Blogs: Spreu vom Korn getrennt

New York Times über das weltweite Wegschmelzen der Blogs:

According to a 2008 survey by Technorati, which runs a search engine for blogs, only 7.4 million out of the 133 million blogs the company tracks had been updated in the past 120 days. That translates to 95 percent of blogs being essentially abandoned, left to lie fallow on the Web, where they become public remnants of a dream — or at least an ambition — unfulfilled.

Nun ist Technorati nicht das Mass der DingeBlogs, aber trotzdem… die Zeichen mehren sich. Der Hype um Blogs ist längst verflogen.  Alle, die auf schnellen Ruhm und Reichtum waren, oder einfach auch diejenigen, die nichts mehr zu sagen hatten, haben sich in Richtung Twitter bewegt. Übriggeblieben ist der harte Kern, diejenigen denen das alles egal war und ist, die Leidenschaftlichen. Ich nenne sie mal etwas mutig die „wahren Blogger“.  Ob sie nun als private Tagebuchschreiber unterwegs sind oder öffentlich eine Tagesschau betreiben. Bei den Blogs hat sich die Spreu vom Korn getrennt. Sie sind in der Reifephase. Schaunmermal, was so demnächst mit Twitter weiter passiert.

Nachtrag: Ja, im Sprichwort heisst es „die Spreu vom Weizen trennen“. Weiss ich.


16 thoughts on “Blogs: Spreu vom Korn getrennt

  1. Wenn all diejenigen, die auf Ruhm und Reichtum aus waren, wieder weg sind, dann heißt das, jetzt wird Bloggen erst so richtig interessant. Und auch wenn viele Blogger aufgegeben haben, ein paar sind ja noch geblieben. Lesestoff und Raum für Diskussionen gibt es also noch genug. ;-)

  2. also wenn ich bloggen würde um reich zu werden, dann sollte ich dringend mal meine Blog Stunden gegen den Ertrag aufrechnen… und dann mein Blog sofort löschen.

  3. Das Medium professionalisiert und kommerzialisiert sich. Wobei die Entwicklung hier in Deutschland noch stark hinterherhinkt, in den USA z.B. ist das ganze viel stärker zu spüren. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass dort jedes halbwegs erfolgreiche Blog mittlerweile ein eigenständiges Medienunternehmen mit mehreren Mitarbeitern ist.

  4. ich hab mal meine „Einnahmen“ gegen die geschätzte „arbeitszeit“ gerechnet und komme so auf 50ct/Stunde…

    Achja, es heißt „vom Weizen“ nicht „vom Korn“

  5. Also ich muss auch sagen, dass ich eigentlich blogge, weil es mir wirklich Spaß macht und ich mich über jeden neuen Kommentar und Besucher einfach riesig freue.

    Das dabei noch ein klein wenig abfällt ist wirklich nett, aber steht wirklich nicht im Vordergrund.

    Bin mal gespannt wo der Trend hingeht. Bin ja noch jung! Da tut sich bestimmt noch einiges!

  6. Lustig, dass gerade vom Blogsterben gesprochen wird, während ein paar Kollegen mit mir zusammen ein ambitioniertes, neues Projekt gestartet haben. Erst vorgestern haben wir uns neu bei Technorati angemeldet und seitdem ständig Inhalte produziert, obwohl wir im Hintergrund noch weiter an der Maschine arbeiten. Dabei ist keiner von uns vorher Blogger gewesen und wir waren auch kaum vernetzt in der Szene. Einige sind noch nicht einmal passiv als Konsumenten dabei gewesen. Sind wir die absolute Ausnahme?

    Wobei man dazu sagen muss, dass wir ja auch kein Blog in der zugegebenermaßen kurzen Tradition der deutschen Bloggerszene betreiben wollten. Vielmehr ist es das technische Prinzip, ein CMS aufzusetzen und mit regelmäßigem Inhalt zu füllen, das wir übernehmen. Auch ein gewisses Maß an Verlinkung halten wir für eine tolle und notwendige Umsetzung des Grundprinzips von Hypertext. Information muss vernetzt sein.

    Wir haben uns vorher ein paar sehr theoretische Überlegungen zur Evolution von Medien gemacht – was die Vorteile von vernetzter Information sind und wie man diese Vorteile anwenderfreundlich nutzbar macht. Aber auch einige Traditionen des Print haben ihre Berechtigung – wenn man Layout als optische Strukturierung von Information begreift, hat Print immer noch die Nase vorn, gerade im Vergleich der Onlinemagazine mit ihren Printvorbildern.

    Aber die wenigsten Publizisten versuchen eine konsequente Entwicklung der neuen Möglichkeiten des Mediums Internet auszuschöpfen. Dabei haben wir doch in alten Science-Fiction Filmen schon interaktive Zeitungen gesehen. Und mit interaktiv meine ich nicht, dass in einem blöden Popupfenster eine Klickstrecke samt Werbebanner auftaucht, wenn ich ein Foto anklicke. Ich erwarte, dass das Foto zum Film wird und ich entscheiden kann, ob es mit oder ohne Ton läuft und ob es Bezug auf den Text nimmt und womöglich mir durch den Text folgt, während ich scrolle, oder zum Vollbild wird. Ich will Kontrolle über die Information. Querverlinkungen zu Hintergründen im Text selbst, nicht am Seitenende. Die Struktur des Textes will ich ändern können, er soll sich wenigstens meiner Fenstergröße anpassen, wenn ich ein zweites Fenster öffne, um parallel zum Lesen des ersten Textes die Hintergrundinformationen zu verarbeiten und so weiter und so fort…

    Es gibt so viel ungenutztes Potential, was die Verbreitung von Information angeht. Und auch wenn wir bei der Gründung der Kontextschmiede mangels technischem Know How längst nicht alle Utopien umsetzen konnten, möchten wir doch an der Evolution des Mediums mitwirken.

    In erster Linie allerdings, um den Kreis zu den Blogs zu schließen, möchten wir eigene Inhalte präsentieren. Neue Informationen generieren, in dem man wenigstens neue Perspektiven auf bekannte Phänomene bietet, statt nur gefundene (oder gar bei dpa und co gekaufte) Informationen weiterzuverbreiten. Das kann doch nicht alt werden oder?

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