Der Daily Telegraph schwenkt um zu Google Apps

Die IT Landschaften bei Grossunternehmen sind in Bewegung geraten. macnews.de meldete vor einigen Tagen, der Telegraph-Verlag steige von Microsoft auf Google Apps um. Der IT Verantwortliche einer der meistverkauften britischen Tageszeitungen, CIO Paul Cheesbrough, erklärte, das Verlagshaus mit 1.400 Mitarbeitern werde die webbasierten Goggle Apps nutzen. Ein Test mit 10% der Belegschaft hätte sehr positive Ergebnisse gebracht. Insbesondere die kollaborativen Möglichkeiten seien bei Journalisten auf eine hohe Akzeptanz gestossen wie beispielsweise beim Einsatz während der jüngsten Berichterstattung von Wimbledon, bei der parallel und online acht Telegraph-Reporter gearbeitet hätten. Er merkte an, dass die Microsoft Infrastruktur mit MS Office und Exchange nicht schlagartig durch Google Apps ersetzt werde, sondern nur auslaufe ohne dass weiter darin investiert werden würde.

Der Telegraph wäre nach dem Axel-Springer-Verlag in Deutschland, das zweite grosse Verlagshaus, dass innerhalb weniger Tage eine radikale Abkehr von Microsoft verkündet. Die fortlaufenden Kosten der Software-Lizensierung und des Betriebs sind für beide sicher ein gravierendes Argument dabei gewesen. Ob die Rechnung mit den erhofften langfristigen Kosteneinsparungen einschliesslich den zu berücksichtigenden Umstellungskosten dabei aufgeht, wage ich etwas zu bezweifeln. Sollten aber diese beiden Vorhaben exemplarisch und nachweisbar gelingen, hat Microsoft ein ernstes Problem.

[Danke Sven für den Hinweis auf diese Nachricht per Mail]


14 thoughts on “Der Daily Telegraph schwenkt um zu Google Apps

  1. Das halte ich, gerade für einen Medienkonzern, nicht gerade für einen geschickten Schachzug. Oder zumindest aus datenschutztechnischen Überlegungen für grob fahrlässig.

  2. Das mit der meistverkauften Tageszeitung kann so nicht stimmen. „Qualitaetszeitung“ (was immer das ist) vielleicht, aber nicht Tageszeitung an sich.

    Der Telegraph liegt soweit ich sehen kann bei so um 800-900k pro Tag, The Sun und News of The World haben jeweils mehr als drei Mal so viel (ueber 3m)

  3. Mich würden auch die Möglichkeiten interessieren, wie Unternehmen Dokumente schützen können. Ob ich nun Nachrichten, die vielleicht noch niemand kennt schreibe oder ein Angebot, einen Vertrag ect. Google „liest“ doch mit. Wie also schütze ich meinen Content vor Googles Wissensdurst?

    Oder ist das künftig gar nicht mehr gewollt, weil nicht mehr relevant?
    Interessant zu beobachten.

  4. @Armin, danke für den Hinweis. Korrigiert. Das Wörtchen „einer“ fehlte in “ einer der meistverkauften“… ;-)

    @alex, @ugugu guter Hinweis. aber das lässt sich in Google Apps doch einstellen, ob und wer mitliest, schreibt… etc.

  5. Ja selbstverständlich, das Problem ist aber doch, dass ein Informant eine gewisse Garantie braucht, dass seine Hinweise nicht eines Tages auf verschlungenen Pfaden doch wieder zum Vorschein kommen. Also heikle Unterlagen sollte ein Journalist dann doch eher gut verriegelt offline lagern als in einem google.doc durchs World Wide Web schleudern.

  6. die Zukunft überholt mich auf der rechten Spur.

    Ja, wo denn sonst? Der Torygraph ist doch immer fuer law & order, und die Ueberholspur ist rechts. ;-)

  7. Aus der Perspektive bekommt ja die ganze Aktion, Chrome überhaupt zu machen nochmal eine andere strategische Dimension. Mit Chrome bekommen IT-Leiter von Google alles aus einer Hand. Nimmt man die hohe Netzaffinität, die Brillanz der Anwendungen und Chrome zusammen und legt noch ein Lizenzmodell oben drauf, dass nicht ganz so krank ist, wie das von Microsoft, dann ist Google auf der Stelle eine echte Alternative zu Word, Excell und Outlook.

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