Gedanken zu Startup Weekend

Florian Hermsdorf hat gut recherchiert und einen Artikel zu Startup Weekend geschrieben, wo er insbesondere die amerikanischen Startup Weekends, aber auch die deutschen, kurz unter die Lupe nimmt: Startups aus der Retorte – Startup Weekends gescheitert?

Ich bin ein ergebnisorientierter Mensch. Für mich zählt, was am Ende dabei für alle rauskommt. Meine Schlussfolgerung aus über 50 Startup Weekends in den USA (48), Deutschland (2), Schweden (2) und Israel (1) ist unterschiedlich.

Allen ist gemeinsam, dass die Teilnehmer (und Gesellschafter) dabei sehr viel lernt haben, sehr viele neue Kontakte geknüpft haben, die sich sogar in einigen anderen neuen eigenen Unternehmungen (Spin-offs aus den Startup Weekends) wiedergefunden haben. Auch Jason und ich haben sehr viel dabei gelernt. Es war für alle ein grosses Erlebnis, ein grosses Abenteuer und auch ein grosser Spass.

Es ist aber auch wahr, dass fast keine dieser Unternehmungen wirklich überlebt hat. Die meisten sind eingeschlafen. Sie hatten keine Treiber. Das war ein Misserfolg, den ich unumwunden zugeben muss und der mich auch etwas enttäuscht. Woran lag das? Ich denke darüber schon länger nach. Das ist auch der Grund, weshalb ich zögere, ein neues Startup Weekend ins Leben zurufen. Die Idee finde ich aber nach wie vor sehr spannend.

Ich werde darüber in naher Zukunft etwas ausführlicher schreiben.


13 thoughts on “Gedanken zu Startup Weekend

  1. Ich denke auch, die Gruppe muß das Baby jemanden in Schoß legen. Jemanden, der die Zeit aufbrinken kann und will. Das muß sich für den auch lohnen, wie das auch immer ausgestaltet werden kann.
    Momentan habe ich das Gefühl, man geht motiviert abends auseinander und dann verläufts etwas. Unverbindlichkeit tritt ein. Andere Prios treten in den Vordergrund.

    Ich glaube aber auch, daß du da selber schon drauf gekommen bist. Allein: Was könnte die Lösung sein?

  2. Allgemein ist es natürlich schwierig in kurzer Zeit soviel Vertrauen zu seinen neuen und zukünftigen Partnern aufzubauen, das man seine bis dato getätigten Aufgaben einfach
    nicht mehr weiter verfolgt. Denke das ein wichtiges Attribut die Kennenlernphase an so einem Weekend spielen sollte. Über dies hinaus ist es ja von menschlicher Natur auch so, das man nicht mit jedem Menschen gern arbeiten möchte und an diesem Weekend aber arbeiten muss und man mit Disziplin dieses für kurze Zeit auch verfolgt,aber über das Weekend hinweg wieder die typischen „Gleichgesinnten“ gesucht werden (Bequemlichkeit tritt ein). Ohne Vertrauen enstehen im Nachgang seltenst Verbindlichkeiten (wie es bereits alex auch oben geschrieben hat).

  3. Prinzipiell wäre ich wieder dabei, aus den gleichen Gründen die Du nennst. Nur das Fortbestehen der Firma muss geregelt werden. Vielleicht klappt es mit einer Kombination aus Crowdfunding und VC, und am Ende ist die Aufteilung z.B. 25% VC, 24% passive Teilnehmer, 51% aktive Geschäftsleitung. Lieber ein paar wenige motivierte Leute als 80 gleichberechtigte Teilhaber und Allmende-Problem.

  4. Ich glaube das Problem ist die Fokussierung auf ein „klassisches“ Unternehmen, mehr Wikinomics, weniger wir bauen eine Firma mit Geschäftsführung. Denken gerade über ein startup Camp im Nürnberg nach, wenn dann wäre der Fokus evtl. tatsächlich mehr auf Open Source usw..

  5. Cem, was soll ich auf diese Frage antworten? Meine Wahrheit:

    Eine erfolgreiche Veranstaltung von Cem Basman. Ein Ergebnis viele rAnstrengungen im Vorfeld. Um eine Location (sic!) zu finden, die Planung des Ablaufs, das Nachfragen von Details und Informationen. Die Vorbereitung des Events, organisatorische Dinge zwischen Rechtsanwalt und dem Essen für die Teilnehmer. Ein Wochenende. Zwei Tage. Menschen, die in ihrer Freizeit arbeiten, und das freiwillig. Jede Menge Erfahrungen, Weisheiten, Erleuchtungen. Viel Input oder auch Müdigkeit, Panik, Stolz, Erfolg für jeden der möchte. Und für Cem: Ehre wem Ehre gebührt! Ein sehr gut organisierter Workshop – denn über das Essen oder die Location gibt es keine Beschwerden…

    Es ist ein Wochenende. Nichts weiter. Wochenenden sind anders. Menschen verändern sich. Sie saufen sich die Leber kaputt, huren, fixen. Stehen am Montag völlig fertig auf und gehen zur Arbeit. Finden sich wieder im gleichmäßigen trott, bekommen Ruhe um Energie zu tanken. Für das nächste Wochenende. Hier werden die Start-Ups geboren. In der Nacht von Samstag auf Sonntag. Mit wenig Schlaf, viel Schweiß und zu viel Emotion. Die Eltern kennen sich kaum, es ist ein One-Night-Stand.

