Macht und Ohnmacht. Für Koexistenz und Toleranz.

Es geht nicht um Glauben und Religion. Nicht um Nation und Volk. Es geht nicht um abstrakte Werte und Ziele. Es geht nicht um Idealismus. Es geht letztendlich immer um Macht, Einfluss, Ressourcen und um Geld. Überall. Von allen Seiten. Realpolitik. Machen wir uns nichts vor. Sehen wir es nüchtern.

Moralische Appelle sind vollkommen unwirksam und zwecklos.

In der Ukraine, in Russland. In Palestina, in Gaza, in Israel. Im Nordirak. In Syrien. In Nigeria. Und im ganzen Rest der Welt. Auch in Europa und Amerika. Zwischen arm und reich. Zwischen einzelnen Ethnien und Gemeinschaften.

Die Welt ist kein Zoo, wo Menschen streng getrennt nach Ethnien und Glauben in nationalen Gehegen leben. Unterdrückt und instrumentalisiert von selbsternannten Zoowächtern der Mehrheiten und Mächtigen.

Nüchtern betrachtet, kann die Lösung aller dieser offenen oder schwelenden Konflikte nur durch einem gerechten Interessenausgleich gelöst werden. Nur, was ist gerecht? Und wer soll diese Gerechtigkeit glaubwürdig herbeiführen? Den Prozess initiieren? Und dauerhaft sichern? Daran scheiden sich die Geister, obwohl alle wissen, dass es keine andere strategische Lösung gibt. Das können nur die Gegner untereinander regeln. Dritte können höchstens nur Katalysator für diesen Prozess sein. Das scheint aktuell utopisch zu sein. Frieden und Gerechtigkeit läßt sich nicht erkaufen, in dem man einer Partei aus geopolitschen Machtgründen falsche Versprechungen macht. Ein gerechter und nachhaltiger Ausgleich der Interessen im Konflikt kann nicht so hergestellt werden.

Das strategische Ziel steht außer Frage. Nur der Weg dorthin ist fraglich.

Es braucht besondere Menschen in den Kriesenregionen, um die Gegner und ihre Anhänger an den Tisch zu bringen. Internationale Kommissionen haben darin leider zu oft versagt. Aber sie sind notwendig, um die Details auszuarbeiten und den Frieden völkerrechtlich und dauerhaft zu sichern. Am allerwichtigsten ist jedoch Bildung, kultureller und wirtschaftlicher Austausch und Sicherheit aller Menschen in diesen Regionen. Das dauert Generationen. Vergeuden wir also keine Zeit. In Europa hat es auch fast drei Generationen gedauert. Selbst in Ruanda wo schlimmste Gräueltaten und der Völkermord von Hutu an den Tutsi begangen wurden, ist einigermaßen ein Frieden eingekehrt. Vergessen wir das nie. Patentlösungen gibt es keine.

Für Koexistenz und Toleranz. Es kann keine militärische langfristige Lösung für alle diese Spannungen und Ungerechtigkeiten geben.


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s