit sich entfachen kann, lehren uns nicht nur die Geschichtsbücher, sondern lässt sich auch fast täglich in den Nachrichten im Fernsehen verfolgen. Die Kriege in Bosnien sind nur ein Beispiel.

Ich selber bin als kleines Kind aufgrund von Hass, Hetze und gewalttätigem radikalen Nationalismus 1955 als kleines Kind mit meinen Eltern über Umwege nach Deutschland gekommen. Oder auch: Heute, in meiner unmittelbaren Nachbarschaft sind hunderte von Stolpersteinen über ehemalige Nachbarn in den Bürgersteig vor die Haustüren eingelassen. Nachbarn, die systematisch gedemütigt, verschleppt und ermordet wurden in Deutschlands dunkelsten Stunden.

Ich reagiere äusserst sensibel auf mögliche erste Anzeichen von Gewalt und Hass wegen Zugehörigkeit zu einer Bevölkerungsgruppe. Das steckt ganz tief in mir. Ich weiss, wozu das führen kann.

Deshalb müssen wir uns diesen gefährlichen Anfängen wehren. Wir müssen diese Entwicklungen ernst nehmen und verhindern. Wir sollten dabei besonnen handeln. Es geht um die Sicherung der fundamentalen Menschenrechte in Europa.

Ich vermisse in Europa das eindeutige Bekenntnis der Völkergemeinschaft zu ihren muslimischen Nachbarn, die hier seit Generation leben und arbeiten. Ich vermisse die konsequente Ahndung von zunehmender Volksverhetzung und Rassismus in Europa.

Sind wir alle im Glauben nicht vom gleichen Stamm? Berufen wir uns nicht alle auf den gleichen Stammvater der monotheistischen Religionen, Abraham? Sind wir nicht alle aus dem gleichen Fleisch und Blut? Teilen wir nicht das gleiche Brot?

[Danke Martin für den Link zum Spiegel-Artikel, aus dem das erste Zitat stammt]


30 thoughts on “Anzeichen von Hass und Hetze in Europa mehren sich

  1. Ich würde fast meinen, dass die diese Hetze die Ernte einer lang zurückliegenden Saat ist und muss sagen, dass es mich zutiefst schockiert was da gerade vorgeht. Ich sehe mich als liberalen Atheisten der keine Unterschiede zwischen Glaubensansichten beim Kontakt mit Menschen macht.

    Ich denke, dass es an jeglicher Aufklärung in der westlichen Welt fehlt. In Deutschland bleibt beispielsweise einem Schüler die Wahl Religion oder Werte und Normen zu belegen, wo liegt das Problem „Religionskunde“ o.ä einzuführen. In diesem Fach könnte man objektiv über die verschiedenen Weltreligionen sprechen.

    Merkwürdigerweise wird über den Islam nur berichtet wenn es um Terror, Fundamentalisten etc. geht. Das Fundamentalismus im Christen- und Judentum genauso existiert wird stillschweigend unter den Teppich gekehrt.

  2. Es wird ja noch immer schlimmer. Meine Auseinandersetzung mit Udo Ulfkotte und seiner http://www.akte-islam.de/3.html führte dazu, dass vom Frankfurter Landgericht, weder meine Zeugen noch meine Beweissmittel gewürdigt wurden. Ich meine wörtlich nicht gewürdigt. Es ging den Richtern am Arsch vorbei.

    Mich kostet das ganze wenn ich in der ersten Instanz aufgebe etwas über 30.000 Euro wovon 12.500 an Ulfkotte gehen würden, mit der zweiten Instanz in die ich gehe, liegt mein Kostenrisiko fast bei 80.000 Euro.

    Solange wir solche Gerichte in diesem Land haben, wird die Verfolgung und der Hass zunehmen. Unweigerlich. Die Frage ist dann nicht ob es Tote in größerem Umfang gibt, sondern nur wann es dazu kommt.

    Unser Grundgesetz ist nur noch eine ausgehöhlte Leiche, ohne Kraft und Wirkung. Leider.

  3. Cem, eine Anmerkung sei erlaubt: Selbst wenn wir uns nicht alle auf Abraham begründen würden, selbst, wenn wir nicht alle monotheistisch wären: Ich würde deinem Beitrag dennoch in Allem zustimmen. Ist mir wichtig, denn jede Argumentation mit dem Weg über die Religion lässt eine Tür auf, die extremes Denken und Herleiten auf jeder Seite ermöglicht.

