Almanya – Willkommen in Deutschland

Almanya ist ein wunderbarer, warmherziger, zärtlicher und wahrhaftiger Kinofilm über das Gefühl, als Türke in Deutschland zu leben und zu arbeiten und nach 40 Jahren als Grossvater und Familienoberhaupt mit seiner eingebürgerten Familie wieder in die „Heimat“ zu fahren. Amüsantes Spiel mit den Klichées. Gute Schauspieler. Gute leichtfüssig erzählte Geschichte ohne sozio-kulturellen Ballast und ohne erhobenen Zeigefinger. Eine wechselsvolle Familienkomödie von den Schwestern Yasemin und Nesrin Şamdereli zwischen vorsichtiger Annäherung, Integration und Assimilation. Eine Melange mit Tempo und auch mit Tiefe. 100 Minuten Spass. Sehenswert.

Schön ist die Situationskomik, die nie platt wirkt, die überraschenden Zeitsprünge, der Sprachwitz und vor allem die vielen verschiedenen Sprachebenen in „Deutsch“, „Türkisch mit Untertiteln“, „deutsch-türkischem Mischmasch“ und der „Deutsch-Lautmalerei“ wie ihn die anfangs deutsch-unkundigen Türken verstehen. Gegen Ende des Films wird es surreal, die Zeitebenen verschmelzen sich auf wundersame Weise und die Helden, Kleine wie Grosse, begegnen sich. Eine schöne intelligente Komödie ohne in Plattitüden zu verfallen. Sehr viel gelacht und auch mal heimlich eine Träne verdrückt. Ich bin ein Fan geworden.

Danke liebste Resi, dass du mich heute ins Kino geschleppt hast!

Nachtrag: „Die Schwestern Yasemin und Nesrin Samdereli, Regisseurinnen von „Almanya- Willkommen in Deutschland“, erzählen von ihren persönlichen Kindheitserinnerungen in Deutschland und der Türkei, von der Bedeutung des Weihnachtsfestes für ihre Familie und welche Erfahrungen in den Film eingeflossen sind.“


7 thoughts on “Almanya – Willkommen in Deutschland

    1. Merhaba Cem bey, Hallo Her Basman,
      Erinnerungen…. so wie meine… als wir Januar 1966 (ich als 11jährige) nach 3tägiger Zugfahrt im HBF München bei minus 20° ankamen bis heute mit etlichen Weihnachten, Bayram und Osterfesten…. Deutsch-Türkische-Hochzeiten, jaa auch Taufen… Wir sind eine Multikultifamilie geworden…. mit Halb- und inzwischen (so wie mein Sohn im Scherz zu seinem Sohn sagt, wenn er genüßlich Brot mit Joghurt isst) Vierteltürken. Es gäbe viel zum Erzählen… Lustiges, Trauriges, Sehnhucht nach dem Meer, nach den Straßen Istanbuls+KadIköys und vor allem nach Papa, der in Istanbul blieb. Und wo ist nun die Heimat… Türkei oder Deutschland… In der Türkei bin ich im Urlaub, hier lebe ich und habe meine Familie, die ich liebe, die mich liebt… Heißt es nicht, „die Heimat ist da, wo man geliebt wird“?

      Hosca kalIn
      Necla

  1. Hallo Herr Basman,

    per Zufall habe ich ihre Kritik gefunden und da ich diesen Film besonders mag, berührend fand, habe ich ihre Meinung dazu gelesen. Ja! Es ist ein großartiger Film. Sehr sehenswert!

    Herzlichst
    M. Mustafa Sahin

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