StartupWeekend Hamburg 2008 Tag 1

0400 Morgengrauen. Der grosse Tag ist gekommen. Draussen sieht es kühl und grau aus. StartupWeekend startet heute in Hamburg im East Hotel. 140 Teilnehmer sind gemeldet. Muss noch eine kleine Präsentation für die Intro schreiben. Gestern ist mir einfach nichts mehr eingefallen. War einfach zu müde. Kaffee aufgesetzt. Ran an den Rechner.

0600 Präsentation fertig. Nur Stichworte für freie Rede (PDF). Schlicht. Mission. Leitlinie. Organisatorisches. Ablauf. Runden erklären. Den 10-Fragen-Katalog. Noch mehr Kaffee. Der Tag bleibt kühl draussen. Es nieselt. Das erste Mal nach all den warmen sonnigen Tagen. Arbeitswetter.

0700 Auf in die Schlacht. Unrasiert. Kein Frühstück. Leicht nervös. Die Lanyards von Xing (Danke!) für die Namensschilder sind schon im Auto verstaut. Präsentation auf USB Stick gezogen. Strassen sind leer am Samstag morgen. Was ist wenn keiner eine Idee pitched? Meine alte Angst. Ab in die Tiefgarage des Hotels. Parkplätze Galore! Das wird aber noch der teuerste Tag für die Kiste.

0730 Keiner da. Keiner vom Hotel. Türen sind zu. Kein Teilnehmer. Kein StartupWeekend Team. Zu früh? Wir waren um 0730 verabredet zum Aufbau… Die Frühschicht des Hotels scheint desinteressiert. Die ersten Teilnehmer trudeln ein. Immer noch kein Staff da. Türen immer noch verschlossen. Kein Kaffee. Jason und Seve stecken im Elbtunnel im Stau. Verpassen dann auch noch die richtige Autobahnausfahrt. Toller Tag. Teilnehmer vor der Tür werden mehr. Die Stimmung ist gut.

0800 Es geht los.  Türen sind auf. Konferenzbereich im ersten Stock. Sehr stylish. Zu sehr? Chaos. Nametags. Lanyards. Schilder müssen noch gefaltet und in die Plastiktaschen eingeschoben werden. Alle helfen. Listen. Häckchen. Super! Danke! Kaffee. Teilnehmer strömen immer rein. Warteschlangen. Sun Solaris wird ausgepackt. Was ist wenn keiner picht?? Mir ist leicht mulmig. Draussen nieselt es die ganze Zeit. Eins, zwei, eins, zwei, Mikro, Test, Test. Ich frage alle in der Lobby, ob sie einen Drei-Minuten-Pitch machen wollen. Die ersten melden sich. Ich zähle in einer halben Stunde etwa 12, die wollen. Ich beruhige mich langsam. Viele bekannte Gesichter und Namen darunter. Aus der Blogosphäre, Twittosphäre und von diversen Camps und Events. Sehr viele auch neue. Von 18 bis in die 40’er. Ich bin aber wohl der Senior. Wenige Frauen. Gibt es eigentlich nicht genug Gründerinnen? Woran liegt das? Ein ausgeglicheneres Verhältnis wäre mir lieber. Ist besser für das Klima. Ich schätze das Verhältnis zwischen New und Old Economy bei den Teilnehmern grob auf 2 zu 1 ein. Von 140 gemeldeten Teilnehmern sind schon 125 vor Ort.

0900 Guten Morgen StartupWeekend! Im Wechsel mit Jason gehe ich meine Präsentation als Intro durch. Vorher frage ich alle noch, woher sie kommen. Bundesländer werden aufgerufen. Hände gehen hoch. Ganz wenige Hamburger. Fast alle kommen mehr oder weniger gleichmässig verteilt aus ganz Deutschland. Eine Österreicherin ist auch dabei. Und es gibt eine starke Bayern-Fraktion. Stimmung lockert sich.

0920 Das Pitchen. 12 Leute stellen sich vorne auf. Alles Männer. Jeder stellt in eigenen Worten seine Idee vor. Fast alle aus dem Stegreif. Gut. Interessante Ideen. Jeder wird mit Applaus belohnt. Nach und nach stellen sich währenddessen immer mehr Teilnehmer in die Reihe zum Pitchen. Sehr gut. Jetzt stellt sich auch endlich eine Frau in die Reihe! Die Zukunft des Web ist nicht nur männlich. Es gehört eben auch Mut dazu. Ich freue mich. Muss aber dann weitere stoppen. Die Zeit! Erster Wahlgang und fünf bleiben über. Pause. Ohne Diskussion wird über die zwei besten abgestimmt. „LocationScout“ und „Nachhilfe.TV“ gewinnen. Das sind erstmal nur Arbeitstitel. Gute Wahl. Runde 1 zügig abgeschlossen.

