Mein allererstes Buch

Mein allerstes Buch
Mein allerstes Buch

Ebenfalls bei den Vorbereitungen für den Umzug in meine neue Wohnung, habe ich das gefunden: „Ebeker der kleine Storch, der zu Fuss gehen musste“ von Heinz Dieckmann, Dressler Verlag 1961. Mein allererstes eigenes Buch, das mir meine Mutter in der damaligen Buchhandlung Martha Moeller in der Rothenbaumchaussee mit mir zusammen gekauft und zur dritten Klasse geschenkt hatte. Ich sehe den Moment noch wie heute vor meinen Augen. Es sollte für viele Jahre mein einziges eigenes Buch bleiben.

Es ist die Geschichte vom kleinen Storch Ebeker, der aus dem Nest fällt und im Herbst zu Fuss nach Afrika wandern muss, um seine Familie, die am Tanganjika See überwintert, wieder zu finden. Er übersteht viele Abenteuer auf dem Weg dorthin und lernt viel über das Leben. Im Frühjahr fliegt er dann mit seiner Sippe wieder in seinen Heimatort nach Norddeutschland zurück und überfliegt dabei alle Orte seiner Wanderung. Ein wunderschön mit Federzeichnungen illustriertes Buch, dass ich viele viele Male gelesen und in Gedanken seine Reise immer wieder durchlebt habe.

Heute ist das unvollstellbar. Es gab damals nur wenige Bücher für Kinder. Heute sind in den Buchhandlungen ganze Erlebnisabteilungen dafür geschaffen. Aufwendige, witzige oder ganz einfach irre bunte Kinderbücher. Dieses Buch war mir bis heute sehr kostbar. Es hat mir damals über viele schwere Stunden Trost gegeben.

Heute habe ich es meinem jüngsten Sohn geschenkt. Er ist genauso alt wie ich damals. Er hat sich sehr gefreut. Und ich mich über ihn auch. Das Buch hat nach 47 Jahren wieder den Richtigen gefunden.


4 thoughts on “Mein allererstes Buch

  1. Dass ist natürlich ein sehr wichtiges Buch in diesem Fall, ich würde gut darauf aufpassen, denn sowas wichtiges von Bedeutung sollte nicht verloren gehen…

    Ich würde es auch meinem Sohn, wenn er in der 3. Klasse ist schenken, dann kannst du auch fühlen, wie sich damals deine Mutter dabei gefühlt hat :) Dass ist bestimmt ein tolles Gefühl :)

  2. Sicherlich eine schöne Erinnerung, verbunden mit vielen Emotionen. Habe leider den Fehler begangen, bei meinem Auszug ca. 99,9% jeglicher Kindheitserinnerungen zu Hause zu lassen. Irgendwie schade.

  3. Ich hatte meine alten Schulhefte und einige Bücher beim Auszug bei meiner Mutter zurückgelassen. Als ich die Wohnung räumen mußte, fielen mir die Sachen wieder in die Hand. Alte Klassenarbeiten, alle Unterlagen aus der Vorbereitung zur Abi-Prüfung. Referate zum Typ-1-Diabetes, an dem ich damals gerade selbst erst erkrankt war.

    Umzüge sind Scheidewege: Was kommt mit, was bleibt zurück, was wird weggeworfen? Was sind die Dinge, die mich umgeben, wert, was bedeuten sie mir? Man wird mit dem zurockgelassenen und sachgewordenen Teil seines Lebens konfrontiert und muß Stellung dazu beziehen. Die alten Briefe, die alten Bilder, Bücher, die man schon lange nicht mehr in der Hand hatte. Unterlagen. Küchengeräte. Gelebtes und ungelebtes Leben.

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