PolitCamp ’11: Demokratie, Soziale Medien & Generationenwechsel.

Die jüngsten Landtagswahlen in 2011 haben bisher einen ganz deutlichen Trend in Richtung Rot/Grün ergeben. Auffallend dabei ist auch, dass je jünger die Wähler waren, dieser Trend deutlicher ausgefallen ist. Dieser Trend korreliert auch annähernd mit der Nutzung der Sozialen Medien wie Facebook, Twitter & Co. und den jüngeren Generationen, die sie als selbstverständlichen Teil ihres Lebens nutzen.

Mich würde interessieren, ob es wirklich in diesem Punkt einen Zusammenhang gibt. Dazu würde ich gerne auf dem PolitCamp ’11 eine Session machen und offen diskutieren mit Ralph Makolla, stellv. CDU-Kreisvorsitzender Oldenburg-Stadt und sehr engagierter Sozialer-Medien-Mensch, und Hansjörg Schmidt, Medien- & Netzpolitischer Sprecher der SPD in der Hamburger Bürgerschaft. Beide sind im Orgateam des Politcamp von Anfang an. Beide schätze ich persönlich sehr. Die oder der andere Berufene möge sich in die Runde dazu gesellen.

Die Fragen, die ich mir dabei stelle sind…

  • Gibt es tatsächlich diese Korrelation zwischen dem Wahlverhalten, den Generationen sowie der Akzeptanz und Nutzung der Sozialen Medien? Oder ist es nur ein scheinbarer und oberflächlicher Zusammenhang?
  • Wenn es diesen Zusammenhang gibt, woran liegt er? Ist es das generelle Lebensgefühl in den Generationen, die die Politik beeinflussen?
  • Wie ist die Wechselwirkung zwischen dem Wahlverhalten, den Generationen sowie der Akzeptanz und Nutzung der Sozialen Medien?
  • Welche Rolle spielen dabei Personen, Programme und Aktivitäten in den Sozialen Medien für das Politikverständnis der Bürger und ihr Wahlverhalten?
  • Lassen sich diese Effekte für die etablierten Parteien nutzen? Für die außerparlamentarische Opposition?
  • Welchen Einfluss haben diese Wechselwirkungen auf die Programme und Personen in den Parteien? Was sind die Konsequenzen? Was sind die Konsequenzen für die parteipolitische Arbeit in den unterschiedlichen Gruppierungen?
  • Ergeben sich daraus neue Muster für die Arbeit in den unterschiedlichen Parteien und Initiativen?
  • Wenn diese Trends wirklich existieren, wie wird sich die Parteienlandschaft und das politische Engagement ändern?

Letztendlich…

  • Wie stark ist der Einfluss der Soziale Medien auf die Politik in Deutschland?
  • Wie stark ist der Wille in den politischen Institutionen Soziale Medien einzusetzen, um die Politik zu beeinflussen?
  • Was bringt das?
Welche weitere Fragen ergäben sich für euch? Lust mitzumachen?
.

5 thoughts on “PolitCamp ’11: Demokratie, Soziale Medien & Generationenwechsel.

  1. Yasmina Banadingens (@miinaaa) schreibt heute in Twitter:

    „@politcamp11 @cemb wobei es eigentlich heißen müsste: Wie stark ist der Einfluss sozialer Medien auf das Wählerverhalten, nicht die Politik, oder?
    Und, um noch nen Schritt weiter zu gehen, wie gut bekommt man über soziale Medien die Inhalte rüber ohne in Populismus rüber zu driften? Was heißt das Kommunikationsstrategisch? Reine Wählerschaft-Mobilisierung oder wirkliche Nutzung der Medien um Inhalte verständlich und nachvollziehbar zu machen? (letzteres bezieht sich natürlich nicht nur auf soziale Medien, das ist eine immerwährende Diskussion).

    Super interessanter Vorschlag, allein dafür müsste man eigentlich kommen. Eventuell ein bisschen viel für eine Session. RT @politcamp11 Interessanter Sessionvorschlag von @cemb: http://bit.ly/mbdhE8 #pc11 #politcamp“

  2. Ich möchte die Fragen mal ganz subjektiv beantworten:

    1.) Gibt es tatsächlich diese Korrelation zwischen dem Wahlverhalten, den Generationen sowie der Akzeptanz und Nutzung der Sozialen Medien? Oder ist es nur ein scheinbarer und oberflächlicher Zusammenhang?

