Google Chrome – Eigentlich naheliegend. Oder?

Die mit grossem Abstand grösste Suchmaschine der Welt veröffentlicht heute erstmals einen eigenen Browser: Google Chrome – Eigentlich ziemlich naheliegend. Oder?

Die einzige Möglichkeit, Google zu nutzen, ist via einem Webbrowser. Dabei war Google immer abhängig von anderen Herstellern. Das ist so, als ob man bisher grundsätzlich Autos ohne Reifen verkauft hätte. Google musste sich bis dato mit kleinen Gadgets, Tools und Add-ons in fremden Browsern benügen und hechelte den Browser-Schmieden immer hinterher. Aber wozu dienen denn Browser überhaupt? Oft, um zu suchen und zu finden. In jedem Fall aber um ins Netz zu schauen und dort aktiv zu werden. Was bedeutet das für den Markt? Was für Google? Der Browser ist die letzte Software-Meile zu den Screens der User. Vom Content bis zum Browser. Alles aus einer Hand. One-Stop-Shopping. Clever. Das Fenster zum Web.

Der Browser ist das neue Windows. Schon lange.

Na, denn. Google, als grösster Contentanbieter im Web, spielt seine komplette Macht aus… und präsentiert der Welt den ersten Google Browser. Sehr naheliegend. Dabei geben sie sich ziemlich low-profile. Ein Open Source Baukausten. Zunächst für Windows. Später für den Rest. Perfekt auch zum mobilen Surfen. Der Browser sei noch in Entwicklung. Early Beta sozusagen. Die frühe Vermarktung würde nur die Entwicklung und Optimierung vorantreiben. Webzwonull, Lektion gelernt. Allein, die Ankündigung ist ein Donnerhall.

Götterdämmerung. Das wird ein harter Brocken für Microsoft, Firefox & Co. – Gute Nacht.

Google Chrome ist jetzt http://www.google.com/chrome ONLINE!

In der Wartezeit kann man 38 Seiten in einem Google Chrome Comic von Scott McCloud durchbrowsen… oder sich hier an den Spekulationen beteiligen:

Google Blog  ·  Frank Helmschrott  ·  from hades  ·  TechCrunch  ·  Authsider  ·  louisgray.com  ·  BoomTown  ·  anmut und demut  ·  Webware.com  ·  Matt Cutts  ·  BusinessWeek Online  ·  Hugo E. Martin  ·  davidp.de  ·  c/o operative  ·  Wortfeld  ·  Search Engine Journal  ·  fscklog  ·  Blogoscoped  ·  GoogleWatchBlog  ·  sowie bei Techmeme, Rivva usw. 

Google ist auf dem Weg zum Monopolisten. Mir wird leicht mulmig.


25 thoughts on “Google Chrome – Eigentlich naheliegend. Oder?

  1. John Resig schließt[http://ejohn.org/blog/google-chrome-process-manager/] mit „Even if Google Chrome launch does nothing but fall off the end of the runway in a fiery explosion, users will be intrigued [..]“

    Und morgen gehts auch schon los [http://googleblog.blogspot.com/2008/09/fresh-take-on-browser.html], Beta für Windows, später Linux und Mac :(

  2. Abseits aller Polemik und plakativer Ansage: Wann „…hechelte [Google] den Browser-Schmieden immer hinterher“?

    Bis dato zumindest ist Google ein massiver Finanzier der Mozilla Foundation und hat dort ein gewichtiges Wort mitzureden.

  3. „Google ist auf dem Weg zum Monopolisten. Mir wird leicht mulmig.“

    Das habe ich auch gedacht – ich glaube gar nicht, dass dieser Schritt von Google so ausgesprochen smart ist: Browser sind commodity, da gibt es nicht viel zu gewinnen, was soll ein weiterer neben IE, FF und Opera und den Nischenprodukten wie Flock etc. bringen. Und die Awareness bei den Kunden und Politikern (!) für diesen Monopolaspekt und die Privacy Probleme steigt schlagartig an.

    Mein Fazit: Google wird es bereuen, verzettelt sich, wird uncool, geht den Weg aller Unternehmen die zu gross werden, etc pp

  4. Schönes neues Design hier auch überhaupt! Glückwunsch!

    Und dann: Habe ich was verpasst oder sind die langen Linklisten unter den Artikeln jetzt ein neuer Trend, oder ein neues WordPress-Plugin? Das habe ich heute schon drei mal gesehen. Komisch. Das ist doch ziiiiemlich viel Arbeit…

  5. Keine Götterdämmerung. Nur ein kleiner Tritt in den Hintern der etablierten Anbieter. Chrome baut auf anderen OpenSource-Komponenten auf (meines Wissens WebKit als Engine) und ist eher als Spielwiese für Entwickler und Anwender zu sehen.

    Der Hauptvorteil eines Forks oder Derivates ist nämlich, dass man mit kleiner Entwickler- und Anwendergemeinde Konzepte ausprobieren kann, die bei großen Projekten den Nutzer verschrecken würden. Mozilla war vor etwa neun Jahren in einer ähnlichen Position. Damals wurden Konzepte wie die XML basierte Nutzerschnittstelle (macht Firefox nicht schneller, aber flexibler) eingeführt. Mit der heutigen riesengroßen Nutzergemeinde sind radikale Änderungen kaum noch möglich.

    Auch braucht Google keinen eigenen Browser auf dem Markt. Sollten andere Browser die in Chrome ausprobierten Konzepte übernehmen, ist es gut möglich, dass Google das Projekt Chrome auch wieder sterben lässt.

  6. Ich hab mal so getextet:

    […]Jetzt will der Advertisement-Provider zum Carrierer werden, den Menschen ihre Einkaufswege erleichtern und kostenlose Kaffeefahrten mit dem Taxi organisieren. Wow, mit einem Taxi kostenlos ins Einkaufszentrum![…]

  7. Der wievielte Browser ist das jetzt? Wenn er richtig gut ist und einen Mehrwert bietet wird er wohl auch gerne angenommen. Wenn nicht, wird er sein Schicksal mit den anderen Flops teilen. Nicht alles was Google herausbringt wird automatisch ein Erfolg.

  8. Microsoft 2.0

    Wenn ich die Tage mal etwas Zeit habe, kommt auch noch ein laengerer Kommentar von mir dazu. So schoen die Produkte sind, so beaengstigende Formen nimmt das an. Gut, dass man (noch) Alternativen hat. Es lebe die Vielfalt.

  9. „Google Chrome ist Online!!!“

    Ja, und? Noch ein Unternehmen, dass meint, dass die Erde kurz anhält, weil sie ein Stück Software herausbringt. Toll.

    Noch dazu etwas in früher Version, für Leute, die nichts Besseres zu tun haben, als sich einen weiteren Browser zu installieren. Sogar in die HR-Nachrichten hat es die Meldung gebracht. So kreiert man Hype. Jetzt noch ein paar Schlagwörter dazu — und fertig ist ein Blog-Artikel. Wenn dann der immer wieder gern genommen Autovergleich („Das ist so, als ob man bisher grundsätzlich Autos ohne Reifen verkauft hätte.“) nicht fehlt, dann kann auch Otto-Normal-Surfer verstehen, dass das etwas gaaaanz Wichtiges ist.

    Ist ein Gegenbeispiel erlaubt? Ja? Danke!

    „Das ist so, als ob man bisher grundsätzlich Schränke ohne Wohnungen verkauft hätte.“

    Passt viel besser, oder?

    -Frank

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s