    Letztlich geht es nur, in dem jeder Verfassung (hier Grundgesetzt) und Recht anerkennt und gleichzeitig jeden, der das genauso tut. Wer welche Religion hat oder haben will, ist mir dabei schnuppe. Was mich besonders nervt ist, dass allein die Bilder Ausländer / Inländer / Deutscher /Migrant etc. die ganze Zeit so unmöglich genutzt werden, dass ständig Klischees und Kategorien reproduziert und aktualisiert werden. Mit diesem Vorurteilsballast geraten Diskussionen schnell in Richtungen, in die sie nicht gehören.

    Mir fällt gerade als Beispiel eine Schlagzeile aus der BILD von vor ein paar Jahren ein: „Entscheiden XXX Türken die Wahl?“. Gemeint war die Bundetagswahl, die Zahl weiß ich nicht mehr. Schnuppe. Wie sollten Türken die Wahl entscheiden? Wenn sie wählen dürfen, sind sie Deutsche. Es sind diese kleinen Immerwiederwasseraufdiemühlen-Dinge, die unsägliche und trennende Kategorien immer wieder aufreißen, wo es nur geht…

  4. @Valentin, ich stimme dir zu.

    Ich hatte mit Martin vor wenigen Tagen in seinem Blog eine ähnliche, aber doch etwas theologischere freundschaftliche Diskussion. Für mich ist die Religion auch eine persönliche Entscheidung. Sie sollte nicht politisiert werden oder als Instrument für die Politik genutzt werden. Egal von welcher Seite und zu welchem Interesse auch immer.

    Wir leben alle hier in Europa gemeinsam unter einem Dach. Ob nun alle an ihrem Ort wählen dürfen oder nicht. Wir atmen die gleiche Luft, gehen auf den gleichen Strassen, kaufen in den gleichen Läden. Was ich erwarte und wünsche ist ein gegenseitigen Respekt. Und auch den gleichen Schutz der staatlichen Gewalt für alle. Ob nun Jude, Christ oder Moslem. Ob Weisser oder Schwarzer. Ob alt oder jung.

    Das geht am besten, wenn wir auch mehr über den „anderen“ erfahren und lernen. Für mich ist das entscheidende die Eiheit in der Vielfalt.

    Der Dalai Lama hat bei seinem letzten Besuch in Hamburg letztes Jahr gesagt, das vieles Schlechte auf der Welt wie der Kolonialismus, der industrialisierte Krieg u.v.a.m. im 19. und 20. Jahrhundert aus Europa gekommen seien. Er hoffe und sehe, dass im 21. Jahrhundert Europa das Vorbild für die restliche Welt werden kann. beispielsweise durch die Europäische Gemeinschaft, die dazu geführt hat, dass die Grenzen innerhalb Europas weitgehend gefallen seien. Ein friedliches und kreatives Europa ist keine Selbstverständlichkeit. Das hat sehr lange gedauert. Über ein halbes Jahrhundert nach dem Grossen Krieg. Verspielen wir das jetzt nicht.

  5. So wird es sein zu jeder Zeit.

    Solange Diebe und richtige Verbrecher unter dem Dach der Kirche ihre Sünden vergeben bekommen, eine Partei sich „christlich“ nennen darf, während sie recht unchristlich imperialistische Angriffskriege befürwortet, solange Nazis von deutschen Richtern freigesprochen werden… solange werden Menschen sich auch gegenseitig umbringen, nur weil sie anders aussehen.

    Die Geschichte und das unrühmliche Ende Jesus‘ ist doch die beste Warnung für alle, die versuchen, gegen die Dummheit zu kämpfen.

    Was auch dieses Thema zeigt: Ihr laßt euch blenden. Selbst heute, wo wirklich jedem fast jede Information der Welt offen zugänglich ist, ist es möglich, den Menschen irgendeinen Vorwand zu geben, damit er auf den Nachbarn einprügelt.
    Wissen und Wissenschaft und Religion haben leider bis heute nicht dazu geführt, den Menschen zu bessern. Im Gegenteil. Er wird immer grausamer gegen seine Artgenossen.
    So müßte man doch langsam mal darüber nachdenken, wo der Fehler liegt?

