Die Avantgarde im Web

Ist ziemlich brotlose Kunst. Mit Visionaries und Early Adopter ist kein Geld zu machen. Die Verluste der Vorhut sind ziemlich hoch. Aber ohne sie geht es nicht. Man braucht eine gute Portion Idealismus dafür, vorallem eine gute Kämpfernatur und stabile Moral. Viel Mut, Risikobereitschaft und Phantasie sind wichtige Voraussetzungen um Brückenköpfe in der Technologie zu erobern. Und weisse Gebiete auf den Landkarten des Web. Ohne die Avantgarde gäbe es keine disruptiven Weiterentwicklungen. Leidenschaft ist der Motor der Avantgarde. Glaube an sich selbst und an die „Sache“.

Andere im Gros betrachten die Avantgarde als notwendige Eliten, ohne die keine Eroberungen stattfinden können. Sie sehen ihre Vorhaben als mögliche Investments. Wetten fast. Wie manche Zocker auf der Pferderennbahn. Systemwetten werden auch plaziert von den Profis. Natürlich erkundigt man sich ständig über Risiken und Chancen. Über die Form der Gäule, Jockeys, Ställe, über den Zustand des Terrains. Aberglaube spielt ebenfalls keine geringe Rolle. Voodoo. Aussenseiterwetten mit kleinem Einsatz kommen auch vor. Wie die Zero beim Roulette.

Aber der Avantgardist im Web und seine Getreuen müssen die Schlacht alleine schlagen. Gegen jede Widrigkeit. Wer überlebt, hat Ruhm, Ehre und Denkmäler. Manchmal auch etwas vom Gewinn. Es ist eine Frage des Charakters, Avantgarde zu sein. Eine Sucht. Der Rest mag zuschauen vom Sofa.


8 thoughts on “Die Avantgarde im Web

  1. „Mit Visionairies und Early Adopter ist kein Geld zu machen.“ [Ich tausche ein „i“ gegen ein „s“.]

    Diese Aussage ist viel zu allgemein: Es gibt natürlich Ausnahmen, in denen genau diese Gruppen eine Entwicklung anstossen und ein profitables Projekt ermöglichen. Wenn „Geld machen“ im Sinne von „extrem reich werden“ gemeint ist, dann stimmt diese Aussage aber vermutlich trotzdem in 99,x % der Fälle.

    Dass dieser Gedanke nicht nur für das Web gilt, sondern ein allgemeingültiger Leitsatz für Technologie ist, mag oder kann heute vermutlich nicht mehr wahrgenommen werden. The Web rocks!

    -Frank /der seinen Geoffrey A. Moore ebenfalls gelesen hat, Herr Basman ;-)

  2. @Frank, Vertippser korrigiert (Visionaries].

    Natürlich ist diese Gruppe häufiger der „Anstosser“ und diejenige, die die Dinge ins Rollen bringt. Hier waren gemeint die „Gründer“, die visionär neues anpacken. Da ist doch die wirtschaftliche Floprate doch immens. Häufig sind die Follower der Idee mit Weiterentwicklungen auf bewährterem Terrain profitabler. Just my 2 cents.

  3. Nachtrag @Frank: Ein bischen ist es auch wie die Digger am Klondike beim Goldrausch. Reich geworden sind die Hersteller von Jeans, Schaufeln und Waschschüsseln. Und nur wenige Digger. :-)

  4. Das Großartige, vielleicht sogar das aller Großartigste am Netz ist, dass es nie so einfach war Avantgarde zu sein. Mit minimalen Kosten kann man einen maximalen Effekt erreichen.

    Wo ich das gerade schreibe fällt mir auf: Vielleicht hängt das mit meiner Unkapitalusmus-These zusammen. Dass das Netz sich so wehement eine profitablen Monetarisierung verschließt, könnte die gleiche Ursache haben, wie die Tatsache, dass es für die Avantagarde ein so großartiges Spielfeld ist.

  5. „Das Großartige, vielleicht sogar das aller Großartigste am Netz ist, dass es nie so einfach war Avantgarde zu sein.“

    In Kreuzstich auf die Klorolle auf der Hutablage. Der Satz des Tages zum Thema. Hundert pro. Gut gesagt.

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