1015 Wir tauchen ein. Runde 2: Jason erklärt den Fragenkatalog zum Mindmap. Den meisten fällt es nicht ganz leicht den Unterschied zwischen den Fragestellungen von „What is the business?“ und „What is the Product/Service?“ zu sehen. Ist auch nicht leicht. Warum haben wir das eigentlich in englisch gemacht? Siehe dazu auch wieder ins PDF. Wir teilen die Teilnehmer in die zwei Projekte auf. Und die wiederum in Arbeitsgruppen. Alle ziehen sich in diverse Räume und Ecken zurück. Der Sun Mitarbeiter ist auch nun gekommen und kümmert sich um die Solaris Kiste. Hotel WLAN geht. Nach einigen Versuchen mit Username und Password gehacke.

11:30 Öffentlichkeitsarbeit. Pressevertreterin von Lycos möchte ein Gespräch. Wir setzen uns in die Lounge im Erdgeschoss. Ich gehe meine kleine Präsentation mit ihr durch. Sie schreibt und fragt nach.

13:00 Lunchtime! „Nachhilfe.TV“ hat ihr Büffet im ersten Stock. „LocationScout“ in der Lounge im Erdgeschoss. Die ersteren sind zahlenmässig etwas mehr. Sturm auf das Büffet mit drei Gängen. Mist, vergessen „vegetarisch“ zu bestellen! Die Küche verspricht nachzuliefern. Im gewusel komme ich zunächst nicht zum Essen und als ich an das Büffet gehe, ist alles schon leergeräumt. Bleibe hungrig. Seit gestern Mittag. Es ist die ernährungsbewusstearme Woche für mich… Bin sowieso am abnehmen. Langsam fange ich an aber auch zu schwächeln vor Müdigkeit…

15:00 Zwischenbericht der Projekte. Bischen dünn. Ich merke, es gibt noch keine richtige Konzeption. Leichte bis mittelschwere Desorientierung. Ich werde etwas unruhig. Innerhalb der Projekte gibt es auch teilweise Spannungen. Normal. Wird das gut gehen? Einzelgespräche. Lycos will ein Pressefoto mit allen. Familenfoto auf der Treppe von der Bar zum restaurant im Atrium. Die stylishe Restaurantmanagerin is pissed. Kollateralschaden. Gäste amüsiert. Barmann absolut souverän und cool.

16:00 Ich seile mich kurz ab. Und esse eine Nudel mit Wokgemüse an der Bar, die sich langsam für das Wochenende mit schicken Gästen füllt. Ich bin müde. Fast schläfrig. Schleppe mich nur noch durch. Jason übernimmt.

19:00 Zweiter Projektstatus. Überraschung. „LocationScout“ hat anscheinend die Kurve gekriegt und präsentiert sich supergutgelaunt. Cooles Konzept. Cooler Screen. Cooler Brand aus der Zulusprache! Gefällt mir. „Nachhilfe.TV“ hat auch einen Brand. Nicht schlecht für die Zielgruppe. Steckt aber noch in der Konzeption. Alle Entwickler aus beiden Projekten beschliessen eine Nachtschicht einzulegen. Weitere andere Skills schliessen sich an. „LocationScout“ sucht eine Location für die Nachtarbeit. Hamburger helfen. Die Landeszentrale von Bündnis 90 die Grünen. Politik 2.0… Danke!

20:00 Halbzeit. Ich lasse die Party im Kukuun auf dem benachbarten Kiez aus. Bin fertig und hänge ziemlich in den Seilen. Ab nach Hause. Nehme noch einen Teilnehmer mit auf den Weg. Erster Tag überstanden. Bett. Morgen früh um 0900 geht’s weiter. Ich bin sehr gespannt. Denke an die Nachtschichtler… Superteam!

Fazit vom ersten Tagt: Ich glaube, es schaut nicht schlecht aus.


13 thoughts on “StartupWeekend Hamburg 2008 Tag 1

  1. Cem, alte Regel: ohne Mampf kein Kampf. Bei so einer Belatung und Stress musst du deinen Kalorienhaushalt und Blutzuckerspiegel im Lot halten. Das geht auch mit einem regelmaessigen Griff in den Obstkorb.
    Vielen Dank fuer den Bericht vom ersten Tag, bin ganz gespannt was am Ende rauskommt.

  2. Danke für den detaillierten Bericht, fast kann man sich vorstellen, dabei zu sein. Wenn ich nicht mit dem Feigenblatt meine eigene Geschäftsidee verwirklicht hätte, würde ich bei sowas gern mitmachen. Und schauen, wo die jweileigen Vor- und Nachteile beim Gründen im Team bzw. als Einzelkämpfer(in) liegen.
    Ich wünsche auf jeden Fall noch viel Erfolg und ein tolles Projekt!

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