    Ein ungeschriebenes Grundgesetz der Macht lautet: Du hast solange Macht, wie du in der Lage bist, die eine Hälfte des Volkes zu kaufen, um die andere Hälfte des Volkes zu erschlagen.
    Solange Volk sich „kaufen“ läßt, egal, ob durch ideologische BILD-Manipulation oder durch Bedrohung und Unterdrückung, oder durch Bezahlung im Staatsapparat, solange ändert sich nichts.
    Und es sieht so aus, als würde sich nichts ändern.

    Die „westliche Zivilisation“ mitsamt ihrer christlich verlogenen Ideologie ist auf dem besten Wege zur Implosion. Die öffentlichkeitswirksame Bereinigung im Bankensektor und in Managerkreisen waren bedrohliche Vorzeichen.
    Jetzt wird wieder Haß gegen Andersdenkende geschürt und übermorgen werden prügelnde Horden auch außerhalb von Mügeln zuschlagen…

    Ist doch alles nicht neu. Gabs schon mal…
    Der Mensch lernt einfach nicht aus der Geschichte.

  6. Cem, hast du Ayaan Hirsi Ali’s Autobiografie gelesen? Wenn ja würde mich deine Meinung dazu interessieren.

    Gruß, Thomas

  7. Ja, diese Steigerung der Hetzte finde ich schlimm. Und das irritiert mich. Gerade dieses Thema Religion ist ein Phänomen der knapp letzten zehn Jahre. Vorher hats das so nicht gegeben.

    In den 80ern gabs die Hetze gegen den Kommunismus, Ostblock war der Gegner. Das Thema mit den Selbsmordanschlägen blieb damals auf Israel/Palästina beschränkt.

    In den 90ern wurde ja ledeglich der Zuzug/Einwanderung zum Thema gemacht und das *Asylproblem* als Schreckgespenst vorgehalten.

    Und gerade SPIEGEL hat an der Hetz-Thematik sehr sehr großen Anteil. In meinen Augen verbreitet SPIEGEL mit seinen Titelblättern nachwievor Hass und Hetze.

    Diese Religionskriegsthematik vergiftet unser aller Zusammenleben. Ich lebe mitten in einem Multiethnischen Wohngebiet und das sind alles normale Menschen. Die Religionsspaltung konnte hier zum Glück noch nicht eindringen – und wird sie auch nicht ;) – Es gibt höchstens ein *Sprachproblem* ;)

    Die Hetzte der letzten Jahre ist insbesondere seit 9/11 extrem angestiegen. — Würde mich auch annerven, wenn ich mich andauernd wegen meiner Religon oder Kleidung oder what ever rechtfertigen müsste…

    Dieser Film von Wilders ist einfach nur bescheuert – Bei der dänischen Cartoon-Krise hatte ich mal versucht zu verfolgen, woher das kam und was da passierte. Meine Konklusion war, daß jemand eine Agenda fährt und sich *Hassprediger* auf beiden Seiten in die Hände spielen. Hatte das damals für mich zusammengefaßt: Cartoon-Jihad oder: Wenn Hassprediger sich treffen. Der neuerliche Film Fitna gehört in den gleichen Sumpf.

    Letztlich, glaube ich, ist eine Medienagenda gestartet die die Theorie des „Clash of Civilizations“ umsetzen will (und auch tut) – Wir normalen Menschen sollten dem nicht auf den Leim gehen.

    Um das Thema Religion zu normalisieren und Integration zu leisten wäre ja z. B. muslimischer Religionsunterricht mit deutschen Lerern/innen hierzulande sofort einzuführen (oder gibts das schon?)… aber das ist ein anderes Thema :)

  8. In der Tat, schlimm diese Hetze. Warum machen die Leute das?

    Allerdings finde ich es schade, dass man in den mainstream Medien auch wirklich nur entweder von Terrordrohungen oder von weinerlichen Moslems liest, die weder Satire noch Kritik verstehen. Es mag ja sein, dass Moslems sich nicht gerne selbst (wenn auch in positivem Licht) präsentieren wollen (oder täusche ich mich da?), dennoch fände ich es angebracht, wenn mal ein Aufschrei durch die muslimische Gemeinde gehen würde, der nicht nur weinerlich die Opferrolle hervorstreicht, sondern vor allem auch mal auf (aktuelle) Errungenschaften / Literatur / Kust / Wissenschaft / Philosophie / … aus dem orientalischen Kulturkreis hinweist.

