Eine Zeitung ist gestorben

Kurz vor ihrem 150sten Geburtstag ist die Rocky Mountain News aus Denver geschlossen worden. Bei allem Engagement für Online-Medien ist es doch ein sehr trauriger Moment. Dank an Chris für diese Entdeckung und seine Gedanken darüber.

Ich finde es immer traurig, wenn etwas zuende geht, das so lange Bestand hatte und an dem so viele Leute ihr Herzblut verloren haben.


7 thoughts on “Eine Zeitung ist gestorben

  1. ich glaube, es werden noch viele zeitungen sterben. so wie einst die minnesänger ausstarben, so wie die gemälde mit erzählenden inhalten ausstarben. es kam die zeitung, es kam das radio, die wochenschauen im kino, das fernsehen, das internet. letzteres ist eigentlich nur das trägermedium wie papier für die zeitung. das was mit und im internet geschieht packt die alten medien, die sich schwer tun, mitzuhalten.

    aber das ist der lauf der zeit. es geht auch gar nicht sooo schnell, wie viele meinen. die generation vor mir liest immer noch täglich seine zeitung. wie lange hat der tod der kino-wochenschau gedauert? wie lange werden die zeitungen siechen? das geht stück für stück…

    ich lese selbst keine zeitung mehr. ist einfach zu alt was da drin steht. für die hintergrundgeschichten und reportagen kaufe ich mir auch nicht so ein grosses blatt um dann ca. 3% des inhaltes zu lesen…

    is vorbei.

  2. Pingback: Claudia Sommer
  3. Das werden wir in Deutschland leider auch erleben. Und die Schuld tragen die Tageszeitungen selbst. Sie kauen nur das wieder, was am Vorabend in jeder Nachrichtensendung zu hören und zu sehen ist. Auf diese Defizite hat vor Jahren schon der Medien- und Sprachkritiker Wolf Schneider hingewiesen. Die sogenannten Qualitätszeitungen sollten endlich zur Kenntnis nehmen, dass die Schlagzeile „Italien erhält keinen blauen Brief“ wegen des übermäßigen Haushaltsdefizits, den Neuigkeitswert einer alten Konservendose hätte. Wie viele der Zeitungsleser hatten diese Nachricht nicht zwölf Stunden vorher im Fernsehen gehört? Was Zeitungen permanent als Aufmacher ins Blatt nehmen, sei nach Auffassung von Schneider eine bloße Erinnerung an den Fernsehabend zuvor.

    Nur noch halb so groß sollten die Tageszeitungen berichten über die Reden von Politikern und die Verlautbarungen von Parteien und Verbänden. „Es gibt weder eine Journalistenpflicht noch ein heißes Leserinteresse, täglich groß gedruckt zu sehen, was da an Versprechungen und Verunglimpfungen abgelassen wird, an Retourkutschen, unseriösen Prognosen und durchschaubaren Lügen. Über politische Sprechblasen wahrheitsgemäß berichten heißt ja: In redlicher Absicht die Zeitung mit Schönfärbereien und Irreführungen füllen; je weniger sie davon druckt, desto höher steigt also ihr Wahrheitsgehalt“, so Schneider. Halbiert würde dabei auch die schiere Langeweile. „Was war dieser Joschka Fischer in der Opposition für ein erfrischender Redner! Außenminister aber dürfen nicht konkret werden, sie müssen genschern und kinkeln, bei Fischer mit zerfurchter Betroffenheit angereichert. Je weniger Platz man seinen Ministerreden gönnt, umso lebendiger wird die Zeitung und umso netter ist man zu ihm. Meistens halbieren könnte man und sollte man die Theater-, Konzert- und Ausstellungskritiken sowie den Leitartikel der FAZ“, führt Schneider weiter aus. Umdenken sei allerdings unbequem – aber vielleicht wäre das ja nicht zu früh ein halbes Jahrhundert nach der ersten „Tagesschau“? „Die Zeiten, in denen eine saturierte Abonnementszeitung durch journalistische Langeweile gar nicht ruiniert werden konnte, sind vorbei; Omas Zeitung liegt im Sterben“, so Schneider.

  4. Pingback: die letzte Ausgabe

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s