Bin ich ein Migranten-Blog?

Ich gebe zu, als ich gestern diese Liste gesehen hatte, habe ich einen leichten Schreck bekommen. Ich bin über solche Listen nicht ganz so glücklich. Es zieht manchmal die Aufmerksamkeit der falschen Leute an sich… Aber ich scheine mit Alp, Ibo, Agniezka und vielen anderen mehr in bester Gesellschaft zu sein. Robert scheint allerdings völlig assimiliert zu sein. Er ist auf der Liste nicht zu finden… ist gerade jetzt gelistet.

PS: Fällt mir gerade wieder ein, Armin Grewe hat seit vielen Jahren eine schöne Liste – Blogging Abroad (Expat Bloggers)! In der Liste geht es weniger darum, woher jemand kommt, sondern in welcher Sprache er in welchem Land bloggt.


22 thoughts on “Bin ich ein Migranten-Blog?

  1. Hallo,

    die Liste ist ja noch nicht vollständig und wird ständig erweitert. Ich wusste gar nicht, dass Robert Basic einen Migrationshintergrund hat. Wenn dem so ist, darf insbesondere er, der Messias der Blogger, natürlich nicht fehlen.

    Grüße aus Kölle!

  2. @Martin, in einem Europa (und einer Welt), was zusammenwächst, finde ich solche Listen tatsächlich etwas problematisch. Ausserdem stammen wir alle irgendwie von Adam & Eva und den Affen ab… :-)

  3. Eben – meine Großeltern sind z.B. nicht in Deutschland geboren, welches es ja auch erst seit gut 60 Jahren gibt. Viel interessanter wäre eine Liste mit Blogs, die fremd(ländisch)e Themen behandeln. Was spielt das für eine Rolle wer ein Blog schreibt und zu wieviel Prozent deutsch er ist.

  4. Ich bin westfälischer Migrant in Berlin, melde aber das sich meine Eltern erfolgreich einen Ariernachweis zusammenlogen haben und sich auch in den sechziger Jahren nicht zu dem Thema äußern wollten.

    Strafverschärfend kommt dazu das ich sechs Berliner Kinder von drei unterschiedlichen Müttern habe, von denen eine sogar aus dem falschen Teil des Rheinlandes aus kölscher Sicht enstammt.

    Warum müssen wir blöden Deutschen nur immer alles katalogisieren. Ich habe fest in Oberösterreich eingebundene ägyptische Italiener mit deutschem Pass in einem Freundeskreis, wie alte ungarische Ladys die sich selber eher als Französinnen betrachten.

    Da es die Deutschen, die Türken, die Juden, die Muslims und die Chinesen nicht gibt, bleibt uns nur jeden Menschen und das was er tut und sagt individuell zu betrachten. Mit einer Ausnahme die Internationale der Arschlöcher die über alle religiösen, kulturellen und sprachlichen Grenzen hinaus verbreitet ist und ihre Heimat in jeder Nation hat.

  5. Meine Kinder werden auch Migrationshintergrund haben; ich sollte mich also auch als Migrantenblog (to be) registrieren lassen. Verwandtschaft geht schließlich in beide Richtungen.

    Wenn auch an den Rändern der problematischen Definition viele mitmachten, würde die Migrantenblogliste zum Abbild der deutschsprachigen Blogosphäre und sich mit ihrem Ansinnen selbst relativieren.

  6. seltsame Ideen haben manche… warum sollte es mich interessieren, wessen Großeltern woher kommen? Ich dachte die ganze Zeit, das wäre genau der Vorteil vom VL gegenüber des RL, dass man eben nicht darauf achtet wer und woher, sondern nur was jemand schreibt und welche Meinung er vertritt.

  7. @Kiki am schlimmsten finde ich glaub ich den Namen – Migrantenblog-Parade. Das klingt so nach Zoo, nach den frühen Weltausstellungen, wo exotische Exemplare der Gattungen Mensch ausgestellt werden.

  8. „Migrantenblog“ – Einen absurderen Netzbegriff habe ich in letzter Zeit nicht gelesen. Grad im Internet, wo jeder dem nächsten genau einen Klick entfernt ist.

    Aber just unter anderen Cem und Robert auf so eine Liste draufzusetzen (andere kann ich nicht beurteilen) ist sowas von abstrus. „Kosmopoliten-Blog“ oder „Philantropen-Blog“, das wären Kategorien, denen ich mich anschließen könnte.

    Aber schlimmer noch, man beachte: die Zuordnung zur Liste wird nicht nach Behandlung des Themas Migration im Blog getroffen sondern nach Faktoren wie „geboren in Deutschland“ (sie Kommentare dort)!

    Ich halte so einen stigmatisierenden Klassifikationsansatz für gefährlich unreif und hoch problematisch. Das ist Ausgrenzung, gegen die man sich – in diesem Fall auch die Nicht-Migranten – zur Wehr setzen muß. Niemand kann etwas für seine Geburt, aber jeder ist verantwortlich für seine Geisteshaltung.

  9. man beachte: die Zuordnung zur Liste wird nicht nach Behandlung des Themas Migration im Blog getroffen sondern nach Faktoren wie “geboren in Deutschland”

    Danke Brenrhad. Das irritiert mich auch…

  10. wie hirnverbrannt dieses herkunftsgedüse tatsächlich ist, sollten wir deutschen doch ganz besonders gut wissen.
    1. aus häßlicher erfahrung in den 12 jahren des 1000jährigen reiches
    und
    2. aus der zeit der innerdeutschen mauer.

    mal als beispiel: meine mutter war von 1961 bis 1989 die tochter einer ausländerin (kam aus duisburg), seit 1990 aber ist sie wieder „normal“ deutsch.
    bekloppt oder?

