Ansichten eines modernen Journalisten

Werden Papier-Zeitungen so selten sein wie Vinyl-Platten heute? Brauchen wir noch grosse Verlage? Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Don Dahlmann meint, weg mit den Verlagen, her mit den Redakteuren:

Ein moderner Journalismus kann sehr gut im Netz und ohne Verlage überleben, da die Kosten deutlich niedriger liegen als bei einem gedruckten Exemplar einer Zeitung. Auch wenn die Erlös- und Vermarktungsituation im Moment für Seiten unterhalb von 500.000 1 Mio Uniques noch unbefriedigend ist – ewig wird dies nicht so sein. Es ist noch Zukunftsmusik, aber ich bin durchaus der Meinung, dass sich dezentrale Redaktionskonzepte dank immer einfacher CMS Systeme in Zukunft durchsetzen werden und in Konkurrenz zum etablierten Verlagsgedanken treten werden. Und genau hier liegt da auch wieder die Chance, dem Journalismus in Deutschland neues Leben einzuhauchen. Das die Übergangsphase nicht leicht wird, ist klar und es ist bedauerlich, dass ausgerechnet jetzt, wo man einen starken Journalismus mehr denn je benötigt, dieser, zumindest in vielen Bereichen des Tagesgeschäftes, kaum noch wahrnehmbar ist. Hilfreich für eine Demokratie ist das nicht, womit ich wieder bei meiner Ausgangsthese wäre – wir brauchen einen starken Journalismus.

Grossartig auf den Punkt gebracht. Deckt sich mit meinem undifferenzierten Unmut.

Schön auch, dass es dabei nicht darum geht, dass Online-Journalismus das Ziel ist, sondern dass es ein Mittel zum besseren und freieren Journalismus sein kann. Ich denke, dass Journalisten sehr wohl ohne Verlage leben können. Die Mittel dazu sind ja alle schon da.


3 thoughts on “Ansichten eines modernen Journalisten

  1. Selamlar Cem,

    dieser Artikel in der N.Y. Times Ende November 2008 passt vielleicht zum Thema?

    „For Laid-Off Journalists, Free Blog Accounts

    It’s a long way from $700 billion, but the media start-up Six Apart is introducing its own economic bailout plan.

    The TypePad Journalist Bailout Program offers recently terminated bloggers and journalists a free pro account (worth $150 annually) on the company’s popular blogging platform. In addition to the free yearly membership, the 20 to 30 journalists who are accepted will receive professional tech support, placement on the company’s blog aggregation site, Blogs.com, and automatic enrollment in the company’s advertising revenue-sharing program. […]“

    Quelle:
    http://www.nytimes.com/2008/11/24/technology/internet/24apart.html?_r=1&pagewanted=print

  2. Interessanter Artikel! Habe gerade meine lokale Tageszeitung „gekickt“, weil mir die Seichtschreibe in den letzten Wochen mehr und mehr auf den Kecks ging. Dazu kamen die lapidar arroganten Äußerungen von Verlagsvertretern, die ganz bewußt und offiziell verkündend, aufgrund des „Schsch-Effektes“ (Schampus & Schnittchen) schreiben was gewollt wird, anstatt zu schreiben was wichtig wäre. Die politisch gelenkte Presseunfreiheit wird offenbar und kann so doch wohl nicht geduldet werden in einer Demokratie?

    Presse & Journalismus hat eine wichtige Kontrollfunktion, vorallem in Sachen Politik und Drumherum? Könnte man diese mal wieder spürbar erleben? Schön wär’s ja, wenn es über Print geschehen könnte, dann würden auch die Kaffeehaus-Aufenthalte wieder etwas entspannender, aber die Zeiten sind wohl vorbei … ? Wir können trotzdem davon träumen, wenn wir unser Notebook auf den Tisch knallen; irgendwann werden Leser und Schreiber selbst diesem Szenario hinterherweinen.

    Wochenzeitung ist O.K. – die News aus dem Netz, das TV als differenziert vage betrachtete Bestätigungsquelle und den Filter individuell nutzend – alles andere ist eigennützig interessengesteuerter Mist, der sich durchaus auch im Netz etabliert.

    LG sunny

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