Meine Grundsätze in der Offenlegung (Disclosures)

Gestern bin ich von einem Geschäftspartner gefragt worden, weshalb ich nicht über meine berufliche Arbeit öffentlich spreche oder schreibe. Er liest mein Blog, was mich sehr überrascht und doch sehr freut. Um so mehr, als dass er, ohne ihm nahe zu treten, eher der Old Economy angehört.

Ich lebe in drei Welten. „Familie & Freunde“, „Berufliches“ und „Ich“. Die ersten beiden kommen im Blog praktisch nicht vor. Das Berufliche aus naheliegenden Gründen. Einerseits verbieten Verträge mit Geschäftspartnern, verständlicherweise in beiderseitigem Interesse, darüber zu sprechen, andererseits mag ich auch nicht darüber sprechen. Ich denke, es ist für die Öffentlichkeit auch nicht interessant genug. Die beiden ersten Welten, Privates und Berufliches, kommen also daher hier im Blog nicht vor. Höchstens in der Form einer allgemeinen Offenlegung (Disclosure) ohne weitere Kommentare, wenn es für die Öffentlichkeit und für die Aussagen im Blog wichtig ist. Das passiert aber äusserst selten. Beachte dazu auch die Aussagen im Profil, Abschnitte „Full disclosures and professional life“ und „Non-Disclosures“.

Öffentlich schreibe und äussere ich mich nur zu Dingen, die nicht nur mich persönlich interessieren („Ich“) sondern möglicherweise auch die Öffentlichkeit grundsätzlich interessieren könnten. Mehr nicht. Weniger auch nicht. Das sind Themen aus Alltag, Menschen, Modernes Leben, Gesellschaft, Politik, Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft, Web, Communities und gelegentlich auch Techie-Kram.

Ich wünsche meinen Lesern gute Unterhaltung und eine Prise Information in meinem Blog. Und ich liebe Kommentare und die Diskussionen, die daraus entstehen können. Daraus lerne ich viel. Zuhören, sprechen, lesen und schreiben helfen die eigenen Gedanken zu formen und klarer zu denken.


8 thoughts on “Meine Grundsätze in der Offenlegung (Disclosures)

  1. Moin Cem,

    wenigstens kann man bei Dir (und bei Picki) nicht sagen, dass das, was Du bei Twitter und in Deinem Blog veröffentlichst nicht zu Deinem Wesen passt. Viele nutzen die Plattformen doch für ein gutes Selbstmarketing und für das Ihrer Firma mit einem hochpolierten Bild von sich, was in der Realität wenig mit ihnen gemeinsam hat. Das Witzige ist, es sind die Wertenden, die Machtmenschen und die Manipulatoren und die Distanz des Internets gibt ihnen noch mehr Freiraum zur Verstellung. Ich bin froh, dass es Dich und Deinen blog gibt. Deine Inhalte sind meiner Meinung nach einfach ehrlich und klar; niemand kann erwarten, dass man über seine Freunde, Familie und Geschäftsgeheimnisse schreibt. Erwarten kann man jedoch, wenn man schon darüber schreibt, dass es nicht verstellt, jedoch eigen ist. Und nicht mal diese Erwartung ist wirklich gerechtfertigt. Gespalten ist der, der mit dem Trieb der Meinungs- VORGEBUNG seiner Verantwortung dabei nicht gerecht wird, auch alle, die nicht in seinen „Stall“ gehören, nicht zu werten.
    Frohe Ostern:) z.

  2. Du sprichst ein grundsätzliche Überlegungen an, die sich jeder, der sich im Netz auf irgendeine Art und Weise präsentieren möchte, vorher geklärt haben sollte. Was will ich von mir preisgeben? Was von meinem (persönlichen) Umfeld? Was von meinem Privatleben? Wie möchte ich wahrgenommen werden?

    Allein die Antwort fällt nicht immer leicht und die Art und Weise, wie man sich im Laufe der Zeit präsentiert, verändert sich bestimmt. Schon alleine dadurch, dass auf sozialen Netzwerken sich geschäftliche mit privaten Kontakten mischen.

    Losgelöst davon finde ich allerdings, dass sich viele Menschen erst viel zu spät darüber Gedanken machen, welche Informationen man öffentlicht macht und welche nicht.

  3. @Cem Das ist klar. Ich glaube nur (und weiß es aus eigener Erfahrung selbst), dass gerade die Generation die im und mit dem Netz aufwächst, sich darüber erst sehr spät (zu spät) Gedanken macht.

    Deine Ausführungen teile ich ja und halte es bei mir ähnlich (mittlerweile).

  4. Zuerst einmal: 101% agree. Aber das ist nicht der Grund warum ich deinen Blog lese (inzwischen der einzige deutschsprachige, von dem ich behaupten kann ihn sowohl regelmässig zu lesen, als auch von Zeit zu Zeit kommentierend meine Spuren zu hinterlassen). Es ist schlicht der Grund „wie“ du schreibst. Ich erinnere mich noch genau an den Tag wo ich dich das erstemal live und in Farbe auf dem ersten Hamburger Barcamp sah/hörte und völlig gespannt einem Thema lauschte, das mich eigentlich gar nicht interessierte. Du bist schlicht ein guter Erzähler, der immer wieder zum nachdenken anregt. Eine grossartige Gabe. Danke, das du das mit uns allen teilst. Das wollte ich eigentlich erst morgen, aus gegebenen Anlass, schreiben. Aber bevor ich es morgen vergesse, mach ich es lieber heute. Gratulation gibt’s natürlich erst am 11. April. ;)

  5. Sehr geehrter Herr Basman,
    Ihr (sehr persönlicher) Kommentar zu Ihrem Veröffentlichungs-Verhalten hat mich erstmals angesprochen, Ihren Notizen nicht nur inhaltlich zu folgen, sondern Ihnen darauf zu antworten.
    Ich beschäftige mich erst seit etwa Anfang diesen Jahres mit Blogs, bin über eine Nachricht von Ihnen gestoßen und habe mich direkt aufgefordert gefühlt, Ihnen häufiger „zuzuhören“, weil ich Ihre Sicht auf die Welt interessant, intelligent und „wert“-schöpfend finde!
    Vielen Dank dafür!
    Selbst habe ich einen Blog eher dazu genutzt eine kleine „Homepage“ daraus zu basteln. Ich wünschte mir für manche Organisationen Ihr Verständnis zum Umgang mit Öffentlichkeit, als Liebe zum „Kommentieren und Diskutieren“, und der Chance daraus gegenseitig oder aneinander zu lernen. Und das hieße ja auch das Gegenüber ernstzunehmen, ihm/ihr „auf Augenhöhe“ zu begegnen. Genau das erlebe und schätze ich an Ihnen!
    Nochmals – Vielen Dank – schön, Sie hier kennengelernt zu haben! Ohne dabei pathetisch werden zu wollen – aber auch Ihre Wahrnehmung zur Nutzung des Fahrrades schienen mir zum Gedanken des Osterfestes als Erinnerung an die Idee, dass „Neues Leben“ an vielen Orten und zu vielen Gelegenheiten beginnen kann, gut zu passen!
    + Martin

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