    Irgendwann zwischen 13:00 Uhr und 13:01 wurde ich auf dem SUW08 vom Team gefragt, ob ich im Board teilnehmen möchte. Der Ansporn war da, doch fehlt mir die Zeit. Deshalb habe ich abgelehnt. In dem Vertrauen, das jene, die dem Ruf folgen, ihre Entscheidung mit der gleichen Weitsicht und Verantwortung getroffen haben. Leider wurden wir bisher enttäuscht. Ein jammer für alle, die an diesem Wochenende mit so viel (viel viel viel viel viel) Einsatz für indawo gezeigt haben. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an das Team! Gerade letzte Woche wieder geschwärmt. Ihr seid ganz groß!

    Was danach kam, musste kommen. Ich denke, das Cem die richtige Entscheidung getroffen hat, einen Wettbewerb mit zwei Teams zu starten. Es hat sicher dazu geführt, das die Entwicklung auf einem sehr hohen Niveau stattgefunden hat. Ich gehe davon aus, dass weitere Änderungen an dem Workshop als solches nicht zum Erfolg des Start-Up führen. Jedes Start-Up hat das Recht zu scheitern. Wer seine Entscheidung über die Teilnahme davon abhängig macht, ob er zum Millionär wird, versteht das Konzept nicht. Es ist ein offener Workshop. Niemand kann vorher bestimmen, welche Idee sich durchsetzt. Plus hunderte Faktoren, die bei einer normalen Gründung im Vorfeld oder während der Aufbauphase sorgfältig beachtet werden. Genau das macht für mich den Reiz des SUW aus: Ein Mix aus Gruppendynamik, Persönlichkeitsentwicklung und Grenzerfahrung.

    Ich kann sagen, das genügend Rotationskräfte vorhanden waren. Der Fehler liegt im Konzept der Gründung. Es muss ein „Modus vivendi“ gefunden werden, in dem die Belange der Teilnehmer des SUW, dem daraus entstandenen Unternehmen und möglichen zukünftigen Investoren gefunden wird. Schöne Zahlen mit einem Beamer auf eine Wand zu werfen, reicht da nicht aus. Es braucht eine Art Wurmloch oder Raum-/Zeitverschiebung. Der Akt der Zeugung aus animalischem Trieb muss in eine klinische Befruchtung verwandelt werden, um dem Start-Up die passenden Gene mitzugeben.

    My 2 Cents…

    Birger
    Team indawo – Moderation

  6. Aus meiner damailgen Erfahrung mit jason bei igobeyond kann ich sagen, dass es wichtig ist dass sich ein TEam findet welches sich mit einer Idee auf die Reise begibt. Dabei zählt weniger die Idee als das team welches sagt: Das setze ich um.

    Bei Interviews mit Investoren kam das Gleiche Bild. Eine gute Idee ist kein Garant für eine erfolgreiche Umsetzung. man braucht einen Driver.

    Deshalb wäre mein Input neben den hard-facts auch soft facts zu integrieren. Sprich: Wiviel Zeit hat jemand nach dem Weekend auch eine Idee durchzusetzen. Welche ressourcen sind anwesend ?

    Ich habe im Moment sehr viel Erfolg mit dem Ansatz:
    Erst Vertrauen schaffen und dann gemeinsam Schritte zu gehen wenn es passt, jeder in seiner eigenen Disziplin….
    Wenn es gelingt dieses Vertrauen in sich selbst, das Team und die Idee innerhalb eines Wochenendes zu packen dann wäre das ein Boost.

    So, dies aus meiner Perspektive.

  7. Hallo Herr Ballmann,

    das sehe ich genauso. Allerdings stellt sich mir die Frage, wie ein Team entstehen kann, wenn man zuerst „Was habe ich davon?“ fragt. Zusammenarbeit kann hingegen ebenfalls nicht entstehen, wenn die Beteiligten zwar mit Aufgaben betreut, sich die restlichen Teammitglieder aber nicht damit auseinandersetzen möchten, wie derjenige selbst existieren kann und dies immer mit der kompletten Aufgabe des Aufgabenübernehmers verbunden ist. Dies durfte ich mehrere Male erleben. Initieren ist eine Sache, etwas umzusetzen eine andere. Team kann dann nur entstehen, wenn die Gemeinschaft auch existenziell funktioniert. Jemand muss sich dessen bewusst sein und im Sinne des Anderen dafür Sorge tragen.

    Grüße
    A. Berg

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