Inshallah.

Mit 1,6 Milliarden Gläubigen ist der Islam nach dem Christentum (ca. 2,2 Milliarden Anhänger) heute die zweitgrößte Weltreligion (nach dt. Wikipedia). Die Statistiker sind sich allerdings nicht ganz einig über diese Zahlen und die Rangfolge. Sicher ist, dass der Islam allein wegen der höheren Geburtenrate, die schnellst wachsende Weltreligion ist.

Das gemeinsame der Muslime ist, dass sich alle auf den Koran berufen, das Wort des einzigen Gottes – Allah, das durch seinen Propheten den Hl. Mohammed den Menschen übermittelt wurde. Diese Worte sind im Laufe der Zeit immer wieder interpretiert worden. Bis heute. Übrigens etwas, das alle anderen großen Weltreligionen für ihre heiligen Bücher auch gemacht haben bis heute.

Wie in jeder großen religiösen Gemeinschaft  ist das gesamte Spektrum an Interpretationen von radikal-fundamentalistisch bis pragmatisch-liberal in sämtlichen unterschiedlichsten Facetten auch im Islam vorhanden. Das gilt für Christen und Juden gleichermaßen. Und sogar auch für Buddhisten und anderen.

Der IS im Islam ist nur ein verschwindend kleiner und extremst-radikaler Bruchteil in der Gemeinschaft der Muslime. Ich teile ihre Interpretation des Islam nicht. Ich halte sie für Menschen verachtend. Das tut aber den Grundwerten des Islam deswegen keinen Abbruch. Es gibt keinerlei Gründe, Menschen zu töten. Und keine, sie unterschiedlich zu behandeln und ihre Rechte zu beschneiden, wie beispielsweise Frauen.

Bitte werft nicht alle Muslime in einen Topf. Ich hoffe sehr, dass dieses sinnlose Morden, Entrechten, Verfolgen und Vertreiben gegenüber den eigenen  Glaubensgemeinschaft und auch gegenüber Andersgläubigen bald aufhört.

Inshallah. So Gott es will. Und wir alle es auch wollen. Der Anfang ist der Respekt vor dem Leben des anderen, vor seinem Glauben und das offene Gespräch.

Inshallah.


5 thoughts on “Inshallah.

  1. Willst du damit sagen, dass es sich bei „dem Islam“ etwa nicht um einen monolithischen Block handelt, bei dem man alle Klischees und Zerrbilder bequem über einen Kamm scheren kann? Damit verlangst du deinen Lesern intellektuell schon ganz schön was ab, muss ich sagen. ;-)

  2. Es sind traurige Zeiten, in denen man soetwas aufschreiben muss. Sowohl für „den Westen“ als auch für den Islam. Als Zivi hatte ich eine jungen Kollegin (FSJ), die zum Islam konvertiert ist und die viel darüber gesprochen hat, wie sehr der Islam und der Sufismus eine Lehre der Liebe seien. Ich finde es schrecklich schade, dass ein Blick jeder Blick den Islam im öffentlichen Diskurs von den verschiedenen Terror-Bewegungen der letzten 13 Jahre bestimmt wird.

    Eine Frage hab ich allerdings: Beim Buddhismus bin ich mir nicht ganz sicher, ob da wirklich eine radikal-fundamentalisitsche Interpretation gibt, die mit den Perversionen des Christentums und des Islam mithalten kann. In den meisten traditionell buddhistischen Ländern sind es – meiner bescheidenen Meinung und einem ersten Überblick nach – entweder kommunistische Ideologie (Rote Khmer) oder Militärdiktaturen, die zu Menschen verachtenden Exzessen führen. Ich konnte ad hoc keinen Krieg oder Völkermord im Namen des Buddhismus finden. Weißt Du da mehr?

  3. Update von mir selbst: Es gibt ein Buch mit dem Titel „Buddhist Warefare„. Sehr spannend. Der letzte zeitnahe Konflikt war in Sri Lanka, da hätte ich auch mal selber drauf kommen können. Wobei man hier, ebenso wie bei den beiden anderen zentralen Beispielen, der Gründung Tibets und Japans Kolonialherrschaft im 20 Jahrhundert, die realpolitischen Interessen gegenüber dem religiösen Sendungsbewußtsein deutlich überwiegen, meiner bescheidenen Meinung nach.

  4. Kann dem Artikel nur zustimmen. Leider ist im Islam die Bildung der Menschen noch die Schwachstelle. Ich bin mir sicher, das mit zunehmender Bildung die Radikalisierung nach lassen wird. Ich hoffe es zumindest. Das mit entscheidende meiner Meinung nach ist das fehlende Vertrauen zwischen den Religionen. Wie man es zur Zeit herstellen kann wüsste ich jetzt auch nicht. Aber eins kann ich sagen. Gedult.

  5. Ja, schoener Artikel. Wenn wir nur alle nach den 3 wichtigsten Geboten, nicht töten, stehlen oder lügen, leben würden, dann würde es kein Radikalismus mehr geben!

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