  9. Du schreibst: „Der islamfeindliche Internetfilm des niederländischen Politikers Geert Wilders wäre eine Straftat nach deutschem Recht und müsste geahndet werden, wenn die Niederlande selber nicht dagegen vorgehen.“ Wieso behauptest Du das? Wie begründest Du dieses Behauptung sachlich?

    Ich habe den Film gesehen. Sicher, er hat wohl Fehler und ist genauso wie die Filme von Michael Moore sehr suggestiv. Das gehört zum Medium Film nun einmal dazu.

    Dennoch: Er stachelt nicht zum Hass an, sondern er zeigt Hass und zwar islamische Hassprediger und er zeigt die Folgen solcher Hasspredigen, nämlich abgrundtiefe Menschenverachtung. Und er zeigt, worauf sich die Hassprediger berufen, auf den Koran.

    Ist es nicht etwas billig, das einfach zu ignorieren, den Spieß umzudrehen und denen „Hetze“ vorzuwerfen, die auf dieses ernsthafte Problem hinweisen?

    Ich bin liberaler Christ und habe mich bisher immer für ein friedliches Zusammenleben der Religionen im Sinne von Hans Küng eingesetzt. So langsam aber kommt mir der Verdacht, dass da etwas nicht stimmt, wenn die islamische Gemeinschaft nicht endlich eindeutig und klar sagt: Die Terroristen gehören nicht zu uns. Schmeißt die Leute raus, die Frauen nicht die Hand geben wollen, die körperliche Gewalt gegen ihre Frauen propagieren, die uns Deutsche als „Schweinefleischfresser“ bezeichnen, die gegen Israel, gegen Juden und Christen hetzen. Wenn diese dem Islam schaden – und das tun sie doch – dann will ich das ganz laut und deutlich hören vom Zentralrat der Muslime und zwar so laut, wie die Explosionen in New York, in Madrid und London und wie die Kassam-Raketen der Palästinensischen Terroristen. Nur leider höre ich es nicht.

    Statt dessen wird viel Verständnis gefaselt und die Schuld auf andere (Amerika, Bush, Israel usw. geschoben). Ich habe es inzwischen einfach satt. Ich sehe Muslime in Deutschland (Zentralrat z.B.) immer nur mit Forderungen an die christliche Mehrheitsgesellschaft auftreten. Und wenn Muslime sich eindeutig gegen Missachtung von Menschenrechten äußern, werden sie von anderen Muslimen angefeindet, sind „Nestbeschmutzer“ usw. Das alles ist nicht sehr glaubwürdig.

    Darum ist es zu einfach – wieder einmal – den anderen die Schuld in die Schuhe schieben zu wollen. Hier muss anderes gesagt werden, eindeutig und hoffentlich bald.

    Und, Moritz, weil das so ist, darum machen Wilders und andere solche Filme. Ganz einfach. Sie verbreiten keinen Hass, sondern zeigen ihre Angst vor einer todbringenden Ideologie, die im Gewand des Islams daher kommt.

  10. Ich zitiere einfach mal aus der NZZ von heute:

    “Im Hagel der Schlagzeilen, welche die «islamische Gefahr» verkünden, sucht man Gegenbeispiele selbstverständlich vergebens – etwa die Resultate der unlängst publizierten Gallup-Umfrage unter 50 000 Muslimen in 35 Ländern. Laut dieser stehen westliche Werte wie Freiheit und Wohlstand in islamischen Ländern hoch im Kurs, gewaltsame Konfrontationen wie auch eine religiös geprägte Gesetzgebung werden dagegen mehrheitlich abgelehnt.”

    den ganzen Artikel gibts hier:
    http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/wie_du_mir_so_ich_dir_1.696763.html

  11. @Moritz, ich denke, es geht weniger um „Beleidigung“ als um die Gefahr von Gewalteskalationen und Übergriffen.

    Anmerkung 1: Die „Ehre“ hat in der Tat einen anderen Stellenwert in der orientalischen Welt. Schau mal dahin.

  12. @meikel64, hier schiebt keiner irgendjemandem die „Schuld in die Schuhe“. Ich kann auch nicht immer bei jedem Satz zu diesem Thema, den ich sage und schreibe, hinzufügen, dass ich den Terrorismus (egal von welcher Seite) für den grundlegenden falschen Weg halte und es zutiefst verurteile. Egal ob diese Gewalt von Muslimen, Christen oder Juden stammt. Da gibt es kein Pardon. Eine freie Gesellschaft gründet sich nicht auf Unterdrückung und Gewalt.

