Twitter-Interview (2): Kosmar

kosmar

kosmar, Markus Angermeier, twittert seit März 2007. Bio: will trade work for money, Location: Berlin, Germany Web: kosmar.de , Following 595, Followers 847, Updates 8,431

CemB: Was ist eigentlich der Spass an Twitter für dich?

kosmar: Spaß? Du machst Witze. Das ist alles ernste Arbeit.

CemB: Worüber twitterst du? Was twitterst du? Zu welchen Zeiten twitterst du?

kosmar: Ein erfolgreicher Tweeter wie ich schafft es gekonnt Wissenswertes mit Unterhaltsamem aus Netz, Umwelt und Innerem Erleben zu vermengen; Mensch und Netz zusammenzubringen. Und das immer dann, wenn es anfällt. Also meistens wenn man eigentlich was anderes tun sollte. Allerdings gibt es auch viele Dinge, die ich nicht ins Internet reinschreibe, auch nicht bei Twitter.

CemB: Hat Twitter deine Kommunikationsgewohnheiten verändert? Dein Leben bereichert?

kosmar: Ich lese kaum mehr Blogs oder Nachrichten auf die ich nicht durch Twitter hingewiesen wurde. Ich gehe zum Beispiel auch seit längerem nicht mehr aus Langeweile auf SpOn. Einerseits bereichert das natürlich, denn ich kann mich auf den Filter von einigen Hundert ausgesuchten Followings stützen. Andererseits ist nicht ganz raus, was ich dafür alles aufgebe oder verpasse. Das eigene Bloggen wird zugleich eher erschwert; man hat das Gefühl auf Twitter hätte man das Wichtige schon gesagt oder gehört.

CemB: Nutzt du es für dein Networking? Wie drückt sich das für dich aus?

kosmar: Mit den Menschen deren Meinung und Lebenswelt man gerne verfolgt bleibt man quasi ständig auf Augenhöhe und meint deren Gedanken zu kennen. Eine Illusion freilich, dennoch hilfreich. Wenn man sich trifft hat man dann entweder sofort einen Anknüpfungspunkt, oder man schweigt sich an und twittert per Mobiltelefon einfach weiter.

CemB: Hast du durch Twitter neue Themen und Leute kennengelernt? Neue Impulse und Anregungen bekommen?

kosmar: Ja, klar. @mspro, @pickihh oder @svensonsan zum Beispiel kannte und las ich zuvor eigentlich gar nicht. Einige andere Menschen kannte und las ich, kommentierte vielleicht ab und an. Aber tatsächliche Konversation und das Gefühl eine menschliche Silhouette der Person zu sehen, kam erst mit Twitter. Interessanterweise viel stärker als es bei Stumbleupon oder Flickr der Fall war, die ich beide zeitweise auch sehr intensiv genutzt habe. Obwohl diese beiden Plattformen ja im Einzelfall viel mehr Kontext bieten. Es ist wahrscheinlich die Gleichzeitigkeit, die das unmittelbare Gefühl der Nähe auslöst.

CemB: Nutzt du Twitter auch beruflich?

kosmar: Ich kommuniziere mit einigen Kunden und Kollegen via Twitter. Selten zum beruflichen Thema, eher so CRM auf netzmenschlicher Ebene.

CemB: Wie gehst du mit Followern um?

kosmar: Wohlwollend. Ich schaue prinzipiell bei jedem Add auf deren Stream und auch auf den angegebenen Link oder recherchiere nach wer das wohl ist. Aus den Informationen die ich nach 90 Sekunden habe, entscheide ich dann ob ich follow, block oder Fenster-schließen klicke.

CemB: Welche Twitter-Clients nutzt du? Twitterst du auch mobil?

kosmar: Twhirl auf dem Laptop und Twibble auf dem Telefon. Auf deren kommende Versionen bin ich sehr gespannt. Quotably würde ich gerne öfter nutzen, komme aber nicht dazu. Man sollte es vielleicht in einen Client einbauen.

CemB: Siehst du Wechselwirkungen zwischen Blogs und Twitter? Oder mit anderen Plattformen?

kosmar: Vor allem die Vermischung mit Bild via Twitpic oder mit Video via Qik und Seesmic ist momentan interessant. Blogposts die nur mal kurz auf etwas hinweisen sollen, gehören der Vergangenheit an. Twitter ist durch den Live-Charakter für solch Flüchtiges viel besser geeignet. Live-Bloggen war schon immer viel zu anstrengend, vor allem für die Leser. Man erinnere sich nur an die Stevenote zum Macbook Air. Da ist Twitter zeitweise ausgefallen. Im Saal gab es, soweit ich mich erinnere absichtlich kein Wlan, aber Mobilfunk ist dann doch überall. Und überall da ist auch Twitter. Die Geschwindigkeit mit der sich Neuigkeiten netzweit verbreiten können, ist damit dem Maximum nochmal ein Stück nähergekommen.

CemB: Was kommt nach Twitter?

kosmar: Die direkte und totale Vernetzung von Gehirnen, Sensoren und Datenbanken mit- und untereinander. Was dann passiert weiß @plomlompom besser als ich.

Zum Abschluß möchte ich für meinen Zweitaccount @popdeutschland werben. #danke

Aus der Reihe: Interviews mit Twitterern. Geführt von CemB (Cem Basman). Das zweite von sieben geplanten Interviews höchst unterschiedlicher Twitterer.


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