NSA: Ursache und Wirkung.

Interessant ist ja, dass die Welt einerseits von den USA immer intensiver flächendeckend systematisch digital abgehört und überwacht wird, andererseits die Amerikaner aber als ehemals einflussreichste Großmacht weltpolitisch gestaltend eine immer geringere Rolle spielen.

Ein scheinbarer Widerspruch? Oder bedingt sich das sogar gegenseitig? Ich glaube das letztere. Ursache und Wirkung. Sicher kein Zufall, sondern Notwendigkeit. Die USA eŕreichen mit diesen Aktivitäten genau das Gegenteil von dem, was sie beabsichtigen. Ich gebe zu, Kriege sind teurer. Vertrauensverluste aber noch teurer.

Ach übrigens, Russen, Chinesen und einige andere Mächte, die das gleiche Spiel spielen, sind natürlich auch nicht viel besser im machtpolitischen Weltmonopoli.

Die noch existierenden Machtblöcke erodieren, lösen sich immer weiter auf und setzen sich zu neuen komplexeren kleineren Allianzen zusammen. Die alte Ordnung Ost gegen West, Rot gegen Blau hat schon lange ausgedient.

Dass die vermeintlich Kleinen sich immer stärker emanzipieren, stärker werden, einen immer stärkeren Einfluss auf das Weltgeschehen bekommen, sehen wir ja bei dem kleinen trivialen Beispiel des Sport, bei der Fussballweltmeisterschaft beispielsweise. Das liegt natürlich auch an der immer intensiveren Globalisierung und den starken weltweiten Vernetzungen in allen Breichen. Politik, Wirtschaft, Kulturen. Und durch alle Gesellschaftsschichten. Das Web ist das Nervensystem. Im Guten wie im Schlechten.

Die Welt und die Machtverhàltnisse werden sich demnächst schnell ändern. So sicher wie das zweite Gesetz der Thermodynamik. Es ist nicht nur ein Spiel. Es ist ein Naturgesetz.


One thought on “NSA: Ursache und Wirkung.

  1. Du beschreibst, was du siehst, ziehst aber meines Erachtens die falschen Schlussfolgerungen. Was du beschreibst ist das Symtom. Die Ursachen sind aber anders, sie liegen in der Globalisierung. Die Globalisierung folgt allerdings nicht Naturgesetzen, sondern ist von Menschen erdacht und durchgesetzt. Die Produktionsketten (global commodity chains) sind dezentralisiert haben sich grenzüberschreitend verkompliziert und die Produkte werden heute in vielen Ländern zusammengesetzt. Die ungerechte Vermögensverteilung wird immer größer und wird unumkehrbar, soziale Mobilität wird zur Unmöglichkeit. Dies erfordert einen erweiterterten hochspezialisierten Dienstleistungssektor, der sich in den großen Städten dieser Welt angesiedelt hat. Staatliche Einflüsse werden hier von privaten „Global Players“ immer weiter zurückgedrängt. Gutes Beispiel hierfür: Die Verhandlungen zu TTIP. Triebkräfte sind nicht die Staaten, sonden die Lobbies. Das drängt nicht nur den Einfluss der großen Länder zurück, sondern auch den der kleinen Länder. Eine Analogie zum Sport kann ich nicht erkennen. Die Gefahr der Ausspähung liegt darin, dass die durch die Globalisierung benachteiligten Bevölkerungsgruppen besser diszipliniert werden sollen. Hat Haussmann in Paris die Boulevards u.a. angelegt, damit die Kugeln bei Aufständen besser fliegen können, so unterstützen Freihandelsabkommen die Einflüsse großer Unternehmen zu Lasten demokratisch gewählter Regierungen. Dahinter steht der Wille der Profiteure.

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