Sprechblase als Buch? (Update)

Nur so ein Gedanke. Ich habe vorhin zum ersten Mal einige ältere Texte in meinem Blog gelesen. Etwas, das ich normalerweise nie mache. Wenn ich etwas geschrieben habe, ist es für mich erledigt und ich schaue es mir nie wieder an. Doch heute habe ich es getan.

Manche Texte haben mir im Abstand der vergangenen Zeit ganz gut gefallen. Gerade die persönlichen. Oft auch die Texte die mit meinen Wurzeln zu tun haben. Texte über Istanbul beispielsweise. Aber auch andere. Es sind oft kleinere Skizzen und Vignetten.

Nur so ein Gedanke. Würde es sich lohnen, vielleicht 40, 50 oder 60 Texte aus den über 1.000 Posts als Buch zu veröffentlichen? Wer würde sich dafür überhaupt interessieren? Und warum? Sind die Texte überhaupt gut? Grammatikalisch und stilistisch sind sie sicher fragwürdig, seien wir ehrlich. Haben sie überhaupt eine Bedeutung für jemanden ausser mir? Ich weiss es nicht.

Deshalb meine ganz uneitle Frage in den Raum. Eine Unfrage als Umfrage.

Gibt es denn überhaupt Texte in der Sprechblase, die ihr gerne gelesen habt und gut findet? Doofe Frage. Ich weiss. Bin gerade in der Sinnkrise wohl. Oder ist das ganze hier pseudo-journalistisches Geschreibsel? Oder einfach nur Selbstgespräche? Fragen, die ich mir nach 7 Jahren online zum ersten mal öffentlich stelle. Aber dafür ist ein Blog ja auch da. Oder?

Update: Eure Reaktionen waren eindeutig. Und ich bin aus der Sinnkrise und Schreibblockade wieder raus. Das beste ist, ich mache ein eBook zum runterladen mit den Texten, die mir am besten gefallen. Kostenlos und wer möchte, kann eine Geldspende in gefühlter Höhe zukommenlassen: Die Hamburger Tafel e.V., Hamburger Sparkasse, BLZ: 200 505 50, Kto.-Nr.: 1217 130 515. Die Hamburger Tafel versorgt die Ärmsten mit dem, was unsere Gesellschaft an Überproduktion hervorbringt. Das eBook mache ich irgendwann im Dezember.


27 thoughts on “Sprechblase als Buch? (Update)

  1. Letztlich ist dieser Gedanke die Geburtsidee von http://Lieblink.de gewesen. Und ich muss zugeben, seit ich dieses „vor 2 Jahren“-Plugin habe, ich so manchen Text von mir nochmal lese. Aber mal im Ernst – nee. 40-50 Posts aus einem Blog? Nur für echte Fans ;)

    Aber aus 30-40 Blogs je 2-3 Artikel, bspw. zu Istanbul, Hamburg und London – drei Städten am Fluss. Das wäre was feines. Geht so ein wenig in die Richtung von „mindestens haltbar“ dann.

    http://www.ringfahndung.de/archives/lieblnk-1-tursteher-und-perlentaucher-gesucht

    (verzeih bitte das rüberlinken, aber ich denke diesmal passt es ganz gut)

  2. Ich habe mit „Ach nee, lass mal…“ votiert und würde das gern, weil’s so herablassend klingt, gern noch kurz kommentieren: Ich habe aktuell noch drei Blogs in meinem Feedreader. Einer davon ist deiner. Ich mag deine kleine Bloghütte genauso wie sie ist: eine wunderschöne Sammlung aus Persönlichem, Versöhnlichem und ein bisken Business-Nerdkram (von dem ich Null Ahnung habe). Dazu deine Links in alle Welt. „Ach nee, lass mal…“ müsste eigentlich heissen: „Ach nee, mach weiter so…“.