  13. Ausgehend von Deinem Beitrag, bin ich doch erstaunt, mich nach einigen Kommentaren ganz woanders wieder zu finden. Aber dies ist wohl auch ein wenig Taktik, denn somit sind wir nach fünf Zügen bei hundert anderen Themen und keiner kennt sich mehr aus.
    Ich würde Euch empfehlen, sich im Ausland so zu benehmen, wie ihr es von Ausländern in eurem Land verlangt.
    Und in weiterer Folge würde ich den Zusammenhalt untereinander etwas festigen, nicht gegen Dritte. Denn wenn sich Türken untereinander Tschuschn schimpfen, dann hat das schon was.
    Was ich besonders traurig finde ist, dass eine Religion mißbraucht wird um politische Ziele zu verfolgen und niemand steht dagegen auf, da Angst und Verfolgung regiert.

  14. @meikel64, hier schiebt keiner irgendjemandem die „Schuld in die Schuhe“. Ich kann auch nicht immer bei jedem Satz zu diesem Thema, den ich sage und schreibe, hinzufügen, dass ich den Terrorismus (egal von welcher Seite) für den grundlegenden falschen Weg halte und es zutiefst verurteile. Egal ob diese Gewalt von Muslimen, Christen oder Juden stammt. Da gibt es kein Pardon. Eine freie Gesellschaft gründet sich nicht auf Unterdrückung und Gewalt.

    Anmerkung 2: Ich glaube, du hast meinen Blogpost nicht wirklich gelesen. Ich spreche von konkreten Fällen. Ich spreche nicht von DEN Christen (oder Juden). Weinerlich war ich auch nicht, glaube ich. Und, dass ich im Post Gewalt grundsätzlich ablehne ist hoffe ich deutlich.

  15. @ senfundkren,

    „Ich würde Euch empfehlen, sich im Ausland so zu benehmen, wie ihr es von Ausländern in eurem Land verlangt.“

    Ich bin länger Deutscher, als die meisten meiner Leser alt sind :-)

  16. Du schreibst: „Ich bin entsetzt über die ständigen Anfeindungen, leichtfertigen Äusserungen und gezielten Provokationen gegenüber einem nicht geringen Teil der eigenen Bevölkerung, den Moslems. Ich bin entsetzt aber auch von den beschwichtigenden Worten europäischer Politiker, die das Thema klein reden.“

    Das meine ich mit „Schuld in die Schuhe schieben.“ Hier wird Ursache mit Wirkung verwechselt. Das ist das Problem.

    „Sind wir alle im Glauben nicht vom gleichen Stamm? Berufen wir uns nicht alle auf den gleichen Stammvater der monotheistischen Religionen, Abraham? Sind wir nicht alle aus dem gleichen Fleisch und Blut? Teilen wir nicht das gleiche Brot?“

    Eben. Das sehe ich auch so. Und darum ist Wilders‘ Film nötig, damit das auch in der islamischen Welt endlich begriffen wird.

  17. @meikel64, Wilders Film ist ein Stück Rassismus. Nicht einen deut besser als die Tiraden eines ungebildeten Warlords oder medialen Terrorfürsten in der Wüste. Beides lehne ich ab. Beides dient nur zur Aufhetzung der Völker gegeneinander.

  18. @cem basman: das statement „länger deutscher, als andere alt“, was sagt uns das oder besser was sollen wir davon ableiten ? und ich gehe davon aus, dass du genau verstanden hast was ich meinte oder irre ich mich ? daher ein wenig verwundert, aber bitte.
    vielleicht hilft dir das etwas, ich bin 64 jahre alt.

  19. @meikel64, was Rassismus ist, brauche dir glaube ich, nicht gross zu erklären. Laut Wikipedia:

    Rassismus behandelt Menschen als einer Gruppe zugehörig und unterstellt ihnen auf Grundlage dieser angenommenen Zugehörigkeit unveränderliche Merkmale und Charakterzüge. Anhand dieser Einteilung bewertet der Rassismus die Menschen und hierarchisiert Gruppen von Menschen

    Der ganze Film handelt von nichts anderem. Es ist eine einzige Pauschalisierung, was Muslime angeblich sind. Muslim = Terrorist, Rückständig, Christenfeindlich, etc. DAS ist Rassismus.

