Das Abendland.

​Die von Konservativen und Populisten viel beschworene, christlich-jüdische Tradition des Abendlands ist in Deutschland, im Alltag und im echten Leben eher eine amerikanisch-westeuropäische Tradition, wenn man genauer hin schaut.

Der herrschende Wertekanon hat nichts alttestamentarisch-biblisches mehr, sondern scheint eher aus der Bay-Area und aus der Bronx zu kommen. Glaubt man der Jugendkultur und dem Trash-TV.

Ein Kommentar zu „Das Abendland.

  1. Ah. Schön, dass ich das nicht alleine so sehe. Hier im Freundeskreis regt sich auch der eine oder andere auf, dass er „St. Martins“-Umzug neuerdings in Kitas und Kindergärten „Laternenumzug“ heisst. Was mich dabei besonders ärgert ist, dass das ja Leute sind, die vielleicht sogar noch ein oder zwei Mal im Jahr in die Kirche gehen und christiliche Traditionen gerne pflegen, solange sie keine allzugrossen Opfer sind und gut in den Livestyle passen, aber bei den zentralen Entscheidungen in ihrem Leben sind latürnich alle Zweckrationalisten und eben keine Christen. Keiner der Kindergärtner, Krankenschwester, Entwicklungshelfer wäre. Alles Anwälte, Abteilungsleiter, Geschäftsführer, Steuerberater, Unternehmensberater. Alle machen sie 50, 60 Stunden-Wochen, sehen ihre Kinder vielleicht am Wochenende, wenn sie da nicht auch arbeiten. Keiner der auf eine Flugreise verzichten würde, um Gottes Schöpfung zu schonen, keiner der nicht auch mal bei H&M-Ausbeuterklamitten kaufen würde.

    Und: Es ist ja nicht so, als wären die Worte ihres (ich bin ja radikaler Atheist) Heilands nur dezente Hinweis, was man vielleicht mal bedenken könnte, wenn es einem gerade in den Kram passt. Die Evangelien haben einen allumfassen, lebensweltlichen Anspruch, dessen Kern es ist über das Bequeme hinauszugehen. Die Evangelien sind voller unmissverständlicher Regeln, die man als Christ problemlos befolgen könnten, wenn man es denn ernst damit meinte. Mal ein Beispiel darür …

    „Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.“

    Nein, nein, Du hast ganz Recht. Die wenigen echten Christen, die ich kenne, arbeiten in der Tat für die Kirchen und vergleichbare Einrichtungen. Alle anderen tragen das Christentum wie ein Makeup, oder einen Orden, der davon ablenken soll, dass materialstische Konsum-Karrieristen sind.

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