  3. Hallo Cem, ich hab für das eBook gevoted, da ich es als guten Kompromiss sehe. Sinnkrise hin oder her, ich finde es gut wenn man sich auch nochmal mit seinen „alten“ Beiträgen auseinandersetzt. Sicher würde man heute z.B. anders über bestimmte Themen denken, da das ganze Leben ja eine Art Reifeprozess.
    Ein Buch finde ich nicht sinnvoll, da Aufwand und Nutzen imho in keinem Verhältnis stehen, auch wenn es schön ist, etwas materielles in der Hand zu halten. Ich würde es mir nicht kaufen, speichert doch mein Feedreader sowieso jeden Beitrag auf Platte so das ich fast 1 Jahr deines Blogs immer abrufen kann.
    Ein eBook mit einem handverlesenen Best Of würde ich mir aber runterladen und, zwar sicherlich nur in Auszügen, lesen. Ein weiterer Anreiz zum Lesen wäre ein Kommentar zu einigen Artikeln, bei denen du deine heutige Sicht auf das Thema beschreibst, Anekdoten aus Kommentardiskussionen etc. – ein „Mehrwert“ der mich neugierig macht.

    Texte die ich in der Sprechblase gerne lese? Da gibt es viele, ich lese die Sprechblase gerne, ein schöner Kessel Buntes. Jetzt aber ab ans eBook schreiben ;)

  4. Hi Cem,
    die Idee finde ich super. Ich würde gerne so ein Buch herausgeben. Mich interessieren da eher die technischen und organisatorischen Aspekte. Nicht so sehr das selber schreiben ;-)

    Dachte bisher, entweder haben Blogger kein Interesse oder aber sie kümmern sich selbst um eine Veröffentlichung.

    Wie würdest Du denn reagieren, wenn Dich jemand um Erlaubnis bittet, zB in einer Anthologie zu erscheinen? Würdest Du dafür ein Honorar verlangen, oder eine Gewinnbeteiligung?

    Grüße

    Christian

  5. Ich merke schon, der Trend geht eindeutig in Richtung „Um Himmels Willen! Die wievielte Midlife Crisis hast du schon?“ und „Wenn’s unbedingt sein muss für dein geschundenes Ego, dann als eBook…“.

    Danke Leute. Bin wieder auf dem Boden. Obwohl, irgendwie, irgendwann, so’n Buch… Papier… Hoilz… Tot… Ne, doch nicht.

  6. Ich habe das eBook gewählt, wollte aber nur hinzufügen, dass ich das sehr ernst gemeint habe und auch gegen Bezahlung ‚downloaden‘ würde. Ich finde nicht, dass ein eBook was schlechtes ist oder gar als abwertend gesehen werde sollte. Mich würde das eBook deshalb interessieren, weil ich ehrlich gesagt meine Bücherregale voll stehen habe und dringend ein paar Bücher loswerden muss. Und tja, da kam mir die glorreiche Idee, wenn ich Bücher kaufe, dann bitte nur noch in elektronischer Form, die nehmen weniger Platz weg. :)

    Also, ich bin eine potenzielle Käuferin, würde ganz gerne ein paar Texte von dir lesen (auch wenn ich das jetzt hier schon tue, und ja, da gibt es einige, die finde ich sehr schön und lesenswert) und dafür auch bezahlen!

  7. @cem @ring2 Ein etwas wirrer Gedanke: Wenn schon einen Baum umholzen und bedrucken, dann mit Texten die es einen wert sind. Aus meiner Bloghütte würde ich zwei Texte stiften. Der Rest ist Zettelkasten.

  8. Hallo Cem, bin eben erst auf diesen Beitrag gestossen.
    Die Idee eine Sammlung Deiner Texte zusammen zu veröffentlichen (der Weg ist eigentlich egal) gefällt mir, sind doch gerade Deine nachdenklichen Texte für mich lesenswert. E-Book ist klasse und schon jetzt kopiert!