    Junge Menschen wählen schon immer eher links und junge Menschen nutzen eher Facebook und Co. Daraus einen Zusammenhang zu schließen, ist nicht unbedingt zwingend.

    2.) Wenn es diesen Zusammenhang gibt, woran liegt er? Ist es das generelle Lebensgefühl in den Generationen, die die Politik beeinflussen?

    Das entscheidene Problem, welches die etablierten Parteien noch nicht erkannt haben, ist die Wähler-Erreichbarkeit. Mit den klassischen Mitteln Fernsehen und Tageszeitung erreicht man immer weniger junge Menschen. Fernsehen ist nicht mehr das Leitmedium, vor dem sich abends alle versammeln, wie zu früheren „Straßenfeger“-Zeiten. Wann haben Sie sich schonmal in den letzten Jahren am nächsten Morgen mit KollegInnen über das Fernsehprogramm von gestern unterhalten? Als ich in die weiterführende Schule gekommen bin, wurden RTL und SAT.1 immer populärer und das Programm war Gesprächsthema – nicht nur auf dem Schulhof. Wenn Politiker in TV sind, wird schnell weitergezappt..

    Tageszeitung? Gedruckt? Ich kenne keinen Haushalt von unter 40jährigen, der noch ein Abo der lokalen Tageszeitung hat (Spiegel, Zeit und Co. werden noch gerne abonniert.)

    3.) Wie ist die Wechselwirkung zwischen dem Wahlverhalten, den Generationen sowie der Akzeptanz und Nutzung der Sozialen Medien?

    Die Nutzung der neuen Medien ist anders, sprunghafter. Wenn einem etwas nicht interessiert, wird weitergeklickt. (Durch die Werbebanner kommt man ja auch schnell in Übung.) Früher war die Zeitung ein allgemein anerkannter Wissenskanon, mit dem man sich informiert fühlte und auch mitreden konnte. Man hatte schließlich ja auch nicht viel anderes ;-) Heute kann man über ein Thema schnell viele Fakten bekommen, muss sie aber selbst validieren und ordnen.

    Die alten „Zeitungsmarken“ werden aber gerne im Web besucht, einige machen dort ihre Sache gut, einige ruinieren Stück für Stück den evtl. vorhandenen guten Ruf des Printproduktes.

    4.) Welche Rolle spielen dabei Personen, Programme und Aktivitäten in den Sozialen Medien für das Politikverständnis der Bürger und ihr Wahlverhalten?

    Sehr viel! Man kann im I-Net die Leute schnell für ein bestimmtes Thema begeistern und kurzfristig und für einen begrenzten Zeitraum Leute auch Offline engagieren. Für längerfristiges Engagement sind immer noch „analoge“ Verfahren das einzige Wahre.

    5.) Lassen sich diese Effekte für die etablierten Parteien nutzen? Für die außerparlamentarische Opposition?

    Es kann schnell außerparlamentarisch eine Opposition und eine unorganisierte Gruppe entstehen, Bürgerbewegungen haben ein neues wunderbares Kommunikationsmittel. Aber alles ist projektbezogen, wenn die Aufgabe erfüllt ist, dann zerläuft sich die Gruppe wieder schnell.

    6.) Welchen Einfluss haben diese Wechselwirkungen auf die Programme und Personen in den Parteien? Was sind die Konsequenzen? Was sind die Konsequenzen für die parteipolitische Arbeit in den unterschiedlichen Gruppierungen?

    Die Stimmungen im Volk können schneller kippen, die Parteien haben nicht mehr die letzte Macht über die Kommunikation.

    7.) Ergeben sich daraus neue Muster für die Arbeit in den unterschiedlichen Parteien und Initiativen?

    No idea, vielleicht sollte man als Partei versuchen, einzelne Projekte mit Leuten von außen zu starten um dann am Ende neue Mitglieder zu gewinnen.

    8.) Wenn diese Trends wirklich existieren, wie wird sich die Parteienlandschaft und das politische Engagement ändern?

    Über die Parteienlandschaft mag ich nichts sagen können, das Engagement wird flüchtiger, aber die Leute, die in eine Partei eintreten, wollen dort auch etwas bewegen!

    Die Diskussion ist eröffnet…

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