  11. Also irgendwie scheinen einige Kommentatoren Jurblogs Intention nicht ganz verstanden zu haben. Die Liste soll doch kein Pranger sein. Der Betreiber von JurBlog ist selbst Migrant, wäre also insoweit etwas witzlos. Die Intention ist eher die, mehr Menschen mit Migrationshintergrund zum Bloggen zu animieren. Die nicht unbedingt lange Liste zeigt meiner Meinung nach, dass es in der Hinsicht nicht viele gibt.

    Abgesehen davon gibt es doch zu allen unmöglichen Themen Listen in der Bloggerwelt – von dem obligatorischen Blogroll auf der eigenen Seite ganz zu schweigen-, wieso soll gerade diese verwerflich sein.

  12. Etwas so dämliches hat man wirklich selten gelesen. Wählte die Blogosphäre ihr eigenes „Unwort des Jahres“, dann hätten wir jetzt einen ganz heißen Kandidaten.

  13. Hallo,

    Da bin ich! Der, der den Müll, die seltsame Idee oder auch die abartige Liste ins Leben gerufen hat. :)

    Ich würde einfach mal vorschlagen, das ganze etwas relaxter anzugehen. Die Liste soll nicht ausgrenzen oder über Migrationsgrade spekulieren. Wer darunter fällt, richtet sich nach der Zuständigkeit des BAMF (www.bamf.de). Also nicht auf eigenem Mist gewachsen. :)

    Der Zweck des ganzen ist ganz weit oben in der Beschreibung erläutert: Ich suche unentdeckte Schmuckstücke weil mich interessiert, worüber Migranten Bloggen. Thats it!

    Einen wissenschaftlichen Hintergrund hat das ganze auch – siehe bspw. Uni-Münster: http://ppi.uni-muenster.de/
    Häufig werde ich danach gefragt, ob ich andere Migranten kenne, die bloggen. Meine Antwort: Nein, leider.

    Also immer schön den Ball flach halten und melden, falls jemand in den Zuständigkeitsbereich der BAMF fällt.

    PS: @ bosch
    Meine Stimme hat dein Unwort des Jahres sicher! Mangels Alternativen bleibt einem aber nichts anderes übrig.

  14. Lieber Ekrem, Deine ehrenwerten Motive für diese Liste nehme ich Dir gerne ab. Natürlich interessiert es einen auch, ob und wer mit Migrationshintergrund bloggt. Und über was er bloggt. Nur, allein die Tatsache, dass jemand einen Migrationshintergrund hat, finde ich als Kriterium nicht glücklich. Es hat schon etwas (unfreiwillig) in diesem Fall von „Stigmatisierung“, finde ich. Und auch einige weitere hier. verzeih, wenn ich etwas empfindlich in diesem Thema bin. Die Zeiten sind so (wieder) geworden.

    Was interessiert dich denn wirklich an Migrantenblogs? Vielleicht kann man diese nach einem anderen Kriterium listen, als die der Herkunft und Geburt.

  15. Bei allem Respekt, ich kann nicht nachvollziehen, was an der Feststellung, man habe einen Migrationshintergrund, stigmatisierend sein soll. Laut statistischem Bundesamt leben über 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland (fast 1/5 der Gesamtbevölkerung), die dort auch so bezeichnet werden.

    Verzeih, wenn ich in diesem Punkt ebenso empfindlich bin: So lange Menschen mit Migrationshintergrund diese Feststellung als stigmatisierend empfinden, wird die Zeit auch nichts anderes bringen.

    In einer immer mehr zusammenwachsenden Welt wird es nicht weniger, sondern immer mehr Migranten geben weswegen wir vielleicht einfach darauf übergehen sollten, den Begriff „Migrant“ positiv als bereichernd zu betrachten.

    Ich habe mir im Vorfeld meine Gedanken bezüglich der Kriterien gemacht und kam zu dem Schluss, dass das Kriterium „Migrationshintergrund“ am wenigsten Ausgrenzt. Über Vorschläge freue ich mich natürlich.

  16. Sehe ich genauso. In der Geschichte gibt genug Beispiele für künstliche Differenzierungs- und Stigmatisierungsversuche wie verschiedene Listen, und wie bekannt hat es zu nichts gutes geführt…

  17. „Sehe ich genauso“ war natürlich zu dem Kommentar von Cem, nicht von JurBlog.de gemeint. Ich habe das Kommentar von JurBlog.de noch nicht gesehen als ich meins geschrieben habe

  18. Kann dem Titel der Liste nichts abgewinnen, sicher werden die falschen Kreise darauf anspringen. Leider !

    Unsere Welt rückt immer mehr zusammen und wird ‚kleiner‘ in jeglicher Form. Alle Menschen einer Region (das Land spielt zunehmend weniger eine Rolle) sollten daher sich gemeinsam für ihre Region und deren Probleme einsetzen. Grenzen aller Art sind altes Denken!
    Das gilt für ‚Hinzugezogene‘ wie für die ‚Einheimischen‘. Keine Seite sollte sich davon ausnehmen – passiert aber heute nur allzu oft.

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