    Eine Antologie ist eine tolle Idee, vielleicht als gemeinsames ‚Blog‘ oder ähnliches Medium, mit einzelnen Rubriken – würde ich auch gern mitmachen.

    Ach und gut das Du wieder auf dem Boden bist ;-)
    Mach weiter so

  9. lieber cem, deine texte füllen allemal ein buch und interessant [besonders für nicht-blogger] sind sie auch. vielleicht kannst du das ja für die BUNTE machen [meine ich ernst], die publiziert dann auch dein buch -> für die midlife-crises generation, die allmählich das internet und die communities entdecken..

  10. so sehr ich mir auch ein ebook-reader (inkl. guter texte) wünschen würde und auch große begeisterung für so ein gerät aufbringe: echte bücher, druckerschwärze, die haptik von papier, der einband, der geruch — das finde ich schon sehr reizvoll. auch gerade kleine feingestaltete (!) bücher in geringer auflage und schöner typografie: dafür kann ich schwärmen.

    und auch manche deiner texte sind dafür geeignet — ein büchlein mit texten von dir würde ich, ohne mit der wimper zu zucken, kaufen; oder auch gestalten wollen. ;)

    btw.: habe gerade (m)ein projekt in der ausarbeitung, was den weg der erstpublizierung über das web gehen wird und später dann auch als reales buch realisiert werden soll. daher zog dein artikel gestern automatisch meine aufmerksamkeit auf mich und brachte mich zum lächeln.

  11. buch zum in die hand nehmen. sollte es irgendwann da sein. ich kaufe eines. ist das mit lulu.com oder ähnlichem nicht sogar einfach zu realisieren?

    ebook? ich weiss nicht. digital ist es hier doch ehr schon gut lesbar. vielleicht öfters mal einen beitrag nach vorne holen. solange es keinen business-whitepapercharakter hat ist ebook ohne kindle irgendwie doof, oder? ;-)

  12. ebook bauen? ist kein problem. aber für welchen reader willst du das ebook den optimiert haben? kindle? sony? iLiad? iphone? oder den „normalen“ standard-monitor?

    aber wie patrick breitenbach schreibt ist ein buch zum in die hand nehmen schöner. digitales print publishing wie lulu.de oder bod.de ist leider qualitativ nicht so hochwertig. letzterer (bod) schneidet aber noch von den beiden am besten ab.

    und dir dafür eine druckvorlage zu gestalten könnte ich mir auch gut vorstellen.

  13. @Yoram, dann fangen wir doch mit einem eBook erstmal an. Wie @Patrick und du finde ich zwar ein gedrucktes Buch auf gutem Papier, gut gedruckz und gut gebunden zwar schöner, aber eine Palette Remittenten ist traurig. Also erstmal anteasern via eBook :-)

  14. PS: Ich bin ja ein grosser Anhänger von Jan Tschichold. Ich habe sein Standardwerk über Buchgestaltung seit 20 Jahren im Regal. Ausgewählte Aufsätze über Fragen der Gestalt des Buches und der Typographie. Ein absoluter Klassiker. Jede moderne Buchgestaltung hat seínen Ursprung darin.

  15. Ich habe – jetzt erst – Feedreader-Storage macht´s möglich, diesen Beitrag gelesen. Und ich möchte Ihnen danken. Dass auch etablierte Bloggerseelen wie Sie diese Geister kennen, tröstet mich ein wenig, muss ich sagen. So jedes halbe Jahr passiert mir das gleiche. Seit ich blogge, bleibe ich im Ergebnis wenigstens beim Schreiben.
    Zuvor hätte ich jedes Mal den Ganz zum runden Ordner angetreten und die Fingerübungen und das Gedankenzittern aufgegeben. Und zwar endgültig.

    Nee, nee, Herr Basman, immer schön weitermachen. Und Anthologien hasse ich. Oder hasste ich immer. Aber wer weiss?

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