  20. @senfundkren,

    „Ich bin länger Deutscher, als die meisten meiner Leser alt sind“

    der Altersdurchschnitt der Leser hier liegt bei etwa 25-30. Du und ich sind deutlich älter. Und ich lebe und arbeite die meiste zeit in deutschland und bin schon längere Zeit deutscher Staatsbürger als der Altersdurchschnitt hier. Eindeutig??

  21. Ein schwieriges Feld und eine mutige Debatte hier im Blog! Auch in meinen Augen droht hier allmählich eine ungesunde Eskalation der Thematik, die keiner Seite nützt.

    Dass sich europäische Politiker zu unverbindlich und bisweilen beschwichtigend geben, hängt meines Erachtens damit zusammen, was weiter oben in den Kommentaren schon kritisiert wurde (meikel64): Innerhalb des Islams wäre eine deutliche und lautstarke Distanzierung von den Extremisten erforderlich. Dabei sehe ich in erster Linie Saudi Arabien und Pakistan in der Pflicht – wo man aber schweigt und eindeutige Stellungnahmen scheut.

    Im Grunde ist da auch nichts zu erwarten, denn mir erscheint die islamische Welt zunehmend als ein einziges Pulverfass, in dem immer härter und unerbittlicher um Macht, Einfluss und Vorherrschaft gekämpft wird: Seien es Sunniten gegen Schiiten im Irak, Taliban gegen gemäßigte Kräfte in Afghanistan, monarchisch geprägte Länder (Saudi Arabien) gegen stärker religiös geprägte Regime (Iran), dazu ein paar illustre (Militär-) Diktaturen, die zwischen allen Stühlen sitzenden Palästinenser und eine Türkei, die einerseits fast schon verzweifelt den Anschluss an Europa sucht, andererseits innenpolitisch ebenfalls von (stärker werdenden) Auseinandersetzungen zwischen Traditionalisten und Modernisten erschüttert wird.

    In diesem wahrhaften „Religionskrieg“ müsste sich wirklich die große Mehrheit der Muslime organisieren und kompromisslos die Trennung von Kirche (Moschee) und Staat, die Einführung der Demokratie (auch in Saudi Arabien oder den VAE!) und eine lautstarke Verurteilung aller extremistischen Strömungen als Agenda führen.

  22. Mich überzeugt das mit dem Rassismus noch nicht. In dem Film jedenfalls geht es um eine direkte Ableitung von Koran-Aussagen via Hassprediger zu den Folgen der durch diese gepredigten islamischen Überheblichkeit gegenüber allen anderen, nämlich den Terroristen und ihren menschenverachtenden Taten. Das ist kein Rassismus, sondern ein sehr stark fokussierter Blick auf ein großes Problem. Rassismus wäre es, wenn Wilders z.B. sagen würde: „Alle Moslems sind Terroristen“. Macht er aber nicht. Also ist es zu einfach, ihm Rassismus vorzuwerfen.

    Mir steht es nicht zu, Moslems Ratschläge zu geben. Aber nachdenklich macht mich das alles schon und ich denke: Wenn ich Moslem wäre, dann würde ich erschrecken über das Bild, das der Islam durch den Terror in der Welt hinterlässt und ich würde, wenn mir mein Glaube lieb ist, diesen Verbrechern schleunigst das Heft des Handelns entreißen und ihnen das Recht, meinen Glauben zu missdeuten, absprechen.

    Du musst Dich doch von diesem Film nicht in die Ecke gedrängt fühlen, auch nicht von Politikern, denen der Terrorismus Kopfzerbrechen bereitet, um an den Ausgangspunkt der Diskussion zurück zu kommen. Es geht nicht gegen Moslems, sondern gegen Terroristen, die fundamentalistisch mit dem Koran umgehen. Gesetzt den Fall, jemand würde das mit der Bibel tun, dann würde ich genauso reagieren.

    Das allgemeine Wilders-Bashing ist meiner Ansicht nach billig und leicht durchschaubar. Hier soll vom eigentlichen Problem abgelenkt werden, indem man den Überbringer der schlechten Nachricht unglaubwürdig machen will. Dass das allerdings so weitläufig in den Medien geschieht – von einigen rühmlichen, weil nachdenklichen Stimmen abgesehen – ist bei allem der eigentliche Skandal in dieser Sache.

    In einem Kommentar bei mir im Blog („Ich bin ein Rechtspopulist“) habe ich versucht, das etwas ausführlicher zu beschreiben, für alle, die es interessiert.

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