Interview mit Rias A. Sherzad, Gründer von salambc

Heute habe ich anlässlich des Relaunch von Salam Business Club, dem weltweit ersten sozialen Business-Netzwerk vor allem für die arabische, asiatische und muslimische Geschäftswelt, ein Gespräch geführt mit dem Gründer Rias A. Sherzad, den ich aus der hamburger Web-Community und aus persönlichen Beziehungen gut kenne und schätze. Weiterer Anlass für das Interview ist die wachsende Bedeutung der islamischen Welt für das Web 2.0. Eine Bedeutung und vorallem ein Markt, der im Westen sehr stark unterschätzt wird. Ich bin übrigens bei salambc hier zu finden.

Cem: Für wen ist Salam Business Club gedacht? Wieviele Mitglieder habt ihr aktuell und woher kommen die?
 
Rias: Zielgruppen sind primär Geschäftsleute aus dem arabischen, asiatischen und muslimischem Raum und solche, die mit diesen ins Geschäft kommen möchten – also auch aus dem Westen. Die Mitgliederzahlen werden wir in wenigen Monaten veröffentlichen, im Moment geht es uns um die Funktionen auf der Website die wir weiter ausbauen möchten. Vorab sei gesagt, daß es eine kleine aber feine fünfstellige Zahl an Mitgliedern ist die sich, seitdem wir mehr oder weniger still und leise gelauncht und gerelauncht haben, angemeldet hat. Die Mitglieder stammen mehrheitlich aus den großen arabischen und muslimischen Ländern, allerdings finden sich auch die USA und Deutschland in der Top 10.
 
Cem: Worin unterscheidet sich Salam Business Club von anderen sozialen Business-Netzwerken? Weshalb ein Netzwerk mit islamischem Schwerpunkt?
 
Rias: Wir haben eine Zielgruppe die religiös geprägt und im geschäftlichen Leben von der westlichen Welt teilweise abgeschottet ist. Das hat zu einem großen Teil kulturelle Gründe, denn die Art und Weise, wie Geschäfte betrieben werden, unterscheidet sich sehr von der westlichen. Es wird intensiver genetzwerkt und kennengelernt, bevor wirklich investiert wird. Wichtig ist hier auch, Sprachbarrieren abzubauen und wir werden dazu weitere Sprachversionen launchen. Als erstes kommen Arabisch und Urdu im Dezember, vorher aber noch die deutsche Sprachversion.

Desweiteren sehen wir den Salam Business Club als guten Einstiegspunkt in die arabische/muslimische Geschäftswelt, sozusagen als vertrauensförderndes Element für beide Seiten. Das haben auch die geschätzten 7-10% nicht-arabischen/nicht-muslimischen Mitglieder erkannt die bereits registriert sind. Ein grundlegender Unterschied zu XING & Co. wird der Fokus auf das Thema Islamic Finance* sein – welches übrigens der weltweiten Finanzkrise getrotzt hat, auch weiterhin mit 12 – 20% pro Jahr wächst und schon seit langem das Interesse der westlichen Finanzwelt geweckt hat.
 
Cem: Wie finanziert sich Salam Business Club?
 
Rias: Der Salam Business Club ist bisher komplett durch meine Person finanziert.
 
Cem: Weshalb hattest du muslimBC in Salam Business Club umbenannt?
 
Rias: Wir versuchen damit möglichst früh auf die Entwicklung auf der Plattform zu reagieren. Es sind die nicht-muslimischen Mitglieder die sich immer häufiger registriert und Geschäftskontakte in unseren primären Zielregionen gesucht haben als auch die Tatsache, daß wir niemals über die Plattform religiöse Botschaften verbreiten wollten. Ziel war und ist auch weiterhin, eine islamkonforme Plattform anzubieten, über die Geschäfte abgewickelt werden. „Islamkonform“ bedeutet, daß die Propagierung von Geschäften mit Bezug zum Glücksspiel, der Pornographie oder auch Alkohol nicht gestattet ist. Auch zinsbasierte Geschäfte werden wir nicht aktiv bewerben lassen – eine grundlegende Säule des islamischen Wirtschaftswesens. In dem Bereich Islamic Finance sehen wir ein extrem großes Potenzial und haben dazu interessante Kooperationen geschlossen.
 
Cem: Was ist Dein persönlicher und beruflicher Hintergrund? Mit welchen Projekten beschäftigst Du Dich sonst?
 
Rias: Initiiert wurde die Plattform zwar durch mich, aber mit der helfenden Hand meines Partners Farid. Er pendelt zwischen Deutschland und Dubai hin und her und kümmert sich um unsere dortigen Aktivitäten und geschäftlichen Verbindungen. Farid stammt aus der Investmentbranche und war u.a. bei der HSBC Trinkaus & Burkhardt im Institutional Sales beschäftigt. Ich bin seit 13 Jahren als Gründer und IT-Consultant tätig, davon die letzten 9 Jahre im Java/JEE-Umfeld in Deutschland, Großbritannien und Qatar. Wir sind beide in Afghanistan geboren, leben aber seit 22 (Farid) bzw. 27 Jahren (ich) in Deutschland. Für weitere Projekte bleibt nicht viel Zeit, außer meiner Plattform http://www.theserverside.de wo ich, gemeinsam mit Gastautoren, gelegentlich IT-Artikel veröffentliche.

Anmerkung: Islamic Finance* = Siehe auch hier http://de.wikipedia.org/wiki/Islamic_Finance


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